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Saw - Collector´s Edition

  

Getestet von Stefan Paulmayer

Email: sp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 03.06.2005
Verleihfenster: 26.04.2005
Im Handel ab: 06.06.2005
   
Deutscher Titel: Saw
Originaltitel: Saw
Land / Jahr: USA 2004
     
Bildformat: 1,85:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Director`s Cut: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1 EX) / Kinofassung: Deutsch (Dolby Digital 5.1 mono), Englisch (DTS 6.1 ES), Englisch (Dolby Digital 5.1 EX), Kommentar (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: Einleger mit Werbung und Kapitelübersicht
Verpackung: DigiPak
Kapitel: 18
Laufzeit: 99
TV Norm: PAL
FSK: keine Jugendfreigabe
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer (2x) + Audio CD
Anbieter: Kinowelt Home Entertainment
          
Inhalt:

Zwei Männer, die sich nie zuvor gesehen haben, wachen plötzlich auf: angekettet in jeweils zwei gegenüber liegenden Ecken eines Raumes. In der Mitte liegt ein dritter Mann - mit zerschossenem Gesicht. In der Hand hält dieser ein Diktiergerät. In ihren Hosentaschen finden die beiden für das Gerät passende Kassetten. Wer immer die beiden hier eingesperrt hat - er plant ein perverses Spiel. Einer der beiden muss den anderen bis 18 Uhr töten, sonst droht der Unbekannte, werde seine Familie von ihm umgebracht werden...

       
Besonderheiten:

DVD 1
- Audiokommentar mit James Wan und Leigh Whannell (leider nicht untertitelt)
- Unzensiertes Musikvideo "Bite The Hand That Bleeds" von Fear Factory

DVD 2
- Musikvideo "Bite The Hand That Bleeds" von Fear Factory
- Unzensiertes Musikvideo "Bite The Hand That Bleeds" von Fear Factory
- Making Of The Music Video: Diese Featurette dauert gute fünf Minuten und besteht vorwiegend aus Aufnahmen von den Dreharbeiten und kurzen Interviews.
- Sawed Off: Diese "Mini Featurette" ist eher eine lange Version eines Trailers, die mit Interview-Schnipseln angereichert worden ist. Zumindest aber wurde der Titel im Englischen ehrlich gewählt, denn jeder weiß schon anhand des Zusatzes "mini", was ihn erwartet.
- Interviews: Diese insgesamt acht Interviews mit Cast & Crew finden sich weder auf der RC1 noch der britischen DVD. Die Interviews dauern im Durchschnitt je etwa zwei Minuten und haben eine Gesamtlaufzeit von 18 Minuten. Der Informationsgehalt ist in Ordnung, jedenfalls höher als beim gesamten Rest der Extras.
- Behind The Scenes: Ebenfalls neu auf der deutschen DVD sind die knapp 15 Minuten an Aufnahmen vom Set, die einen unkommentierten Blick hinter die Kulissen gewähren.
- Kinotrailer in Deutsch (Letterbox, 5.1) und Englisch (anamorphes Widescreen, 2.0-Ton)
- TV Spots (fünf Stück)

Audio-CD
Die zusätzliche CD bietet den Original-Soundtrack zum Film.

   
 
Wertung:  
     (befriedigend)
     
Gestaltung:

Beim Menü verlässt Kinowelt wieder einmal die eigene Courage. Anstatt das komplette Menü im gleichen tollen Design mit Animationen und Tonunterlegung auszustatten, wurden die Untermenüs in relativ schmucklosen Standbild-Menüs und ohne Tonunterlegung gestaltet. So können lediglich das Hauptmenü und die Übergänge zwischen den Menüs gefallen, der Rest wirkt mehr oder weniger trostlos. Schön ist jedoch, dass Kinowelt an die anamorphe Abtastung des Menüs gedacht hat. Das Hauptmenü besticht mit Animationen und Filmausschnitten, die zu einem fetzigen Mix vermischt worden sind.

Die zwei DVDs und die zusätzliche Audio-CD stecken übrigens in einer besonderen Verpackung. Diese ist recht dick und wie ein Buch aufgebaut. Links und rechts auf der Innenseite des Covers befinden sich die Discs, in der Mitte wurde ein 32-seitiges Booklet platziert, das neben Fotos und der Übersicht über den Inhalt der DVDs auch die Kapitelübersicht und Produktionsnotizen bietet.

