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   19.11.2007 - Rubrik: Allgemein  
  Erste deutsche 4K Projektion in Münster
 
 

Am 16. November präsentierte Oliver Pasch, Business Development Manager D-Cinema von Sony Professional Solutions Europe im Cineplex in Münster die erste deutsche 4K-Installation. Dabei handelt es sich um die höchste Ausbaustufe (Level 1) einer Digitalprojektion, wie sie momentan von der DCI (Digital Cinema Initiatives; Zusammenschluss großer Studios wie z.B. Warner, Paramount, Fox, Sony etc.) empfohlen wird. Die physikalische Auflösung beträgt dabei 4096 x 2160 Bildpunkte - kurz 4K. Es ist dabei wichtig festzuhalten, dass es sich bei 4K um 4 x 2K handelt (4K ist doppelt so breit UND doppelt so hoch wie 2K) - also um etwas mehr als vier Mal so viele Bildpunkte wie bei Full HD. Oder anders ausgedrückt: 8,8 Megapixel im Vergleich zu rund 2 Megapixel bei Full HD.

Der von Sony in Münster installierte CineAlta 4K Projektor schafft mit der 4000 Watt Xenon Lampe die gute Ausleuchtung einer Leinwandbreite von bis zu 20m, allerdings gab es während der Präsentation immer wieder Material, bei dem uns der Punch fehlte. Dazu merkte Pasch offen an, dass es teilweise noch Optimierungsbedarf gebe, speziell wenn so viel Material mit unterschiedlichen Gammakurven hintereinander gespielt werde. Für die normale Projektion eines Spielfilms sollte dies allerdings kein Problem darstellen, da ja eben nicht gemischtes Material vorgeführt wird.

Das Innenleben ist spannend wie einfach zugleich. Neben einem großen Festplatten-RAID mit 2 Terrabyte Speicherplatz sind zwei Rechner für die Bilddarstellung verantwortlich. Dabei kümmert sich ein Windows-System um die Zufütterung der Daten (z.B. via externer Festplatte mit USB 2.0) und die Playlist, während ein proprietärer Linux-Server die eigentlichen Bilddaten verwaltet und über ein kompliziertes Rechtemanagement dafür sorgt, dass die Filme nur auf der Leinwand und nicht in irgendwelchen Tauschbörsen landen. Dafür wären diese im Rohformat mit JPEG2000-Intraframekompression allerdings auch etwas zu groß: Zwischen 300 und 400GB belegt ein Film auf Platte.

Beim Bildwerfer handelt es sich um eine SXRD-Vertreter, der, ähnlich LCOS von JVC, das Beste von DLP und LCD vereint und ein absolut farbreines und homogenes Bild mit höchstem Füllfaktor (> 90%) liefert. Wer einen Sony Pearl oder Ruby bzw. einen JVC-HD1 kennt, der weiß, wie gut diese Technik bereits bei Full HD aussieht. Bei 4K stellt sich im Kino - endlich - auch wieder der Aha-Effekt ein. Denn gegen die Bildruhe und die Plastizität der inzwischen hervorragenden Digitalprojektoren kommen die meist nur mäßigen Vorführkopien durch die Bildgröße im Multiplex nicht mehr an. Hand aufs Herz: Wir lieben Film und prinzipiell auch das Medium, aber durch die starken Einsparungen bekommt man in Deutschland nur noch sehr selten Vorführkopien in Premierenqualität geboten.

Sony zeigt mit dieser Installation vor allen Dingen eines: Totgesagte leben länger. Und da man per Digitalprojektion nicht nur fertiggedrehte Filme, sondern z.B. auch live Konzerte u.ä. zeigen kann, dürfte sich das Kino bald zu einem universelleren Veranstaltungsort wandeln. Oliver Pasch wusste sogar von Damen zu berichten, die in gehobener Abendgarderobe angesichts der Übertragung eines Musikkonzerts gesichtet wurden. Wir sind gespannt!

Tipp: Aktuell ist im genannten Kino Bob Zemeckis "Beowulf" als Digitalprojektion (allerdings "nur" 2K) zu sehen.

   
Quelle: Digital-Movie.de (cb)
    
 

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