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Samba in Mettmann

  

Getestet von Stefan Paulmayer

Email: sp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Review Datum: 22.11.2004
Verleihfenster: 10.08.2004
Im Handel ab: 15.11.2004
   
Deutscher Titel: Samba in Mettmann
Originaltitel: Samba in Mettmann
Land / Jahr: D 2004
     
Bildformat: 1,85:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Kommentar (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: keins
Verpackung: Amaray Box
Kapitel: 24
Laufzeit: 83
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Regional Code: Code 2
Layerwechsel bei: 53:06
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: Ufa Home Entertainment
          
Inhalt:

Obwohl Olaf in der rheinischen Kleinstadt Mettmann die Schnellreinigung "Fleck weg!" betreibt, geht es für seinen Geschmack zwischen ihm und seiner Verlobten Vera momentan allzu rein und unbefleckt zu. Denn Vera hält sich strikt an den tantrischen Hauptlehrsatz ihres Hausgurus Anthony: "Drei Monate enthaltsam leben und nach der Hochzeit alles geben".

In diese zölibatäre Atmosphäre platzen unvermittelt drei junge Brasilianerinnen hinein, die vor Olafs hungrigen Augen mitten auf der Straße unsanft aus einer weißen Stretchlimousine bugsiert werden. Aus rein karitativen Beweggründen nimmt der Saubermann die obdachlosen Schönheiten spontan bei sich auf. Sehr zur Freude seines Vaters Benno sowie seines ebenso gehörlosen wie ungehört hemmungslosen Opas.

Doch wie erklärt oder verbirgt man der misstrauischen Verlobten sowie den übrigen Mettmanner Klatschmäulern die Anwesenheit der rassigen Südamerikanerinnen? Jedenfalls tobt bald aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz in "Mettmann de Janeiro" ein erotisches Chaos und die Hormone der Provinzler tanzen Samba.

       
Besonderheiten:

- Audiokommentar mit Hape Kerkeling und Regisseur Angelo Colagrossi
- Das große RTL-Special zum Film: Was man bereits ob des Titels erahnt, wird auch gleich zu Beginn deutlich: Hier gibt es nicht mehr als ein übliches Promotion-Making Of, das sich im Wesentlichen darauf beschränkt, die Geschichte des Filmes zusammenzufassen. Neben Filmausschnitten besteht das RTL-Special vor allem aus kurzen Interviews und einer etwas unangenehmen Stimme aus dem Off, die die Zuseher durch ihre Sprüche ins Kino treiben will.
- Drehbuchlesung von Hape Kerkeling: Knappe 18 Minuten liest Hape Kerkeling hier aus dem von ihm mitverfassten Drehbuch. Die Tonqualität ist leider etwas bescheiden und sehr verrauscht.
- Jana Ina lernt Gebärdensprache: Zehn Minuten kann man hier der hübschen Jana Ina beim Lernen der Gebärdensprache zusehen. Der Informationsgehalt hält sich in Grenzen - wäre Jana Ina kein Augenschmaus, gäbe es keinen Grund, sich dieses Feature auch nur eine Minute lang anzusehen.
- Casting von Pamela Knight: Der Mitschnitt vom Casting der Rolle der Allegra dauert gute vier Minuten.
- Promo-Featurette: In etwa gleich lang ist diese Featurette, die im Grunde eine Kurzfassung des vorher besprochenen TV-Specials ist.
- Teaser
- Trailer
- Filmografien
- Trailershow

   
 
Wertung:  
     (ausreichend - befriedigend)
     
Gestaltung:

Bei der Menügestaltung wurden Anleihen an "Der WiXXer" bzw. anderen DVDs wie Michael Mittermeiers "Back to Life" oder MTVs "Punk´D" genommen - will heißen, dass das Menü nicht nur animiert, sondern geradezu interaktiv daher kommt und quasi in Kontakt mit dem Zuseher tritt. Hier begrüßt uns Hape Kerkeling zur DVD und stellt uns auch die drei exotischen Damen vor, die im Film eine teils gewichtige (im doppelten Sinn des Wortes) Rolle spielen. Auch im Einstellungs- und Bonus-Menü findet man diese Elemente, während sich die Kapitelanwahl in reiner Standbild-Form präsentiert.

Der Schwachpunkt des Menüs ist jedoch eindeutig, dass sich die Inhalte wiederholen, also nicht genügend Vielseitigkeit geboten wird. Während bei Michael Mittermeiers "Back to Life" immer wieder neue Ansagen von Mittermeier geboten werden, wiederholt sich Hapes Einleitung jedes Mal von Neuem wenn man ins Hauptmenü einsteigt. Wechselt man also in die verschiedenen Untermenüs und dann wieder zurück, hängt einem das Menü spätestens nach dem zweiten Mal zum Hals heraus. Gleiches gilt, wenn man im Hauptmenü nicht direkt einen Menüpunkt auswählt, sondern Zeit verstreichen lässt. Wo Mittermeier einen immer antreibt, doch endlich etwas auszuwählen, rattert Hape immer wieder die gleiche Show herunter, weil der eine vorhandene Clip nur im Loop läuft, anstatt sich auch einmal mit anderen abzuwechseln.

