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Leni Riefenstahls Triumph des Willens

Triumph of the Will

  

Getestet von Stefan Paulmayer

  

        
Weitere Informationen zur Disc:
 

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DVD-Daten:

Review Datum: 22.08.2002
Verleihfenster: nein
Im Handel ab: 27.10.2000
   
Deutscher Titel: Triumph des Willens
Originaltitel: Triumph des Willens
Land / Jahr: Deutschland 1934
   
Regie:  Leni Riefenstahl
Bildformat: 4:3 Vollbild
Tonformat: Deutsch, Audiokommentar Dolby Digital 2.0 Mono
Untertitel: Englisch
       
Menü: interaktives Menü
Booklet: ja
Verpackung: Amaray Box
Kapitel: 18
Laufzeit: 110 Minuten
TV Norm: NTSC
FSK: keine FSK Freigabe, sondern NR
Regional Code: Code 1
Disk Typ: DVD 5 / Single Layer
Anbieter: Synapse Films
     
Testequipment: Zusätzliches für den Test benutztes Equipment:

AV-Receiver: Pioneer VSX-D1011 (THX Select, Dolby Digital EX, DTS-ES)
HD-DVD-Player: Toshiba HD-EP10 (HDMI)
Blu-ray-Player: Samsung BD-P1000 (via HDMI) und Panasonic DMP-BD50 (via HDMI, PCM 5.1, 1080p24)
TV: Loewe Aventos 3981 ZW (100Hz, 16:9)
Beamer: Sanyo PLV-Z4 (kalibriert auf 6500K, Gamma 2.2)
Lautsprecher: Canton 4 x CT 220, 1 x CT 20 CM, 2 x Plus XL, AS25


unser Referenzequipment:

AV-Receiver: Marantz SR9300 (THX UltraII, Dolby Digital EX, DTS-ES)
DVD-Player: Pioneer DV-868AVi-S (Dolby Digital, DTS, DVD Video, DVD Audio, SACD) mit Chiptech.de Modifikation
Blu-ray-Player: Sony Playstation 3 (HDMI)
HD-DVD-Player: Toshiba HD-XE1 (HDMI)
TV: Panasonic TX-32PD50D (100 Hz, 16:9, progressiv via YUV)
Beamer: JVC DLA-HD1 und Dreamvision DreamBee (1080p24, D-ILA, HDMI über DVDO IScan VP50)
Lautsprecher: Monitor Audio Gold Reference Series 7.1 (2 x GR60, 1 x GR Center, 4 x GRfx, 1 x FB212)
Remoting: Philips Pronto SBC RU990

          
Inhalt:

Lange haben wir überlegt, ob wir dieses Review bringen sollen, ja überhaupt dürfen. Und nach langem hin und her sind wir zu dem Schluss gekommen - ja, wir dürfen und wir MÜSSEN sogar. Nicht nur für Historiker stellt die hier vorliegende DVD nämlich eine ausgezeichnete Informationsquelle dar, die ungeschönt und unzensiert einen Einblick in die nationalsozialistische Propaganda bietet. Anlässlich des 100ten Geburtstages von Leni Riefenstahl hatten wir nun auch ein passendes Datum gefunden, an dem unser Review online gehen kann. Der Tod Leni Riefenstahls, etwa genau ein Jahr später, eignet sich, den Titel wieder hervorzuholen und an ihn zu erinnern.

Dies soll freilich keine Huldigung Leni Riefenstahls sein, es soll nicht als Ehrerbietung oder Ähnliches verstanden werden - vielmehr wollen wir einen kritischen Blick auf die Regisseurin werfen, die immer wieder beteuerte, nichts von Hitlers wahren Plänen gewusst zu haben.

Diese Ansichtsweise fällt anhand der beiden auf dieser DVD vorgestellten Propaganda-Filme von Regisseurin Riefenstahl schwer.
Mittels perfekter Technik verstand es Riefenstahl gekonnt, Adolf Hitler und seine Nazi-Kollegen ins "rechte" Licht zu rücken - das Volk wurde durch manipulativen Heroismus und Emotionen hinter dem "Führer" vereint und Riefenstahl hatte daran regen Anteil.

Zum Film selbst gibt es an sich nicht allzu viel zu sagen - jeder, der den Kauf dieser DVD in Erwägung zieht wird über die Hintergründe und den groben "Inhalt" des Filmes wohl Bescheid wissen. Allen anderen sei gesagt, dass der Film einfach nicht mehr bietet, als Nazi-Paraden, Parteitagsreden und zum Himmel schreienden Patriotismus.

    
DVD-Review:
       
Besonderheiten:

Zwei "Extras" wurden dem Film beigestellt und beide Features sind äußerst interessant.

Als erstes wäre da der Audiokommentar mit dem amerikanischen Historiker Dr. Anthony Santoro. Was für uns vielleicht als Überangebot an Information wirken mag – da wir uns in der Schule ausführlich mit dem Nationalsozialismus beschäftigt haben – ist für das Hauptzielpublikum in Amerika sicherlich notwendig, um den Film "verstehen" bzw. überhaupt einordnen zu können. Er erklärt sehr ausführlich die historischen Hintergründe der Machtergreifung der Nationalsozialisten und geht auch sehr genau und gewissenhaft auf das Geschehen im Film ein. Man sollte "Triumph des Willens" auf jeden Fall auch einmal mit diesem Audiokommentar gesehen haben.

