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Garfield - Der Film

Special Edition

  

Getestet von Stefan Paulmayer

Email: sp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 08.11.2004
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 02.12.2004
   
Deutscher Titel: Garfield - Der Film
Originaltitel: Garfield - The Movie
Land / Jahr: USA 2004
     
Bildformat: 1,78:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Kommentar (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box (mit doppeltem DVD Einleger)
Kapitel: 29
Laufzeit: 76
TV Norm: PAL
FSK: ohne Altersbeschränkung
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer und DVD 5 / Single Layer
Anbieter: Twentieth Century Fox Home Entertainment
          
Inhalt:

Das Leben könnte nicht angenehmer sein für Garfield, den beliebtesten Kater der Welt. Gemütlich fläzt er sich in seinem bequemen Fernsehsessel, zappt sich durch seine Lieblingsprogramme, isst riesige Portionen seines Lieblingsessens Lasagne und beschimpft wie üblich seinen Besitzer Jon – für Garfield ist die Welt in allerbester Ordnung.

Als Jon seinen eigensinnigen Liebling auf den Arm nimmt, um mit ihm die hübsche Tierärztin Liz Wilson zu besuchen, reagiert Garfield höchst ungnädig. Nur weil sein Herrchen ein Auge auf die – zugegebenermaßen – reizvolle Veterinärin geworfen hat, wird er jetzt dauernd in ihre Praxis geschleppt! Dabei ist die Diagnose immer gleich: Garfield ist ein fetter, fauler, glücklicher Kater. Die Therapie auch: Massage, Maniküre, Pediküre und Fellpflege. Jon nutzt die Wartezeit für einen kurzen Flirt mit Liz. Erfreut über seine scheinbar erfolgreiche Kontaktaufnahme, lässt er sich von Frau Doktor einen herrenlosen Vierbeiner aufschwatzen. Als Garfield endlich fertig ist, staunt er nicht schlecht, als er einen Fremden auf dem Beifahrersitz von Jons Auto entdeckt – auf seinem Sitz...

       
Besonderheiten:

Bereits die erste DVD beinhaltet eine kleine Kollektion an Extras, was vor allem den Käufern der Single-Disc-Ausgabe sehr gelegen kommen dürfte. Da der Film nur knappe 76 Minuten läuft, stellen die Extras kein großes Platzproblem dar. Den Anfang macht der Audiokommentar von Regisseur Peter Hewitt und Produzent John Davis. Wie üblich bei Fox liegen optional deutsche Untertitel für den Kommentar vor. Gute 16 Minuten an Deleted Scenes in ihrer rohen, unbearbeiteten Form findet man im Menü gleich unterhalb der Kommentar-Anwahl. Eher etwas für Kinder sind die zwei interaktiven Spiele "Findet Odie" und "Momente mit Garfield". Für erwachsene "Garfield"-Fans schon interessanter ist die anschließende Featurette "Garfield zum Leben erweckt". Obwohl sie inhaltlich mit knapp sieben Minuten Laufzeit ein wenig eingeschränkt ist, schaffen es die Visual Effects-Verantwortlichen recht gut, einen Eindruck darüber zu vermitteln, wie die Figur des Garfield in das Filmmaterial eingepasst und eingefügt worden ist. "Die Entstehung von Garfield" zeigt anschließend den Erfinder der Figur, Jim Davis, aus zwei verschiedenen Blickwinkeln, die mittels der Multi-Angle-Funktion gewechselt werden können. Einmal blicken wir Davis quasi über die Schulter, wie er Zeichnungen parallel zu seinen Erzählungen anfertigt und anhand dieser kurz auf die Entwicklung der Figur vom Anfang bis zum Endstadium eingeht. Allzu lang dauert der Clip nicht, was schade ist, da Davis sicher noch mehrere Skizzen hätte anfertigen und mit seinen Kommentaren illustrieren können. Wählt man den zweiten Blickwinkel, sieht man die "Vorderansicht" und kann so Davis auch sprechen sehen, nimmt dafür aber die Skizzen nicht mehr ganz so gut wahr. "Verblödet", ein Kurzfilm mit der Figur des Scrat aus "Ice Age", rundet das Bonusmaterial der ersten DVD schließlich ab.

Die zweite DVD wartet mit einigen Featurettes sowie einem Multi-Angle-Feature auf. Bei diesem lassen sich fünf Szenen aus dem Film aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten (vier bis fünf Winkel stehen dabei - abhängig von der Szene - zur Auswahl). So lassen sich die verschiedenen Animationsstufen verfolgen, die letztlich zum fertigen Film führen. Einen Storyboard-Film-Vergleich finden wir ebenfalls unter diesem Menüpunkt.

