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Natural Born Killers

Director´s Cut Special Edition

  

Getestet von Stefan Paulmayer

Email: sp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Anmerkung: Bei der getesteten DVD handelt es sich um die nich
Review Datum: 02.08.2002
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 2002
   
Deutscher Titel: Natural Born Killers
Originaltitel: Natural Born Killers
Land / Jahr: USA 1994
     
Bildformat: 1,85:1 Widescreen (letterboxed)
Tonformat: Deutsch (Neusynchro), Englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: keine
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box (mit doppeltem DVD Einleger)
Kapitel: 12
Laufzeit: 128 Minuten
TV Norm: PAL
FSK: ungeprüft, ohne FSK Freigabe
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer und DVD 5 / Single Layer
Anbieter: BEST Entertainment
          
Inhalt:

Dieser Film erzählt die Geschichte von Mickey und Mallory Knox, einem im wahrsten Sinne des Worte "mörderischen" Ehepaars. 52 Tote in 3 Woche - das ist der blutige Bodycount, den Mickey und Mallory auf ihrer "Rundreise" durch die Vereinigten Staaten hinterlassen. Dicht auf ihren Fersen - die Polizei und Sensationsreporter Wayne Gale, der aus den beiden Massenmördern Medienhelden macht, die von allerlei jugendlichen Gesindel angehimmelt und bewundert werden...

       
Besonderheiten:

Unglaublich, aber wahr - hier hat BEST Entertainment seinem Namen (fast) alle Ehre gemacht und eine nette Zusammenstellung an Extras aufbereitet.
Doch bevor wir zu dem kommen, was vorhanden ist, sollten wir doch darauf hinweisen, dass der Audiokommentar mit Oliver Stone, der sowohl auf der Rc1 als auch der Rc4 zu finden ist, bei der deutschen DVD fehlt. Das ist schade, aber kein Weltuntergang, da dieser Kommentartrack nicht zu besten gehört.
Der einzige Bonus auf DVD 1 stellt eine etwa dreieinhalbminütige Einleitung durch Regisseur Oliver Stone dar, die übrigens nicht auf der Rc4 oder der Rc1 zu finden ist.
Wenden wir uns nun den auf DVD 2 zu findenden Extras zu: den Anfang macht, versteckt unter dem Menüpunkt "Interviews", die etwa 28-minütige Dokumentation "Chaos Rising". So ganz falsch ist der Titel dann auch wieder nicht, besteht diese Doku doch hauptsächlich aus Cast & Crew Interviews - es wird die Produktion des Filmes diskutiert sowie sein umstrittener Inhalt.
Die weiteren Extras stellen sechs Deleted Scenes und ein alternatives Ende dar. Jede dieser Deleted Scenes wird durch Oliver Stone mit einem kurzen Kommentar eingeleitet - teils sind diese Szenen durchaus interessant, teils unappetitlich, teils aber auch einfach langweilig. Insgesamt haben diese geschnittenen Szenen eine Lauflänge von etwa 30 Minuten.
Zusätzlich gibt es dann noch ein kurzes Interview mit Oliver Stone zur Musik des Filmes (das auf dem Cover angekündigte Musikvideo von "Nine Inch nail" fehlt allerdings), kurze Bio- und Filmografien und eine Slideshow mit einigen Szenenfotos und Musikunterlegung..
So hat die deutsche DVD dann abgesehen vom Audiokommentar, der fehlt, mehr zusätzliches Bildmaterial zu bieten als die Rc1 oder die Rc4.

Anzumerken ist noch, dass die Bildqualität der Extras wie auch die des Hauptfilmes hinter der der Rc4 zurückbleibt.
Ebenfalls anmerken sollte man an dieser Stelle, dass der Film viel zu wenig Kapitel aufweist. Nur 12 Kapitel für einen solch komplexen und komplizierten Film sind eindeutig zu wenig. Noch nicht einmal die Einleitung von Oliver Stone ist vom Hauptfilm durch ein Kapitel abgeteilt, was es recht schwierig macht, den Anfang des Filmes zu finden, wenn man nicht jedesmals wieder komplett die Einleitung betrachten will.
Dies zeigt, dass sich der Produzent der DVD wohl keine Gedanken über die Funktionalität der DVD gemacht hat.

