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   22.11.2006 - Rubrik: Hardware  
  Im Test: Der HD-DVD-Player für die Xbox 360
 
 

Etwas unerwartet konnten wir heute schon unsere HD-DVD-Laufwerke für die Xbox 360 entgegennehmen. Sehr erfreulich, denn so können wir Euch zwei Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart am 24.11.06 bereits einen Test präsentieren, indem wir Euch sowohl die Vorzüge als auch die ebenfalls vorhandenen Nachteile nennen können.

Für 199 Euro kommt das gute Stück in den Handel. Wer allerdings eins haben möchte sollte sich beeilen, denn die erste Lieferung wird relativ niedrig sein, sodass viele Geschäfte erst gar keine Exemplare abbekommen und andere mit geringen Stückzahlen beliefert werden. Viele dürften zudem bereits von schnellen Interessenten reserviert worden sein.

Doch kommen wir nun langsam zum Laufwerk selbst, das als reine HD-DVD-Abspielmöglichkeit für die Xbox 360 entwickelt wurde, „leider“ aber auch schon von pfiffigen Leuten an normalen PCs zum Laufen gebracht wurde. Leider deshalb, weil die Kundschaft, für die das Laufwerk eigentlich gebaut wurde, nun durch die „Konkurrenz“ noch schwieriger an ein Exemplar kommen werden. Eine erste Nachlieferung soll übrigens in der zweiten Dezemberwoche vonstatten gehen, mit einer Beruhigung der Situation ist aber erst in den kommenden Monaten zu rechnen.

Für 199 Euro bekommt der Käufer ein preislich sehr faires Paket geschnürt, das neben dem eigentlichen Laufwerk noch die ebenfalls separat erhältlich „große“ Fernbedienung für die Xbox 360 enthält und als besonderer Bonus werden den ersten Laufwerken je ein Exemplar der Neuverfilmung von „King Kong“ von Peter Jackson auf HD DVD beiliegen. Dies ist an einem Sticker auf der Packung zu erkennen.

Installation für Dummies...

Die Installation des Laufwerks ist wirklich denkbar einfach. Bevor man das Laufwerk anschließt, das übrigens ein eigenes Netzteil ohne An/Aus-Knopf hat, muss man eine beiliegende Software-CD einlegen. Während diese läuft, wird man aufgefordert das Laufwerk anzuschließen und nach wenigen Sekunden ist die Xbox 360 zum Einsatz mit dem Laufwerk bereit. Verbunden wird das Laufwerk mit einem USB 2.0-Kabel und damit keine der wenigen USB-Plätze an der Konsole verloren gehen, hat Microsoft an den HD-DVD-Player gleich noch zwei weitere USB-Plätze installiert, sehr praktisch. Das Verbindungskabel ist einen Meter lang, sodass eine relativ flexible Aufstellung des Laufwerks möglich ist.

Ab dann ist im Dashboard auch eine sehr dezente Veränderung zu sehen, denn am unteren Rand hat sich der kleine Kreis geteilt und nun kann man sowohl das interne Xbox-Laufwerk als auch den externen HD-DVD-Player selektieren, öffnen usw.

Nachdem man allerdings seine erste HD DVD eingelegt hat und die Wiedergabe nach wenigen Sekunden startet, wird man bereits auf eine Softwareaktualisierung aufmerksam gemacht, die man auch schleunigst herunterladen sollte. In Zukunft ist noch mit weiteren Updates zu rechnen, da noch nicht alles ideal läuft, dazu aber später mehr.

Die erste HD DVD dreht sich...

Nachdem man alle installationstechnischen Aspekte abgeschlossen hat, kann es auch schon losgehen. Das Laufwerk, das sowohl horizontal als auch vertikal aufgestellt werden kann, kann geöffnet werden, eine HD DVD eingelegt werden und schon geht es los. In dem Player können übrigens nur HD DVDs und DVDs abgespielt werden, Spiel-DVDs spielt das Laufwerk nicht ab und das soll auch so bleiben, denn Spiele auf HD DVD seien unnötig und nicht praktikabel. Es können ALLE derzeit erhältlichen HD DVDs abgespielt werden, auch ausländische, denn aktuell ist für die HD DVD noch kein Regionalcode spezifiziert und aktuell ist dies auch noch nicht abzuzeichnen. Bis auf leise Zugriffsgeräusche nach dem Einlegen einer Disc verhält sich der Player sehr leise, er ist praktisch nicht zu hören, zumal die Lüfter der Xbox 360 drehen.

Die Bedienung mit der gelieferten Fernbedienung ist denkbar einfach und mit herkömmlichen Playern vergleichbar, wobei die Xbox-Lösung auch ihre Nachteile mit sich bringt. Zum Beispiel lässt sich der Ton nicht direkt über die FB ändern, sodass man dies nur über das Menü machen kann. Ist bei HD DVD aber kein allzu großen Problem, denn inzwischen setzen fast alle HD DVDs die neuen Menüs ein, die direkt über den laufenden Film eingeblendet werden können. Wir würden uns aber wünschen, dass die Info-Anzeige überarbeitet werden würde, denn sie zeigt nur wenige Angaben wie Titel und Kapitel an. Wünschenswert wäre hier zum Beispiel auch die Anzeige, welche Sprache und Tonspur gerade ausgewählt ist.

