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   23.04.2004 - Rubrik: DVD Special  
  Special: "S.W.A.T." - Notizen zu Drama und Action
 
 

Bei einem Remake wie "S.W.A.T - Die Spezialeinheit" gibt es viel zu erzählen - nicht nur, dass man versucht, dem Original nicht fremd zu werden und dennoch eine spannende Geschichte unterzubringen - gerade das Action-Genre bedarf immer großer Vorbereitungen und so weiß Columbia Tristar Home Entertainment hier Schönes aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Produktionsnotizen - Das Drama hinter der Action

"S.W.A.T. - Die Spezialeinheit"
ist nicht nur ein dramatischer Action-Thriller über Menschen, deren Lebensaufgabe darin besteht, explosive Situationen zu entschärfen - es ist auch eine Studie über den menschlichen Geist und das Schicksal, das man mit jeder einzelnen Entscheidung heraufbeschwört. So quittiert nach einem missglückten Einsatz der impulsive Brian Gamble (Jeremy Renner) den Polizeidienst, während sein Partner Jim Street (Colin Farrell) trotz einer Degradierung zum Schreibtischpolizisten die Uniform anbehält. Diese Entscheidungen werden das Leben der beiden Männer komplett verändern.

Street erhält eine zweite Chance, als der S.W.A.T.-Veteran Seargeant "Hondo" Harrelson (Samuel. L. Jackson) ein neues Team zusammenstellt. Hondos langjähriger Gegenspieler Capt. Thomas Fuller (Larry Poindexter) setzt jedoch alles daran, dass Hondo und seine Rekruten scheitern. "So wie Street und Gamble waren auch Hondo und Fuller ursprünglich einmal Partner", erklärt Produzent Neal H. Moritz. "Sie waren beide gute Cops, doch Fuller war besser darin, die politische Leiter zu erklimmen. Hondo dagegen ist der Typ Polizist, dem man blind sein Leben anvertrauen würde."

Die Zusammenstellung seines neuen Teams beginnt Hondo mit den altgedienten S.W.A.T.-Mitgliedern Michael Boxer (Brian van Holt) und T. J. McCabe (Josh Charles). Zusätzlich lädt er den ebenso smarten wie harten Polizisten Deacon "Deke" Kaye (James Todd Smith alias LL Cool J) zum Training ein. Vor allem Dekas mehr als respektable Verhaftungsquote beeindruckt Hondo. Und dass er auch den degradierten Street zurück in den aktiven S.W.A.T.-Dienst holt, sagt viel über Hondos Charakter aus. "Hondo entscheidet sich für Street, weil er sehen kann, wie gierig der auf einen Neuanfang im Team ist", erklärt Street-Darsteller Colin Farrell. "Die beiden Männer sind sich ähnlich, denn auch Hondo wurde einst aus dem S.W.A.T.-Team vergrault. Indem er Street rekrutiert, sagt er: ´Ich habe meine zweite Chance bekommen - und du bekommst sie auch.´"

Einen anderen Grund, warum Hondo sich für Street entscheidet, erklärt Produzent Moritz: "Hondo spürt, dass Jim gute Instinkte hat. Ich glaube, er entdeckt in Jim Street, was die Leute einst in ihm entdeckt haben, als er seinen Dienst begann. Und dann ist da auch noch der gegenseitige Respekt der Männer für ihre früheren militärischen Verdienste."

Hondos fünfter und letzter Kandidat ist Chris Sanchez (Michelle Rodriguez). Sie ist die erste Frau, die je für das S.W.A.T.-Team von Los Angeles rekrutiert wurde. "Zum Teil wählt Hondo Chris aus, um Captain zu ärgern", lacht Rodriguez. "Denn dem stinkt es natürlich gewaltig, dass sich Hondo für dieses beinharte Weibsstück entscheidet, dass sich schon dreimal für den S.W.A.T.-Dienst beworben hat und jedes Mal nur deshalb abgelehnt wurde, weil sie eine Frau ist." Doch Sanchez taugt nicht nur als Provokation - sie ist eine erstklassige Polizistin, die eine ganz eigene Dynamik ins Team bringt. "Sie ist ein tougher Typ, der sich nicht herumschubsen lässt", erklärt Michelle Rodriguez. "Und Hondo erkennt das."

Nachdem die vier Männer und die Frau ausgewählt sind, muss sich Hondo nun daran machen, ihnen beizubringen, als Team zu denken und zu funktionieren. Das S.W.A.T.-Training ist zwar extrem fordernd und mühsam, dient aber letztlich dazu, dass sich alle Mitglieder einer S.W.A.T.-Truppe als Teil eines einzigen Organismus sehen.

Um dieses Training erfolgreich abzuschließen, muss das Team eine scheinbar unmögliche Übung bewältigen: Street und seine Kollegen müssen in einer lebensnahen Simulation alle Geiseln aus einem gekidnappten Flugzeug befreien. Das Team beweist eine außergewöhnliche Raffinesse und Souveränität und besteht den Test. Prompt wird die junge Truppe damit beauftragt, den eiskalten Schwerverbrecher Alex Montel (Oliver Martinez) von der Untersuchungshaft ins Zuchthaus zu überführen.