Außerdem findet man auf der DVD den etwa 17-minütigen von der NSDAP in Auftrag gegebenen und von Leni Riefenstahl Propagandafilm "Tag der Freiheit". Ebenso wie "Triumph des Willens" werden monumentale Bilder mit heroischer Musik kombiniert – die Botschaft ist wiederum klar: tretet der Wehrmacht bei, ihr deutschen Söhne. Unter den Augen "des Führers" beweisen deutsche Soldaten bei einer Truppenübung ihr Heldentum – die wahren Auswirkungen von Krieg (Verstümmelungen, Tod, Verzweiflung) weiß Riefenstahl gekonnt außen vor zu lassen. Der Soldat steht als Held dar, der einen quasi "sauberen Krieg" führt, um das "Vaterland" zu retten. Es fällt auch anhand dieses Filmes immer schwerer Riefenstahl zu glauben, dass sie das wahre Ausmaß des Nationalsozialismus nicht ahnen konnte. Wer solche Filme produziert – in ihrer Botschaft eindeutig, manipulativ in der Aussage – ist geistig mitschuld daran, dass Hitler und seine Schergen ihr Werk vollenden konnten.
Und wir alle sollten uns vor Augen halten, dass wir uns – wären wir in einer ähnlichen Situation – wahrscheinlich auch durch so einen Film beeinflussen lassen ließen.

   
 
Wertung:  
     (gut)
     
Gestaltung:

Ganz dem ernsten Thema entsprechend hat man auf unnötige Animation oder Ausgestaltung verzichtet. Was sonst klar zu einem Punkteabzug führen würde, wird hier mit einem "Gut" beurteilt. Es wäre einfach deplaziert gewesen, diese DVD mit einem verspielten, Disneyland-Menü auszustatten.

     
 
Wertung:
  (gut)
     
Bildtest:

Mit aktuellen Filmen braucht man "Triumph des Willens" erst gar nicht zu messen – in so einem Vergleich muss das Urteil vernichtend ausfallen. Doch legt man zugrunde, dass der Film gute 68 Jahre alt ist, muss man sich überrascht von der guten Qualität zeigen. Zwar wirkt das Bild durchgehend zu dunkel, doch hat man das Bildrauschen sehr gut in den Griff bekommen. Natürlich ist es vorhanden, doch kann die DVD – was das Rauschverhalten betrifft – selbst mit wesentlich neueren Filmen problemlos mithalten. Die Bildschärfe ist verhältnismäßig gut.

Natürlich ist das Bild nicht frei von analogen Fehlern – Drop Outs, Schmutzpartikel und andere Bildfehler (Fäden von oben nach unten) sind oft anzutreffen.
Beurteilt man das Bild anhand dessen, was möglich gewesen wäre, so kann man es mit "Gut" bewerten. Bei objektiver Betrachtung ist das Maximale des Machbaren getan worden, um das Bild zu restaurieren.

Die Bildqualität des Bonusfilms "Tag der Freiheit" fällt im Vergleich herbe herab – diesem Film sieht man sein Alter ganz klar an. Hier hat man offensichtlich keine mühevolle Restauration vorgenommen.

     
Wertung:
   (gut)
   
Tontest:

Über den Mono-Ton ist nur recht wenig zu sagen. Es rauscht recht viel, die Sprachverständlichkeit ist aber gegeben, was bei einem solchen Film wohl das Entscheidende ist. Aufgrund des Alters sind diese Mängel jedoch nicht weiter verwunderlich und sogar zu erwarten gewesen.

Wie immer sehen wir bei Mono von einer Bewertunsgnote ab.

   
 
Wertung: -
  (keine Wertung)
       
Gesamtwertung:

Rund um den Nürnberger Parteitag 1934 entstand dieses Propaganda-"Meisterwerk", das fast sämtliche Nazi-"Größen" in flammenden Parteitagsreden präsentiert.
Nun kann man sich "Triumph des Willens" auch als DVD nach Hause holen - eigentlich geradezu pervers, könnte man auf den ersten Blick meinen.

Doch die DVD liefert einen wichtigen Baustein, um die Menschen, die zur Nazizeit in ihren Jugendjahren waren, verstehen zu können. Wobei verstehen nicht gleichzusetzen mit "entschuldigen" ist, denn entschuldigen kann man den blinden Gehorsam eines Großteils der Bevölkerung nicht (wohlgemerkt: es gab viele, bekannte oder nicht bekannte Ausnahmen, die sich aktiv gegen das System gestellt haben), der letztendlich zu Auschwitz geführt hat.

Man sollte sich Zeit nehmen und den Film auf sich wirken lassen - dann lohnt sich der Kauf dieser DVD für jeden geschichtlich Interessierten auf jeden Fall.

"Triumph des Willens" ist ein Mahnmal und ein Appell, nie wieder blind auf Propaganda zu vertrauen. Auch wenn heute einige der eingeschnittenen Szenen plump und unglaublich wirken - aus filmgeschichtlicher Sicht ist dieser Titel eigentlich ein Muss. Eine Dokumentation, die keine ist, sondern ein sauber inszenierter Werbefilm mit Hitler als Hauptdarsteller.

Hinweis: Wer sich näher mit dem Thema Propaganda-Film befassen möchte, dem empfehlen wir das hervorragende Buch von Daniel Knopp "NS-Filmpropaganda", das im Tectum-Verlag erschienen ist (ISBN 3-8288-8602-7), und eine umfangreiche Filmanalyse zu diesem Titel enthält.

       
 
Wertung:
  (gut)
  

 
 
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