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Panic Room - Special Edition

  

Getestet von Christian Bartsch

Email: cb@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 02.06.2004
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 25.05.2004
   
Deutscher Titel: Panic Room
Originaltitel: Panic Room
Land / Jahr: USA 2002
     
Bildformat: 2,40:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Kommentar (Dolby Digital 2.0 Surround), Kommentar (Dolby Digital 2.0 Surround), Kommentar (Dolby Digital 2.0 Surround)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: Booklet mit Hintergrundinfos
Verpackung: DigiPak
Kapitel: 28
Laufzeit: 107
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer (3x)
Anbieter: Columbia Tristar Home Entertainment
          
Inhalt:

Um den Seitensprung ihres Mannes besser verkraften zu können, lässt sich Meg Altman, die gehörnte Ehefrau, bei der Scheidung königlich abfinden: unter anderem kann sie sich nun für sich und ihre jugendliche Tochter ein neues, feines Haus in der nobelsten New Yorker Gegend leisten.
Herzstück des kleinen Stadtpalais ist ein kleiner Raum, der direkt an das Hauptschlafzimmer anschließt - der sogenannte "Panikraum". Hier laufen sämtliche Sicherheitseinrichtungen zusammen, hier kann sich der Bewohner verkriechen, falls jemals ungebetene Gäste zu später Stunde in das Anwesen eindringen sollten.
Im Grunde ist der enge, dunkle, unwirtliche Raum der an Klaustrophobie leidenden Meg ja unheimlich - doch wird sie bereits in ihrer ersten Nacht im neuen Domizil froh sein, ihn zu haben...

       
Besonderheiten:

Bereits im Herbst 2002 war klar, dass der recht spärlich ausgestatteten Einzel-DVD irgendwann eine umfangreiche Special Edition folgen würde - Fincher hatte es immerhin bei "Sieben" und "Fight Club" bereits vorgemacht. Nachdem beide Special Editions auch auf dem deutschen Markt erschienen waren, war es also nur noch eine Frage der Zeit, wann endlich die Fan-Ausgabe des letzten Finchers erscheinen würde.

Das Warten hat sich redlich gelohnt. Die Special Edition kann mit satten drei DVDs aufwarten, von denen sich zwei komplett mit Zusatzmaterial beschäftigen. Der Film auf der ersten DVD ist indes gänzlich unverändert. Lediglich der DTS-Track wurde zugunsten der drei Audiokommentare gestrichen.

Die Kommentare sind allesamt sehr interessant geworden. Der erste Kommentar ist von Regisseur David Fincher, der nach nur wenigen Filmen bereits von vielen als Kultfilmemacher bezeichnet wird und durchaus etwas über das Filmemachen zu berichten weiß. Der zweite Kommentar wird von den Darstellern Jodie Foster, Forest Whitaker und Dwight Yoakam bestritten. Der letzte Kommentar lässt Autor David Koepp und seinen Kollegen William Goldman zu Wort kommen.

Disc 2: Diese Bonus-Scheibe beschäftigt sich zum Großteil mit der Vorproduktion des Films. Schwerpunkte sind daher Storyboards und Animatics. Anhand vieler Sequenzen bekommt man einen Eindruck davon, wie genau Regisseur David Fincher wirklich jedes Detail im Vorfeld hat ausarbeiten lassen. Besonders gelungen ist der Vergleich zwischen Vorproduktion und fertigem Film mit Kommentar, was anhand verschiedener Kamerawinkel realisiert wurde, die jederzeit interaktiv an der Fernbedienung umgeschaltet werden können.

Neben diesen Details zur Planung gibt es auch noch etliches Material in Form von Dokumentationen und Featurettes. Hier bekommt man z.B. gezeigt, wie sich Fincher und Crew von einem Experten in die Kunst des Safe-Knackens haben einführen lassen. Geprobt wurde am echten Set mit einem echten Tresor. Letztlich gibt es noch ein Making Of (mit rund 50 Minuten Laufzeit) und eine Dokumentation über die Make-Up Effekte.

Disc 3: Die letzte der drei DVDs beschäftigt sich mit den letzten Details zur Produktion und der kompletten Nachbearbeitung. Hier werden vier ausgewählte Filmszenen in ihrer kompletten Entwicklung gezeigt.

Ebenfalls sehr umfangreich und interessant sind die 20 Szenen, zu denen es detailierte Clips der digitalen Effekte gibt. Hier geht die Informationstiefe so weit, dass man sogar jeweils angezeigt bekommt, mit welchem Objektiv und welchem Camera Mount in der jeweiligen Einstellung gearbeitet wurde. Oftmals gibt es auch noch Dutzende von verschiedenen Versionen zu sehen, die im Laufe der Produktion entstanden sind. Leider fehlt hier eine "Play All" Funktion, so dass man immer wieder im Menü den nächsten Beitrag aktivieren muss.

Weitere Clips beschäftigen sich mit der Entstehung der Filmmusik und der Gestaltung des Sound Designs. Auch hier gibt es Multi-Angle bzw. Splitscreens, anhand derer die Produktion mit dem fertigen Film verglichen werden kann.

"Panic Room" zählt für den filminteressierten Zuschauer sicherlich zu den tiefgründigsten DVD-Sets, die momentan am Markt erhätlich sind.

Alle Features - auch die drei Audiokommentare - werden auf Wunsch mit deutschen Untertiteln gezeigt.

   
 
Wertung:  
     (sehr gut)
     
Gestaltung:

Das Menü der alten Auflage wurde für diese neue Fassung komplett verworfen und durch ein sehr aufwändiges 3D-Konstrukt ersetzt, das recht stilsicher aus einer Blaupause das alte Stadtpalais entstehen lässt. Jeder Menüpunkt führt in andere Räume und jede der drei DVDs deckt einen anderen Bereich des alten Gebäudes ab.

