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   01.03.2006 - Rubrik: Games  
  Review: "Perfect Dark Zero" (Xbox 360)
 
 
 

Perfect Dark Zero

PDZ

 

Xbox 360

Getestet von Florian Kriegel

Email: fk@digital-movie.de

        


Weitere Informationen zum Spiel:



Gesamtwertung:

Spielinfos:

Review Datum: 01.03.2006
Im Handel ab: 02.12.2005
Preis: ca. 60 EUR
   
Deutscher Titel: Perfect Dark Zero
Originaltitel: Perfect Dark Zero
Genre: First Person Shooter
   
Bildformat: HDTV 480p/720p
Sprachausgabe: Deutsch, Englisch(Dolby Digital 5.1)
Untertitel: -
       
Spieler: 1-32 Spieler, Coop-Modus (1-4)
Multiplayer: lokal, System-Link (bis zu 32 Spieler)
Live!: Ja (bis zu 32 Spieler)
Live! Downloads: Nein
   
TV Norm: PAL
USK-Freigabe: keine Jugendfreigabe
Regional Code: EU
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Publisher: Microsoft
Entwickler: Rare/ Microsoft Game Studios
     
Testequipment:

AV-Receiver: Yamaha RX-V1400 (THX Select, Dolby Digital, dts)
Lautsprecher: Canton Movie XL-Set in 6.1-Konfiguration

Beamer: Sanyo PLV-Z3 (kalibriert, via HD-AV-Kabel (YUV))
Konsole: Xbox 360 Premium (Retail, 02.12.2005)

          
Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2020. Es herrschen düstere Zeiten. Skrupellose Konzerne ringen in einem erbarmungslosen, versteckten Krieg um die globale Vorherrschaft. Von Rache getrieben, wird Joanna Dark in ein lebensgefährliches Netz aus Verschwörung, Korruption und Betrug verstrickt. Die Wahrheit und das Schicksal der Welt liegen in ihren schwer bewaffneten Händen.

    
Spiele-Review:
   
Allgemeines:

Perfect Dark war auf dem N64 von Nintendo ein Riesenhit und bedeutete für das Genre des First Person Shooters eine kleine Revolution. Die Grafik, die heute extrem schlecht aussieht, war damals eine Augenweide und so sind die Erwartungen an den Nachfolger, "Perfect Dark Zero", sehr hoch. PDZ spielt aber nicht etwa nach den Geschenissen des Vorgängers, sondern einige Jahre vor dem Actionhit, der im Mai 2000 erschien. Ob der Actionkracher die Erwartungen erfüllen kann, werden wir euch im folgenden Review zeigen.

   
Game+play:

Worum geht's in Perfect Dark Zero?

PDZ spielt im Jahr 2020, das von mächtigen Konzernen und Korruption begleitet wird. Ihr schlüpft in die Rolle von Joanna Dark, einer äußerst attraktiven Kopfgeldjägerin, die die Welt vor dem Abschaum befreien soll. Storytechnisch fällt PDZ leider ziemlich dünn aus, denn auch wenn es theoretisch eine Geschichte gibt, so wird diese extrem eintönig und langweilig erzählt, sodass der Spieler zum Teil ziemlich enttäuscht sein dürfte vom Verlauf. Zwar bietet das Spiel Zwischensequenzen in Spielgrafik, doch wirklich atmosphärisch sind diese nicht. Mit etwas mehr Feintuning hätten einige Szenen durchaus an Dramatik und Spannung gewinnen können, doch nicht zuletzt die deutschen Synchronstimmen sorgen für das Gegenteil: Langeweile. Wie die meisten Xbox360-Titel bietet aber auch PDZ den Originalton, dazu muss die Sprache der Xbox einfach auf "Englisch" eingestellt werden.

Auch wenn die Geschichte sehr banal ist, so kann der Singeplayer-Modus durchaus fesseln. Dieser kann übrigens mit bis zu drei weiteren Spielern im Coop-Modus durchgespielt werden, was uns sehr gefällt. Coop-Spiele sind leider noch viel zu rar auf dem Markt und Spaß bringende Games, die sich auch mit mehreren Freunden durchspielen lassen, sucht man meist vergebens. Nun kommen wir aber auch schon zum Hauptkritikpunkt von Perfect Dark Zero, nämlich den nur 13 Missionen plus einer Übungsmission, die sich im einfachsten Schwierigkeitsmodus "Agent" in wenigen Stunden durchspielen lassen. Zu Beginn lässt sich aber auch unverständlicherweise kein anderer Modus auswählen, sodass man förmlich genötigt wird, das Spiel beim ersten Mal locker und schnell zu bestehen. Das erneute Durchspielen wird einem aber durch andere Nebenmissionen und andere Gimmicks schmackhaft gemacht, dennoch sind wir von den wenigen Leveln enttäuscht.

