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Harry Potter und der Gefangene von Askaban

2-Disc Edition

  

Getestet von Stefan Paulmayer

Email: sp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 08.12.2004
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 27.11.2004
   
Deutscher Titel: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Originaltitel: Harry Potter And The Prisoner Of Azkaban
Land / Jahr: USA 2004
     
Bildformat: 2,40:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: 4-seitig mit Kapitelübersicht
Verpackung: Amaray Box (mit doppeltem DVD Einleger)
Kapitel: 35
Laufzeit: 136
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer (2x)
Anbieter: Warner Brothers Home Video
          
Inhalt:

Widerwillig hat der 13-jährige Harry Potter seine Sommerferien erneut bei seinen unausstehlichen Verwandten, den Dursleys, verbracht - er ist aber ganz "artig" und probiert keine Zauberkunststücke aus - zumindest bis Onkel Vernons tyrannische Schwester, Tante Magda, zu Besuch kommt. Tante Magda behandelt Harry besonders garstig - sie macht ihn derart wütend, dass er sie "aus Versehen" wie einen gigantischen Ballon aufbläst und davonfliegen lässt!

Aus Angst vor Tante und Onkel flieht Harry in die Nacht - nicht zuletzt fürchtet er auch ein Nachspiel in Hogwarts beziehungsweise im Ministerium für Zauberei, das den Schülern Zauberei in der nicht-magischen Welt strikt untersagt. Sofort nimmt ihn der Fahrende Ritter auf, ein fantastischer dreistöckiger lila Bus, der ihn im Nu am Gasthaus "Zum Tropfenden Kessel" absetzt. Dort wird Harry von Cornelius Fudge, dem Minister für Zauberei, empfangen, der ihn für seine eigenmächtige Zauberei erstaunlicherweise nicht bestraft, sondern stattdessen darauf besteht, dass Harry die Nacht im Tropfenden Kessel verbringt, um dann in Hogwarts sein drittes Ausbildungsjahr zu beginnen.

Schnell wird klar, dass der gefährliche und rätselhafte Zauberer Sirius Black aus dem Askaban-Gefängnis entkommen ist - es heißt, er sei auf der Suche nach Harry. Der Legende nach war Black verantwortlich dafür, das Lord Voldemort Harrys Eltern aufspüren und schließlich umbringen konnte; man nimmt also an, dass Black jetzt auch Harry töten will...

       
Besonderheiten:

Wahrsagen
Im Unterpunkt "Trelawneys Kristallkugel" bekommt man fünf bislang unveröffentlichte Szenen geboten, die nicht für die DVD nachbearbeitet worden sind und so stellenweise auch Animationen vermissen lassen, die erst später gestaltet worden wären. "Die Vision zum Leben erwecken" ist eine elfminütige Featurette, die die wichtigsten Beteiligten, auch die Autorin der Buchvorlagen, zu Wort kommen lässt. Dazwischen wurden Ausschnitte aus dem Film und Aufnahmen vom Set hinein geschnitten. Die Dokumentation ist in Deutsch, Englisch und Holländisch anzusehen, wobei jedoch jeweils nur die Filmausschnitte in den verschiedenen Sprachfassungen vorliegen. Die Interviews selbst wurden nur untertitelt. Der Informationsgehalt liegt dabei auf ungefähr jenem Niveau der ersten beiden Potter-DVDs zusammen. In der "Schrumpfkopf"-Sektion findet man Cast & Crew-Interviews, sowie eine Einleitung durch den Schrumpfkopf. Die Gesamtlänge der Interviews beträgt etwa 40 Minuten, was doch eine ganze Menge ist. Die Interviews wurden in sieben verschiedene Gruppen (Die Helden, Die Gryffindors, Die Slytherins, etc.) aufgeteilt.

Die große Halle
Hier gibt es zwei interaktive Games ("Fang Krätze", "Die Suche nach Sir Cadogan") und einen kurzen Musik-Clip des Chorgesangs.

Verteidigung gegen die dunklen Künste
"Verpasster Zauber" will unsere Aufmerksamkeit testen, indem wir kurze Clips sehen und anschließend Fragen beantworten müssen, die kontrollieren, wie genau wir aufgepasst haben.
Der "Besuch in Prof. Lupins Klassenzimmer" ist anschließend etwas für die eher kleinen DVD-Besitzer. Mittels der Menütasten der Fernbedienung lässt sich hier ein 360 Grad "Rundgang" durch das Klassenzimmer vornehmen. Dieses Feature ist durchaus aufwändig gestaltet und mit realen Bildern und Videosequenzen versehen, für die meisten erwachsenen DVD-Käufer aber wohl eher uninteressant. Gleiches gilt übrigens auch für das erste Feature dieses Menüpunktes.