   
 
Wertung:  
     (befriedigend)
     
Gestaltung:

Gleich am Anfang nervt eine ewig lange Videoclip-Einleitung bis man endlich ins Hauptmenü gelangt. Bei dem Glück, das wir hatten, hat sich diese Einleitung dann auch noch quasi als Endlosschläfe ständig wiederholt - auch der Druck auf die Skip-Taste brachte nicht wirklich eine befriedigende Lösung. Als nächstes wurde die "Menü"-Taste ausprobiert - gleiches Ergebnis...
Langsam der Verzweiflung nahe, drückten wir einfach sämtliche Knöpfe der Fernbedienung, bis wir endlich doch ins Hauptmenü gelangten.

Das Menü kann nur als dilletantisch bezeichnet werden. Schlechter hätten wir es wohl auch nicht hinbekommen können. Im Vordergrund liegen die Auswahl-Buttons, die mit einfachster Schriftart geschrieben sind, vermutlich Arial. Im Hintergund läuft ein Videoclip mit Ausschnitten aus dem Film, der nach einiger Zeit nervt.
Nicht besser schaut es mit der Bonus-DVD aus. Auch hier läuft im Hintergrund ein Videoclip, direkt darüber liegen, wieder in Arial geschrieben, die Auswahlpunkte des Menüs.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass dieses Menü von einem Grundschüler auf dem heimischen PC entworfen worden ist - professionell sieht es jedenfalls beim besten Willen nicht aus.

     
 
Wertung:
  (mangelhaft)
     
Bildtest:

Einen weiteren Schwachpunkt dieser DVD stellt das Bild dar - wobei man vorwegschicken muss, dass die vielen verschiedenen Aufnahmetechniken, deren sich Oliver Stone bedient hat, nicht gerade die beste Grundlage für ein gutes Bild sind. Nichtsdestotrotz hat Universal in Australien es geschafft, diesen Film trotzdem sehr gut dastehen zu lassen. Und an diesem australischen Transfer muss sich die deutsche DVD von "Best Entertainment" dann auch messen.
Als erstes fällt dann auch auf, dass die deutsche DVD nicht anamorph abgetastet wurde. Zweitens fällt auf, dass offensichtlich auch ein NTSC-Master als Vorlage gedient hat, da die deutsche DVD nicht den üblichen PAL-Speedup aufweist, der einen in PAL wiedergegebenen Film etwa 4% schneller ablaufen lässt als die NTSC-Fassung. Hier jedoch ist die Laufzeit faktisch identisch mit der NTSC-Fassung (wobei es fast den Anschein hat als würde der Film auf der deutschen DVD sogar noch langsamer als auf NTSC ablaufen, da selbst mit der dreieinhalbminütigen Einleitung durch Oliver Stone vor dem Film eine Lauflänge von etwa 124 Minuten zusammen kommt, die NTSC-Fassung jedoch nur 122 Minuten läuft). Entweder lag also das US-Video-Master oder das US-DVD-Master als Masterband vor.
Wie auch immer - kommen wir zum Unausweichlichen: der Auflistung sämtlicher Mängel des Bildes. Beginnen wir am besten mit der matten Farbwiedergabe, die die kräftigen, bunten Farbtöne vermissen lässt, die die Rc4-DVD zu bieten hat. Fahren wir fort mit der deutlich geringeren Detailauflösung und Bildschärfe, die nicht annähernd an die Werte der australischen DVD herankommt. Oft wirkt das Bild verschwommen und unscharf.
Auch das Bildrauschen ist bei der deutschen DVD deutlich ausgeprägt - und zwar auch in jenen Szenen, in denen vom verwendeten Filmmaterial her keines vorkommen dürfte und wo auch die Rc4 keines hat.
Ebenfalls nicht ganz geglückt ist der Kontrast - oft ist er zu dunkel und lässt Details vermissen.

