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   02.11.2005 - Rubrik: DVD Special  
  Special: "Krieg der Welten" - Inhalt, Bilder
 
 

Der Roman von H.G.Wells wurde schon einige Male verfilmt. Die Verfilmung von Byron Haskin aus dem Jahre 1953 dürfte die bislang bekannteste Interpretation gewesen sein, doch inzwischen hat Steven Spielbergs Version diese um Weiten überholt. Worum es genau in "Krieg der Welten" geht, erfahrt Ihr in diesem Teil des Specials, der sich mit dem Inhalt beschäftigt und einige Szenenbilder zeigt.

Die angsteinflößende Idee, dass unser Planet uns aus den Händen gerissen werden könnte – und menschliches Leben nicht weniger sicher ist als das von Ameisen auf einem Zweig – hat ihre Kraft auch nach mehr als einem Jahrhundert nicht eingebüßt. Für Spielberg hat die Geschichte gerade heute eine große Bedeutung. „Ich dachte mir, dass es eine gute Zeit sei, um den ‚Krieg der Welten' allen um die Ohren zu hauen“, sagt der Oscargewinner, der bislang eher bekannt für weitaus freundlichere Gäste aus dem Weltall war. „Diesen Außerirdischen möchtest du nicht über den Weg laufen“ meint Cruise, der Ray Ferrier spielt, dessen Fähigkeiten als Vater auf die äußerste Probe gestellt werden. „Die Frage ist: werden sie es schaffen?“, sagt Cruise. „Werden sie überleben? Und was würdest du tun, um deine Kinder zu beschützen?”

„Krieg der Welten“ spielt in einer ganz normalen Welt, weitab von den Fluren des Pentagon oder des Oval Office. „Dies ist eine sehr einfache Geschichte“, sagt Spielberg. „Es ist eine Geschichte über das Überleben, über einen Vater, der versucht, seine Kinder zu beschützen. Es geht um die grundlegenden Elemente der menschlichen Natur im Konflikt mit einem außerordentlichen, unnatürlichen Ereignis.“ Cruise fügt hinzu, dass Spielberg ihm den Film von Anfang an nicht mit objektiven, sondern subjektiven Begriffen beschrieb. „Man versteht, dass die gesamte Welt angegriffen wird, allerdings aus der Sicht von Ray Ferrier“, erzählt Cruise.

„Ich wollte, dass Ray so ist, wie viele von uns, weil er uns alle repräsentieren muss. Er und seine Familie stehen für unsere ureigenen Ängste, unsere Überlebensfähigkeit,unseren Erfindungsreichtum.“

Wie schon H.G. Wells wollte auch Spielberg eine zeitgemäße Geschichte erzählen und die Außerirdischen in die Welt bringen, die wir alle kennen. „Die Geschichte mag aus einem Fantasy-Element heraus entstanden sein, wird aber in einer äußerst realistischen Art und Weise erzählt“, erklärt Kennedy, die Produzentin des Films. „Steven erforscht immer das Außergewöhnliche vor dem Hintergrund der Normalität; und er nutzt dieses Motiv auch in ‚Krieg der Welten'“. Es ist ein Grundmotiv, das man bis zu H.G. Wells Roman zurückverfolgen kann. Co-Drehbuchautor David Koepp und Josh Friedman wurden damit betreut, die epische Geschichte in einem persönlichen Rahmen zu erzählen. „Hier zeigt sich die Brillanz des Drehbuchs“, sagt Kennedy. “Es hält sich an etwas, das H.G. Wells vorgegeben hat – die Idee einer persönlichen Perspektive. Ray und seine Familie sind von dem, was geschieht, persönlich betroffen.“


„Mein Gefühl war, dass eine Invasion der Erde ein so unmöglich großes Thema darstellt, dass wir es niemals akkurat hätten zeigen können.“ sagt Koepp. Das Resultat war, dass die Drehbuchautoren sich auf die Auswirkungen der Angriffe auf eine einzelne Familie konzentrierten. „Wir mussten das Ganze herumdrehen. Je mehr man sich auf diese drei Hauptcharaktere konzentriert, ihre Probleme – ihre Beschränkungen, das Fehlen jeglicher Information – desto schrecklicher und persönlicher wirkt es“, meint Koepp.