Alex hat eine Belohnung von 100 Millionen Dollar für diejenigen ausgesetzt, der ihn aus der Haft befreien. "Er beschwört damit einen regelrechten Gangsterkrieg herauf", erklärt Oliver Martinez. "Er stiftet Chaos und Gewalt und erschwert es der Polizei maßlos, ihn ins Gefängnis zu transportieren. Und natürlich was genau das auch sein Plan."

Produzent Moritz erklärt, dass dieses Kopfgeld von 100 Millionen Dollar der Auslöser für die spektakuläre Action in diesem Film sei. "Als ich im Drehbuch zum ersten Mal von dieser Belohnung las, begann mein Gehirn unverzüglich zu rattern. Ich begann mir vorzustellen, welche Auswirkungen solch eine Summe auf die Stadt haben würde, was für ein Chaos und welch unglaublichen Terror sie heraufbeschwören würde."

Die Mission des S.W.A.T.-Teams wird nicht zuletzt dadurch erschwert, dass sich Streets früherer Partner Gamble inzwischen auf die Seite der Verbrecher geschlagen hat und mit Hilfe seines enormen Insiderwissens den Ausbruch des Gangsters Alex plant. Gamble ist nicht einfach nur einer von vielen Kriminellen, der seine Chance wittert - er ist ein würdiger und wahrhaft bedrohlicher Gegenspieler der S.W.A.T.-Truppe.

Jeremy Renner legte Wert darauf, die Figur des Gamble nicht einfach nur als simplen Schurken zu verkörpern: "Er ist nicht von Grund auf schlecht. Er ist einfach missverstanden und fehlgeleitet worden. Er hat Pech gehabt und zu alledem noch einige falsche Entscheidungen getroffen."

Wie für seinen früheren Partner Jim Street war auch für Gamble das S.W.A.T.-Team das Zentrum seiner Existenz. Als er plötzlich nicht mehr dazugehört, läuft sein Leben völlig aus dem Ruder. "Er ist pleite. Er hat kein Ziel und keine Perspektive", fährt Renner fort. "Doch anstatt sich einen legitimen Weg zu suchen, seine enormen Fähigkeiten und seine hohe Qualifikation zu nutzen, beschließt er, ganz groß abzusahnen. Er denkt, da er alle S.W.A.T.-Techniken kennt und stets weiß, was die Polizisten - und vor allem sein ehemaliger Kumpel Jim - als Nächstes tun werden, kann er der S.W.A.T.-Truppe stets einen Schritt voraus sein."

Für die Beamten von S.W.A.T. kann es keinen größeren Betrug geben, als dass sich einer der ihren plötzlich auf die andere Seite des Gesetzes schlägt. Gamble provoziert mit seinem Verhalten Fragen über Ehre und Loyalität und weckt Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der S.W.A.T.-Profis. Ein Vertrauen, das in diesem Job lebensnotwendig ist. "Wir haben viel über die Versuchungen gesprochen, denen Polizisten nahezu täglich ausgesetzt sind", erinnert sich Samuel L. Jackson. "Und wie leicht es ist, einigen davon nachzugeben. Doch sowie man auch nur einen Schritt in die falsche Richtung macht, ist alles, wofür man bislang als Mensch gestanden hat, plötzlich hinfällig. Das macht dich schlimmer als jene, die von Anfang an auf der Seite des Verbrechens standen. Du hast den Job als Polizist gewählt, um der Gemeinschaft zu dienen und für ihre Sicherheit zu sorgen. Wenn du davon abkehrst, erschütterst du ein nahezu heiliges Vertrauen."

Street und Hondo fungieren in der Geschichte von S.W.A.T - Die Spezialeinheit als eindeutiger Gegensatz zur korrupten und amoralischen Einstellung von Gamble. "Jim Street ist kein Engel", erklärt Colin Farrell. "Er ist nur ein einfacher Typ, der seinen Job wirklich liebt und an das glaubt, was er tut. Das macht ihn unbestechlich. So ist er eben. So war das schon als Navy S.E.A.L. und daran wird sich auch jetzt nichts ändern. Er hat sich seinen Beruf nicht ausgesucht, weil er Einfluss will oder weil er die Macht der Waffen sucht - er hat diesen Job aus all den richtigen Gründen gewählt. Vor allem, weil er schlicht Gutes tun will."

Auch Hondos einzige Motivation ist die Hingabe an seinen Job, sein Team und seine Ideale. "Hondo ist stolz auf das, was er tut", erklärt Jackson. "Er weiß, dass er eine wichtige Aufgabe erfüllt. Er ist glücklich, dass er einen bedeutende Rolle bei der Polizei spielt und dass er ein neues S.W.A.T.-Team zusammenstellen darf. Männer wie Hondo sind einfach eine Klasse für sich. Sie sind die Besten der Besten."

Der skrupellose Drogenboss Alex Montel dagegen ist das genaue Gegenteil - er ist das pure Böse. "Alex glaubt an rein gar nichts, ihm ist alles völlig gleichgültig", erklärt Martinez. "Er ist völlig amoralisch und besitzt nicht einmal den Hauch eines Gewissens."