     
 
Wertung:
  (gut)
     
Bildtest:

Nun ja, von der Bildqualität her kann die DVD leider nicht wirklich überzeugen. Der Transfer wirkt stellenweise, als wäre er von einer Kinokopie gezogen worden, was bei deutschen Filmen ja schon des Öfteren passiert ist. Teilweise hat der Film einfach diesen leicht "verschmutzten" Look, der uns bezweifeln lässt, dass hier ein wirklich hochwertiges Master zur Verfügung gestanden hat. Die Farben wirken zwar relativ natürlich, tragen aber auch zu eben beschriebenem Look des Filmes bei - teilweise erscheinen Szenen nämlich von der Farbdarstellung her etwas unnatürlich.

Auch der leicht steile Kontrast wirkt da nicht wirklich gut getroffen. Helle Flächen neigen zum Überstrahlen, was ab und an doch recht unangenehm ist. An anderen Stellen wieder wirkt der Kontrast auch etwas zu dunkel und hart ausgefallen.

Bei der Bildschärfe setzt sich die Miesere fort. Szenen mit wirklich guter Schärfe muss man schon ganz genau suchen. Zumeist ist der Transfer geprägt von Weichheit und nicht besonders ausgeprägter Detailschärfe. Für einen brandneuen Film reicht dieses Schärfeverhalten jedenfalls nicht aus.

Auch das Rauschverhalten befindet sich nicht auf dem besten Niveau. Hintergrundrauschen ist praktisch die ganze Zeit über präsent - einmal mehr, einmal weniger stark. Hinzu kommt ein gewisses Flimmern, das sich stellenweise bemerkbar macht.

Alles in allem bietet "Samba in Mettmann" somit ein gerade einmal durchschnittliches Bild - was bei einem älteren Film kein Problem wäre. Aber dieser Film ist brandneu, lief gerade erst im Kino und daher gibt es hier einfach keine Entschuldigung.

     
Wertung:
   (befriedigend)
   
Tontest:

Wie so viele Komödien zuvor, kämpft auch "Samba in Mettmann" ein wenig mit dem Ton. Richtig viele Möglichkeiten zur Entfaltung einer großartigen Klangkulisse gibt es hier klarerweise nicht. Allenfalls die Musik oder Umgebungsgeräusche eignen sich zur temporären Entstehung von Räumlichkeit. Wobei dieser Film / diese Tonspur die Umgebungsgeräusche vielleicht ein wenig zu zögerlich einsetzt. So kann der Ton nur stellenweise gefallen.

An an einer Hand abzuzählenden Stellen sind auch Surroundeffekte im weitesten Sinn festzustellen - z.B. als das Bett von Pfeffer in Flammen aufgeht. Solche Szenen bleiben aber eher die Ausnahme. Generell fällt noch der relativ starke Bass auf. Am Ende bleibt aber der Eindruck einer eher schwachen 5.1-Spur, die nichtsdestotrotz dem Film angemessen ist.

   
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
       
Gesamtwertung:

Vom Gesamtpaket her fällt der Eindruck von "Samba in Mettmann" leider nicht allzu positiv aus. Zum Film kommen wir später, aber auch die DVD bedeckt sich nicht gerade mit Ruhmesblättern. Die Bildqualität ist für einen so neuen Film nicht ausreichend und auch der Ton könnte besser sein - wobei wir hier aber aufgrund des Films eher nachsichtig sind, da einfach wenig Basis für einen tollen Soundtrack vorhanden ist. Die Extras fallen weder sonderlich reichhaltig aus, noch sind sie inhaltlich uneingeschränkt zu empfehlen. Allenfalls der Audiokommentar ist hier wirklich zu empfehlen.

Über die filmischen Qualitäten kann man geteilter Meinung sein. Mit der Qualität von "Kein Pardon" kann "Samba in Mettmann" in keinster Weise mithalten. Der Film ist weder so "witzisch", noch kann die Story wirklich gefallen. Dass laut Making Of gerade am Buch angeblich zwei Jahre lang gearbeitet worden sei, lässt dann doch die Fähigkeiten von Hape Kerkeling und Angelo Colagrossi in einem schiefen Licht erscheinen. Wir hoffen für die beiden, dass es die Autoren des Making Ofs etwas übertrieben haben - haben sie doch mit "Kein Pardon" vor Jahren ein grandioses Buch auf die Beine gestellt. Insgesamt haben wir es mit einem eher müden Film zu tun, der die deutsche Komödienlandschaft leider nicht zu bereichern weiß - daran kann auch die lustige Glücksmelodie aus "Kein Pardon" als Handyklingelton von Olaf nichts ändern...

       
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
    
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