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   31.01.2006 - Rubrik: Allgemein  
  Neue Rubrik: Der Monatsrückblick
 
 

An dieser Stelle starten wir einen "Probelauf" für eine neue Rubrik, die bei Annahme durch die Leser regelmäßig zu finden sein wird. Der Monatsrückblick soll in kompakter Form die Geschehnisse auf dem Heimkinomarkt im letzten Monat zusammenfassen, noch einmal besonders spektakuläre Entwicklungen in Erinnerung rufen und gegebenenfalls besonders gelungene DVDs noch einmal würdigen. Außerdem werden wir - teils auch mit spitzer Zunge - verschiedene Entwicklungen kommentieren.

Der Januar 2006 dürfte als historischer Monat in die Annalen der Heimkino-Geschichte eingehen. Mancher mag dies übertrieben finden, im Endeffekt ist dies aber so, wurden doch auf der in Las Vegas stattfindenden Consumer Electronics Show (CES) erstmals die beiden potenziellen DVD-Nachfolger der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Zwar sind immer noch viele Details zu beiden Formaten unbekannt (z.B. die Frage der Regionalcodes, zu denen es bislang nur mehr oder eniger inoffizielle Statements gibt), wir kennen nun aber zumindest in groben Zügen die ersten Titel für beide Formate und wissen zumindest für die HD-DVD auch ein konkretes Veröffentlichungsdatum, nämlich den März 2006. Sollte diese Rubrik bis dahin überlegen, wird es im übernächsten Monatsrückblick sicher viele neue und interessante Dinge zur HD-DVD zu berichten geben.

Auf jeden Fall dürfte 2006 aber das Jahr der "High Definition" werden. Rascher als manche erwartet haben, stehen nun bereits gute neun Jahre nach Einführung der DVD die nächsten digitale Formate bereit, die es jedoch ungleich schwerer haben werden, sich am Markt zu positionieren als es bei der DVD der Fall war - konnte doch bei der DVD jeder Mensch mit einem 50 cm-TV den Qualitätsunterschied zur VHS-Kassette erkennen, wohingegen man für HDTV jedenfalls neue Displays oder Beamer anschaffen wird müssen, die bislang noch eher wenig verbreitet sind, wenngleich die Nachfrage stetig steigt. Gerade daher ist es unverständlich, wieso die Filmindustrie ständig über neue Wege nachdenkt, wie sie dem Konsumenten eine HD-Scheibe vermiesen kann, anstatt dass Überlegungen angestellt würden, wie man die Menschen flächendeckend zum Umstieg auf das qualitativ eindrucksvolle HDTV bewegen könnte. So scheint es im Moment fraglich, ob eine HD-Scheibe - egal welchen Formats - auf dem US-Markt überhaupt eine Chance haben wird, nachdem die Hollywood-Studios nun scheinbar mit ihrem Plan ernst machen und die volle HDTV-Ausgabe nur über digitale Schnittstellen wie HDMI zulassen wollen - wer nur ein Gerät mit YUV-Anschluss sein Eigen nennt, wird voraussichtlich von den meisten HD-DVDs und Blu-ray Discs nur mit heruntergerechneten, leicht über NTSC-Qualität liegenden, Bildern versorgt werden. Wäre kein Problem, hätten die meisten Geräte schon HDMI, was aber gerade in den USA nicht der Fall ist. Dort tummeln sich zwar je nach Quelle zwischen 10 und 20 Mio. HDTV-Fernseher - so wie es im Moment aussieht, wird davon aber nur ein kleiner Teil die neuen Scheiben in tatsächlicher HDTV-Auflösung wiedergeben können. "Erfreulich" ist wenigstens, dass auf dem Cover gekennzeichnet werden muss, wenn die Disc nur die heruntergerechnete Auflösung über YUV unterstützt. Prostmahlzeit...