Ein Teil des Reizes, der Action-Thriller wie S.W.A.T. - Die Spezialeinheit ausmacht, besteht darin, in die Rolle eines Verbrechers schlüpfen zu können und einen Blick in eine fremde Welt zu werfen. Dieser Film ermöglicht die Innenansicht der dunklen Seite unserer Gesellschaft, ohne sich dafür in reelle Gefahr begeben zu müssen. "Die meisten von uns sind fasziniert davon, wie ein Tatort untersucht wird, wie die Polizei Täter ermittelt, wie sie Motive herausfindet und welche Methoden sie am Ende anwendet, um diese Verbrecher dingfest zu machen", erklärt Samuel L. Jackson. "Es ist ein ungefährlicher Weg, einen Blick in eine finstere Welt zu werfen und gleichzeitig die Mechanismen zu begreifen, mit denen gegen diese dunkle Welt vorgegangen wird."

Natürlich ist es für das Publikum auch reizvoll, sich mit den tapferen Cops zu identifizieren. James Todd Smith alias LL Cool J bringt es auf den Punkt: "Wir lassen uns gern von Figuren unterhalten, die Dinge tun, die mehr Mut erfordern, als jeder von uns im wirklichen Leben aufbringen würde. Wir genießen unsere Helden."

Produktionsnotizen - Die Action hinter dem Drama

Ein anderer Anreiz bei Filmen wie S.W.A.T. - Die Spezialeinheit ist - natürlich - die Action selbst. "Es geht doch nichts über den guten alten Adrenalinschub, den eine gut gemachte Autoverfolgungsjagd, eine spektakuläre Explosion oder eine waghalsige Rettungsaktion beim Publikum hervorrufen kann", schwärmt Regisseur Clark Johnson. "Das ist es, worum es unterm Strich geht. Doch damit diese Szenen funktionieren, müssen natürlich zuerst die Charaktere glaubwürdig entwickelt werden."

Produzent Neal H. Moritz hat sich mit Filmen wie "xXx" (xXx, 2002) und" The Fast and the Furious" (The Fast and the Furious, 2001) längst als Actionexperte profiliert. Für S.W.A.T. - Die Spezialeinheit wählte er nicht zuletzt deshalb Clark Johnson als Regisseur aus, weil der ein echter Veteran von TV-Polizeifilmen und -serien ist. Johnson war Darsteller und später auch Regisseur von Barry Levinsons berühmter Polizeiserie "Homicide: Life on the Streets". Später inszenierte Johnson unter anderem diverse Episoden von "NYPD Blue" , "Law & Order: Special Victim´s Unit", "Third Watch", "The Wire" und "The Shield".

"Schon bei unseren ersten Planungen war klar, dass S.W.A.T. - Die Spezialeinheit gleichermaßen von der Ehre als auch von der Gefahr handeln sollte, ein Mitglied des Elite-Teams zu sein", erinnert sich Moritz. "Wir brauchten einen Regisseur, der uns in diese Welt entführen konnte. Wenn man sich Clarks Filme anschaut, dann sieht man, dass er gefährliche Situationen so real inszenieren kann, dass man das Gefühl hat, wirklich dabei zu sein."

Johnsons Background als Regisseur zahlreicher hochgelobter und preisgekrönter TV-Krimiserien sowie seine frühere Erfahrung als Special-Effects-Designer verliehen ihm die technischen und logistischen Fähigkeiten, mit dem äußerst fordernden Drehplan dieses Films klarzukommen.

"Ich habe außerdem als Schauspieler so viele Cops verkörpert, dass ich mehr über das Leben als Polizist weiß als die meisten echten Polizisten", lacht Johnson. Eine Erfahrung, die sich bei der Inszenierung von S.W.A.T. - Die Spezialeinheit als äußerst hilfreich erwies. Doch obgleich der Film von der gleichnamigen Fernsehserie der 70er Jahre inspiriert wurde, hat er mit jener eigentlich nur noch die Namen der vier Hauptdarsteller gemeinsam: Hondo, Street, T. J. McCabe und Deke. Die Filmemacher haben dennoch viele subtile Hommagen an das Bildschirm-Vorbild eingeflochten. Steve Forrest zum Beispiel, der in der TV-Serie Hondo verkörperte, hat einen Gastauftritt als Fahrer eines S.W.A.T.-Trucks und Rod Perry, der Deacon spielte, spielt im Kinofilm nun dessen Vater.

"Während wir am Drehbuch arbeiteten, stellte ich Fragen, die auch viele Kinozuschauer stellen würden", erklärt Regisseur Johnson. "Zum Beispiel: Wie würde ein S.W.A.T.-Team ein Flugzeug betreten, in dem sich Gangster mit ihren Geiseln verschanzt haben? Wir recherchierten so etwas sehr gründlich - und in diesem Fall führte es zu einer meiner absoluten Lieblingsszenen des Films: eine Trainingssimulation in einem alten Flugzeug in der Mojave-Wüste. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie das Team in das Flugzeug eindringt und wie es die Situation entschärft, ohne dass dabei unschuldige Zivilisten zu Schaden kommen. Es hat Spaß gemacht, dem Publikum die Arbeitsweise dieser Männer auf diese Weise nahe zu bringen."

