> Diese Seite drucken <

  

Underworld - Unrated Extended Cut

  

Getestet von Stefan Paulmayer

Email: sp@digital-movie.de

   
       

Dieses DVD-Review stammt von www.Digital-Movie.de
   

    

   
Anmerkung: Die DVD ist mit dem RCE-Regionalcode ausgestattet.
Review Datum: 01.06.2004
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 25.05.2004
   
Deutscher Titel: Underworld
Originaltitel: Underworld
Land / Jahr: USA 2003
     
Bildformat: 2,35:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Kommentar (Dolby Digital 2.0 Surround)
Untertitel: Englisch, Französisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: Zettelchen mit Kapitelübersicht
Verpackung: Amaray Box
Kapitel: 28
Laufzeit: 133
TV Norm: NTSC
FSK: keine FSK Freigabe, sondern NR
Regional Code: Code 1
Layerwechsel bei: 92:38
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer und DVD 5 / Single Layer
Anbieter: Columbia Tristar Home Entertainment
          
Inhalt:

Seit 1000 Jahren tobt der Kampf zwischen den Vampiren und den Werwölfen, den so genannten Lycans. Längst sind die Vampire eine edle, intellektuelle, neue Rasse, die für die primitiven Werwölfe nur Verachtung übrig haben.

Vor ein paar Jahrhunderten konnten die Vampire gegen die Lycans den wohl größten Sieg erringen: den Tod des Lycan-Führers Lucian. Doch 600 Jahre später tut sich Msysteriöses und die Lycaner scheinen etwas Gefährliches im Schilde zu führen.

Die einzige, die dies früh genug erkennt, ist die Lycan-Jägerin Selene...

       
Besonderheiten:

DVD 1
- Audiokommentar: Entgegen der ersten Ankündigung findet man leider doch keine drei Audiokommentare vor - sondern lediglich einen einzigen mit dem Regisseur und Kate Beckinsale sowie Scott Speedman, der jedoch speziell für diese Ausgabe erstellt worden ist. Das heißt jedoch gleichzeitig, dass die beiden Audiokommentare der Erstauflage hier fehlen. Als Erklärung lässt sich anführen, dass dem Film so viele kleine Veränderungen widerfahren sind, dass die beiden Kommentare wohl durch viele Pausen total auseinander gerissen worden wären. Der neue Kommentar hört sich interessant an. Der Regisseur ist mit seinen beiden Darstellern im Zwiegespräch und kommentiert dabei natürlich auch neuhinzugekommene oder veränderte Szenen. Der Kommentar ist unterhaltsam und auf jeden Fall eine Empfehlung für Freunde dieses Features.
- Outtakes: Hier gibt es knapp vier Minuten an verpatzten Szenen zu sehen.
- Fang vs. Fiction: Was schnöde als "Featurette" ausgegeben wird, entpuppt sich als 47-mintüige, waschechte und interessante Dokumentation. Im Grunde handelt es sich dabei aber um eine pseudo-wissenschaftliche "Dokumentation", die wohl von der Ausgangslage ausgeht, dass die im Film vorkommenden Werwölfe und Lycaner tatsächlich existent sind.
- TV Spots
- Preview-Trailer zu "Hellboy" (sogar in 5.1 EX), "Resident Evil 2" und Spider-Man 2"

DVD 2
- Featurettes: Hier findet man sieben Featurettes (also drei mehr als bei der Erstauflage) mit einer Länge zwischen neun und 19 Minuten. Die erste Featurette, als "Making Of" betitelt, ist dabei inhaltlich seichter als die anderen, die sich mit den "Visual Effects", "Creature Effects", "Stunts", "Designing Underworld", "The Look of Underworld" und "Sights & Sound" beschäftigen. Insgesamt ergeben die knapp 86 Minuten aber durchaus einen interessanten Blick hinter die Kulissen. Man bekommt viele Aufnahmen vom Set und Interviews geboten, teilweise quergeschnitten mit Ausschnitten aus dem Film. Dennoch ist das Material nicht dazu geeignet, ähnliche Hochgefühle wie zum Beispiel beim Bonusmaterial der Extended Editions von "Der Herr der Ringe" zu erzeugen.
- Storyboard Comparision: Im Split-Screen-Modus werden hier auf sechs Minuten der fertige Film und das Storyboard einander gegenübergestellt.
- Worms of the Earth-Musikvideo

Als weiteren Bonus liegt dem Set noch ein 48-seitiges Comic-Buch sowie ein 16-seitiges Booklet mit Entwurfskizzen bei.

   
 
Wertung:  
     (gut)
     
Gestaltung:

Das Menü ist leider nicht einfallsreicher als das der Erstauflage gestaltet worden. Luftsprünge machen wir daher auch hier nicht, da leider nur das Hauptmenü und die Übergänge animiert worden sind. das Hauptmenü stellt dabei eine Mischung aus animierten und statischen Elementen dar. Insgesamt wirkt die Gestaltung doch etwas müde. Der Rest liegt leider nur in Standbild-Form vor, was schon reichlich enttäuschend ist.

Dafür kann die "Unrated Extended Edition" bei der Verpackung auftrumpfen. Das Doppel-Amaray-Case steckt nämlich in einem schicken, durchsichtigen und bedruckten Plastik-Schuber, sodass das Set relativ edel wirkt.

