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   19.06.2006 - Rubrik: Allgemein  
  In2Movies im großen Digital-Movie-Test
 
 

Im April dieses Jahres ist die Download-Plattform "In2Movies" von Warner Home Video gestartet. Nach zwei Monaten Vollbetrieb nehmen wir In2Movies nun unter die Lupe.

Das Angebot
Einige Zeit nach dem Start bietet die Download-Plattform von Warner Home Video nun schon einige neuere und ältere Filme sowie TV-Serien. Wobei das Angebot gerade bei den TV-Serien nicht ganz stichhaltig erscheint. So sind von verschiedenen Serien zwar viele Episoden auswählbar, leider scheint im Moment aber keine kompletten Staffeln angeboten zu werden, was das Ganze ein wenig witzlos erscheinen lässt - wer braucht schon Einzelepisoden ohne jeden Zusammenhang?

Da das Angebot im Moment auf Titel aus dem Hause Warner beschränkt ist, ist die Auswahl insgesamt natürlich nicht überwältigend groß. Zumindest aber die wesentlichen Neuheiten wie "Die Geisha", "Kiss Kiss Bang Bang" und "Harry Potter" finden sich im Angebot.

Die Preise
Nachdem die Preise bei Filmen bei ungefähr 14,99 EUR gestartet waren, werden viele neuere Filme nun schon um 12,99 EUR angeboten - vielleicht kann man daraus schließen, dass das Angebot doch nicht so wahrgenommen wird, wie man es sich erhofft hatte. So gibt es beispielsweise Neuheiten wie "Die Geisha" und "Frau mit Hund sucht Mann" um 12,99 EUR angeboten, lediglich "Harry Potter und der Feuerkelch" kostet noch 14,99 EUR. Selbst brandneue Filme wie "Syriana" werden bereits für 12,90 EUR beworben - damit scheinen die Preise doch ein bisschen unter dem DVD-Niveau angesiedelt, was freilich auf den Backkatalog nicht zutrifft - billiger als im DVD-Abverkauf geht es ja teilweise schon gar nicht. Dieses Backkatalog-Angebot ist für 6,99 bzw. 7,99 EUR erhältlich. Fernsehserien kommen auf 0,99 bzw. 1,99 EUR pro Episode.

Wer nicht nur herunterlädt, sondern auch bereit ist, seine Bandbreite für andere User zur Verfügung zu stellen, sammelt übrigens so genannte "MoviesPoints" - diese lassen sich später in Downloads eintauschen. Pro hochgeladenem Film erhält man zwischen 135 (Katalog-Filme) und 220 (Neuheien) MoviePoints, um einen Film zu kaufen, benötigt man zwischen 2.700 und 4.000 Stück. Dieses Punktesystem lohnt sich also nur, wenn man eine unbeschränkte Bandbreite an Downloadvolumen zur Verfügung hat.

Die Funktionalität
Die Funktionalität ist naturgemäß etwas eingeschränkt. Um die heruntergeladenen Filme und Serien ansehen zu können, benötigt man zwingend einen PC mit den entsprechenden Ausgängen sowie ein Fernsehgerät bzw. einen Beamer, der über entsprechende Anschlüsse verfügt. Besitzer neuerer LCD- oder Plasma-Fernseher sowie Leute, die einen Beamer ihr Eigen nennen, werden damit wohl keine so großen Probleme haben - aber Besitzer herkömmlicher Röhrengeräte werden das Angebot so nicht wirklich nutzen können. Natürlich kann man immer auch auf dem PC schauen, aber auf Dauer hat dies wohl auch keinen großen Reiz.

Eventuell wird es in Zukunft möglich sein, die heruntergeladenen Filme im Rahmen der DRM-Kontrolle zumindest einmalig auf DVD zu brennen - im Moment benötigt man zwingend einen Windows-PC mit Microsoft Windows Media Player, andere Player werden die Videos aufgrund der Digital Rights Management-Kontrolle nicht abspielen.

Der von In2Movies verwendete "Gnab Client" erinnert etwas an ITunes und ist insgesamt recht einfach zu navigieren. Noch ist die Zahlung etwas kompliziert geregelt - zwar kann man mit Kreditkarte bezahlen, allerdings nur über den externen Dienstleister FirstGate. Eine direkte Zahlung per Kreditkarte ist daher nicht möglich. Die Anmeldung zu First Gate ist aber relativ problemlos zu vollziehen und kostenlos.

Der Support
Gleich am Anfang hatten wir Probleme bei der Installation, die jedoch selbst verursacht waren, was sich aber erst später herausgestellt hat. Dennoch war der eMail-Support sehr freundlich und engagiert und hat versucht, das Problem rasch zu lösen.

Die Download-Geschwindigkeit
Schneller als erwartet ging der Download von sich. Eine Episode von "Emerygency Room" dauerte knapp 45 Minuten. Im Verhältnis schneller ging da schon der Download von "Kiss Kiss Bang Bang" vonstatten. Die 1,38 GB-Datei benötigte exakt 55 Minuten, womit eine durchschnittliche Download-Rate von etwa 415 kb/ Sek erreicht werden konnte. Dies ist mehr als annehmbar.