Das Hogwarts Gelände
Der goldene Schnatz liefert eine Vorschau auf die "Harry Potter"-Videogames und "Hagrids Hütte" führt zu einem weiteren Untermenü. Dieses bietet zwei Featurettes - die erste läuft viereinhalb, die zweite knapp 15 Minuten. In der kürzeren Featurette bekommen wir Bilder vom Set geboten und können den Tiertrainern bei ihrer Arbeit zusehen. Die zweite Kurzdoku ist mit "Eine Szene zaubern" betitelt und ist im weitesten Sinn als Making Of zu verstehen. Das gebotene Material besteht aus Aufnahmen vom Set und Interviews mit den Beteiligten. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Filmausschnitte. Der Informationsgehalt ist dennoch recht hoch.

Tour durch den Honigtopf
Auch dieses kindergerechte Feature ist wie die Tour durch das Klassenzimmer recht aufwändig gestaltet worden.

DVD-Rom Bereich
Der DVD-Rom Bereich für die Besitzer von Computern liefert diesmal praktisch nur Werbung für den Internet-Auftritt. Die versprochene Hogwarts-Chronologie haben wir nicht gefunden, aber ehrlich gesagt war es uns auch zu blöd, lange danach zu suchen.

   
 
Wertung:  
     (befriedigend)
     
Gestaltung:

Bei der Menügestaltung gibt es einmal nur wenig auszusetzen. Bevor man ins Hauptmenü gelangt, stimmt einen zuerst eine Einleitung auf den Film ein. Dass man vorher einen Werbetrailer zum neuen Tom Hanks-Film sehen muss, nehmen wir widerwillig zur Kenntnis. Das Hauptmenü der ersten DVD wurde animiert und mit Tönen unterlegt, die sogar ins Deutsche synchronisiert worden sind. Hier erkennt man deutlich, dass Warner einigen Aufwand in das Menü investiert hat. Anders sieht es da schon bei den Untermenüs aus, die Warner-typisch nur in Standbildform daher kommen. Das gilt auch für die Kapitelanwahl.

Die Bonus-DVD rettet aber eine gute bis sehr gute Benotung. Auch hier wurde das Menü nämlich auf deutsche Verhältnisse angepasst und mit einer deutschen Stimme aus dem Off versehen. Diese führt kurz ins Menü ein und gibt auch zu den einzelnen Untermenüs jeweils eine kurze Einleitung. Auch wurde die Bonus-DVD praktisch komplett durchanimiert - nur die letzten Untermenüs finden sich hier nur als Standbilder. Insgesamt kann das liebevoll gestaltete Menü der zweiten DVD somit voll punkten und stellt vielleicht Warners bislang bestes, für den deutschen Markt umgesetztes, Menü dar.

     
 
Wertung:
  (gut - sehr gut)
     
Bildtest:

Das fast einzig Positive am Bild ist, dass die Optik der beiden Vorgänger weitgehend erhalten bleibt. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass die Bildqualität trotzdem sogar noch leicht hinter Teil 2 zurückbleibt. So gut wie sämtliche Aspekte des Transfers können nicht vollends überzeugen und es ist im Grunde auch egal, ob der schrullige Regisseur das so gewollt hat - ein schlechtes Bild bleibt ein schlechtes, auch wenn es so gewollt ist. Stilmittel können dabei lediglich als Rechtfertigungen dienen. Wobei einige der Mängel schlichtweg nicht als Stilmittel durchgehen können.

Der Kontrast ist so steil, das es schon fast nicht mehr steiler geht - nun ja, das ist vielleicht etwas übertrieben, trifft es aber doch recht gut. Helle Flächen überstrahlen, das Bild wirkt dadurch unnatürlich. Wie andere Review-Seiten hier einen problemlos überzeugenden Kontrast konstatieren können, ist uns ein Rätsel. Man sehe sich nur den Kronleuchter bei der Busfahrt relativ am Anfang des Filmes an.

Auch ist es unbegreiflich, wenn wir an anderer Stelle von einer größtenteils auf hohem Niveau liegenden Bildschärfe lesen müssen, die nur stellenweise etwas weich wirken soll. Vielmehr ist es genau umgekehrt - von der Schärfe wirklich gute bis sehr gute Szenen, die es auch gibt, das wollen gar nicht bezweifeln, sind gegenüber den nicht wirklich überzeugenden im Hintertreffen. Das Bild ist stellenweise recht weich und teilweise fast unscharf - ähnliche Eigenschaften, die schon das Schärfeverhalten der beiden Vorgänger gekennzeichnet haben. Eine feine Detailzeichnung muss man zumeist schon mit der Lupe suchen und wird sie selbst dann nicht finden - Ausnahmen in Form einiger Szenen bestätigen die Regel. Die Schärfeprobleme sind dann auch der Mangel, den man wohl nicht mit Stilmitteln rechtfertigen kann. Auch die Doppelkonturen als Zeichen von Edge Enhancement lassen sich wohl nur schwerlich unter die Kategorie "so gewollt" subsumieren.