     
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
     
Bildtest:

Bei der Erstauflage Anfang 2004 schrieben wir: "Deutlichstes Problem des Bildes ist die nur gute Detailzeichnung". Dieser Satz muss bei dieser Ausgabe relativiert werden, denn gerade in Bezug auf die Detailzeichnung kommt diese Extended Edition mit einem sichtbar besseren Ergebnis daher. Gesichtsporen wirken zum Beispiel nicht mehr glatt "gebügelt" und insgesamt erscheint das Bild auch nicht mehr wesentlich zu weich.

So haben wir es mit einem sehr ansprechenden Transfer zu tun. Der Kontrast ist - für Columbia-Verhältnisse schon fast ein Wunder - ohne jeden Tadel. Das liegt mit Sicherheit daran, dass der Film durchgehend einen sehr düsteren Look hat, bei dem es nicht das Problem gibt, dass er zu dunkel wirken könnte, wie das bei anderen Columbia-DVDs wie "Bad Boys II" oder "S.W.A.T." der Fall gewesen ist. Hier passt der dunkle Kontrast perfekt, weil der Film eben diesen Look hat und auch gar keinen frischen und fröhlichen "Touch" vertragen würde.

Durch Stilmittel wurde die Farbdarstellung stark verfremdet. Das Bild bildet durchgehend eher unterkühlte und blasse Farben ab, die vom Grundton her in eher bläuliche bis violette Farben getaucht sind. Auch hier gibt es im Rahmen der verlängerten Fassung leichte Änderungen. Der blaue Grundton als Stilmittel findet sich nun teilweise in anderen Szenen als noch in der Kinofassung wieder. Gesichter gehen dabei leicht ins Rosa, was aber wohl kein Fehler der DVD, sondern Teil des Stilmittels sein dürfte.

Nicht erwähnen muss man im Grunde, dass der Transfer so gut wie rauschfrei ist und auch keine Defekte wie Drop Outs aufweist. Alles andere wäre bei einem Film aus 2003 aber auch enttäuschend gewesen. Wobei jedoch die bessere Detailschärfe indirekt im Zusammenhang mit dem Rauschverhalten stehen dürfte. Offenbar wurde nämlich bei dieser Neuauflage kein Rauschfilter mehr eingesetzt - keine Angst, das Bild ist trotzdem ausgesprochen rauscharm -, was zu mehr "Knackigkeit" des Bildes geführt hat.

So bleibt am Ende nur ein weiteres Mal Tadel auszusprechen - für die absolut indiskutable Bilddatenrate. Die Extras hätten eindeutig auf eine zweite DVD ausgelagert und die Bilddatenrate auf zumindest 5 Mbit/ Sekunde erhöht werden müssen.

     
Wertung:
   (gut - sehr gut)
   
Tontest:

Wie so oft bei Columbia, kann der Ton auch bei "Underworld" auf der ganzen Linie überzeugen. Der Dolby Digital 5.1 Ton ist äußerst dynamisch und vor allem druckvoll. Der Basskanal arbeitet wirklich exzellent, aber nie zu druckvoll, sodass man eventuell abregeln müsste. Doch auch in Bezug auf Räumlichkeit liefert der Ton eine ausgezeichnete Vorstellung ab. Alle Kanäle sind praktisch ständig in Nutzung. Auch die Surroundkanäle bilden da keine Ausnahme. Entweder kommen von hinten Umgebungsgeräusche, Surroundeffekte oder Musik.

Besonders in den Actionszenen macht der Soundtrack so richtig Spaß. Kugeln sausen einem um die Ohren, Explosionen lassen das Wohnzimmer erbeben. Einfach toll. Hier zeigt sich wieder, dass Actionfilme immer noch am besten geeignet sind, um 5.1-Ton so richtig auszukosten.

   
 
Wertung:
  (sehr gut)
       
Gesamtwertung:

Die verlängerte Fassung von "Underworld" dauert knapp zwölf Minuten länger als die Kinofassung und beinhaltet vor allem viele kleine Verändungen. Wer aufgrund des Zusatzes "unrated" ein Gore-Festival sondergleichen erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht sein, da so gut wie alle zusätzelichen oder veränderten Szenen nur story-technische Aspekte betreffen. Welche Fassung nun besser ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Film funktioniert jedenfalls in beiden Fassungen, jedoch erscheinen 133 Minuten Laufzeit fast schon zuviel des Guten.

In jedem Fall stellt diese Ausgabe aber eine Steigerung in Bezug auf die Bildqualität dar. Beim Bonusmaterial vermissen wir zwar die beiden Kommentare der Kinofassung, der neue Kommentar entschädigt jedoch durchaus dafür. Die schöne Hülle tut ein Übriges, um die Gesamtpräsentation in gutem Licht erscheinen zu lassen.

Die deutsche DVD wird aller Voraussicht nach im Oktober erscheinen und mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls diese längere Fassung beinhalten. Zumindest hat Concorde, der deutsche Verleih, diese Fassung von der FSK freigeben lassen. Wir halten euch auf dem Laufenden...

       
 
Wertung:
  (gut)
    
© 1998-2015 by Digital-Movie, Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis darf kein Teil des Werks für irgendwelche Zwecke vervielfältigt oder verändert werden, unabhängig davon, auf welche Art und Weise oder mit welchen Mitteln, elektronisch oder mechanisch, dies geschieht.