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Dark Star

  

Getestet von Christian Bartsch

Email: cb@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 11.11.2004
Im Handel ab: 11.10.2004
   
Deutscher Titel: Dark Star - Finsterer Stern
Originaltitel: Dark Star
Land / Jahr: USA 1974
     
Bildformat: 1,85:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0 mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 stereo), Kommentar (Dolby Digital 2.0 stereo)
Untertitel: keine
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box (transparent)
Kapitel: 10
Laufzeit: 82
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 5 / Single Layer
Anbieter: Atlantis Film
          
Inhalt:

Das Leben kann eine Strafe sein - besonders wenn man an Bord der "Dark Star" dient. Diese ist unterwegs, um als Serviceschiff alte Planeten aus dem Verkehr zu ziehen - eine schöne Umschreibung dafür, dass selbige mittels kleiner "Bömbchen" pulverisiert werden.

So fährt die Besatzung durchs All, reinigt den Kosmos und langweilt sich dazwischen zu Tode. Wer tatsächlich abtritt, wird kurzerhand eingefroren, was aber Sinn macht - wer will schon einen gammelnden Ex-Kollegen im Heizungkeller zwischenlagern.

Als ob das Leben somit nicht schon erschreckend ungemach genug wäre, müssen sich die Lt. Doolittle, Boiler, Talby und vor allen Dingen Pinback mit einer ganzen Reihe Ärgernisse herumschlagen. So ist der Bordcomputer zu süffisant und unverschämt freundlich, das Alien nicht umgänglich und der doofe Aufzug natürlich kaputt. Ganz zu schweigen von der Bombe, die manisch depressiv vor sich hinbabbelt, keinen Humor hat und sich, so nebenbei, für Gott hält. Und der Musikredakteur der Weltraumaufsicht, der der Crew die Beschallung eingebrockt hat, gehört mindestens gevierteilt.

Tja, und wer sich nun fragt, warum am Ende ein völlig verstrahlter Astronaut auf einer Art Surfbrett durchs All gleitet... hat eventuell keinen Humor. Die Bombe, wie schon erwähnt, übrigens auch nicht. Ahoi!

       
Besonderheiten:

Zu "Dark Star" existiert leider kein Zusatzmaterial mehr, daher waren wir hoch erfreut, auf dem Cover Blooper zu finden, also lustige Gags vom Dreh, bei denen etwas schief gegangen ist.

Leider stellen sich die Blooper als simple Darbietung von Szenen aus dem Film heraus, in denen offensichtliche Fehler enthalten sind - was allerdings im Filmsprachgebrauch dann simpel als Goof bezeichnet wird. Und so liefert die DVD dann eine Reihe von Szenen, die auch so in der Internet Movie Database angegeben sind.

Recht interessant geraten ist der Kommentar, der auf keiner anderen DVD von "Dark Star" weltweit zu finden ist. Hier ist allerdings nicht John Carpenter selbst zu hören, sondern u.a. ein Mark Steensland, unseren Nachforschungen nach ein Freund oder guter Bekannter des Regisseurs. Der Kommentar geht auf Details des Films und auf Bezüge zu späteren Carpenter Filmen ein und ist insgesamt recht interessant ausgefallen. Leider ist die Tonqualität bisweilen nicht optimal, fehlende deutsche Untertitel erschweren das Verständnis.

Weitere Extras (Trivia, Filmografien) gibt es in Textform, bei den Filmografien wird sogar der Text "gescrollt", so dass man hier nicht von reinen Texttafeln sprechen kann. Die Slideshow bietet Bilder aus dem Film (in entsprechend dürftiger Qualität). Der Unterhaltungsfaktor bleibt hier dennoch niedrig. Daran kann auch der Trailer nichts mehr ändern.

Ein weiterer Leckerbissen findet sich im ROM Part. Hier ist das Drehbuch zum Film als PDF enthalten.

   
 
Wertung:  
     (ausreichend)
     
Gestaltung:

Das Menü orientiert sich am Design der Kommunikationsgeräte des Films und ist technisch einwandfrei umgesetzt worden. Auch an Animationen und eine passende Sounduntermalung wurde gedacht. Die Kapitelauswahl ist animiert, leider hat man dem Film allerdings nur insgesamt acht Kapitel spendiert, was eindeutig zu wenig ist.

Die Farbwahl wirkt skurril, orientiert sich aber am Design des Films und ist demnach "genehmigt".

     
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
     
Bildtest:

Es ist lange her, dass wir die deutsche Fassung von "Dark Star" gesehen haben. Gelegentlich musste die alte VHS zum Redaktionsvergnügen herhalten. Als nun endlich die DVD zum John Carpenter Klassiker in unser Büro hereinschneite, waren wir natürlich gespannt. Sollte Atlantis Film etwa eine neue Abtastung gemacht haben? Handelt es sich bei dem auf der Verpackung angegebenen 1,85:1 auf 16:9 um das Originalformat? Sollte es DIE Science Fiction Komödie endlich in guter Qualität auf DVD geschafft haben?