Eine andere Frage, die Johnson stellte, war: "Wie macht man einen Mann unschädlich, wenn man keine Chance hat, sicher in sein Haus einzudringen?" Die Antwort: Man benutzt einen "Molly", ein Gerät, das Johnson so beschreibt: "Es ist eine Art gigantischer Fischerhaken, mit dem man sich in einer Hauswand verhakt und sie dann komplett herausreißt."

"Wenn man einen Film wie S.W.A.T. - Die Spezialeinheit dreht, ist es unerlässlich, dass man genau weiß, wie diese Polizisten arbeiten", fährt Johnson fort. "Jede Szene muss glaubwürdig sein. Selbst die Schlusssequenz, in der ein Privatflugzeug auf einer Brücke landet, haben wir bei der Flugbehörde und der Flugzeugfirma gegengecheckt. Das, was wir da zeigen, ist tatsächlich möglich."

Johnsons Erfahrungen als Schauspieler spielten eine wesentliche Rolle bei der Auswahl der Hauptdarsteller. "Dieser Film ist kein Special-Effects-Spektakel", erklärt der Regisseur. "S.W.A.T. - Die Spezialeinheit handelt von Menschen in Extremsituationen, die sich charakterlich durchaus weiterentwickeln. Für solch einen Film braucht man natürlich wirklich gute Schauspieler. Wenn man herausragende Darsteller wie Sam Jackson, Colin Farrell und Oliver Martinez zur Verfügung hat, die ihren Rollen eine echte Dreidimensionalität verleihen, dann bekommt solch ein Film eben auch eine dramatische und menschliche Ebene. Noch wichtiger war es allerdings, dass alle Schauspieler sich als Teil eines Ensembles begriffen. Wie die Figuren, die sie verkörpern, mussten sie auch als Darsteller als Team funktionieren. Nur so konnte der Film werden, was er schließlich wurde."

Die Darsteller genossen es, mit einem Regisseur zu arbeiten, der früher selbst als Schauspieler gearbeitet hat. "Ich wusste, dass es ein offenes und kommunikatives Arbeiten mit Clark werden würde", erklärt Van Holt, der tatsächlich aus einer Polizistenfamilie stammt. "Mein Onkel war eine Zeit lang Chef des S.W.A.T.-Teams, momentan ist mein Cousin Mitglied dieser Einheit. Mein anderer Cousin ist Polizist des regulären Los Angeles Police Department. Ich habe von meiner Familie gelernt, dass Polizisten besondere Menschen sein müssen - speziell, wenn sie bei S.W.A.T. arbeiten. Viele Leute haben nicht mal ansatzweise eine Ahnung, welchem Druck diese Menschen Tag für Tag ausgesetzt sind. Kaum einer von uns könnte das ertragen."

Michelle Rodriguez übernahm die Rolle der Chris Sanchez nicht zuletzt, weil sie Johnsons Fähigkeit schätzte, einerseits eine klare Vision von dem zu präsentieren, was er will, und andererseits den Darstellung bei der Gestaltung ihrer Rollen einige Freiräume zu lassen. "Ich wollte einige darstellerische Freiheiten", erklärt Rodriguez, "aber gleichzeitig war es mir natürlich wichtig, dass ich die Grundlagen des Charakters begriff, den ich zu verkörpern hatte. Clark hat ein großes Talent, diese Grundlagen zu erklären."

Produzent Moritz, der mit Samuel L. Jackson bereits bei "Juice" (Juice - City-War, 1992) und "xXx" (xXx, 2002) zusammenarbeitete, erklärt: "Wir brauchten für die Rolle des Hondo einen Schauspieler, der ein ganzes Team von Darstellern leiten konnte. Sam war dieser Schauspieler."

Regisseur Johnson stimmt zu: "Wenn man in einem Lexikon das Wort ´cool´nachschlägt, dann sieht man da Samuels Foto. Er ist der coolste Schauspieler auf diesem Planeten. Und diese Coolness überträgt sich natürlich auch auf seine Rolle."

Samuel L. Jackson war fasziniert von dem Gedanken, ein S.W.A.T.-Mitglied zu spielen: "Diese Männer werden in drastische, meist lebensgefährliche Situationen gezwungen, doch ihr Leitsatz bleibt stets, Leben zu retten, nicht, Leben auszulöschen. Im Allgemeinen sehen wir S.W.A.T.-Cops als Scharfschützen, die bloß auf den Befehl warten, einen Gangster zu töten. Doch das ist nicht wirklich ihr Job. Ihr Job ist es, dafür zu sorgen, dass alle Menschen den Schauplatz eines Verbrechens sicher und lebendig verlassen. Es erfordert einen ganz besonderen Typ Mensch, solch einem Druck ausgesetzt zu sein und dennoch die Sensibilität zu besitzen, nicht den Cowboy zu spielen."

So wie seine Figur Hondo fühlte sich auch Jackson als Vorbild: "Ich musste mir gutem Beispiel vorangehen. ich musste diesen jungen Schauspielern zeigen, dass ich vorbereitet war, engagiert, einsatzbereit und willens, gelegentlich mit Ratschlägen und kreativen Ideen auszuhelfen. Und es war wichtig, dass ich nicht den Star heraushängen ließ, sondern zeigte, dass ich meinen Beruf wirklich schätze."