Mittels Druck auf die Taste „A“ lässt sich abhängig von der HD DVD ein Zoom aktivieren, der das Bild bis zu achtfach vergrößert. Der Druck auf die Taste „B“ erstellt ein Bookmark, sodass man später wieder an die entsprechende Stelle springen kann. Wie genau dies aber funktioniert können wir noch nicht sagen. Entweder ist die Funktion versteckt oder wir sind blind, denn irgendwie muss man das Bookmark ja auch wieder aufrufen können.

Bildtechnisch eine Wucht...

Nachdem man den beigelegten Titel „King Kong“ eingelegt hat und die Wiedergabe startet, zeigt sich auch schon die Stärke der bislang einzigen Möglichkeit, HD DVDs in Europa abspielen zu können (abgesehen von Laptops). HD DVDs nutzen bislang den MPEG-4-Codec VC1 von Microsoft. Wir haben in verschiedene HD DVDs hineingeschaut und qualitativ zeigt die Xbox 360 je nach Qualität der HD DVD ein absolut astreines Bild. Uns fehlen zwar aussagekräftige Vergleiche zu Standalone-Playern, doch ist das Gezeigt sehr zufrieden stellend. Kompressionsartefakte sucht man vergebens, die Schärfe ist sehr fein und Farben werden sehr prächtig und satt dargestellt. Wir haben übrigens auch erste HD DVDs von Kinowelt getestet, die laut anderen Stimmen nicht laufen sollen. Bei uns gab es mit den Scheiben keinerlei Probleme.

Die Ausgabe des Bildes erfolgt Xbox 360-typisch entweder über VGA oder über YUV. Die Konsole unterstützt die vollen 1080p und ist somit weltweit der erste Player, der das beherrscht. Ob die 1080p aber auch über YUV ausgegeben werden können, konnten wir mangels passender Hardware leider nicht testen. Über VGA soll dies aber garantiert möglich sein. Einziges Manko: Auch die 360 gibt nur ein 60Hz-Signal aus, sodass es zum typischen Ruckeln durch das 3:2 Pulldown kommt (wir berichteten). Dies wird allerdings nicht jeden stören und vielleicht beglückt uns Microsoft zu gegebener Zeit ja auch noch mit einem Update, welches die Option für 24p-Ausgabe mit sich bringt.

HDMI hat die 360 nicht zu bieten. Laut Microsoft ist dies auch nicht geplant, da HDMI nicht notwendig ist für HD DVD. Das stimmt zwar, doch die Vorzüge einer rein digitalen Übertragung sind auch nicht zu verachten, sodass wir hoffen, dass sich Microsoft irgendwann noch einmal erbarmen wird und ein entsprechendes Kabel nachliefern wird. Bis 2011 werden die Filmmajors zumindest keine analoge Ausgabe durch Herabsetzen der Bildauflösung reglementieren, was danach kommt, bleibt abzuwarten.

Zum allgemeinen Bildeindruck kann man noch so viel sagen, dass HD DVDs, vor allem natürlich neuere Filme, vor allem durch die deutlich höhere Auflösung natürlich profitieren. Die Schärfe ist höher, Details ekrennbar, die man zuvor noch nie wahrgenommen hat (King Kong Dschungelszenen sind ein Paradebeispiel). Auch die Kompression macht bei den von uns getesteten Szenen einen sehr guten Eindruck. Das Bild wirkt „sauberer“, ruhiger, einfach viel klarer. Sollte die Kompression bei allen HD DVDs so gut arbeiten wie bei den von uns getesteten Discs, dann könnten Kompressionsartefakte bald Geschichte sein.

Der Ton – Ernüchterung macht sich breit

Leider kann die Konsole bei der Tonwiedergabe nur bedingt überzeugen. Doch erst einige Infos zur Vorgeschichte. Da kein HDMI vorhanden ist, ebenso wenig wie ein analoger Mehrkanalausgang, muss der Ton über das optische Digitalkabel übertragen werden. Dessen Kapazitäten sind aber begrenzt und die ebenfalls vorhandenen Menüsounds der Xbox-Oberfläche, haben Microsoft zu einer ungewöhnlichen Lösung gezwungen. Egal welches Tonformat ausgewählt wird, die Konsole decodiert diese intern, mischt sie mit den Menüssounds ab und encodiert diese neu. So wird stets ein Dolby Digital 5.1-Signal ausgegeben, das mit einer Bitrate von 640 Kbps arbeitet. So gehen die Vorzüge der neuen Tonformate zum Teil flöten, doch Microsoft sagt auch ganz klar, dass es sich bei dem Player nicht um eine Highend-Lösung handelt und insofern kann man mit dem Ergebnis eigentlich leben.