„Steven und ich haben darüber gesprochen, dass dies der größte ‚kleine Film' ist, den wir beide jemals gemacht haben“, fügt Cruise hinzu. „Es ist ein Epos – der größte einzelne Film, bei dem ich je mitgemacht habe. Aber es ist außerdem eine sehr intime Geschichte über eine Familie. Steven, David und ich haben darüber gesprochen, dass dies ein Film ist, den wir unseren Kindern widmen – und unserer unermesslichen Liebe zu ihnen. Ich denke, dass es sich um einen Film handelt, der zeigt, wie weit Eltern für ihre Kinder gehen würden.“

Die persönliche Geschichte im Herzen dieser epischen Odyssee hat einen sehr untypischen Helden. "Am Anfang des Films ist Ray ein vollkommen ungeeigneter Vater", erklärt Koepp. "Er hat nicht wirklich Interesse daran, ein Vater zu sein, hauptsächlich weil er denkt, er sei nicht gut darin. Und er ist es auch nicht. Er hat versagt. Seine Kinder mögen ihn nicht und sind auch nicht gern bei ihm." "Ich bin ein ganz anderer Vater als Ray", sagt Cruise. "Er versteht seine Kinder nicht; er versteht nur sich selbst. Wenn etwas schief geht, verlässt er sich auf sie. Er ist ein größeres Kind als sie es sind." "Ray hat sich nicht damit abfinden können, Vater zu sein", sagt Kennedy. "Er wollte nicht erwachsen werden. Das ist die Reise, auf die er sich begibt – er muss verstehen lernen, dass am Leben seiner Kinder teilzuhaben, das Wichtigste ist, was ihm passieren kann."

Im Mittelpunkt der Geschichte, umgeben von Tod und Zerstörung, steht die emotionale Reise, auf die sich Ray und seine Kinder begeben. "Das ist genau der Aspekt, in dem sich dieser Film von anderen Filmen des Genres abhebt", sagt Kennedy, "weil er sehr von den Charakteren bestimmt wird. Er konzentriert sich ganz eindeutig auf die Dynamik innerhalb dieser Familie und die Dynamik des Überlebens." Zu Beginn der Geschichte existiert eine schmerzvolle Distanz zwischen dem Vater und seinen Kindern. Rachel (Dakota Fanning) und Robbie (Justin Chatwin) schleppen sich unwillig und mit wenig Enthusiasmus zum Haus ihres Vaters. Aber die Schwierigkeiten, die Ray mit einem mürrischen Teenager und einer schweigsamen Tochter hat, sind nichts gegen das, was noch kommen soll.




















Kurz nachdem seine Ex-Frau und ihr neuer Ehemann weggefahren sind, wird Ray mit dem ultimativen Test der Vaterschaft konfrontiert, den Spielberg so beschreibt: "Seine Liebenden zu beschützen und notfalls zu fliehen, damit sie mit dem Leben davonkommen". Nachdem der Angriff der Tripods begonnen hat, ist Überleben die einzig denkbare Handlungsmöglichkeit. Als die Welt buchstäblich um sie herum zusammenbricht, verstärken sich die Spannungen innerhalb der Familie exponential. Innerhalb von Minuten hat sich die Welt verändert, und Ray Ferrier muss zu dem Vater werden, der er bislang nicht sein konnte – oder seine Kinder werden sterben.

Ein Hauptcharakter im Film ist kein Teil von Rays Familie – sondern eine klare Bedrohung. An einem entsetzlichen Höhepunkt der Geschichte suchen Ray und seine Tochter während einer Schlacht zwischen Menschen und Außerirdischen Schutz in einem Bauernhaus. Während sich ein verheerender Krieg um sie herum abspielt, folgen Ray und seine Tochter einem Fremden in den Keller eines alten Hauses. Als klar wird, dass die Außerirdischen nicht die einzigen Wesen sind, vor denen man Angst haben muss, macht die Geschichte einen bemerkenswerten Stimmungswechsel mit, der die dramatischen Aspekte des Films deutlich steigert. Der Fremde, der Vater und Tochter von dem Angriff der Außerirdischen weglotst, ist ein gebrochener Mann namens Ogilvy, gespielt von Oscargewinner Tim Robbins.

