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   02.05.2006 - Rubrik: Redaktion  
  Kolumne: Monatsrückblick April 2006
 
 

Der April 2006 wird in die Geschichte des Heimkinos eingehen als der Monat, in dem das Heimkino ein weiteres Mal revolutioniert wurde. Auch wenn in Online-Foren heftig gestritten wird, ob der Sprung von der VHS zur DVD oder der von der DVD zur HD-DVD bzw. Blu-ray Disc höher (gewesen) ist, dürfte dennoch außer Zweifel stehen, dass mit dem ersten digitalen scheibenbasierten HDTV-Medium das Heimkino einen weiteren Sprung nach vorne machen dürfte. Damit wird nun endgültig eine Qualität erreicht werden können, die der von Kinos nicht mehr wesentlich nachsteht. Neben dem Bild wird ja auch der Ton einen gewaltigen Sprung nach vorne machen, so wird es nunmehr fast unkomprimierten Tongenuss geben - geeignete Geräte natürlich vorausgesetzt.

Um den 20. April 2006 herum also ist das erste HD-Medium gestartet, die HD-DVD von Toshiba. Damit hat dieses Format einen Vorsprung von knapp zwei Monaten vor der Blu-ray Disc, die wohl erst im Frühsommer starten wird, zumindest von der Hardware-Seite her. Die ersten bespielten Blu-ray Discs von Sony werden Ende Mai im Handel sein. Wie sich der "Formatkrieg" dann entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedenfalls schon absehbar - preislich werden sich die Discs nichts nehmen, die ersten Blu-ray Discs sind bereits vorbestellbar und liegen preislich teilweise sogar unter einigen HD-DVDs, namentlich jenen von Universal. Das Argument, dass die HD-DVD viel billiger sei, scheint sich in der Praxis auf den Konsumenten also nicht auszuwirken, was die Hardware letztlich am freien Markt kosten wird, bleibt freilich abzuwarten. Dabei sollte man auch bedenken, dass die Blu-ray Disc als Trägermedium für die PS3-Games verwendet wird, daher scheint es mittel- bis langfristig sogar logisch, dass die Blu-ray Disc auf Dauer das für den Konsumenten günstigere Format werden könnte - schließlich werden wesentlich mehr Games produziert werden als Film-Discs, für die Stückkosten einer Blu-ray Disc wird sich dies aber natürlich dennoch preissenkend auswirken.

Was also können die ersten HD-DVDs? Hier können wir uns nur auf die Meldungen verschiedener US-Kollegen stützen, z.B. auf Bill Hunt und sein Team von The Digital Bits.com, der wohl angesehensten US-Heimkino-Site. Er berichtet von Anfangsschwierigkeiten der HD-DVD. So sollen die Player an die 45 Sekunden zum Booten benötigen, was in dem Moment, in dem man sich gierig einen HDTV-Film ansehen möchte, wahrscheinlich eine kleine Ewigkeit darstellt. Und während der Filmwiedergabe soll es laut Hunt immer wieder zu kleineren Aussetzern kommen, die dann in asynchroner Tonwiedergabe münden. Unter Umständen bezahlen Toshiba bzw. vielmehr die "Early Adopters" den frühen Start mit noch nicht behobenen Kinderkrankheiten. Ob die Blu-ray Disc im Juni bzw. Juli mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wird, wird sicherlich eine interessante Frage sein.

Interessant wird es auch zu erfahren, ob die HD-DVD langfristig tatsächlich den Regionalcode fallen lassen wird. Die ersten HD-DVDs sind scheinbar ohne Regionalcode erschienen und auch die erste Playergeneration kommt offenbar ohne entsprechende Vorrichtung aus. Wahrscheinlich ist aber, dass man aus Zeitgründen bei der ersten Baureihe auf den Code verzichtet hat. Beantworten wird man die Frage wohl erst können, wenn die HD-DVD zumindest für Europa mit technischen Details angekündigt wird.

Zwar hat Canal Plus bereits für Sommer 2006 an die 30 HD-DVDs für Deutschland, Frankreich und England angekündigt, über technische Details gibt es allerdings bislang keine näheren Informationen.

DVDs betreffend herrschte im April mehr oder weniger "business as usual". Die einzigen wesentlichen Highlights stellten dabei wohl der Anfang April erschienene Peter Jackson-Kracher "King Kong" sowie "Harry Potter und der Feuerkelch" dar. Ansonsten herrschte vor allem "Krabbeltisch-Atmosphäre". An diese scheint sich auch Warner Home Video angepasst zu haben, erscheinen doch neuerdings Filme wie "Kiss Kiss Bang Bang" gänzlich ohne Extras. Aber mit Filmen, die aufgrund gesunkener Nachfrage nach zwei Monaten sowieso im Nice Price-Segment geführt werden (müssen), gibt man sich scheinbar gleich gar keine Mühe.

Apropos Warner Home Video - sein Download-Service "In2Movies" ist nun gestartet - scheinbar mit so großem Erfolg, dass man die Start-Aktion "Gratis Harry Potter" gleich um eine weitere Woche verlängern musste. Aber was erwartet man auch - zum Preis einer DVD bekommt man ein Video-File, das man zwingend nur über den Windows Media Player betrachten kann, das entgegen der Bewerbung eben keine DVD-Qualität bietet und das den 5.1-Ton noch dazu in einem Format codiert, das so gut wie niemand auf seinem Heimkino-Equipment abspielen kann. Noch dazu scheint laut Berichten von Heise.de die Download-Zeit im Moment noch etwas langsam zu sein.

   
Quelle: Digital-Movie.de (sp)
    
 

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