     
 
Wertung:
  (gut)
     
Bildtest:

Kinowelt ist ja mittlerweile bekannt dafür, den Content von guten ausländischen DVDs normalerweise zu lizensieren. Daher gehen wir davon aus, dass hier der gleiche Transfer zum Einsatz kommt, wie bei der US-DVD von Lions Gate Entertainment und der britischen DVD von Entertainment in Video. Dieser ist von Haus aus, vor allem wegen des Einsatzes von Stilmitteln, mehr oder weniger eingeschränkt, was die Bildqualität betrifft. Die Bewertung bezieht sich auch beim Bild - wie beim Ton - auf die Langfassung.

Ob auch die nicht ganz zufrieden stellende Bildschärfe aufgrund eines Stilmittels zustande gekommen ist, wissen wir nicht. Das Bild wirkt insgesamt doch etwas zu weich und erreicht nicht wirklich jene Werte, die man sich von einem neuen Film erwarten würde. Stellenweise scheint es auch leichte Bewegungsunschärfen zu geben, wenngleich dieser Eindruck aber auch durch die eben nicht wirklich gute Schärfe entstehen kann. An der Bitrate kann es nicht liegen, denn der Film wurde so codiert, dass sich jede Superbit-DVD von Columbia beschämt ins Eck stellen müsste.

Nicht ganz perfekt fällt auch der Kontrast aus. Stellenweise wirkt das Bild nämlich fast milchig. Der Schwarzwert an diesen Stellen ist einfach zu hell. Generell fällt der Kontrast auch recht dunkel aus. Dunkle Innenaufnahmen erscheinen oft fast zu dunkel, sodass Details in Gesichtern schon einmal nicht mehr wirklich zu erkennen sind. Offenbar dient der Kontrast jedoch dazu, zusammen mit den Farben einen bestimmten Look aufzubauen, weswegen das eben Gesagte nicht unbedingt als Fehler der DVD zu verstehen ist.

Die Farbdarstellung wurde stellenweise verändert, um den eben angesprochenen Look zu erzeugen. So sind viele Szenen mit Danny Glover sowie die Rückblicke auf die früheren Verbrechen allesamt in starkes Grün getaucht. Die Szenen mit den beiden eingeschlossenen Männern weisen hingegen eher einen Blaustich auf. Eine andere Handlungsebene wiederum erscheint hingegen recht natürlich von der Farbwiedergabe her. Zumeist ist das Bild jedoch eher von Farbverfremdungen geprägt.

Recht gute Werte liefert das Rauschverhalten. Zumeist ist Rauschen nicht vorhanden, allenfalls in Form von leichtem Hintergrundrauschen lässt sich stellenweise leichtes Grießeln ausmachen. Was Kollegen schon bei der RC1 aufgefallen ist, können wir auch für die deutsche DVD bestätigen: Ab und an schleichen sich Drop Outs ein, was bei einem so neuen Film durchaus eher ungewöhnlich ist. Um ehrlich zu sein, fällt uns ad hoc keine DVD der letzten Zeit ein, die dieses Problem aufgewiesen hätte. Wie dem auch sei, da dies nur eine Hand voll Male vorkommt, sehen wir darüber hinweg, wirklich störend ist das Problem ja auch nicht.

     
Wertung:
   (befriedigend)
   
Tontest:

Korrekt als ES-Track geflaggt wurde nur der englische DTS-Ton der Kinofassung. Doch auch der deutsche und englische Ton der Langfassung liegen offenbar im EX-Format vor. Nicht jedoch - und das ist doch sehr verwunderlich - der deutsche Ton der Kinofassung. Schaltet man bei der Kinofassung zwischen Deutsch und Englisch um, so stellt man einen Unterschied wie zwischen Tag und Nacht fest. Deutlich erkennbar ist dies in der Anfangssequenz als die Stimme in der englischen Tonfassung (und beim Director´s Cut auf beiden Spuren) aus dem Backcenter ertönt. Relativ bald merkt man dann, dass der Ton zwar als 5.1-Spur geflaggt ist, jedoch im Grunde nur Monoton bietet. Aus anderen Kanälen als dem Center ist jedenfalls kein Ton zu vernehmen. Die Kinofassung eignet sich jedoch - wegen der gekürzten Filmfassung - sowieso primär bloß zum Hören des Audiokommentars, deswegen stellt dies kein größeres Problem dar. Die folgenden Ausführungen und die Note beziehen sich daher nur auf den Director´s Cut.

