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Sag kein Wort

  

Getestet von Christian Bartsch

Email: cb@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 30.07.2002
Verleihfenster: 30.07.2002
Im Handel ab: 26.09.2002
   
Deutscher Titel: Sag kein Wort
Originaltitel: Don´t Say A Word
Land / Jahr: USA 2001
     
Bildformat: 2,35:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch und Englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box (transparent)
Kapitel: 32
Laufzeit: 109
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: Twentieth Century Fox Home Entertainment
          
Inhalt:

New York: In der Stadt herrscht Feiertagsstimmung und auch der renommierte Psychiater Dr. Nathan Conrad freut sich auf einen angenehmen Tag mit Frau und Tochter. Doch was als friedliches Familienfest geplant war, entwickelt sich zum Albtraum: Die achtjährige Tochter Jessie wird entführt – mitten aus ihrem Kinderzimmer heraus.

Noch ehe Conrad die Polizei rufen kann, melden sich die Täter, die die gesamte Wohnung mit einer Überwachungsanlage versehen haben. Statt eines Lösegeldes verlangen sie eine Information. Nathan Conrad soll binnen weniger Stunden einer traumatisierten Patientin seines Kollegen Dr. Sachs eine mysteriöse Nummer entlocken. Die 18-jährige Elisabeth, Insassin der psychiatrischen Klinik Bridgeview, ist die Einzige, die den Entführern das geben kann, worauf sie seit zehn Jahren harren: einen Hinweis auf das Versteck des Zehn-Millionen-Dollar-Diamanten, den Elisabeths ermordeter Vater einst bei einem gemeinsamen Coup hatte verschwinden lassen.
Eine Information, für die Patrick B. Koster und seine Komplizen – unter ihnen Dolen und Max – über Leichen gehen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...

       
Besonderheiten:

"Audio-Kommentar von Regisseur Gary Fleder. Making-Of Featurette, 3 unveröffentlichte Szenen, Biographien von Stab und Besetzung , Cinema Master Class: Produktionsworkshop, Interviews mit dem Regisseur und Produzenten, Screentest Brittany Murphy". Das ist das, was uns Fox laut Presseinfo verspricht.

Und was sich da so recht belanglos liest, gehört zweifelsohne zu dem Besten, was man über das Filmemachen erfahren kann. Der Kommentar von Gary Fleder ist eine wahre Fundgrube für all jene, die selber gerne Filme machen oder machen möchten. Sehr ausführlich erklärt der Macher, der auch schon "...denn zum küssen sind sie da" inszenierte, was es alles braucht, einen Film wie diesen zu machen.

Doch damit nicht genug. Das Menü weist einen Menüpunkt als "Cinenma Master Class" aus - und hier geht es wirklich richtig zur Sache. Aufgeteilt nach Pre-Production, Production und Post-Production wird man hier durch die einzelnen Phasen eines Films geführt. Es geht los mit ersten Screening-Tests der Darstellerin Brittany Murphy, die eindrucksvoll zeigen, wie ein Schauspieler auch ohne Set und Kulisse einfach drauf los spielen können.

Der "Vergleich von Film und Storyboard" zeigt, wie man aus ein paar gekritzelten Bildern einen Film entstehen lässt.

Ja und dann sind auch schon die Kopelsons dran. Als Produzenten von etlichen Filmen, darunter bekannte Streifen wie "Im Auftrag des Teufels", "Outbreak" oder auch "Sieben", haben sich Arnold und Anne einen Namen gemacht. Und dieses Extra erklärt endlich, was er denn so tut, der Herr Produzent. In diesem Fall handelt es sich sogar um ein Produzenten Pärchen, genauer gesagt Ehepärchen und die beiden erklären also, wie man Filme produziert.

Die Punkte der "Production" beleuchten dann den eigentlichen Dreh, wobei man in Interviews sehr viel von Gary Fleder selbst, aber auch z. B. von Ausstatter Nelson Coates erfährt. Die "Dailies" zeigen die Szenen in der Rohfassung - ungeschnitten und von Klappe zu Klappe.

Auch in der Post kommt wieder Gary Felder zu Wort, der u.a. erklärt, was alles zu einem guten Thriller gehört und exemplarisch eine Szene anhand eines Animatronic zeigt. Auch auf die Filmmusik wird eingegangen. Via Split-Screen. So kann man die Musiker und den Film zeitgleich betrachten.

