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Saw - Uncut Version

  

Getestet von Stefan Paulmayer

Email: sp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 23.02.2005
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 17.02.2005
   
Deutscher Titel: Saw
Originaltitel: Saw
Land / Jahr: USA 2004
     
Bildformat: 1,78:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: Einleger mit Werbung und Kapitelübersicht
Verpackung: Amaray Box
Kapitel: 18
Laufzeit: 99
TV Norm: PAL
FSK: keine FSK Freigabe, sondern BBFC 18
Regional Code: Code 2
Layerwechsel bei: 41:24
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: Entertainment in Video
          
Inhalt:

Zwei Männer, die sich nie zuvor gesehen haben, wachen plötzlich auf: angekettet in jeweils zwei gegenüber liegenden Ecken eines Raumes. In der Mitte liegt ein dritter Mann - mit zerschossenem Gesicht. In der Hand hält dieser ein Diktiergerät. In ihren Hosentaschen finden die beiden für das Gerät passende Kassetten. Wer immer die beiden hier eingesperrt hat - er plant ein perverses Spiel. Einer der beiden muss den anderen bis 18 Uhr töten, sonst droht der Unbekannte, werde seine Familie von ihm umgebracht werden...

       
Besonderheiten:

Das Bonusmaterial fällt relativ - nun ja, sagen wir - bescheiden aus. Der Audiokommentar der US-DVD fehlt, die restlichen Extras wurden hingegen übernommen.

- Musikvideo "Bite The Hand That Bleeds" von Fear Factory
- Unzensiertes Musikvideo "Bite The Hand That Bleeds" von Fear Factory
- Making Of The Music Video: Diese Featurette dauert gute fünf Minuten und besteht vorwiegend aus Aufnahmen von den Dreharbeiten und kurzen Interviews.
- Sawed Off: Diese "Mini Featurette" ist eher eine lange Version eines Trailers, die mit Interview-Schnipseln angereichert worden ist. Zumindest aber wurde der Titel ehrlich gewählt, denn jeder weiß schon anhand des Zusatzes mini, was ihn erwartet.

   
 
Wertung:  
     (ausreichend)
     
Gestaltung:

Die Menügestaltung fällt auf jeden Fall gelungen aus. Das Hauptmenü, die Übergänge zwischen den Menüs und die Kapitelauswahl wurden sowohl animiert als auch mit Ton unterlegt. Die Gestaltung ist - dem Film angepasst - recht düster gewählt worden. Das Menü wird beherrscht von den Farben Schwarz und Blau, im Hintergrund sieht man die aus dem Film bekannte Uhr, zwischendruch gibt es immer wieder Flashes, die jeweils ganz kurz Szenen aus dem Film beinhalten. Das Menü wurde außerdem anamorph abgetastet, was den nicht unedlen Eindruck noch verstärkt.

     
 
Wertung:
  (gut)
     
Bildtest:

Entertainment in Video ist ja bekannt dafür, den Content von guten US-DVDs normalerweise zu lizensieren. Daher gehen wir davon aus, dass hier der gleiche Transfer zum Einsatz kommt, wie bei der US-DVD von Lions Gate Entertainment. Dieser ist von Haus aus, vor allem wegen des Einsatzes von Stilmitteln, mehr oder weniger eingeschränkt, was die Bildqualität betrifft.

Ob auch die nicht ganz zufrieden stellende Bildschärfe aufgrund eines Stilmittels zustande gekommen ist, wissen wir nicht. Das Bild wirkt insgesamt doch etwas zu weich und erreicht nicht wirklich jene Werte, die man sich von einem neuen Film erwarten würde. Stellenweise scheint es auch leichte Bewegungsunschärfen zu geben, wenngleich dieser Eindruck aber auch durch die eben nicht wirklich gute Schärfe entstehen kann. An der Bitrate kann es nicht liegen, denn der Film wurde so codiert, dass sich jede Superbit-DVD von Columbia beschämt ins Eck stellen müsste.

Nicht ganz perfekt fällt auch der Kontrast aus. Stellenweise wirkt das Bild nämlich fast milchig. Der Schwarzwert an diesen Stellen ist einfach zu hell. Generell fällt der Kontrast auch recht dunkel aus. Dunkle Innenaufnahmen erscheinen oft fast zu dunkel, sodass Details in Gesichtern schon einmal nicht mehr wirklich zu erkennen sind. Offenbar dient der Kontrast jedoch dazu, zusammen mit den Farben einen bestimmten Look aufzubauen, weswegen das eben Gesagte nicht unbedingt als Fehler der DVD zu verstehen ist.

Die Farbdarstellung wurde stellenweise verändert, um den eben angesprochenen Look zu erzeugen. So sind viele Szenen mit Danny Glover sowie die Rückblicke auf die früheren Verbrechen allesamt in starkes Grün getaucht. Die Szenen mit den beiden eingeschlossenen Männern weisen hingegen eher einen Blaustich auf. Eine andere Handlungsebene wiederum erscheint hingegen recht natürlich von der Farbwiedergabe her. Zumeist ist das Bild jedoch eher von Farbverfremdungen geprägt.