Es funktioniert nämlich auch eigentlich ganz gut, diese Neumischung usw, doch leider nicht bei jeder Tonvorlage. Gerade mit dem fast auf jeder HD DVD enthaltenen Dolby Digital Plus gibt es nämlich Probleme. Diese äußern sich nicht direkt, sind aber Heimkino-Enthusiasten wie uns gleich aufgefallen. „King Kong“ wirkte tontechnisch nämlich irgendwie langweilig, auch in Actionszenen war kaum ein Dynamikanstieg festzustellen, sowass wir zum Vergleich die DVD einlegten, die im Vergleich einen bombastischen Sound zu bieten hat.

Als nächstes testeten wir „V for Vendetta“ aus Amerika, die neben DD+ auch Dolby TrueHD zu bieten hat. Als Testszene diente eine klanglich beeindruckende Kulisse zu Beginn, wo zahlreiche Gebäude explodieren. Während wir bei DD+ nicht wirklich einen Lautstärke- und Volumenunterschied feststellen konnten, wurden wir bei Aktivierung von TrueHD, einer deutlich weniger komprimierten, hochwertigeren Tonart förmlich aus dem Sessel gefeuert. So können wir das Problem ganz klar benennen. Bei Verwendung von Dolby Digital Plus-Spuren verschluckt die Neucodierung des Tons in der Konsole enorm viel der Dynamik, sodass der Ton deutlich an Qualität verliert. Bei sämtlichen anderen Tonformaten, wie DTS, Dolby TrueHD, DTS-HD etc., können wir dieses Phänomen nicht feststellen. Hier scheint also die Lösung von Microsoft nicht allzu gut zu arbeiten und hier muss nachgebessert werden, denn der Unterschied ist wirklich gravierend. Wir haben bereits mit Microsoft Kontakt aufgenommen und hoffen erfahren zu können, wieso es dieses Problem gibt und was man dagegen tun kann.

Abgesehen von diesem, zugegeben doch markanten Problem, präsentiert sich der Nicht-DD+Ton aber von seiner besten Seite. Erfreulich ist, dass zumindest die vollen 640 Kbps des Dolby Digital-Tons ausgenutzt werden. Wir testeten u.a. den DTS 5.1-Sound der neuen Eagles HD DVD aus den USA und dieser wurde enorm detailliert und sehr hochwertig wiedergegeben. Auch der Dolby TrueHD-Track von „V for Vendetta“ sorgte für Freude beim Testen.

Sollte Microsoft das erwähnte Problem in den Griff kriegen, wir hoffen das dies technisch per Update möglich ist, so haben wir auch beim Ton nichts mehr zu bemängeln.

Das Fazit fällt...

... überwiegend positiv aus. Wenn wir uns vor Augen führen, dass es sich hier nicht um eine Standalone-Lösung handelt, so hat Microsoft überwiegend gute Arbeit geleistet. Der Preis ist extrem fair, angesichts der aktuellen Beigabe von „King Kong“ fast schon ein Schnäppchen und die Integration in das vorhandene 360-System durchdacht und funktional.

Das größte Manko ist sicher die fehlende Ausgabe der neuen Tonformate. Das ist aber bei weitem nicht so schlimm wie erwartet, denn die DD-Ausgabe bei 640 Kbps klingt gut, wenngleich die erwähnten Dynamikprobleme bei DD+ unbedingt zu beheben sind. Wenn das geschehen ist, wird das HD-DVD-Laufwerk einem auch das akustische Vergnügen bereiten, das man erwartet.
Kleine Besserung wünschen wir uns auch in der Software (z.B. ausführlicherer Info-Bereich) und ein Powerknopf, der das Laufwerk zu 100% vom Strom getrennt hätte, wäre ebenfalls nicht verkehrt gewesen.

Wer ohnehin schon eine Xbox 360 hat, einen HDTV sein eigen nennt, der sollte über den Kauf des Players nachdenken, denn günstiger wird man HD DVDs nicht wiedergeben können. Die visuelle Qualität ist hochwertig und macht Spaß, endlich können auch wir Europäer HD DVD genießen.

Update:

Inzwischen hat auch unser Redakteur Jan Strohhecker sein Laufwerk in Betrieb genommen und kann die Dynamikprobleme bei Verwendung von Dolby Digital Plus-Tonspuren bestätigen. Er testete „Terminator 3“ auf HD DVD und DVD und konnte feststellen, dass ein enormer Unterschied zu hören ist. Dolby TrueHD von „V for Vendetta“ attestierte er hingegen ein deutlich besseres Abschneiden.

Noch einmal zum Verständnis: Der Problem beim Ton liegt in der Dynamik, also den Unterschieden zwischen laut und leise, die vor allem bei actionreichen Szenen von Bedeutung sind. Wenn es zum Beispiel irgendwo explodiert etc. steigt die Dynamik meist deutlich an, um eben die Szene entsprechend zu präsentieren. Diese für das Seherlebnis sehr wichtige Dynamik ist bei DD+ aus irgendeinem Grund nahezu linear, wodurch ein solcher Ton langweilig und eintönig wirkt.

   
Quelle: Digital-Movie.de (fk)
    
 

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