Auch bei Colin Farrell, bekannt durch "Tigerland" (Tigerland, 2000), "Daredevil" (Daredevil, 2003), "Minority Report" (Minority Report, 200) und "Phone Booth" (Nicht Auflegen, 2002), gibt es eindeutige Parallelen zwischen der Rolle, die er spielt, und seinem wahren Ich. Moritz erklärt: "Colin hat nicht nur die Aura eines Stars, er ist auch - genau wie Jim Street - ein Draufgänger und loyaler Bestandteil eines Teams zugleich. Colin ist eine Führungspersönlichkeit. Er ist da, wenn man ihn braucht."

Clark Johnson beschreibt die Figur des Jim Street so: "Er ist ein charismatischer Cop, ein Mann mit einer stillen Würde, ähnlich wie Steve McQueen in ´Bullit´ (Bullit, 1968). Doch das Publikum muss spüren, dass auch er - wie alle S.W.A.T.-Mitglieder - sich langsam in der Polizeihierarchie hocharbeiten musste. Draufgänger und Querköpfe passen sich selten gut an, und Colin schafft es, zu zeigen, dass Jim Street nicht nur tollkühn, sondern auch aufrecht und diszipliniert ist. Man versteht, warum er da ist, wo er heute steht."

Johnson und Moritz wandten sich für die Rolle des Deke an James Todd Smith (alias LL Cool J), weil der, so Moritz, "sehr kräftig ist und gleichzeitig einen natürlichen, unwiderstehlichen Humor besitzt. Genau die Mischung, die wir für diese Rolle brauchten."

"LL besitzt die physische Präsenz und auch die innere Einstellung von Deke", ergänzt Johnson. "Er ist ein tougher Typ, aber auch ein angenehmer Mensch. Man glaubt LL sofort, dass er S.W.A.T.-Mitglied sein könnte."

"Deke ist auch der einzige Familienvater im Team und geht deshalb mit einer ganz eigenen Einstellung an die Arbeit", wie Smith erklärt. "Deke ist sehr konzentriert, sehr aufgeräumt, aber er ist auch aggressiv, und die Uniform verleiht ihm ein wenig die Illusion, dass er unverwundbar wäre. Die Tatsache, dass er eine Ehefrau und drei Kinder hat, verstärkt sein Bedürfnis, die Unschuldigen zu beschützen und die Welt sicherer zu machen."

Die böse Schlüsselfigur in S.W.A.T. - Die Spezialeinheit ist Alex Montel, ein international gesuchter Drogenboss, der die ganze dramatische Geschichte des Films in Gang setzt. Für Johnson und Moritz war diese Figur die Chance, einen einmaligen, unvergesslichen Schurken zu kreieren. "Als wir die Figur des Schurken diskutierten, wollten wir weg von den üblichen Bösewicht-Klischees", erinnert sich Moritz. "Als wir Oliver Martinez in ´Unfaithful´ (Untreu, 2002) sahen, waren wir von seinem Charisma sofort beeindruckt. Sowohl die Männer als auch die Frauen konnten einfach nicht die Augen von ihm lassen. Diesen Mann als Alex zu besetzten war eine vielleicht ungewöhnliche, in jedem Fall aber richtige Wahl."

Als die Besetzung stand, machten sich Produzent Moritz und Regisseur Johnson daran, die Crew hinter der Kamera zusammenzustellen. Ein visuell aufwändiger Film wie S.W.A.T. - Die Spezialeinheit verlangte natürlich nach den Besten ihres Faches. Ein großer Teil der Verantwortung ruhte auf den Schultern von Kameramann Gabriel Beristain. Beristain und sein Team fanden zahlreiche innovative Wege, die teilweise enormen Actionsequenzen überzeugend einzufangen. Um den Figuren und der Action folgen zu können, griff Beristain vor allem oft zur Steadicam, um die Dramatik und die Glaubwürdigkeit der Szenen zu betonen.

"Wir filmten stets aus zwei Perspektiven", erklärt Johnson. "Die Großaufnahmen machten wir zuerst von einem Hubschrauber aus, der über der Szene kreiste. In Los Angeles schwirren stets Helikopter mit einem Kameramann an Bord herum, wenn irgendetwas passiert. Die Nahaufnahmen übernahmen dagegen fünf, sechs Leute am Boden mit Handkameras, die dem Zuschauer das Gefühl vermittelten, unmittelbar im Geschehen drinzustecken. Gabriel und sein Team haben großartige Arbeit geleistet. Sie haben alles so perfekt vorbereitet, dass es am Ende völlig spontan aussah."

Johnson, Moritz und ihr Team legten gesteigerten Wert auf einen besonderen Realismus der Szenen. Dazu trug auch Berater Randy Walker bei. Walker war selbst 16 Jahre lang als Cop im S.W.A.T.-Team tätig und war unter anderem vor einigen Jahren beim berüchtigten North-Hollywood-Bankraub im Einsatz, der die Eröffnungssequenz des Films inspirierte. "Wenn man sich die dokumentarischen Aufnahmen dieses Einsatzes anschaut, dann kann man Randy sehen. Er trug Bermuda-Shorts!", lacht Johnson. "Ich glaube, er war gerade Golf spielen, als er zum Einsatz beordert wurde. Also zog er seine kugelsichere Jacke an, setzte sich seinen Helm auf, schnallte seine Waffe um - aber es blieb scheinbar keine Zeit mehr, die Hose zu wechseln!"

