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Schatten der Zeit

  

Getestet von Stefan Scheller

Email: ss@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 19.12.2005
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 06.12.2005
   
Deutscher Titel: Schatten der Zeit
Originaltitel: Schatten der Zeit
Land / Jahr: D/IND 2004
     
Bildformat: 2,35:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Bengalisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: 4-seitig mit Darstellerinfos und Kapitelübersicht
Verpackung: Amaray Clone
Kapitel: 23
Laufzeit: 106
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: Highlight Video
          
Inhalt:

In einer Teppichfabrik bei Kalkutta beginnt die tragische Liebesgeschichte von Ravi und Masha, die in der Fabrik als Kinderarbeiter ausgebeutet werden. Für Ravi gibt es nur ein Ziel im Leben: die Fabrik zu verlassen und eines Tages als freier Mann in der Stadt reich zu werden. Als er jedoch erfährt, dass Masha an einen Mädchenhändler verkauft werden soll, gibt er seine gesamten Ersparnisse auf um ihr die Freiheit zu ermöglichen. Beim Abschied verspricht sie ihm, im größten Shivatempel der Stadt bei jedem Vollmond auf ihn zu warten, bis er eines Tages kommt. Als Ravi nach Jahren endlich die Fabrik verlassen kann, macht er sich auf den Weg zum Tempel, verfehlt Masha allerdings, obwohl sie am selben Abend dort auf ihn wartet. Erst ein paar Jahre später, beide sind mittlerweile verheiratet, treffen sie sich durch Zufall wieder. Nach anfänglichem Zögern folgen sie dem Ruf ihrer Herzen, und die tragische Liebe beginnt erneut.

       
Besonderheiten:

Das Bonusmaterial ist für einen eher unbekannten Film recht ergiebig. Leider fehlt ein Audiokommentar, der sicherlich viele interessante Informationen hätte liefern können. Dafür findet man recht umfangreiche 11 Interviews mit den Darstellern und der Crew, die auf über eine halbe Stunde Laufzeit kommen. Darüber hinaus gibt es ein Making-Of, das allerdings lediglich unkommentierte B-Roll Aufnahmen zeigt. Dennoch gewinnt man einen recht guten Eindruck von der Produktion. Die Laufzeit hier beträgt ca. 20 Minuten, entgegen der Coverangabe von 23 Minuten. Eventuell sollte das in sieben Kapitel unterteilte Making-Of noch um ein achtes Kapitel ergänzt werden, worauf dann letztendlich doch verzichtet wurde. Zumindest folgt auf der DVD nach Kapitel sieben eine Kapitelmarke acht, jedoch springt die DVD dabei sofort zurück ins Menü.

Abgerundet werden die Extras durch den Trailer zum Film, 6 weitere Trailer sowie Filmografien von Darstellern und Crew in Form von Texttafeln. Darüber hinaus gibt es auch hier wieder den besonderen Filmtipp, im Prinzip nur ein Trailer zum Film "Die weiße Massai". Auch ein kleines Booklet ist vorhanden, was man mittlerweile ja leider auch schon fast als Bonusmaterial bezeichnen muss, da immer mehr DVDs aus Kostengründen "nackt" erscheinen.

   
 
Wertung:  
     (befriedigend)
     
Gestaltung:

Die Menüs sind gut gelungen. Nach dem Constantin Logo, dem Raubkopierer-sind-böse Spot (der für einen vollen Punkt Abzug in der Note verantwortlich ist) und einem Trailer zum Film "Siegfried" kommt man ins dezent animierte Hauptmenü. Hier werden die anzuwählenden Punkte vor einem bewegten Hintergrund aus Filmszenen und animierten Übergängen präsentiert. Das Design wirkt sehr edel und passt sehr schön in die Thematik Indien sowie zum Design der Verpackung.
Die Übergänge sowie die Untermenüs sind auf die gleiche Weise animiert bzw. mit Filmausschnitten hinterlegt. Dazu kommen eine Musikuntermalung aller Menüs sowie eine animierte Szenenauswahl. Dass die Navigation leicht von der Hand geht, sei nur noch am Rande vermerkt. Wenn doch manche Publisher endlich lernen würden, ehrliche Käufer nicht mit Anti-Raubkopierspots zu verärgern...