Für den deutschen HDTV-Markt stellt der Januar 2006 wohl einen Wendepunkt dar. Konnte der Konsument bislang nur die mehr oder minder gelungenen HDTV-Versionen von Sat.1 und ProSieben empfangen, so steht ab 28.1.2006 mit Premiere HD der erste deutsche Pay-TV-Sender zur Verfügung, der regelmäßig und ausschließlich HDTV übertragen wird. Nach mehrmaligem Verschieben und einer "Feldtestphase" geht Premiere HD mit drei Kanälen quasi "in Serie". Neben einem Sportkanal kann der Abonnent sich auch über einen Film- und Doku-Kanal freuen. Wobei freuen relativ ist, muss er doch zwingend neben dem HD-Abo auch Premiere komplett abonnieren, um sämtliche HD-Kanäle empfangen zu können. Was schlappe 60 EUR im Monat ausmacht, womit HDTV auf Premiere wohl eine mehr oder weniger geschlossene Veranstaltung von "Freaks" bleiben dürfte. Immerhin muss man aber anerkennen, dass Premiere überhaupt den Schritt in Richtung HDTV setzt.

Am letzten Tag des Monats sorgte übrigens noch Warner Home Video für Erheiterung. Das Medienhaus kündigte an, ab März erstmals legalen Filmdownload auf P2P-Basis ermöglichen zu wollen. Eigentlich keine schlechte Idee, wäre da nicht der Verkaufspreis, der in den Köpfen der Warner-Manager herumgeistert: dieser soll nämlich etwa dem Preis einer Kauf-DVD entsprechen. Zwar gibt es noch keine technischen Details, aber selbst bei Verwendung effizienter Codecs wie MPEG4/H.264 dürften die Filme dennoch mehrere GB an Transfervolumen verschlingen. Auch dürfte wohl die mit Sicherheit verwendete Sicherung durch digitale Systeme viele Leute vom Kauf abhalten.

Auf dem DVD-Markt hat sich im Januar hingegen eher wenig getan. Die einzig wirklich interessanten Neuheiten auf DVD stellen wohl "Die Insel" und "Mr. & Mrs. Smith" dar. Zweiterer vor allem auch wegen einer neuen Kopierschutzmaßnahme, die ebenso unsinnig wie unwirksam ist, aber dennoch PC-Besitzer, die ihre DVDs z.B. über einen so genannten Media PC betreiben, zur Weißglut treiben dürfte, lässt sich das Programm doch nicht ohne vorherige Registrierung wieder entfernen. Zumindest muss man Kinowelt aber konstatieren, durch diese Aktion überhaupt irgendeine Art von Leben in den DVD-Markt gebracht zu haben, der in letzter Zeit nur wenig Aufregendes zu bieten hat. Tja, mittlerweile ist die DVD zum Massenmedium geworden und hat dadurch nicht unwesentlich den Glanz früherer Tage verloren. Aufgrund gesunkener Verkaufspreise kommen die DVDs immer unspektakulärer daher und machen oftmals einen sehr lieblosen Eindruck. Eindeutig ist zu erkennen, dass die DVD-Industrie dem Trend zur Billig-DVD Rechnung getragen hat, was aber zwangsläufig auch mit einer herunter gefahrenen Ausstattung einhergeht. Irgendwie muss schließlich finanziert werden, dass DVDs heute nach guten ein bis zwei Monaten schon auf dem Ramschtisch "verscherbelt" werden. Schuld daran ist übrigens ganz eindeutig der deutsche Konsument. Ein Blick nach z.B. Frankreich zeigt, dass in jenen Märkten, in denen der Kunde noch bereit ist, durchschnittlich mehr als 7,99 - 12,99 EUR pro DVD zu bezahlen, auch die Ausstattung oftmals wesentlich besser ist als in Deutschland. Aber Geiz ist ja nun einmal so geil...

Gerne nehmen wir eure Kritik - vor allem den letzten Absatz betreffend - entgegen...

   
Quelle: Digital-Movie.de (sp)
    
 

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