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Fateless

Roman eines Schicksallosen

  

Getestet von Kay Puppa

Email: kp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 20.09.2006
Verleihfenster: 20.12.2005
Im Handel ab: 16.03.2006
   
Deutscher Titel: Fateless - Roman eines Schicksallosen
Originaltitel: Sorstalanság
Land / Jahr: Ungarn/Deutschland/Großbritannien 2005
     
Bildformat: 2,35:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Ungarisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Clone
Kapitel: 17
Laufzeit: 134
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Regional Code: Code 2
Layerwechsel bei: 1:07:48
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: EuroVideo
          
Inhalt:

Budapest 1944: Die jüdische Bevölkerung hofft auf ein baldiges Ende von Verfolgung und Krieg. Der 14-jährige György Köves muss den schmerzhaften Abschied seines Vaters ins "Arbeitslager", die eigene Brandmarkung und die seiner Freunde durch den Judenstern erleben. Er kommt in die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Zeitz. Hierbei erfährt er Leid, Demütigung, Solidarität, Angst und Gleichgültigkeit.
György überlebt den Holocaust und kehrt nach Kriegsende nach Budapest zurück. Hier jedoch ist nichts mehr wie es war, keine vertrauten Gesichter, keiner der zuhört - er ist fremd in seiner eigenen Heimatstadt.
Ein beklemmend realistischer Blick auf den Holocaust – aus der Sicht eines 14-Jährigen.

       
Besonderheiten:

Negativ fällt auf, dass lediglich der deutsche Kinotrailer als Bonusmaterial beiliegt. Außerdem bleiben die Untertitel als Kuriosität im Kopf. Während sich ungarisch als Originalton und deutsch als Synchronisation auf der DVD befinden, liegen ausschließlich englische Untertitel vor. Während das Bonusmaterial einen ungenügend bis mangehaften eindruck hinterlässt, befinden wir das Menü als gut.

   
 
Wertung:  
     (ungenügend - mangelhaft)
     
Gestaltung:

Denn das Menü wurde stilvoll gestaltet, Hauptmenü und Kapitelauswahl wurden animiert und mit passender Musik unterlegt. Die restlichen Menüs bestehen aus stummen Standbildern. Schade ist auch, das EuroVideo erneut ein 4:3 Vollbild Menü präsentiert.

     
 
Wertung:
  (gut)
     
Bildtest:

Das Bildmaster präsentiert sich über weite Strecken als vollkommen in Ordnung, nur sehr selten fallen uns Defekte oder Verunreinigungen ins Auge. Der Kontrast ist hingegen recht wechselhaft, so fällt Schwarz immer wieder ins Gräuliche ab. Die Farbgebung ist relativ blass, sie lässt das Bild mit erdigen Farben alt erscheinen, später ist das Bild weißlich kühl. Bildrauschen fällt nur sehr selten ins Auge, sodass das Bild über weite Strecken sehr ruhig wirkt. Leider wird diese Ruhe immer wieder durch Nachzieheffekte gestört. Die Schärfe befindet sich auf einem wechselhaften Niveau. Zwar wirkt das Bild die meiste Zeit über recht weich, doch kann die Schärfe szenenweise überzeugen. Die Detailschärfe selbst ist meist recht gut und stellt die Details scharf und gut erkennbar dar.

     
Wertung:
   (befriedigend - gut)
   
Tontest:

Der Ton ist erwartungsgemäß ruhig, jedoch wird die breite Front immer wieder durch Umgebungsgeräusche aus dem Rear-Bereich unterstützt und erzeugt so ein realistisches Klangbild. Sogar einige bidirektionale Effekte sind uns aufgefallen. Die Dialoge fügen sich ideal ins Klangbild ein und die Kommentare aus dem Off dominieren die Klangkulisse, wie es sich gehört. Der ungarische Originalton wirkt allerdings um einiges authentischer und räumlicher, hier ist es erneut schade, dass es kurioserweise nur die englischen Untertitel auf die DVD geschafft haben. Außerdem fällt im Vergleich auf, dass einige Dialogpassagen im Original nahezu unverständlich leise geflüstert werden, während in der Synchronisation in voller Lautstärke gesprochen wird. Des Weiteren tritt das typische Problem mit den Sprachen auf, da die Ungaren im Film nun Deutsch sprechen, wirkt es ein wenig komisch, wenn nach Übersetzern gefragt wird oder die Befehle der Lagerkommandanten für nicht Deutschsprachige übersetzt werden, auch Mundarten kommen nicht so sehr raus, wie in der originalen Fassung.

   
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
       
Gesamtwertung:

Imre Kertész verarbeitete in dem "Roman eines Schicksallosen" seine eigene Biografie und erzählt seine Geschichte aus der Sichtweise eines 14 Jährigen. Für Manchen mag das skandalös klingen, wenn in einem Roman, bzw. jetzt auch im Film, vom "Glück der Konzentrationslager" gesprochen wird und andererseits all dies Schrecken geschildert wird, aus der teilweise naiven Sicht eines Kindes. Aber vielleicht ist es gerade diese Sicht, die uns einen Blickwinkel eröffnet, die uns andere Zeitzeugenberichte nicht geben können, eine Sicht die über die Grausamkeit wegzusehen versucht, ohne sie je zu vergessen und dafür mehr den Halt, die Hoffnung und das Überleben im Auge hat. Nicht umsonst wurde Kertész´ Roman mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Und auch der Film wäre eigentlich Oscar verdächtig, erhielt jedoch keine Nominierung. So vergeben wir an dieser Stelle unseren "Must See"-Award und empfehlen gleichzeitig auch den Roman zu lesen, am Besten vor dem Film. Denn hier verhält es sich so, dass der Film wunderbar als Ergänzung zur Lektüre verstanden werden kann. Denn die Authentizität des Films steht außer Frage, Kertész selbst musste das Buchenwald-Set nach kurzer Zeit verlassen, da er von seinem Anblick entsetzt war.

Technisch erreicht die DVD allerdings nur durchschnittliches Niveau, jedoch sollte dies kein Hindernis sein, da Bild und Ton sich über den Durchschnitt befinden und lediglich das mangelnde Bonusmaterial und die Untertitel die Wertung herabsetzten.

       
 
Wertung:
  (befriedigend)
    
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