     
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
     
Bildtest:

Das Bild bewegt sich auf einem sehr hohen Level. In keinem Kapitel leistet sich der Transfer nennenswerte Ausrutscher. Das beginnt beim wunderbar ruhigen Bildstand und setzt sich beim Schärfeverhalten nahtlos fort. Sowohl vom Gesamteindruck her als auch bei der Detailzeichnung haben wir es mit einem sehr scharfen Transfer zu tun. Auch Hautporen und andere Details sind in Nahaufnahmen gut auszumachen. Das geringe Rauschen kann ebenfalls gefallen. Offensichtlich wurde auch hier ein unauffälliger Rauschfilter verwendet, denn Nachzieheffekte oder Schlieren findet man nicht.

Die Farben wirken sehr natürlich, Hauttöne werden gut wiedergegeben. Den gesamten Film über dominieren vor allem warme Erdfarben. Der Kontrast ist ausgewogen, helle Flächen überstrahlen nicht. Der Schwarzwert ist satt. Die Kompression macht sich nicht unangenehm bemerkbar, Blockrauschen, Artefakte oder gar Dropouts sind nicht auszumachen.

Gerade für einen eher unbekannten Film mit geringem Budget ist der Transfer mehr als gelungen. So mancher aktuelle Blockbuster sieht da deutlich schlechter aus. Zu bemerken ist noch, dass der Transfer nicht wie auf der Verpackung angegeben in 1,78:1 sondern in 2,35:1 vorliegt.

     
Wertung:
   (gut - sehr gut)
   
Tontest:

Der Ton kann ebenfalls gefallen. Alle drei Tonspuren klingen sauber und klar, wobei die bengalische Spur mangels Sprachkenntnis nur angetestet wurde. Die beiden deutschen klingen sehr ähnlich, die DTS Spur wirkt minimal druckvoller.
Auch wenn es sich insgesamt um einen eher ruhigen Film handelt, kommt immer wieder Räumlichkeit auf, so zum Beispiel in der Teppichfabrik oder später in den Regenszenen oder am Bahnhof. Aber auch im Rest des Films haben wir ein räumliches Panorama vorliegen, das durch die Musik wirkungsvoll unterstützt wird. Die Höhenzeichnung ist fein, der Bassdruck wird kaum benötigt, da eigentlich keine Szenen vorkommen, bei denen ein Subwoofer vonnöten wäre. Lediglich in der Maschinenhalle der Teppichfabrik spüren wir das Grummeln der Anlagen. Die Sprachverständlichkeit ist gut, Musik oder Nebengeräusche überlagern die Dialoge kaum. Die Lautstärke ist gut abgestimmt und die Musik drängt sich nie zu sehr in den Vordergrund. Alles in allem ein wirklich guter Ton.

   
 
Wertung:
  (gut)
       
Gesamtwertung:

Schatten der Zeit ist ein eher ungewöhnlicher Film. Von Deutschen komplett in Indien mit rein indischer Besetzung gedreht, hinterlässt der Film, der unter der Regie von Oscar Preisträger Florian Gallenberger entstand, einen bleibenden Eindruck.

Auch die DVD überzeugt. Technisch auf hohem Niveau, ansprechend von der Aufmachung her, lässt die Scheibe lediglich bei den Extras etwas nach. Allerdings sollte man dies nicht überbewerten, da zumindest ein paar Boni geboten werden, was für Filme aus den Programmkinos und selbst bei so manchen großen Produktionen keine Selbstverständlichkeit ist. Für Freunde anspruchsvoller Filme eine absolute Empfehlung.

       
 
Wertung:
  (gut)
    
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