“Ogilvy ist ein Mann, der seine gesamte Familie verloren hat, wie so viele andere Menschen auch", sagt Spielberg. "Er hat sich im Keller seines Bauernhauses versteckt. Er hat einen Plan, aber dieser Plan ist verrückt. Man vergibt ihm fast für seine geistige Umnachtung, weil er so hat leiden müssen und nicht mehr klar denken kann, aber er wird gefährlicher für Ray und Rachel als die Außerirdischen."

„In der Mitte dieses Actionabenteuers haben wir dieses heftige psychologische Drama“, sagt Robbins. „Es ist nicht etwa eine aufgesetzte Psychose, sondern eine Psychose und eine Gefahr, die man vor dem Hintergrund der Geschehnisse durchaus nachvollziehen kann.“ „Ich denke, es ist sehr mutig von Steven, diese harte Konfrontation im Keller mit Ogilvy einzubeziehen“, sagt Kennedy. „In Verbindung mit einem Film wie diesem ist es äußerst mutig, aber genau das hebt diesen Film von vielen ähnlichen Filmen desselben Genres ab. Er wird durch seine Charaktere bestimmt und konzentriert sich sehr deutlich auf die Dynamik dieser Familie und die Dynamik des Überlebens.“ Schauspieler Tim Robbins war genau die Art von imposanter Figur, die die Filmemacher im Sinn hatten. „Tim Robbins war eine sehr, sehr frühe Wahl von uns“, sagt Kennedy. „Wir dachten, dass die Fülle seiner Schauspielerfahrung es ihm erlauben würde, sich auf der Leinwand für diese relativ kurze Zeit zu behaupten und nicht von der Größe und dem Rahmen des restlichen Films überwältigt zu werden.“

Ogilvy ist eines der vielen Grundelemente aus Wells' Romans, die Fans des Buches auch im Film wieder finden werden. “Ogilvy ist ein bisschen wie ‚der Kurat' in H.G.Wells' Buch, mit dem der Protagonist sich einen sehr kleinen Raum teilen muss“, erklärt Spielberg. „Es ist ein unbequemer Abschnitt des Romans. Und ich wollte, dass daraus auch ein unbequemer Teil des Films wird.“ Die Geschichte bewegt sich von einer urbanen Kreuzung, an Highways und Flüssen entlang, mit Flüchtlingen, die in die weiten Landschaften strömen, bis hin in diesen kleinen, dunklen Keller. „Die Reise geht durch eine trostlose Landschaft, in der die Charaktere auf das Einfachste reduziert sind – sie folgen der Straße, folgen dem Fluss, nehmen die einfachsten Wege, um irgendwohin zu gelangen“, sagt Produktionsdesigner Rick Carter. „Und dann gelangt man plötzlich an einen Punkt, wo die Uhr fast zurückgedreht scheint, weil dort nichts anderes ist als ein großes Bauernhaus auf einem Hügel. Hinter dem Hügel tobt der Krieg zwischen den Besten, die wir zu bieten haben – unserer ganzen Armee, die sich mit den Außerirdischen anlegt – und dann haben wir da diesen kleinen, klaustrophobischen Raum. Und statt einfach nur Flüchtlinge zu sein, lassen sie sich auf etwas weitaus Schlimmeres ein.“

„Es ist eine Odyssee“, sagt Spielberg. „Es ist eine Reise, die aus dem Bauch heraus kommt. Sie startet in New Jersey und endet in Boston; eine sehr kurze Distanz, wenn man überlegt, wie weit diese Außerirdischen gereist sein müssen. Und gleichzeitig ist es auch eine ewige Reise.“

   
Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment / Digital-Movie.de (fk)
   
  Links zum Artikel:
  www.paramount.de
  Special: "Krieg der Welten" - Daten, Fakten
  Special: "Krieg der Welten" - Produktion
  Special: "Krieg der Welten" - Die Darsteller
 

    
 

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