Natürlich nicht. Zumindest nicht ganz. Immerhin, das Bildformat ist original, die Abtastung anamorph. Damit hat die deutsche DVD der amerikanischen DVD zumindest dies voraus.

Leider ist allerdings beim Color-Timing des Masters einiges gehörig durcheinander geraten, viele Szenen sind viel zu rot und lassen das Bild (abgesehen von der Handlung) recht unnatürlich wirken. Darüber hinaus ist die Farbauflösung, ähnlich VHS, nur sehr unzureichend und lässt größere Farbflächen sichtbar ausbluten.

Die Schärfe ist auf niederstem Niveau, das Bild ist matschig, Details und Konturen fehlen. Was nicht sowieso schon weg war, wird von einem Rauschfilter geschluckt, der das Bild vom immer noch vorhandenen Schmutz befreien sollte.

Ist das wirklich das Beste, was man aus dem Negativ von "Dark Star" noch herausholen kann?

     
Wertung:
   (mangelhaft - ausreichend)
   
Tontest:

"Dark Star" in 5.1? Natürlich, immerhin handelt es sich um eine deutsche DVD und da man in Deutschland immer das Beste will, gibt es natürlich auch bei einem 30 Jahre alten Film 5.1 Surround vom Feinsten... könnte man meinen.

Natürlich handelt es sich bei der 5.1 Spur nur um einen "gepfuschten" Upmix, das Original ist ebenfalls auf der DVD vorhanden - und zwar in amtlichem mono. Den englischen Originalton gibt es in stereo, wenngleich wir auch hier eine nachträgliche Bearbeitung (wann und wo auch immer) unterstellen, denn 1974 war "Dark Star" definitiv nur in mono zu hören.

Das Klangbild an sich gehört zu den schlechteren - selbst für mono. Der Ton klingt breiig, dumpf und beim Titelsong ist man fast versucht, eine Schellack-Platte mit ausgeleiertem Riemenantrieb zu vermuten. Auch das Original krankt an schlechter Verständlichkeit. In beiden Fällen aber darf man die Mängel nicht der DVD an sich anlasten, denn auch frühere Veröffentlichungen wiesen diese Mängel auf.

Warum man zusätzlich einen unnötigen 5.1 Track auf die DVD packen musste, wissen wahrscheinlich nur die Kollegen aus der Marketingabteilung. Somit schafft es der Film nun auch, eine Wertung zu bekommen, die wir ihm sonst angesichts von mono erspart hätten...

   
 
Wertung:
  (mangelhaft)
       
Gesamtwertung:

Als John Carpenter sich 1974 zusammen mit Dan O´Bannon (er sollte später u.a. noch das Drehbuch zu "Alien" und somit Filmgeschichte schreiben) hinsetzte, um einen Low-Budget SciFi Streifen zu kreieren, hatten sie sicherlich einen feucht-fröhlichen Abend. Denn "Dark Star" hat eine dermaßen krude und in höchstem Maße eigentlich langweilige Geschichte, dass man sich Fragen muss, wie es möglich ist, dass es sich hier um das Erstlingswerk zweier angesehener Filmemacher handelt. Die Dialoge sind hölzern und jenseits der Glaubhaftigkeit, die Einstellungen lang, die Effekte grottenschlecht und es gibt sogar eine Einstellung, in der man den Effekt schlichtweg vergaß. Pornoproduzent Jack H. Harris gab dennoch das nötige Kleingeld dazu.

So gelang es dem 26-jährigen John Carpenter, einen Film zu schaffen, der auch 30 Jahre später noch sein Publikum findet. Vielleicht ist es sogar das subtile Abhängen in Kombination mit ein wenig Philosophie, das den Film so unterhaltsam macht. Darüber hinaus erkennt man hier viel von dem, was in kommenden Filmen zu Carpenters Repertoire gehören wird. Und das ist nicht nur die eindringliche Musik aus dem Synthesizer.

Die DVD wird dem Film nicht ganz gerecht. Zwar wird der Gedanke des Low-Budget zweifelsohne stilecht transportiert, doch hätten wir uns zumindest eine korrekte Temperierung der Abtastung gewünscht. Hinzu kommt, dass die ersten zwölf Sekunden der DVD beschnitten scheinen. Hier ist nur Ton zu hören, das Bild fehlt aber. Hier ist im Original (und demnach auch auf der amerikanischen DVD) eine Einblendung zu sehen: "ATTENTION", gefolgt von "INCOMING COMMUNICATION". Ob es sich hier um eine generelle Eigenart der deutschen Fassung oder ein Feature der deutschen DVD handelt, können wir leider mangels Vergleichsmaterial (nach dem Eintreffen der amerikanischen DVD musste die VHS Kassette den Weg alles Irdischen gehen) nicht nachvollziehen.

Fans kommen um diese DVD nur schwer herum, ist hier doch nun erstmals auch die wirklich brüllend komische deutsche Synchronisation zusammen mit der Originaltonspur in Deutschland verfügbar. Vielen Dank für die Beachtung aller Sicherheitsmaßnahmen!

       
 
Wertung:
  (ausreichend)
    
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