> Diese Seite drucken <

  

Naked Lunch

  

Getestet von Christian Bartsch

Email: cb@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 21.04.2005
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 19.04.2005
   
Deutscher Titel: Naked Lunch
Originaltitel: Naked Lunch
Land / Jahr: C/GB 1991
     
Bildformat: 1,78:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0 stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1), Kommentar (Dolby Digital 2.0 Surround)
Untertitel: Deutsch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box
Kapitel: 20
Laufzeit: 110
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: Kinowelt Home Entertainment
          
Inhalt:

New York 1953: Der erfolglose Schriftsteller Bill Lee hält sich als Kammerjäger über Wasser und versucht, seinen Frust mit Drogen zu betäuben. Vollgedröhnt mit Insektengift erschießt er seine Frau Joan beim "Wilhelm-Tell-Spiel" und flüchtet sich an einen fiktiven Ort namens Interzone. Dort wähnt er sich von skurrilen Kreaturen aus seinem schizoiden Unterbewusstsein verfolgt. Seine Schreibmaschine mutiert zu einem überdimensionalen Insekt, das ihn zwingt, seine Erlebnisse für eine geheimnisvolle Organisation zu dokumentieren. Die Kreatur fordert mehr und mehr Stoff...

       
Besonderheiten:

Kinowelt veröffentlicht unter seinem Label Arthaus eine Single-Disc Ausgabe von "Naked Lunch", womit klar sein dürfte, dass der Umfang der Extras nicht mit denen der amerikanischen Criterion Ausgabe konkurrieren kann. Tatsächlich ist der Umfang des Bonusmaterials recht mager, denn außer einem zum Filmstart produzierten Making Of (komplett englisch, ohne deutsche Untertitel) und einem (deutsch untertitelten) Kommentar von Regisseur David Cronenberg gibt es letztlich nur noch Trailer als Beigabe.

Während der Beitrag keinen Hehl daraus macht, auch für den Film werben zu wollen, geht der Kommentar mit Regisseur David Cronenberg schon wesentlich weiter in die Tiefe. Bei diesem Kommentar handelt es sich übrigens um eine neue Aufnahme mit Herrn Cronenberg und nicht um die Fassung von der Criterion-Disc, bei der ja die Kommentare von David Cronenberg und Darsteller Peter Weller getrennt aufgenommen und später zusammengeschnitten worden sind.

   
 
Wertung:  
     (ausreichend - befriedigend)
     
Gestaltung:

Das Menü darf man als ordentlich und stilsicher bezeichnen. Durch die unterlegte Musik und die dezenten Übergangsanimationen wirkt das Menü sehr wertig. Die Optimierung für 16:9 macht ebenfalls einen guten Eindruck. Die eigentlichen Menütafeln sind letztlich alle statisch, was aber angesichts der Aufmachung nicht wirklich negativ auffällt. Lediglich die nicht animierte Kapitelauswahl passt nicht so recht in das ansonsten gelungene Bild.

     
 
Wertung:
  (befriedigend)
     
Bildtest:

"Naked Lunch" ist definitiv kein Massenprodukt, weshalb sich selbst amerikanische Fans bis 2004 gedulden mussten, um letztliche doch eine recht üppig ausgestattete Criterion Disc spendiert zu bekommen. Offenbar profitiert Kinowelt nun auch von den Anstrengungen in Übersee, denn beide Transfers sehen sich zum verwechseln ähnlich. Somit gibt es endlich auch in Deutschland eine DVD im korrekten Bildformat. Wer also noch die alte, unwürdige Auflage von MCP in 4:3 Vollbild besitzt, darf diese endlich der Reststoffverwertung zuführen.

Technisch gesehen ist der neue Transfer zwar keine Offenbarung, aber er ist angesichts der Produktion von 1991 ganz ordentlich. Besonders gefallen dürfen Farbe und Kontrast, die bei dieser DVD perfekt getroffen scheinen. War die alte Auflage viel zu ausgewaschen, so präsentieren sich die Farben in diesem Fall ausdrucksstark und perfekt getimet. Die morbide Atmosphäre, mit viel Grün und erdigen Tönen, wird glaubhaft wiedergegeben. Der Kontrast kann ebenfalls gefallen, selbst dunkle Szenen sind gut durchzeichnet. Nur selten wünscht man sich mehr Detail.

Dass es davon nicht genug gibt, liegt offenbar an der Vorlage selbst. Obwohl die allgemeine Schärfe befriedigend ist, enttäuschen die Details ein wenig.
Hinsichtlich Verschmutzungen gibt es keine Auffälligkeiten, auch der Bildstand kann gefallen.

     
Wertung:
   (befriedigend)
   
Tontest:

Die deutsche Fassung liegt nur in stereo vor. Es ist schwer zu sagen, ob seinerzeit dieser Titel wirklich für Surround produziert wurde, oder nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass nur stereo gemischt wurde, da auch das Original nur in stereo vorliegt - eigentlich. Hier bietet die DVD nämlich 5.1 an, obwohl wenige Minuten bereits ausreichen, um diesem Mix zu attestieren, dass es sich um einen simplen Upmix handelt. Während dieser im Übrigen recht hohl und dumpf klingt, kann die deutsche Version durchaus mehr begeistern, wenngleich ein guter Mix wiederum ganz anders klingt. Denn auch die deutsche Fassung klingt belegt, wenig klar und im Mittenbereich etwas überbetont.

Da es sich bei diesem Titel um eine sehr dialoglastige Produktion handelt, darf man sich mit der Abmischung insgesamt zufrieden zeigen.

   
 
Wertung:
  (ausreichend - befriedigend)
       
Gesamtwertung:

Hätte Cronenberg die umstrittene Buchvorlage von William S. Burroughs originalgetreu umgesetzt, so wäre der Film wohl heute in keinem Land der Welt unzensiert zu erhalten. Während ihm die einen Pornographie vorwerfen würden, wären andere damit beschäftigt, ihn wegen seiner exzessiven Gewalt verbieten zu lassen. Doch Cronenbergs Umsetzung von Burroughs´ unverfilmbarem Roman wurde letztlich eine Kombination von Auszügen aus dem Leben des Autors, seinen vorherigen Werken und dem Roman "Naked Lunch" an sich. Somit ergibt sich eine verworrene Vielschichtigkeit, die vom Betrachter verlangt, sich selbst im im Drogendelirium gefangenen Protagonisten zurechtfinden zu müssen. Leichte Kost sind Cronenbergs Werke im Allgemeinen nicht und "Naked Lunch" gehört sicherlich zu den am schwersten verdaulichen Titeln.

Für die solide Umsetzung dieses Nischentitels kann man Kinowelt nur danken, denn wenige Labels zeigen heute den Mut, auch Spartenfilme technisch ansprechend umgesetzt und mit Extras ausgestattet zu veröffentlichen. Wer einen schrägen Titel sucht, der mehrfach geschaut werden will, um verstanden zu werden, der ist hier richtig.

       
 
Wertung:
  (ausreichend - befriedigend)
    
© 1998-2015 by Digital-Movie, Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis darf kein Teil des Werks für irgendwelche Zwecke vervielfältigt oder verändert werden, unabhängig davon, auf welche Art und Weise oder mit welchen Mitteln, elektronisch oder mechanisch, dies geschieht.