Um die Stimmung noch weiter zu steigern, wurden auch bei dieser DVD passende Hintergrundsounds eingesetzt.

Leider sind die eigentlichen Menüs nur noch rein statisch, was den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck am Ende doch noch ein wenig abwertet.

     
 
Wertung:
  (gut)
     
Bildtest:

Wer Finchers Film bereits im Kino erlebt hat, der weiß, wie unangenehm es ist, nach rund zwei Stunden wieder bei normalen Lichverhältnissen zurecht zu kommen. Denn "Panic Room" spielt fast ausschließlich im Dämmerlicht - und das den ganzen Film über. Somit wird man bestens von der dunklen und düsteren Atmosphäre eingefangen, die Fincher den ganzen Film über konsequent ausbaut.

Das Bild kann überzeugen, ist es doch mit der von uns bereits vor fast zwei Jahren getesteten Fassung identisch. Die DVD schafft es hervorragend, die dunklen Räume und Nischen plastisch und detailgetreu abzubilden. Der kalte Look des Notraums mit seiner Neonbeleuchtung zehrt an den Nerven des Zuschauers und lässt den eigentlichen Schutzraum eher ungemütlich und beklemmend erscheinen.

Neben dem sauberen Kontrast stimmen vor allen Dingen die von Fincher persönlich überwachten Farben, die in diesem Film ebenfalls alles andere als einladend sind.

Während die DVD Kontrast und Farben hervorragend wiedergibt, so schafft es die Schärfe nicht ganz, durchweg zu überzeugen. Das Bild wirkt einfach zu glatt und sauber, wie so oft in letzter Zeit bei Transfers aus dem Hause Columbia Tristar. Auch von der Körnung des Filmmaterials ist nicht mehr so viel übrig geblieben.

Die Kompression ist hingegen vorbildlich, denn angesichts der schlechten Ausleuchtung und der normalen Datenrate schlägt sich die DVD recht wacker.

     
Wertung:
   (gut)
   
Tontest:

Wenn David Fincher Hand anlegt, wird nichts dem Zufall überlassen und so ist es kein Wunder, dass sowohl der Score als auch die Soundkulisse bis ins Detail ausgefeilt sind.

Wer jetzt allerdings ständiges Spektakel erwartet, der ist hier definitiv falsch, denn "Panic Room" lebt von den Details, den fiesen Dynamiksprüngen und den kleinen und feinen Bassspitzen, die den Subwoofer so manches Mal aus der angenommenen Ruhe reißen.

Der Score verteilt sich sehr angenehm im Raum und wird hervorragend von der ansonsten eher nüchternen Kulisse des Hauses ergänzt. Die Kanaltrennung ist gut, wenngleich viel geredet wird und damit die Betonung ganz klar auf dem Centerlautsprecher liegt.

Wirklich gelungen ist der Raumklang an sich, denn jeder Raum des Hauses hat seine klanglichen Eigenheiten.

Etwas schade ist die Tatsache, dass bei der deutschen Fassung die Surroundkanäle vertauscht sind und damit so manch guter Effekt zwar nicht versandet, aber leider örtlich (als Beispiel diene die explodierende Gasflasche) falsch einschlägt. Dieser Fehler war bereits bei der ersten Auflage der DVD vorhanden und ist von Columbia ganz konsequent auch auf diese Auflage "verschleppt" worden.

Wer darüber hinweghören kann bzw. auch nichts gegen die englische Fassung hat, wird dennoch gut bedient.

   
 
Wertung:
  (gut)
       
Gesamtwertung:

Wie schrieb schon Kollege Paulmayer im Herbst 2002: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir im nächsten Jahr eine dicke Special Edition von ´Panic Room´ sehen werden - bereits in den USA für November angekündigt, wurde dieses 2-DVD-Set dann jedoch zugunsten einer Bare-Bone-´Superbit´-Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit verschoben."

Wer konnte seinerzeit schon ahnen, dass nicht 2003, sondern erst 2004 das wirklich amtliche Set des letzten Finchers folgen würde. Fast zwei Jahre hat es nämlich gedauert, die vielen Extras und Beitrage herzustellen, die letztlich satte zwei Bonus-DVDs ausmachen.

Das Warten hat sich gelohnt, denn wer sich wahrhaftig für Filme, die Planung, die Produktion und die Effekte interessiert, kommt um diese Special Edition nicht umhin. Angesichts der Extras erscheint auch der schon sehr happige Preis von knapp 30 Euro gerechtfertigt, denn wer nur den Film möchte, kann schließlich immer noch zur alten Auflage greifen.

Diese wurde technisch 1:1 übernommen, lediglich die DTS-Spur fehlt, an ihre Stelle sind nun die Kommentare getreten. Der Verlust von DTS ist kein großes Manko, da in der alten Fassung keine Unterschiede zwischen Dolby Digital und DTS zu hören waren. Etwas ärgerlicher ist da schon der Fehler mit den vertauschten Kanälen, die Columbia Tristar ebenfalls 1:1 von der alten Auflage mit übernommen hat. Hier hätte ein neues Encoding sicherlich ein besseres Ergebnis zu Tage gefördert.

Letztlich kann man mit diesem Set also nicht zu 100 Prozent zufrieden sein, denn bei fast 30 Euro darf man neben hervorragenden Extras eigentlich auch einen fehlerfreien Ton erwarten - auch wenn der Fehler nicht sonderlich gravierend ausfällt.

       
 
Wertung:
  (gut)
    
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