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Metropolis

Transit Classics - Deluxe Edition

  

Getestet von Christian Bartsch

  

        
Weitere Informationen zur Disc:
 

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DVD-Daten:

Review Datum: 27.03.2003
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 07.04.2003
   
Deutscher Titel: Metropolis
Originaltitel: Metropolis
Land / Jahr: D 1927
Genre: Klassiker
   
Regie:  Fritz Lang
Darsteller:  Alfred Abel , Gustav Fröhlich , Brigitte Helm , Rudolf Klein-Rogge , Fritz Rasp , Theodor Loos , Heinrich George
       
Bildformat: 4:3 Vollbild
Tonformat: Musik (Dolby Digital 5.1), Musik (Dolby Digital 2.0 stereo), Kommentar Deutsch (Dolby Digital 2.0 stereo), Kommentar Englisch (Dolby Digital 2.0 stereo)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
       
Menü: animiertes Menü
Booklet: Einleger mit Hintergrundinfos zur Restauration
Verpackung: DigiPak
Kapitel: 99
Laufzeit: 118 Minuten
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer und DVD 5 / Single Layer
Anbieter: Universum Film Home Entertainment
     
Testequipment: Für den Test genutztes Equipment:

AV-Receiver: Marantz SR9300 (THX UltraII, Dolby Digital EX, DTS-ES)
DVD-Player: Pioneer DV-868AVi-S (Dolby Digital, DTS, DVD Video, DVD Audio, SACD) mit Chiptech.de Modifikation
Blu-ray-Player: Sony Playstation 3 (HDMI)
HD-DVD-Player: Toshiba HD-XE1 (HDMI)
TV: Panasonic TX-32PD50D (100 Hz, 16:9, progressiv via YUV)
Beamer: JVC DLA-HD1 und Dreamvision DreamBee (1080p24, D-ILA, HDMI über DVDO IScan VP50)
Lautsprecher: Monitor Audio Gold Reference Series 7.1 (2 x GR60, 1 x GR Center, 4 x GRfx, 1 x FB212)
Remoting: Philips Pronto SBC RU990

          
Inhalt:

Der Industriemagnat Johann Fredersen herrscht über die zweigeteilte Stadt Metropolis. In den Hochhäusern residieren die Herren, die Arbeiter leben tief unter der Erde. In den "ewigen Gärten", in denen sich die Söhne der Reichen vergnügen, taucht Maria auf, die Heldin aus der Unterstadt, und plädiert für die Befreiung der Unterdrückten. Freder, der Sohn des Herrschers, bewundert die Frau und verliebt sich in sie. Sein Vater beauftragt den Erfinder Rotwang, dem Roboter, an dem dieser arbeitet, das Aussehen Marias zu geben; die künstliche Maria soll die Arbeiter aufwiegeln, damit um so rigoroser gegen sie vorgegangen werden kann.

Der Plan hat Erfolg; die wütenden Arbeiter zerstören die Maschinen, überfluten damit aber auch ihre unterirdische Stadt. Maria und Freder retten die Kinder; zum Finale reichen sich Fredersen, sein Sohn und der Werkmeister die Hand.

    
DVD-Review:
       
Besonderheiten:

"Metropolis" bringt eine ganze Ecke mehr mit, als so manch neuer Film. Dies kann man aber auch erwarten, schließlich ist "Metropolis" nicht nur ein Klassiker, sondern auch gleich noch als Doppel-DVD erhältlich.

Auf der ersten DVD befindet sich nicht nur die (natürlich neue eingespielte) Originalmusik, sondern auch zwei Kommentare. Beide werden von Filmhistoriker und "Metropolis"-Kenner Enno Patalas gesprochen. Dabei handelt es sich im Prinzip um inhaltsgleiche Kommentare, nur dass einer auf Englisch vorgetragen wird. Patalas spricht sehr ruhig, dazu kommt, dass der Kommentar bereits aufgeschrieben wurde, so dass es sich also mehr um einen Vortrag als um einen lebhaften Live-Kommentar handelt.

Auf der zweiten DVD befinden sich zwei Dokumentationen. Die erste ist eine Art Filmanalyse von Patalas, der nicht nur die Entstehung des Films beleuchtet, sondern auch immer wieder Parallelen zur expressionistischen Kunst aufzeigt. Auch werden hier etliche andere Stummfilme angesprochen, die in direktem oder indirektem Zusammenhang zu "Metropolis" stehen.

Ein weiteres Extra ist ein nur knapp neun Minuten langer Clip über die Restauration, die von Martin Koerber präsentiert wird. Hier erfährt man, was technisch getan werden musste, um "Metropolis" vom Dreck der Jahrzehnte zu befreien.

Abgerundet werden die Extras von einer Reihe von Fotos, die nicht nur die Darsteller, sondern auch wieder die Entstehung dieses Meilensteins dokumentieren. Letztlich gibt es noch 13 Biografien von Stab und Darstellern.

   
 
Wertung:  
     (befriedigend)
     
Gestaltung:

Beim Menü hat sich Transit Film auf das Wesentliche beschränkt. Generell kann man aber eigentlich nicht meckern, denn die Gestaltung kommt dem Stil von "Metropolis" und der klaren Linienführung schon sehr nah.

Das im Detail viel Arbeit investiert wurde, zeigt u.a. die komplett animierte Kapitelauswahl.