Nun, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, muss gesagt werden, dass sich die DVD auf unserem Pioneer 535 bei Timecode 70:51 "aufgehängt" hat. Zuerst begann das Bild zu stocken, dann bildeten sich massiv Klötzchen - bis das Bild schließlich stehenblieb und sich schlussendlich der Player von selbst ausgeschaltet hat. Mehrere Versuche, die DVD an dieser Stelle zum Laufen zu bringen schlugen fehl - hier scheint etwas mit dem Mastering nicht zu stimmen. Dank der selten dämlichen Kapiteleinteilung muss man anschließend 20 Minuten (!!!) per Hand zurückspulen, um an der Stelle weitersehen zu können, an der sich der Player aufgehängt hat.

Auch sonst treten pinkfarbene Klötzchen gelegentlich auf - das Mastering dieser DVD ist also die reinste Katastrophe. Aufgrund der Fehler im Mastering (pinke Klötzchen) werten wir um einen halben Punkt ab.

     
Wertung:
   (ausreichend)
   
Tontest:

Die eigentliche Katastrophe dieser DVD ist der Ton - da Warner Brothers die Rechte an der deutschen Originalsynchronisation hält und diese offenbar nicht an "Best Entertainment" herausgerückt hat, musste Best den kompletten Film neusynchronisieren. Und das ist so richtig schön in die Hose gegangen...

Denn natürlich hat sich Best Entertainment nicht die Originalsprecher geholt (die hätten sicher Geld gekostet), sondern irgendwelche Nachwuchssynchronsprecher, die sie, unwahrscheinlich, aber möglich, beim letzten Casting für "Sachsen Paule" entdeckt haben könnten. Teilweise klingen die Stimmen so deplaziert und einfältig dumm, das man sich fragt, ob das Casting am Rande einer nachmittäglichen Talkshow unter den Gästen und dem Publikum durchgeführt worden ist - mit dem Hauptgewinn, einmal einen echten Film für die DVD-Auswertung synchronisieren zu dürfen.

Doch auch die technische Qualität der 5.1-Spur lässt sehr zu wünschen übrig. Von 5.1-Räumlichkeit ist so gut wie nichts zu spüren, teilweise knistert es auf den hinteren Lautsprechern. An anderen Stellen wiederum wirken die Stimmen schlecht ausgesteuert. Insgesamt ist der deutsche Ton die reinste Katastrophe. Anfangs glaubt man, eine typisch polnische Synchronisation vor sich zu haben, da hinter der deutschen Einleitung - gleich nach der Restaurantsequenz - noch der englische Originalsprecher herauszuhören ist. Eben so wie in Polen auch, wo die synchronisierte Sprachspur einfach über die Originalspur gelegt wird.
Die englische 5.1-Spur klingt zwar erheblich besser als die deutsche, kann jedoch nicht an die 5.1-Spur der Rc4 herankommen.

   
 
Wertung:
  (ungenügend - mangelhaft)
       
Gesamtwertung:

FINGER WEG

Diese DVD gehört mit Sicherheit zu den schlechtesten DVDs, die es zur Zeit auf dem Markt gibt. Sie reiht sich damit nahtlos in die lange Reihe verschiedenster LaserParadise-Produktionen ein...

Wer den Film als Director´s Cut und in bester Qualität sehen will, muss zur australischen Rc4 greifen, die jedoch keine englischen Untertitel hat. Wer also im Englischen noch nicht so firm ist, dem bleiben als Alternative noch die Rc1 - Bildqualität jedoch sichtbar schlechter als bei der Rc4 - oder die skandinavische DVD, die ebenfalls ein anamorphes Bild zu bieten hat.

Und einmal ganz unter uns und rein privat: Wenn ich jemals mit dem Gedanken gespielt habe, einen Hammer zu nehmen und damit ein 2-DVD-Special Edition-Set zu zertrümmern, dann bei diesem.

Gerade wegen des wirklich guten Filmes tut diese DVD-Umsetzung besonders weh.

       
 
Wertung:
  (mangelhaft - ausreichend)
    
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