Zusätzlich dazu gibt es - wie bereits angesprochen - einige Featurettes, die die Entstehung des Filmes näher beleuchten sollen.
- Die Geburt von Garfield: Mit guten 19 Minuten Laufzeit gehört dieser Beitrag zu den umfangreicheren. Der Erfinder Garfields, Jim Davis, erzählt von seinem familiären Hintergrund und wie er zur mittlerweile berühmt gewordenen Katze gekommen ist. Was der gute Mann zu berichten hat, ist äußerst interessant, sodass diese Featurette auch inhaltlich zu den Schwergewichten der Bonusausstattung zählt.
- Der Aufstieg von Garfield: Wieder sehen wir Jim Davis, der uns hier über den Aufstieg der Figur Garfield berichtet und dabei einen demütigen und bescheidenen Eindruck hinterlässt. Ebenfalls zu Wort kommt seine Frau Jill, die am Erfolg der Vermarktung der Figur ihres Mannes durchaus ihren Anteil trägt.
Vom Skript zum Drehbuch: Der Titel täuscht ein wenig, denn genau genommen handelt es sich bei diesem zehnminütigem Filmchen um eine Art Making Of, das sich durchaus global mit der Entstehung des Filmes beschäftigt und sich nicht auf das Drehbuch beschränkt. Unfreiwillig komisch wirkt es da schon, wenn etwas beleibtere weibliche Garfield-Fans mittleren Alters als Gründe für den Erfolg Garfields anführen, dass dieser fett und faul sei.
- Illustrierter technischer Kommentar: Wer sich hier ob des Titels den gesamten Film mit Videokommentar erwartet - was es ja ab und an auf DVDs zu finden gibt - der wird etwas enttäuscht sein, läuft diese Featurette doch nur knappe zwölf Minuten. Dennoch bieten sich dem Zuseher eine ansehnliche Anzahl an Informationen dar. Anhand verschiedener Szenen aus dem Film, die stellenweise als fertiger Film, stellenweise aber auch in frühen Animationsstadien gezeigt werden, erklären die Visual Effects Verantwortlichen die Entstehung dieser Szenen und der damit verbundenen Effekte.
- Deutsche Synchronisation: Ein beliebtes Feature bei animierten bzw. teilanimierten Filmen, die Vorstellung der Produktion verschiedener Synchronisationen, findet auch seinen Weg auf die deutsche "Garfield"-DVD. Anders als z.B. bei "Shrek 2" beschränkt sich diese zwölfminütige Featurette aber auf die deutsche Synchronisation und erlaubt Selbstdarstellern wie Thomas Gottschalk, Ben und Dorkas Kiefer ihre Ansichten über den Film und die Synchronisationsarbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
- Hintergrundinfos: Der Informationsgehalt dieser knapp fünf Minuten dauernden Promotion-Featurette hält sich arg in Grenzen. Hier herrscht das übliche Gerüst von Filmausschnitten, gepaart mit kurzen, zumeist nichts sagenden, den Film lobenden Aussagen der Crew vor.

   
 
Wertung:  
     (gut)
     
Gestaltung:

"Garfield" ereilt das gleiche Schicksal wie viele andere Fox-DVDs der jüngsten Zeit - der gute Ansatz wird leider nicht in ein perfektes Menü umgesetzt, obwohl dies ohne weiteres möglich gewesen wäre. Zwar mag bei dieser DVD bereits das Hauptmenü etwas müde daherkommen, dem auf schlichtem weißem Hintergrund herumhopsenden und tanzenden, animierten Garfield kann man jedoch durchaus eine gewisse Witzigkeit abgewinnen. Auch die Übergänge zwischen den Menüs, die ebenfalls animiert gestaltet worden sind, wären noch nicht das Problem. Dies setzt erst bei den Untermenüs und beim Menü der Bonus-DVD ein - bietet sich da doch ein wahres Trauerspiel; das "Special Edition"-Siegel, mit dem sich die DVD schmückt, einmal außen vor gelassen.

Sowohl die Kapitelauswahl als auch die übrigen Menüs wie Sprachwahl und Extras präsentieren sich nämlich ausnahmslos als wenig ansprechende und etwas billig wirkende Standbilder, denen auch die Musikuntermalung - anders als beim Hauptmenü - fehlt. So etwas mag bei Backkatalog-Titeln für sieben bis zehn Euro eine natürliche Selbstverständlichkeit sein - bei einer Special Edition, die wie diese um die 23 bis 25 Euro kosten soll, wirkt die Präsentation der DVDs so aber leider etwas kleinlich, um nicht zu sagen geizig.

Da hilft es am Ende wenig, dass es bei der Erstauflage der Special Edition als Bonus eine Fell-Verpackung obendrauf gibt...

     
 
Wertung:
  (befriedigend)
     
Bildtest:

Um es gleich vorweg zu nehmen: "Garfield" bietet sicher nicht den besten Transfer, den Fox bisher zustande gebracht hat. Daran ist in erster Linie die Bildschärfe Schuld, die nicht wirklich vermuten lässt, dass wir es hier mit einem brandneuen Film von 2004 zu tun haben. Genau hier setzt aber auch ein möglicher Erklärungsversuch für das nicht ganz perfekte Bild ein. Bei Filmen mit vielen CGI-Effekten ist es durchaus üblich, den Bildeindruck absichtlich etwas weicher erscheinen zu lassen, um die CGI-Elemente besser in das reale Filmmaterial einzubinden. So sollen allenfalls harte Übergänge zwischen Realbild und computergeneriertem Element "verschleiert" werden. Da bei "Garfield" fast ständig solche Elemente im Bild zu sehen sind - schließlich gibt es fast keine Szene ohne die freche Katze - kann es durchaus sein, dass das weiche und stellenweise detailarme Bild so gewollt ist. Wie dem auch sei, vor allem im Hintergrund und bei feineren Strukturen können das Schärfeverhalten und die Detailzeichnung nicht vollends überzeugen.