Schon genug? Sicher nicht... denn da sind ja auch noch drei nicht gezeigte Szenen, die hier ebenfalls dargeboten werden.

Ja, und wer dann immer noch nicht bedient ist, für den gibt es noch eine Making OF Featurette und Biographien.

Ganz ehrlich: dieses Bonusmaterial ist nach langer Zeit wieder einmal das, was einem das gute Gefühl gibt, mit so einem DVD Player den richtigen Schritt gemacht zu haben. Denn anders als so manch fade Beigabe ist dieser Bonus eine echte Fundgrube für alle, die wissen wollen, was hinter den Kulissen so passiert.

   
 
Wertung:  
     (sehr gut)
     
Gestaltung:

Schade, in dieser Disziplin versagt die DVD. Wie schön hätte das aussehen können - tolles Bild, guter Ton und genialer Bonus, gepaart mit einem schicken Menü. Leider gibt es hier jedoch nur Standbilder und auch die Aufmachung wird diesem Film und dem enthaltenen Material nicht gerecht. Fast hat man das Gefühl, hier wäre jemand lieblos zu Werke gegangen...

     
 
Wertung:
  (ausreichend)
     
Bildtest:

Das Bild macht einen soliden Eindruck. Keinen Referenzeindruck, keinen mittelmäßigen Eindruck. Solide trifft am ehesten das, was das Bild bietet. Die Farben sind gewollt meist blass, die verrotteten Innenräume der Psychiatrie kommen gut zur Geltung. Leider ist der Kontrast bisweilen recht steil. Teils sicher gewollt, teils ist die Detailzeichnung in dunklen Bildbereichen einfach ein wenig abgesoffen. Die Schärfe spielt auf gutem Niveau, wird aber von einem Rauschfilter negativ beeinflusst. Dieser hinterlässt auch leider selten seine Markenzeichen (Schmier- und Nachzieheffekte) im Bild. Schade eigentlich, denn sonst gibt es nichts zu beanstanden.

Die Kompression arbeitet beinahe unsichtbar, wobei die Datenrate aber auch genug Reserven lässt.

     
Wertung:
   (gut)
   
Tontest:

Der Ton ist leider die zweite aber kleine Schwachstelle dieser Produktion. Gerade bei den Aussenaufnahmen verschenkt der Mix fast sämtliche Möglichkeiten, eine starke Surroundkulisse aufzubauen. Dann wieder gibt es Situationen, wo man auch von hinten angenehm eingehüllt wird. Der Showdown ist ein gutes Beispiel dafür.

Man könnte nun mit einer Art Tondramaturgie dagegen argumentieren, aber wir glauben schon, dass da mehr drin gewesen wäre. Gerade die Dynamik lässt noch jede Menge Spiel - schade, auch hier wurde nicht sehr viel aus dem Format 5.1 herausgeholt.

Dennoch, die Mischung ist bodenständig, die deutschen Charaktere wirken echt und nicht wie Marionetten und im Vergleich zum Original klingt die deutsche Fassung sogar ebenbürtig.

Eine solide Mischung, der ein wenig mehr Kühnheit seitens des Engineers hier und da bestimmt nicht geschadet hätte.

   
 
Wertung:
  (gut)
       
Gesamtwertung:

Ja fantastisch! Man könnte meinen, "Sag kein Wort" sei einer dieser langweiligen Thriller, die auf der Mystery-Welle mitreiten. Doch der Film hat weitaus mehr zu bieten, als die übliche Mischmasch-Story und überzeugt u.a. durch fein herausgearbeitete Handlungsstränge. An Größen wie "Sieben" kommt dieser Titel sicher nicht heran, aber man kann halt auch nicht jeden Tag ein echtes Meisterwerk erwarten. Im grauen Brei der Masse an Veröffentlichungen, die dieses Jahr auf DVD erscheinen ist "Sag kein Wort" sicher eines der Highlights.

Technisch gesehen gibt es fast nichts zu meckern und das Bonusmaterial gehört zu dem Besten, was sich ein wahrer Filmfan nur wünschen kann. Kompliment daher an Steve Cantos und die DVD Crew bei Fox, die mit dieser Scheibe endlich das Thema Bonus mal wieder richtig interpretiert haben.

       
 
Wertung:
  (gut)
    
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