     
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
     
Bildtest:

Für die Restaurationsarbeiten wurden das Originalnegativ und etliche Kopien weltweit zusammengetragen und beim deutschen Abtaster Alpha-Omega mittels modernster Technik in den Computer gescannt. Das dabei verwendete Wet-Gate Verfahren benutzt dazu während des Scannens eine Emulsion, die bereits feine Kratzer und Staubpartikel beseitigt.

Der anschließende Prozeß muss einer wahren Selbstgeißelung gleichgekommen sein, denn wer schon einmal generell im Schnitt gearbeitet hat, der weiss, wie schwer es bereits manchmal ist, aktuell gedrehtes Material aus technisch verschiedenen Kameras aneinander anzugleichen. Im vorliegenden Fall musste über 75 Jahre altes Material aus verschiedensten Quellen aneinander angeglichen werden. Dabei wurden teilweise Szenen auf Materialien verschiedenster Herkunft zusammengestellt. Hier war die Restauration besonders aufwändig, da das gealterte und teilweise schon recht "windschiefe" Material ohne erkennbare Schnitte zusammengefügt werden musste.

Das Ergebnis ist, ohne den Mund zu voll zu nehmen, einfach fantastisch. Existierten bis jetzt durchweg nur grausam verstümmelte und von der Bildqualität her erschreckende Billig-DVDs, so lässt die jüngst hergestellte Scheibe wirklich keine Wünsche offen. Was die Sauberkeit angeht, können sich sogar einige Filme aus jüngerer Zeit ein deutliches Beispiel nehmen. Selbst Risse wurden in mühevoller Handarbeit retuschiert.

Die Bildschärfe ist auf hohem Niveau und es erstaunt, wieviel Detail noch in so manch eingelagertem Negativ gesteckt hat. Löblich zu erwähnen ist, dass die digital neu erzeugten Passagen sich sehr homogen in das Gesamtergebnis einfügen.

In Anbetracht des Alters ist dies die beste Restauration, die wir bis jetzt zu sehen bekommen haben. Auch die Kompression ist sichtbar gut geworden, wenngleich natürlich ein dermaßen bereinigtes Ausgangsmaterial eine Erfrischung für jeden Endcoder sein dürfte.

Nicht ganz so lecker sehen leider die Beispiele auf der Bonus-DVD aus. Hier hat der vor der Kompression eingesetzte Rauschfilter dafür gesorgt, dass die helleren Bildteile vor dem, durch den Rauschfilter unbewegten, Hintergrund sichtbar schwimmen.

Dennoch - der Hauptfilm kann vollends überzeugen wird diesem Meilenstein der Filmgeschichte sicher gerecht.

     
Wertung:
   (gut - sehr gut)
   
Tontest:

Der Ton zum Film liegt sowohl in stereo, als auch als recht gelungener 5.1 Upmix im Format Dolby Digital vor. Dabei handelt es sich um die neu eingespielte Originalmusik der Premierenfassung von Gottfried Huppertz.

Natürlich kann man hier schwer vergleiche zu aktuellen Filmen ziehen. Effekte gibt es keine, und da auch nie gesprochen wird, gibt es eben nur die Orchestermusik, die das Geschehen begleitet.

Rein technisch gibt es nichts zu beanstanden, im Gegenteil. "Metropolis" klingt bombastisch und hoffentlich genau so dynamisch, wie dies einst der Fall war.

   
 
Wertung:
  (gut)
       
Gesamtwertung:

Traurig aber wahr: Fritz Lang´s Film hat erst seit den 80er Jahren eine wahre Renaissance erfahren. Doch der Weg zum Ruhm war lang und steinig. Die 1927 gezeigte Premierenfassung mit einer Laufzeit von fast drei einhalb Stunden endete in einem finanziellen Fiasko. Nur 15.000 Zuschauer sahen sich den Film an, so dass die Ufa den Titel zurückzog um ihn umzuschneiden. Auch die für den ausländischen Markt hergestellte Paramount-Fassung wurde umgeschnitten, bevor sie in Übersee veröffentlicht wurde.

Vom ursprünglichen Film ist sind heute nur noch drei Viertel erhalten, der Rest gilt bis zum heutigen Tag als verloren. Es ist darüber hinaus unwahrscheinlich, dass nach den intensiven Bemühungen und Recherchen noch irgendwo verstecktes Material existiert.

Daher erstrahlt "Metropolis" zwar in neuem Glanz, hinterlässt aber den bitteren Nachgeschmack, dass hier ein Teil Kulturerbe unwiderbringlich verloren gegangen ist.

Die DVD-Umsetzung ist endlich erstmals dieses Titels würdig. Die bis dato erhältlichen Fassungen waren nicht nur nicht komplett, sonder auch meist von nur sehr minderwertiger Qualität.

Um es klar zu sagen: "Metropolis" ist kein Film, den man sich mal eben zwischendurch anschaut. Zu sehr haben sich unsere Sehgewohnheiten durch die Einflüsse des Hollywood-Systems geändert und es ist immer wieder schwierig, nicht in Gedanken abzuschweifen, wenn der Film die ein oder andere Länge entwickelt. Doch es lohnt sich, der Geschichte zu folgen. Nicht nur weil der Plot durch seine sozialkritische Aussage immer noch aktuell ist. Die Special Effects sind auch heute noch sehr schön anzusehen und es erstaunt, was alles möglich war, bevor Konrad Zuse und andere Erfinder die Welt durch den elektronischen Fluss von Informationen revolutionierten.

       
 
Wertung:
  (befriedigend - gut)
  

 
 
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