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One Hour Photo

  

Getestet von Christian Bartsch

Email: cb@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 25.04.2003
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 07.06.2003
   
Deutscher Titel: One Hour Photo
Originaltitel: One Hour Photo
Land / Jahr: USA 2002
     
Bildformat: 1,85:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Kommentar (Dolby Digital 2.0 Surround)
Untertitel: Deutsch, Englisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box (transparent)
Kapitel: 24
Laufzeit: 92
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: Twentieth Century Fox Home Entertainment
          
Inhalt:

Sy Parrish, Leiter der Fotoabteilung in einem Supermarkt, macht – wie jeden Tag – seinen Job. Doch heute ist ein besonderer Tag. Denn Nina Yorkin, eine treue Kundin, holt wieder einmal die fotografischen Beweise ihres glücklichen Familienlebens ab, die Sy wie immer mit besonderer Sorgfalt entwickelt hat.

Die attraktive Mittdreißigerin ahnt nicht, dass der freundliche Mann hinter dem Ladentisch seit Jahren ihre Fotos heimlich vervielfältigt und bei sich daheim an der Wohnzimmerwand – akribisch aneinander gereiht – aufhängt. So weiß Sy so ziemlich alles über Nina, ihren sympathischen Sohn Jake und Ehemann Will. Der Foto-Mann, der einsam und zurückgezogen lebt, identifiziert sich inzwischen so sehr mit den Yorkins, dass er sich für das Wohlergehen der Familie verantwortlich fühlt.

Als Sy eines Tages dahinter kommt, dass Will Yorkin seine Frau betrügt und damit sein Idealbild der Familie mit einem Mal zerstört ist, reift in ihm ein mörderischer Plan: Er beschließt, die betrogene Nina zu rächen. Am nächsten Tag quartiert er sich in jenem Hotel ein, das Will regelmäßig für seine Seitensprünge benutzt – in seiner Tasche: ein überdimensionales Jagdmesser...

       
Besonderheiten:

"One Hour Foto" ist kein Blockbuster und damit wird die Gefahr immer größer, dass ein solcher Titel für den deutschen Markt nur beschnittenes Bonusmaterial erhält. Doch - da muss man Fox schon wieder loben - dieses Verhalten ist Gott sei Dank meist Schnee von gestern und so enthält die DVD brav all das, was schon für den amerikanischen Markt produziert wurde.

Sehr informativ und gleichzeitig entertaining ist der Audiokommentar von Regisseur Mark Romanek und Spaßvogel Robin Williams. Im Prinzip gestaltet sich der Kommentar so, dass Romanek eigentlich ständig versucht (und es meist auch schafft), dem Zuhörer die stilistischen Feinheiten zu vermitteln und Herr Williams öfter ungestüm mit irgenwelchen fremden Zungen dazwischenplatzt, um einen (angedeuteten) Kalauer zum Besten zu geben. Doch genau diese Mischung ist es, die den Kommentar so unterhaltsam macht. Gleichzeitig gibt es aber eine Menge über den Film und vor allen Dingen die bildliche Umsetzung zu lernen. Jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Thema "Filmemachen" beschäftigt, bekommt hier eine 1a Lehrstunde, die man nicht verpassen sollte.

Die weiteren Extras sind ebenfalls nicht ohne, wenngleich nicht üppig. Das langweiligste Extra ist das Making Of, da es kaum neue Informationen enthält und in edrster Linie wohl für die Promotion des Films im Vorfeld gedacht war.

Die Sundance Channel Featurette "Anatomy of a Scene" ist hingegen ein Leckerbissen für alle Fans. Dieses etwas eigensinnige Extra zeigt die Entstehung einer Szene im Detail, wobei auch ein klein wenig redundante Information enthalten ist, da auch der Film zumindest noch einmal kurz umrissen wird. Dennoch ist dieses Extra sehr schön gemacht.