Das Ergebnis fällt recht stark aus - wobei die deutsche Tonfassung aber eine Spur weniger druckvoll als die englische daherkommt. Schaltet man um, wird man auch beim Director´s Cut noch hörbare Unterschiede feststellen, die aber natürlich wesentlich geringer ausfallen als bei der Kinofassung. Dennoch müssen wir den Ton im Vergleich zur Bewertung der britischen DVD aber leicht abwerten - mehr als "gut" ist der deutsche Track einfach nicht. Es fehlt ein wenig die letzte Bissigkeit, die dem englischen Ton die gute bis sehr gute Note eingebracht hat. Der Film bietet dennoch stellenweise eine aggressive und dynamische Tonspur, die konsequent und oft Gebrauch von den ihr durch das Tonformat dargebotenen Möglichkeiten macht - in der deutschen Fassung eben nur eine Spur spärlicher als im Original. Gleich zu Beginn wird der bei EX aktive hintere Center durch eine - bereits oben angesprochene - explizit auf ihn gelegte Stimme direkt ins Geschehen eingebunden. Im Laufe des Filmes bieten sich darüber hinaus noch viele andere Szenen mit sehr ausdifferenzierten Surroundkulissen dar. Viele Effekte wurden auf die hinteren Kanäle gelegt. Der brachiale Bass der englischen Tonspur kommt auf dem deutschen Track etwas zurückhaltender herüber, ab und an fehlt daher der gewisse Druck, den die englische Fassung zu bieten hat. Insgesamt wird der Ton jedoch sicherlich jeden Heimkino-Fan zufrieden stellen. Immer wieder gibt es jedoch viele kleine Geräusche auf den hinteren Kanälen, die dem Ton doch auch Subtilität angedeien lassen. Wobei gerade diese Subtilität in der deutschen Fassung etwas darunter leidet, dass feine Details auf den Surroundkanälen nicht in dem Maße wie bei der englischen Spur wahrnehmbar sind.

   
 
Wertung:
  (gut)
       
Gesamtwertung:

Kinowelt liefert mit dieser "Collector´s Edition" sein Meisterstück ab. Die Verpackung in Buchform, mit schickem und dickem Booklet, ist edel und stabil zugleich und stellt sogar die Sonderverpackung der RC1 in den Schatten. Dazu kommt eine - verglichen mit den bisherigen Veröffentlichungen - recht üppige Ausstattung. So bietet die deutsche DVD als einzige das komplette Bonusmaterial, das bislang erhältlich ist. So findet sich auf DVD 2 die Kinofassung samt Audiokommentar durch den Regisseur, der eben nur für diese Fassung vorliegt und daher z.B. auf der britischen Uncut-DVD fehlt. Außerdem hat Kinowelt mit den Interviews und den Behind-The-Scenes-Aufnahmen Extras, die nicht einmal auf der US-DVD vorhanden waren. Darüber hinaus kommen wir auch noch in den Genuss des Soundtracks, der als dritte Disc das 2-DVD-Set ergänzt. Insgesamt dürfte das Gesamtpaket also unschlagbar sein - jedenfalls solange es in den USA keine Veröffentlichung des Director´s Cuts gibt. Diese soll gerüchteweise aber noch diesen Herbst erfolgen, was uns dann eine DVD mit noch tiefgründigerem Bonusmaterial ermöglichen könnte, wobei die deutsche DVD in diesem Bereich schon besser ist als die anderen bisherigen Veröffentlichungen. Bis dahin bleibt jedoch diese Kinowelt-DVD ungeschlagen - wir können nur jedem Fan raten, rasch zuzugreifen, da die limitierte Fassung laut Aussage des Kinowelt-Managers auch wirklich limitiert sein soll. Wer daher auf ein 10 Euro-Angebot am Wühltisch wartet, könnte am Ende leer ausgehen und sich maßlos ärgern, dass er dann mit der billigen Amaray-Version vorlieb nehmen muss.

"Saw" ist ein Film, der vielleicht nicht jedem gefallen wird. Obwohl er in seiner Gewaltdarstellung bei weitem nicht die Härte eines "High Tension" erreicht, ist er dennoch in manchen Szenen recht explizit. Ob der Film dem selbsternannten Vergleich mit "Sieben" standhält, mag jeder selbst für sich beurteilen. Jedenfalls bietet "Saw" aber knappe 100 Minuten Spannung und Filmspaß, was man ja auch nicht zu gering einschätzen darf.

Ergänzung: Wegen des scheinbaren Monotons bei der Kinofassung wird es laut Kinowelt-Manager Stefen Tiedemann einen Austausch geben. Über nähere Details informieren wir euch, sobald es diese gibt, in unseren News.

       
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
    
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