Die Bildqualität
Vorweg - die angespriesene "Top-Qualität" erreichte unser Testfilm "Kiss Kiss Bang Bang" nicht, aber - und das ist überraschend - wirklich schlecht war die Bildqualität keineswegs. Mangels eines LCD-TVs mit PC-Anschlüssen, waren wir "gezwungen", unseren DVD vs. In2Movies-Vergleich über unseren Sanyo Z4-Beamer abzuwickeln - natürlich verschärfte Bedingungen für In2Movies, denn anstatt auf einer Diagonale von 82 - 102 cm musste der Download-Film auf einer großen Leinwand gegen die DVD antreten. Aber - und das hört man bei In2Movies sicher gerne - das Ergebnis war gar nicht schlecht.

Kurz aber die Ausgangslage. Die Datei bei In2Movies hat etwa 1,38 GB, die DVD deutlich mehr als doppelt soviel. Die durchschnittliche Bilddatenrate liegt bei etwa 1,5 mpbs, bei der DVD liegt sie bei um die 4,5 bis 5 mpbs. Aber - In2Movies nutzt neuere und scheinbar effektivere Codecs.

Nun aber zum Eingemachten - dem Direktvergleich. Verglichen wurde die über VGA ausgegebene In2Movies-Datei und die deutsche DVD, zugespielt über einen Pioneer 668 mittels HDMI. Der erste Eindruck aus einem Sichtabstand von etwa drei Metern war folgender: "Eigentlich recht ähnlich". Aus der "normalen" Sichtentfernung sahen die beiden Bilder in der Tat recht ähnlich aus. Nur bei sehr konzentriertem Hinsehen ist schon erkennbar, dass die DVD doch die bessere Qualität aufweist. Verringert man den Sichtabstand, geht näher zur Leinwand und betrachtet das Abgespielte genauer, erkennt man aber dann doch deutlich, dass die DVD das (wesentlich) schärfere Bild zu bieten hat - auch kein Wunder, ist die Auflösung der DVD doch ein Stück höher als die des In2Movie-Files. Vor allem die Details sind bei der DVD doch sehr viel klarer und schärfer gezeichnet.

Erfreulich ist jedoch, dass uns sonst keine wesentlichen Probleme aufgefallen sind, vor allem in Hinblick auf die Kompression. Der Hintergrund war durchweg klar, es gab keinerlei Artefakte oder Blöckchenbildung. Insgesamt waren wir positiv überrascht - denn objektiv gesehen, dürfte der Durchschnittskonsument, der nicht gerade einen Direktvergleich mit der DVD durchführt und sich generell an den "normalen" Sichtabstand hält, mit dem Gebotenen zufrieden sein können. Auf einem Fernseher mit geringerer Bilddiagonale müsste der Unterschied zwischen der DVD und In2Movies noch geringer sein.

Die Tonqualität
Etwas ärgerlich ist, dass die Videos, sofern sie mit 5.1-Ton ausgestattet sind, nicht in Dolby Digital, sondern dem Windows Media Player eigenen Windows Media Pro 9-Format codiert sind, wie auch schon die fallweise erschienenen WMV-HD DVD-Roms. Dieses Format lässt sich nur auf wenigen AV-Receivern in 5.1 wiedergeben, sodass man auf dem PC ein weiteres Programm, z.B. das Freeware-Programm "AC3-Filter", benötigt, das in Echtzeit den Ton von WM-Pro 9 auf Dolby Digital umcodiert, sodass es auf dem Receiver korrekt in 5.1 hörbar ist. Zwar haben wir damit keine Probleme, viele Berichte in Foren deuten aber daraufhin, dass die Einstellung von Programmen wie AC3-Filter immer wieder Probleme bereitet.

Hat man diese Probelem erst einmal gelöst, ist die eigentliche Tonqualität gar nicht schlecht. Bezüglich der Effekte auf den hinteren Kanälen sind uns keine wesentlichen Unterschiede zur DVD aufgefallen, lediglich der Center war leiser, was jedoch sicher an unserer Konfiguration von AC3-Filter liegt. Dennoch ist es für den Durchschnittskonsumenten sicher zu mühsam, sich seinen PC so einzurichten, dass er letztlich tatsächlich in den Genuss von 5.1 kommen kann.

Ein ganz wesentlicher Nachteil von In2Movies ist, dass es zumindest zur Zeit noch keine anderen Sprachen außer Deutsch gibt. Technisch wäre es durchaus möglich, auch Englisch anzubieten, davon wird aber im Moment kein Gebrauch gemacht. Wer also gerne Originalversionen anschaut, kommt um die DVD nicht herum.

Unser Fazit
Noch kämpft In2Movies mit Schwächen, die einer massenweisen Nutzung wohl entgegen stehen. Es gibt keinen Originalton, der Ton liegt in einem kompliziert wiederzugebenden 5.1-Format vor, die DRM-Sicherung macht einem zu schaffen, wenn man die Files gerne auf unkomplizierte Weise auf einem Fernseher betrachten würde und auch die Auflösung des Bildes dürfte höher sein. Hinzu kommt der Preis, der vor allem bei Katalog-Titeln auf DVD-Niveau liegt - und dafür sind die Nachteile von In2Movies im Augenblick einfach noch zu groß. Es besteht einfach kein Grund, wieso man statt der DVD für 7,99 EUR sich den Film für 7,99 EUR herunterladen sollte. Die Neuheiten sind zwar teilweise etwas billiger als im Laden, ob dies die Nacheile aufwiegt, ist jedoch eine andere Frage. Zugute halten muss man Warner aber, dass es immerhin ein legales Download-Angebot gibt...

   
Quelle: Digital-Movie.de (sp)
   
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