Als weiteren Happen gibt es letztlich noch eine Folge der "Charlie Rose Show", bei der Robin Williams und Mark Romanek zu Gast sind. Der Hans Meiser des runden Tischs plaudert eine ganze Weile mit den beiden, wirklich neue Informationen gibt es aber hier nicht.

Insgesamt macht die Ausstattung einen runden Eindruck - und bringt mit wenigen Extras viele Hintergrundinfos rüber.

   
 
Wertung:  
     (befriedigend - gut)
     
Gestaltung:

Beim Menü präsentiert sich Fox von der besten Seite.

Wie sonst soll man es sich erklären, dass dieser eher kleiner Titel ein so tolles Menü spendiert bekommen hat. Das Menü ist, von der Kapitelauswahl einmal abgesehen, fast vollständig animiert und dabei ganz im Stil des Themas Foto in Form einer Fototüte aufgemacht. Womit jene Tüte gemeint ist, in der man bisher seine Filme beim freundlichen Labor oder im Supermarkt abgegeben hat.

Ohne Zweifel - bei diesem Menü hatte nicht nur jemand eine nette Idee, sondern auch die Umsetzung wird der Idee mehr als gerecht.

     
 
Wertung:
  (gut)
     
Bildtest:

Mark Romanek zieht bei "One Hour Photo" so ziemlich alle Register, die man zur Unterstützung der Story ziehen kann. Jeder, der sich ein wenig für das interessiert, was hinter der Fassade der Geschichte passiert, wird hier sicher begeistert sein. Die drei großen Handlungsstränge sind allein optisch wunderbar voneinander getrennt. Sowohl Farbgebung, Temperatur aber auch die Einstellungsgrößen sind bis ins kleinste abgestimmt und stellen somit natürlich große Anforderungen an die DVD.

Das Bild macht einen guten, leider aber keinen sehr guten Eindruck. Negativ fällt die grobe Körnung ins Auge, die leider auch die Kompression bei gleichfarbigen Flächen etwas unruhig ausfallen lässt. Die Schärfe ist durchweg gut ausgefallen, wenngleich das Bild, wohl auch aufgrund der verwendeten Farbkorrekturen, immer auch ein wenig weicher als nötig wirkt. In einigen Einstellungen fällt die Detailschärfe etwas ab.

Der Hauptaspekt des Films, die bisweilen satten Bonbonfarben, ist Fox jedoch ohne Makel gelungen. Dafür fallen ab und zu kleinere Verschmutzungen auf, die bei einem so neuen Film doch eher ungewöhnlich sind. Der Kontrast wechselt zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und ist manchmal eine Ecke zu steil. Dies ist jedoch ein Stilmittel von "One Hour Photo" und kann nicht der DVD angelastet werden.

Letztlich fällt noch der Bildstand auf, der leicht zittrig ist und das Bild manchmal horizontal schwimmen lässt. Zwar tritt dieser Umstand nur selten und kurz auf, ist jedoch für die Dauer der Einstellung schon recht nervig.

     
Wertung:
   (befriedigend)
   
Tontest:

Beim Ton hält sich "One Hour Photo" hörbar zurück, was aber u.a. darin begründet liegt, das die Handlung zunächst keine Gründe für ein solches Vorgehen liefert. Doch spätestens ab dem Moment, an dem Sy der Fotohai (oder Foto-Guy, wie Sy im Original heißt) abdreht, dreht auch der Ton nach und nach ab und setzt auch bewusst die hinteren Kanäle ein.

Viel sollte man dennoch nicht erwarten, obwohl "One Hour Foto" auch unabhängig davon eine tolle Atmosphäre aufbaut und das Finale auch tonal ausgekostet wird.

   
 
Wertung:
  (gut)
       
Gesamtwertung:

"One Hour Foto" ist ein gelungener Film, der auf DVD eigentlich eine recht gute Umsetzung spendiert bekommen hat. Lediglich der unruhige Bildstand stört etwas. Wer mal wieder einen anderen Streifen sehen möchte und einen grandios spielenden Robin Williams erleben möchte, der kann und sollte zugreifen.

       
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
    
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