Walkers Aufgabe war es
, während des Drehs die Authentizität der Polizeiszenen zu gewährleisten. Alles musste mit den Richtlinien und Taktiken des realen S.W.A.T.-Teams übereinstimmen. Bevor der Dreh begann, gab Walker den Schauspielern eine Einweisung in die Geschichte der S.W.A.T., in deren Philosophie und ihre Position innerhalb der Polizeihierarchie von Los Angeles. Er lehrte den Darstellern außerdem spezielle Handzeichen, eine Kommunikation durch Blicke sowie den speziellen Duktus und das Auftreten der S.W.A.T.-Mitglieder. Und natürlich lernten alle Darsteller, wie man die verschiedensten Waffen korrekt hält, lädt und abfeuert.

Selbst für jene Schauspieler, die bereits Erfahrungen mit Handfeuerwaffen hatten
, erwies sich dieses Training als beeindruckend: "Man gab mir dieses 50er-Kaliber-Scharfschützengewehr", erinnert sich Renner. "Und ich war dermaßen heiß darauf, damit herumzuballern, dass ich mich erstmal beschwerte, dass ich bloß 20 Stück Munition dazu bekam. Doch nachdem ich vier davon abgefeuert hatte, war ich bereits erledigt. Ich war völlig alle! Ich fühlte mich, als hätte mich ein Pferd getreten. Wer hätte gedacht, dass es so anstrengend sein kann, eine Waffe zu benutzen."

Ein anderer mühseliger Aspekt der Ausbildung war das einwöchige Training mit Walker, in dem die Darsteller lernen mussten, sich schnell und flüssig zu bewegen, während sie die 15 Kilo schwere, kugelsichere S.W.A.T.-Spezialkleidung trugen. Das brachste selbst die sportlichsten Schauspieler an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. "Ich kann wirklich nicht verstehen, wie die S.W.A.T.-Cops in solch einem Outfit und mit all dieser Ausrüstung im Schlepptau noch effizient agieren können", staunt Van Holt. "Ich fand es schon schwer, überhaupt nur damit zu gehen. Von dem exzessiven Laufen, Springen, Schießen und Kriechen ganz zu schweigen. Das habe ich schon ohne diese Spezialkleidung kaum geschafft."

Doch obgleich dieses Training anstrengend war, erhöhte es das Selbstbewusstsein der Schauspieler und verhalf ihren Rollen als S.W.A.T.-Mitglieder zu weiteren realistischen Nuancen. "Ich fragte Randy Walker ständig, ob wir richtig aussehen und uns richtig benehmen", erzählt Samuel L. Jackson. "Ich wollte, dass echte Polizisten diesen Film anschauen, nicken und sagen: ´Ja, genau so ist es.´ Es ist stets ein großes Kompliment, wenn einem Menschen, deren Job man auf der Leinwand dargestellt hat, später bestätigen, dass man eine realistische Vorstellung gegeben hat."

Natürlich, gesteht Colin Farrell, war das S.W.A.T.-Training in gewisser Weise auch ein Kindheitstraum, der wahr wurde. "Da war ich also", grinst er, "und bekam eine Menge Geld dafür, dass ich alle die Spiele spielen durfte, die ich schon als Junge geliebt habe. Ich durfte auf dem Schießplatz M-4-Karabiner, 45er Revolver und 9-mm-Waffen abfeuern, ich habe gelernt, wie man im Laufen auf Ziele schießt. Es machte echt Spaß. Natürlich war es mir aber auch wichtig, dass ich mich damit gut auf meine Rolle vorbereitete, so dass ich während des Drehs genau wusste, was zu tun ist."

Michelle Rodriguez wusste es besonders zu schätzen, dass sie beim Training keine Sonderrolle erhielt. "Es hieß einfach: ´Du willst S.W.A.T. sein? Dann musst du alles machen, was auch die anderen tun.!´", erinnert sie sich. "Randy hat mich in keiner Weise anders behandelt. Es war anstrengend und quälend - aber es war gut so."

Die aufwändigen Vorbereitungen
haben sich für die Darsteller und das Publikum gleichermaßen gelohnt, erklärt Produzent Moritz. "Um die Polizisten einer modernen Spezialeinheit glaubwürdig darstellen zu können, mussten die Schauspieler etwas von deren Technik und Methoden lernen. Wie man ein Haus stürmt, wie man einen Geiselnehmer umzingelt... all diese Dinge. Und das Training war nicht nur aufregend und lehrreich, es brachte die Darsteller auch als Team zusammen. Sie entwickelten ein Gemeinschaftsgefühl, das man später auch auf der Leinwand spürt."

Aus logistischen Gründen mussten für die Filmaufnahmen einige sorgfältige Modifizierungen an den S.W.A.T.-Uniformen und den Waffen vorgenommen werden. Echte schusswaffensichere Westen hätten für die Schauspieler ein zusätzliches Gewicht von 15 Kilo bedeutet, und so trugen die Darsteller Westen, die statt mit Metall mit Schaumstoff gefüllt waren. Außerdem sind S.W.A.T.-Cops im Regelfall alle komplett in Schwarz gehüllt und äußerlich nahezu nicht zu unterscheiden. Da das in einem Film natürlich kontraproduktiv wäre, setzten die Schauspieler entgegen den offiziellen S.W.A.T.-Vorschriften häufig ihre Helme, Masken und Brillen ab, um vom Publikum erkannt zu werden.