Einen prächtigen Eindruck hinterlassen hingegen die Farben. Das Bild lebt zum großen Teil auch von seinen kräftigen, teils poppig-bunten Farben. Das Gute dabei ist, dass die Farben nie wirklich unnatürlich wirken. Jedenfalls ist die satte Farbgestaltung eine richtige Freude. Hier seien vor allem die hellen Tagesaufnahmen im Freien erwähnt, die oft sehr schön wirken.

Auch das Fehlen von Rauschen gehört zu den absoluten Pluspunkten des Transfers. Eventuell wurde der weiche Eindruck des Bildes durch den Einsatz eines Rauschfilters aber noch verstärkt. Nichts Genaues weiß man nicht...

Ebenfalls keine großen Probleme bereitet der Kontrast. Ganz perfekt ist er aber dennoch nicht gelungen, da helle Stellen doch schon ab und an zu leicht übermäßigem Strahlen neigen. Zumeist liefert der Kontrast aber gute Werte, sodass es wenig Grund zum Klagen gibt.

Weitgehend ohne Fehl und Tadel kommt die Kompression daher. Treppchenartefakte oder andere Anzeichen von zu geringer Datenrate sind nicht anzutreffen. Dass ein Transfer von 2004 auch frei von Defekten ist, versteht sich wohl von selbst.

     
Wertung:
   (gut)
   
Tontest:

Wenn der Film nicht viel hergibt, kann auch die DVD nicht mehr draus machen. Zum Glückt hat das auch Fox erkannt und sich bei "Garfield" den mittlerweile fast obligatorischen DTS-Ton gespart. Insgesamt ist der Soundtrack nämlich eher frontorientiert. Die meiste Zeit über dominieren die vorderen Kanäle das Geschehen. Die Front wirkt dabei stets gut und weiträumig abgemischt. Die Rücklautsprecher melden sich zwar des Öfteren, bleiben zumeist aber eher zurückhaltend. An einigen Stellen erfreut der Soundtrack jedoch mit wirklich gutem Einsatz der Rücklautsprecher, der auch durchaus Räumlichkeit entstehen lässt. Dies betrifft vor allem Umgebungsgeräusche, die stellenweise recht gut in die Tonkulisse eingebunden werden. Daher erhält der Ton am Schluss auch die Tendenz zum "Gut" - wirklichen Kinoklang im Sinne von Effekten und permanenter Räumlichkeit hat dieser Soundtrack aber nicht zu bieten.

Der marketingtechnisch wohl wichtigste Aspekt der deutschen Tonspur, uns Tommy Gottschalk, stellt gleichzeitig den größten Schwachpunkt der deutschen Tonspur dar. Nicht etwa weil Thomas Gottschalk seine Sache schlecht machen würde - nein, ganz und gar nicht. Das Problem ist vielmehr, dass man jedes Mal, wenn man die Augen kurz vom Bildschirm nimmt, das Gefühl hat, man sei bei "Wetten Dass!?" gelandet. Hinzu kommen einige wirklich schlechte Witze, die diesen Eindruck noch verstärken. Eventuell wäre es besser gewesen, einen etwas weniger bekannten oder von der Stimme her eindringlichen Protagonisten für die deutsche Synchronisation zu wählen. Wie auch immer, das sind bloß unsere Randgedanken, die natürlich nicht in die Benotung einfließen...

   
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
       
Gesamtwertung:

Anhand der Endnote sieht man schon, dass diese Special Edition nicht ganz mit großartigen Fox-DVDs wie "The Day After Tomorrow" mithalten kann. Zum Teil liegt das sicher auch am Film, der - in technischer Hinsicht - einfach nicht soviel hergeben dürfte wie ein großer Blockbuster. So bietet der Ton nur die übliche Komödien-Kost, die Heimkino-Fans nicht wirklich aus den Sitzen heben wird. Auch das Bonusmaterial fällt weniger umfangreich aus als bei anderen Special Editions aus dem Hause Twentieth Century Fox.

Zum Film selbst sparen wir uns diesmal lieber jeden Kommentar - nur soviel: Vom Hocker gehauen hat uns "Garfield" nicht. Wer aber im Kino Spaß am Film hatte, der sollte auch bei der DVD beherzt zugreifen. Und Kinder werden am Film sowieso ihre Freude haben.

Wem die 25 Euro für die Special Edition zuviel erscheinen, der kann auch zur günstigeren Single-Disc-Ausgabe greifen, die nur die erste der beiden hier getesteten DVDs enthält.

       
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
    
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