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Fahrenheit 9/11

  

Getestet von Christian Bartsch

Email: cb@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 19.10.2004
Im Handel ab: 21.10.2004
   
Deutscher Titel: Fahrenheit 9/11
Originaltitel: Fahrenheit 9/11
Land / Jahr: USA 2004
     
Bildformat: 1,78:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box (mit doppeltem DVD Einleger)
Kapitel: 18
Laufzeit: 122
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer (2x)
Anbieter: Ufa Home Entertainment
          
Inhalt:

George W. Bush ist (noch) der mächtigste Mann der Welt. Ein Präsident, der (eigentlich nicht) vom Volk gewählt wurde und in seinem Auftrag (und nach den Tipps von Papa George) handelt. Länder angreift, bombadiert und nebenbei mit denen, gegen die er eigentlich kämpft, gut befreundet ist. Oder besser gesagt: George W. lässt sich nicht nur von den Amerikanern bezahlen, auch Bin Laden und seine Freunde zählen zu den Sponsoren der Familie Bush.

Michael Moore findet dies nicht richtig und zeigt, was seiner Meinung nach faul ist im Oval Office. Was ist schlimmer? Ein Präsident, der mit einer Zigarre seiner Praktikantin eine Freude macht, oder ein Präsident, der eigentlich gar keiner ist und, nachweislich unschuldige, Länder in Schutt und Asche legt?! Michael Moore zählt auf!

       
Besonderheiten:

Die DVD-Box bietet auf der zweiten Disc eine Reihe von kleinen zusätzlichen Featuretten, bei denen es sich um Material handelt, das nicht im Film steckt, aber das Thema des Films behandelt und weitere Informationen bietet. So gibt es z.B. die Aussagen von George W. und Dr. Rice vor der 9/11 Komission zu hören. Während George W. sich nur nach seiner Aussage vor der Presse äußert, so ist es schon recht schön anzusehen, wie Frau Dr. Rice von der Kommission zerpflückt wird. Sollte Michael Moore nur "spinnen" - warum scheint Frau Rice so unter Druck zu stehen? Unter Druck standen offenbar leider auch die Kollegen bei Universum Film, die der zweiten Disc leider keine Untertitel mehr mit auf den Weg geben konnten. Oder sollte es sich hier gar um Wollen handeln? Zumindest ist das Bonusmaterial damit für weitaus weniger Leute zugänglich als der Hauptfilm.

Die weiteren Extras beschäftigen sich mit den Themen der Filmpremiere in Washington (genauer gesagt mit einer Ansprache von Michael Moore und der Mutter eines getöteten Soldaten im Anschluss an den Film), der Freilassung von irakischen Soldaten, Comedy nach 9/11 und dem Grenzschutz von Florida. Diese und noch weitere Featuretten haben jeweils eine Laufzeit zwischen ca. zwei und 17 Minuten.

   
 
Wertung:  
     (ausreichend - befriedigend)
     
Gestaltung:

Das Menü ist einfach strukturiert, fix zu bedienen und eigentlich auch recht nett anzuschauen. Wirkliche Begeisterungsstürme müssen allerdings außen vor bleiben, dafür ist einfach zu wenig drin und dran. Zwar gibt es Animation und Sounduntermalung, die Kapitelauswahl ist animiert. Braucht man dies bei einer Dokumentation? Nein, eigentlich nicht. Aber nett aussehen tut es dennoch.

     
 
Wertung:
  (befriedigend)
     
Bildtest:

"Fahrenheit 9/11" verwendet so ziemlich jede Quelle, im besten Fall jedoch nur hochaufgelöstes Videomaterial. Somit darf und kann man bei der Bildqualität eigentlich keine großartige Qualität erwarten. Entsprechend gerüstet ist das gebotene Bild dann durchaus mehr als nur annehmbar, es gibt jedoch einige Bilder zu sehen, in denen fast nur noch Pixel tanzen. In diesen Fällen handelt es sich dann meist um Material, das einen weiten Weg hinter sich hat und entsprechend oft und niedrig komprimiert wurde. Zwischendurch gibt es aber immer wieder aktuell gedrehtes Material, das sogar auf einem Beamer Spaß machen kann. Lediglich der etwas zu geringe Kontrast und die nicht ganz optimale Schärfe enttäuschen in diesen Fällen noch.

Die allgemeine Umsetzung ist sehr gut gelungen, Kompressionsartefakte im Material lassen sich dort, wo man objektiv entscheiden kann, nicht ausmachen. Die eingesetzten, optionalen, Untertitel fügen sich gut ins Bild ein.

     
Wertung:
   (befriedigend)
   
Tontest:

Wer gedacht hätte, dass der Ton einer Dokumentation unspektakulär sein muss, der irrt. So bringt "Fahrenheit 9/11" einen recht fetzigen Soundtrack mit und macht, wann immer möglich, sogar ausgiebigen Gebrauch von den hinteren Lautsprechern. Immerhin will der Film nicht nur Fakten aufzeigen, er will polarisieren und Stimmungen vermitteln - und das klappt mit Musik natürlich ganz vortrefflich.

Aber auch hier sollte man letztlich darauf gefasst sein, dass es um eine Dokumentation geht, somit ist der Originalton meist, wenn überhaupt, nur stereo. Lediglich Musik und zusätzliche Effekte nutzen die anderen Lautsprecher. Der Subwoofer wirkt etwas zu stark präsent, viele der eingespielten Songs drücken daher von unten her kräftiger, als man dies von Musik gewohnt ist.

   
 
Wertung:
  (ausreichend)
       
Gesamtwertung:

Michael Moore schafft es auch mit seinem jüngsten Werk, Aufsehen zu erregen. Dass dieses Aufsehen gleich kräftig am Stuhl von George W. Bush sägt, ist einfach zu erklären: Er trägt Moores Meinung nach die Schuld an einigen "schlimmen Dingen" und es gibt viele Leute, die Moores Meinung sind.

So wird "Fahrenheit 9/11" zu Moores Feldzug gegen den Präsidenten, der keiner ist und es macht Spaß, bei der Demontage von George W. dabei zu sein. Michael Moore ist wie immer in bester Polemierlaune, hinterfragt, kommentiert und zieht letztlich ein glaubhaftes Resümee, das ebenfalls stimmig ist.

"Fahrenheit 9/11" ist eine gut gemachte Dokumentation, die dem Zuschauer zwar sehr stark vorgibt, was er glauben soll, dafür aber um so offener die Tatsachen aufzeigt und lauthals Vermutungen in den Raum stellt - beste Unterhaltung also für politisch interessiertes Publikum, wahrscheinlich aber (siehe Pisa) nicht für alle zugänglich.

       
 
Wertung:
  (ausreichend - befriedigend)
    
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