Auch inhaltlich gab es gewisse Abweichungen
von der Realität. Im wirklichen Leben hat eine S.W.A.T.-Einheit oft bis zu 14 Mitglieder, von denen jeder Spezialist für eine bestimmte Waffe ist. In dem deutlich kleineren fiktiven Team des Films mussten die Figuren deshalb auf mehreren Waffen perfekt ausgebildet sein.

Die größte Abweichung von der Realität ist jedoch die Figur der Chris Sanchez. Bis heute gab und gibt es nicht einen einzigen weiblichen S.W.A.T.-Cop in Los Angeles. Clark Johnson jedoch hält es für möglich, dass der Auftritt von Michelle Rodriguez den weiblichen Bewerbern nun endlich die Tür öffnen könnte. "Als ich an der TV-Serie ´Homicide´ arbeitete, warf uns die Polizeibehörde von Baltimore mangelnden Realismus vor, da es in unserer Story einen weiblichen Detective in der Mordkommission gab. In der Realität hatte noch nie eine Frau in Baltimore einen Mord untersucht", erinnert sich der Regisseur. "Doch wir waren bloß unserer Zeit voraus. Heute sind 19 der 67 Ermittler der Mordkommission in Baltimore Frauen. Ich behaupte nicht, dass das der Verdienst von ´Homicide´ ist - aber ich denke, unsere Serie hat ganz sicher nicht geschadet."

Rodriguez weist die Hypothese, dass Frauen physisch einfach nicht fit genug für das S.W.A.T.-Team wären, energisch von sich: "Schauen Sie sich Bruce Lee an und wie der erheblich größere und stärkere Gegner besiegt hat. Es geht einfach um Druckpunkte, um Konzentration und Mut. Zu all diesen Dingen sind - das richtige Training vorausgesetzt - auch Frauen fähig. Normalerweise sind wir Frauen von kräftigen, großen Männern nur so eingeschüchtert, dass wir völlig vergessen, dass es andere Wege gibt als bloße Kraft, um sie zu überwältigen."

Berater und Trainer Walker ist denn auch voll des Lobes für Michelle Rodriguez und ihre männlichen Kollegen: "Der Film sieht realistisch aus und fühlt sich auch wirklich echt an. Die Waffen sind perfekt und das Gebaren der Schauspieler ist absolut glaubwürdig. Sie waren während des Trainings alle sehr konzentriert und fleißig - sie haben die richtigen Bewegungen drauf, das richtige Aussehen, die richtige Einstellung und das richtige Verhalten."

Einen großen Beitrag zum realistischen Look des Films leistete auch Produktionsdesigner Mayne Berke. Da der Film vorwiegend an Originalschauplätzen gedreht wurde, bestand seine Aufgabe weniger darin, im Studio perfekte Kulissen zu konzipieren, als vielmehr darin, die 75 Drehorte in und um Los Angeles perfekt herzurichten und alles so zu koordinieren, dass das Team möglichst wenige und kurze Fahrten von Set zu Set zu unternehmen hatte. "Es ging darum", erklärt Berke, "so viele Locations wie möglich zu bündeln. Denn jedes mal, wenn sich die komplette Crew in Bewegung setzen muss, verschlingt das Unmengen von zeit und Geld. Wir haben das alles sehr gut in den Griff bekommen. An manchen Drehorten konnten wir sechs, manchmal sogar acht verschiedene Szenen drehen, indem wir kleinere Modifizierungen an den Kulissen vornahmen."

Berke und Regisseur Johnson arbeiteten eng in Fragen von Farbe und Form zusammen. "Wir wollten das ganze Ambiente so rau und realistisch wie möglich", erklärt Berke. "Ich schlug Clark also vor, dass wir eine sehr eng gefasste Farbpalette benutzen und uns dabei hauptsächlich auf dunkle Erd-Töne konzentrieren. Helle Farben wollten wir ausschließlich in jenen Szenen nutzen, in denen wir die kalifornische Natur und bestimmte Teile der Architektur von Los Angeles zeigen." Die größte Herausforderung stellte das actionreiche Flugzeug-Finale dar, das über einen Zeitraum von vier Wochen in diversen Nachtdrehs auf der 6th Street Bridge in Los Angeles entstand. Die Wahl fiel auf diese Brücke, nachdem Berke diverse andere Locations inspiziert hatte, auf denen ebenfalls eine spektakuläre Flugzeuglandung hätte inszeniert werden können. "Jemand schlug den Freeway Nr. 405 vor, der quer durch Kalifornien von San Diego bis Sacramento führt", erinnert sich Berke. "Doch dann las ich das Buch ´Above Los Angeles´ und beschloss, dass ich , wenn ich ein Pilot wäre, die 6th Street Bridge in Downtown L.A. in Erwägung ziehen würde. Abgesehen davon bot diese Location visuell sehr viele Möglichkeiten. Die Brücke ist über einen Kilometer lang und sowie man gelandet ist, hat man die funkelnden Lichter der Wolkekratzer als Hintergrund."