Die Farbwiedergabe zeichnet sich durchweg durch etwas blässliche und oftmals wenig natürliche Farben aus. Die Farben tendieren in Richtung grünlich oder rötlich, was dem Film einen recht eigentümlichen Look gibt, der aber sicher so gewollt ist. Bildrauschen ist in starkem Maße keines festzustellen, sondern tritt nur gelegentlich in Form von Hintergrundrauschen in eher dunkleren Szenen auf.

     
Wertung:
   (befriedigend - gut)
   
Tontest:

Vom Ton her ähnelt der dritte Teil der "Harry Potter"-Serie - wie das Bild - seinen beiden Vorgängern. Im Ergebnis bedeutet das eine klanglich eher zurückhaltende Tonkulisse, die durch die Abbildung von Umgebungsgeräuschen aufgewertet wird. Die Umgebungsgeräusche werden stellenweise auch richtig gut wiedergegeben und erzeugen so eine durchaus räumliche Tonkulisse. In spannenden Szenen hat der Soundtrack dann auch mehr zu bieten als im Rest des Filmes. An ausgewählten Stellen finden sich dann auch gezielt eingesetzte Surroundeffekte. Alles in allem kann der Ton aber dennoch nie mit den Tonspuren anderer aktueller Blockbuster mithalten.

Mit Teil 3 setzt auch eine Zäsur beim Ton ein. Das sowieso eher seltene Tonformat Dolby Digital 5.1 EX wurde gestrichen, stattdessen müssen wir uns mit "normalem" Dolby Digital-Ton zufrieden geben. Zugegeben, die meisten DVD-Käufer wird das eher weniger tangieren, dennoch ist dieser Rückschritt schade.

   
 
Wertung:
  (gut)
       
Gesamtwertung:

Diese DVD ist im Grunde ein einziges Ärgernis. Nein, nicht weil Warner schon wieder die Schere angesetzt hätte - diesmal gibt man sich wegen der neuen PG-Regelung im JuSchG auch mit FSK 12 zufrieden. Nein, das Ärgernis betrifft einerseits den Film an sich, andererseits die technische Umsetzung des Filmes auf DVD. Nicht genug, dass bereits die ersten beiden Filme keine Vorbilder für eine brillante Bildqualität dargestellt haben, bietet der dritte Teil nicht etwa eine um Nuancen bessere, sondern eine sogar noch leicht schlechtere Bildqualität. Beim Ton hat man einfach den zusätzlichen Center weggelassen und verzichtet nun auf EX. Was natürlich in Anbetracht der Tatsache, dass Teil 3 ein deutlich erwachsenerer Teil sein will, eine absolut unsinnige Entscheidung ist - denn an EX erfreut sich nicht der achtjährige Dreikäsehoch, sondern sein Vater oder überhaupt erwachsene DVD-Käufer. Etwas enttäuschend ist am Ende auch, dass das Digipak, in dem die Erstauflagen der beiden Vorgänger verpackt worden waren, zugunsten eines schlichten Doppel-Amarays eingespart worden ist. Positiv wird lediglich notiert, dass das Bonusmaterial nun deutlich reichhaltiger ausfällt und darüber hinaus auch durchaus brauchbar ist.

Auch der Film selbst trägt zum Missfallen durchaus bei. Was den Regisseur dabei geritten hat, fast die komplette Geografie rund um Hogwarts so umzuändern, dass das Hogwarts aus den Teilen 1 und 2 ein komplett anderes Hogwarts als in "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" ist, kann wohl nur er selbst beantworten. Doch selbst wenn er dadurch den Film erwachsener wirken lassen wollte, ist es natürlich im Sinne der Kontinuität ein Wahnsinn, in einer fortlaufenden Kino-Serie essentielle Teile des Sets so zu verändern, dass der Zuschauer meinen muss, er wäre im falschen Film gelandet. Geradezu schauderhaft... und leider überdeckt das auch die Tatsache, dass das Buch relativ gut in ein Drehbuch verpackt worden ist, wobei natürlich beim dritten noch viel mehr Aspekte des Buches fehlen als bei den ersten beiden Filmen - ist doch das dritte Buch noch einmal deutlich dicker als die Vorgänger. Dennoch ist der Film insgesamt nicht schlecht - ärgerliche Kleinigkeiten bei der Umsetzung sind die wahren Probleme des Filmes.

Lässt man die zahlreichen Ärgernisse rund um diesen Film samt DVD von sich abperlen, kann man nichtsdestotrotz einen recht vergnüglichen Abend mit Harry Potter verbringen.

       
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
    
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