Recht gute Werte liefert das Rauschverhalten. Zumeist ist Rauschen nicht vorhanden, allenfalls in Form von leichtem Hintergrundrauschen lässt sich stellenweise leichtes Grießeln ausmachen. Was Kollegen schon bei der RC1 aufgefallen ist, können wir auch für die RC2 aus Großbritannien bestätigen: Ab und an schleichen sich Drop Outs ein, was bei einem so neuen Film durchaus eher ungewöhnlich ist. Um ehrlich zu sein, fällt uns ad hoc keine DVD der letzten Zeit ein, die dieses Problem aufgewiesen hätte. Wie dem auch sei, da dies nur eine Hand voll Mal vorkommt, sehen wir darüber hinweg, wirklich störend ist das Problem ja auch nicht.

     
Wertung:
   (befriedigend)
   
Tontest:

Was die DVD beim Bild nicht schafft, das holt dafür der Ton wieder heraus. Anzumerken gilt es, dass der Dolby Digital-Track weder als Dolby Digital EX geflaggt ist noch auf dem Cover so angekündigt wird. Da jedoch die US-DVD von Lions Gate sowohl Dolby EX als auch DTS ES zu bieten hat, lag es nahe, die EX-Schaltung manuell zu aktivieren. Und es hat sich gelohnt. Nach unserer Einschätzung dürfte es sich um die gleiche Tonspur wie bei der RC1 handeln. Schade ist dabei sicherlich, dass die britische DVD keinen DTS-Ton bietet. Berichte von US-Kollegen, wonach die Sprachverständlichkeit eingeschränkt wäre, können wir übrigens nicht bestätigen.

Das Ergebnis fällt sehr stark aus. Der Film bietet eine aggressive und dynamische Tonspur, die konsequent Gebrauch von den ihr durch das Tonformat dargebotenen Möglichkeiten macht. Gleich zu Beginn wird der bei EX aktive hintere Center durch eine explizit auf ihn gelegte Stimme direkt ins Geschehen eingebunden. Im Laufe des Filmes bieten sich darüber hinaus noch viele andere Szenen mit sehr ausdifferenzierten Surroundkulissen dar. Viele Effekte wurden auf die hinteren Kanäle gelegt, hinzu kommt ein fast brachialer Basseinsatz. Unter Umständen kann der Soundtrack an einigen Stellen vielleicht zu sehr klingen, als wäre er mit dem "Holzhammer" aufgetragen worden. Insgesamt wird der Ton jedoch sicherlich jeden Heimkino-Fan zufrieden stellen. Andererseits gibt es immer wieder viele kleine Geräusche auf den hinteren Kanälen, die dem Ton doch auch Subtilität angedeien lassen.

   
 
Wertung:
  (gut - sehr gut)
       
Gesamtwertung:

Zuerst einmal gilt es, mit einem Gerücht aufzuräumen, das seit einiger Zeit durch die Internet-Foren geistert: Diese Uncut-Version läuft nicht zwei Minuten länger als die Kinofassung! Das Gerücht ist scheinbar durch falsche Angaben in der "Internet Movie Database" (IMDB) entstanden. Tatsächlich läuft jedoch auch die bei uns ab 18 Jahren freigegebene und in den USA mit R-Rating versehene Kinofassung knappe 103 Minuten. Geschnitten ist sie dennoch, denn die hier getestete Fassung, die auch auf der deutschen DVD zu finden sein wird, wurde ursprünglich in den USA mit NC 17 bewertet und danach für die Kinoveröffentlichung gekürzt. Kinowelt Home Entertainment ist wohl ebenso wie die meisten anderen Seiten auf die falschen Angabe hereingefallen - wurde doch die DVD mit einer "zwei Minuten längeren" Fassung angekündigt. In Wirklichkeit sind dies aber nur einige Sekunden. Die jetzige US-DVD sollte man also meiden, auch wenn diese eine DTS 6.1 ES-Spur sowie einen Audiokommentar bietet, die einem die britische DVD nicht offeriert.

Die deutsche DVD wird als Leih-Fassung im April erscheinen, als Kauf-DVD inklusive Soundtrack und schöner Verpackung im Juni. Wer solange warten kann, begeht sicher keinen Fehler. All jenen, die einfach nicht warten können oder wollen, sei diese DVD zumindest als Übergangslösung auf jeden Fall empfohlen.

"Saw" ist ein Film, der vielleicht nicht jedem gefallen wird. Obwohl er in seiner Gewaltdarstellung bei weitem nicht die Härte eines "High Tension" erreicht, ist er dennoch in manchen Szenen recht explizit. Ob der Film den selbsternannten Vergleich mit "Sieben" standhält, mag jeder selbst für sich beurteilen. Jedenfalls bietet "Saw" aber knappe 100 Minuten Spannung und Filmspaß, was man ja auch nicht zu gering einschätzen darf.

       
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
    
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