Johnson teilt Berkes Enthusiasmus: "Wir waren erst ein paar Schritte auf die Brücke gegangen, da wusste ich bereits, dass dies die richtige Location ist! Die Stadt funkelte von hier aus wie das Königreich von Oz."

Die Brücke für das nachts landende Flugzeug auszuleuchten, war eine große Herausforderung. "Ich habe in meiner Karriere weiß Gott schon viel mit Licht gearbeitet, und ich wusste, dass ich eine seitliche Beleuchtung brauchte. Aber es war einer der Kameraassistenten, der die beste Idee für diese ganz spezielle Szene hatte: er hatte im Baumarkt ganz simple Klemmlampen gekauft, für 20 Dollar das Stück. Ich musste sie dann nur noch mit einer neuen Designhülle versehen. Ich wählte einen Art-déco-Look, der mit dem Stil der in den 30er Jahren erbauten Brücke harmonierte."

Doch trotz dieser Beleuchtung war es zu gefährlich, ein echtes Flugzeug auf der Brücke landen zu lassen. Also wurde jeden Abend zum Dreh die originalgroße Attrappe eines Learjets aus einem nahe gelegenen Lagerhaus geholt und zur Brücke geschafft.

Eines Tages kam es zu einem bizarren Zwischenfall, als das wirkliche Leben mit der fiktiven Story des Films zusammentraf: die echte Polizei von Los Angeles verfolgte mit zahlreichen Autos und Helikoptern einen flüchtigen Autodieb - und die Route führte direkt über die 6th Street Bridge. "Wir waren gerade auf der Brücke und probten eine Szene", erinnert sich Clark Johnson. "Wir hatten die Flugzeugattrappe auf der Brücke stehen, dazu noch eine große Stretchlimousine. Auf jeder Fahrbahnseite blieb nur ein schmaler Durchgang für je ein Auto. Plötzlich informierte uns ein Produktionsassistent, dass eine Verfolgungsjagd in der Stadt stattfinden und direkt in unsere Richtung führen würde. Und da preschte auch schon ein Auto an uns vorbei, voll gestopft mit Teenagern, die den Wagen geklaut hatten, und direkt hinterher kamen 15 Polizeiautos. Sie alle zischten durch den schmalen Durchgang. Es war wie eine Szenen aus ´The Blues Brothers´."

Ein anderer Schauplatz aber blieb für das Team tabu: die riesigen Sturm- und Abwasserkanäle, die in Los Angeles die ganze Stadt durchziehen. Die Stadtverwaltung befürchtete eine plötzliche Überflutung und wollte das Filmteam keinem Risiko aussetzen. Berke war also gezwungen, sein eigenes Kanalsystem zu bauen: "Ich musste etwas konstruieren, was all die spektakulären Ereignisse, die das Drehbuch vorsah, aushalten würde."

Berkes Recherche führte ihn zu einer Website von ´Drainern´ - schräge Typen, die sich überall im Land illegal in die Abwässerkanäle begeben, sich dort fotografieren und diese Bilder dann - mit verfremdeten Gesichtern - anonym im Internet veröffentlichen. In Webforen diskutierten diese Drainer, wie genau sie den Zugang in die einzelnen Kanalsysteme gefunden haben und was genau sie in den Schächten erwartete. "Diese Fotos und Infos", erklärt Berke, "waren von unschätzbarem Wert für unsere Arbeit."

Berke lernte durch die Drainer unter anderem, dass es gewisse Gemeinsamkeiten zwischen allen Abwasserkanälen des Landes gibt: "Überall wächst an den Decken der Tunnel eine bestimmte Art von Alge. Und in all diesen Kanälen türmen sich Tausende von Zigarettenstummeln. Es wimmelt von leeren Dosen und Plastiktüten. Die Drainer fanden mitunter sogar einen kompletten Telefonmast, Staubsauger, Einkaufswagen, Autoreifen und andere Dinge in den Kanälen. Das gab uns die Chance, mit den verschiedensten Materialien und Texturen zu arbeiten. Und natürlich passte das hervorragend in das Grundkonzept des Films: Auch diese Szenen wurden rau, dunkel, bedrohlich und realistisch."

Berke und sein Team bauten zuerst das Modell einer Röhre, fertigten dass ein hölzernes Gerüst, bezogen es mit Kunststoff und überzogen den dann mit einer speziellen Form von Beton, die sich modellieren lässt. Um die Algen an dem Modell "wachsen" zu lassen, wurden Latexschichten in verschiedenen Farben auf den Beton aufgetragen. Damit der künstliche Abwasserkanal auch wirklich feucht aussah, wurden auf der Decke Glycerin und an den Wänden eine Schicht Schellack aufgetragen. Das Wasser, das den Boden bis zu den Knöcheln der Protagonisten bedeckt, wurde erst bei der Postproduktion als Special Effect einkopiert. Alles in allem dauerte es zwei Wochen, diese Kulisse zu erschaffen.

   
Quelle: Columbia Tristar Home Entertainment / Digital-Movie.de (rp)
   
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