Abgesehen davon, kann der Singeplayer aber durch verschiedene Tatsachen punkten. Zunächst einmal werden dem Spieler verschiedene Locations geboten, die von modernen Firmengebäuden, über Außenlevels in Schnee- und Dschungelgebieten bis hin zu antiken Bauten reichen. Optisch bekommt man also einiges zu sehen, woran nicht zuletzt die Grafik schuld ist, doch dazu mehr im Technikteil

Die Missionen variieren ein bisschen, doch meist hat man immer das Gleiche zu tun: Person X ausschalten, Person Y befreien oder Gegenstand Z sichern. Neben den Primärmissionen gibt es aber auch immer wieder kleinere Nebenmissionen, die man notfalls auch vergeigen kann, ohne gleich die ganze Missionen wiederholen zu müssen. Leider fehlt eine manuelle Speicherfunktion, sodass man beim Tod zu gewissen Checkpoints zurück gesetzt wird, dabei gehen aber ggf. aufgehobene Waffen verloren und man hat wieder nur die Standardausrüstung zur Verfügung, die sich vor jeder Mission erneut zusammenstellen lässt.

Wenige Male kommt der Spieler auch in denn Genuss anderweitiger Beförderungsmittel, wie einem Hovercraft und einem Jetpack, die etwas Abwechslung in das Spiel bringen. Wir hätten uns einen etwas intensiveren Einsatz dieser Vehikel gewünscht.

Fast wie James Bond ...

Gesteuert wird wie üblich bei 1st Person Shootern mit dem Analogstick. Die Steuerung ist gut, hätte aber insgesamt etwas ausgewogener sein können. Dennoch ist Joanna stets gut zu beherschen und es fällt einem meist nicht schwer, mit etwas Übung sein Ziel zu treffen. Auch die Fahrzeuge lassen sich gut bedienen. Etwas störend ist die langsame Bewegung der Protagonistin und so vermissen wir einen Sprintmodus, der Mrs Dark zu kurzfristigen Sprints verhilft, um sich beispielsweise von den Gegnerscharen in Deckung zu bringen.

Das Waffenarsenal reicht von kleineren Handfeuerwaffen, über diverse Maschinenpistolen bis hin zu großen Maschinengewehren oder Raketenwerfern. In Sachen Feuerkraft ist also ausreichend Auswahl vorhanden. Neben den Primärfeuermodi gibt es auch Sekundär- und teilweise sogar Tertiärmodi, wie Schalldämpfer, Granaten oder Taschenlampen, die sich an den Waffen befestigen lassen. Auch in Sachen Inventar hat Frau Dark verschiedenste Geräte zur Auswahl, die aber zum Teil obligatorisch sind und für bestimmte Missionen benötigt werden. Dazu gehören zum Beispiel ein Datendieb, um ID-Terminals zu hacken, ein moderner Dietrich um normale Schlösser zu knacken, Sprengladungen oder ein kleiner fliegender Roboter, der genutzt wird, um Spionage zu betreiben.

Meist hat Joanna Verstärkung an ihrer Seite, wie zum Beispiel ihren Vater oder dazu gestoßene Mitarbeiter. Diese dürfen oft nicht sterben, sodass man als Spieler darauf achten muss, seine Kollegen nicht zu verlieren. Aufgrund der oft unzureichenden KI, fällt das nicht immer leicht, vor allem wenn die Gegner einen bereits erkennen, ohne das man weiß wieso. Trotz der Tatsache, dass der Spieler in einigen Missionen die Wahl hat mehr zu schleichen als zu schießen, fällt die Entscheidung doch öfter zur brachialeren Variante, da es einem kaum gelingen dürfte, weite Passagen ohne Waffen zu überstehen. Gerade im Dschungel macht sich eine weitere Schwachstelle der KI bemerkbar, die dem Spieler einen Nachteil bringt. Die Gegner scheinen Röntgenaugen zu haben und Zielwasser getrunken zu haben, denn während man oft verzweifelt nach den Gegnern hinter Palmen und Sträuchern sucht, wird man munter angegriffen und von deutlicher Entfernung zielsicher getroffen. Das sorgt zum Teil für nervige Passagen, die aber glücklicherweise relativ selten sind.

   
 
Gameplay:  (gut)
 
Umfang:  (befriedigend)
   
Mutiplayer:

Wem der Singeplayermodus nach ein- oder mehrmaligem Durchspielen nicht weiter fesseln sollte, der kann auf die zahlreichen Multiplayermodi zurückgreifen, die im Großen und Ganzen gelungen sind und für ausreichend Spielspaß sorgen dürften. Die insgesamt acht Varianten teilen sich in zwei allgemeine Modi auf, nämlich dem altbekannten Deathmatch und Darkops.

Während der Deathmatch-Modus bekannte Varianten wie Capture the Flag oder Team-Deathmatch bietet, beinhaltet der Darkops-Modus vier neuartige Spielmethoden, die allesamt rundenbasiert sind. Dazu gehören "Auslöschung", "Gemetzel", "Infektion" und "Sabotage". In "Gemetzel" geht es beispielsweise darum, dass ein Team eine Basis verteidigt und normal Waffen kaufen kann, während das Angreiferteam nur eine beschränkte Waffenwahl hat, dieses aber auf unbegrenzte Leben zurückgreifen kann. Jenes Team, das am längsten überlebt und dabei die Basis verteidigt gewinnt.

Bei "Infektion" gibt es zwei Teams, wobei tote nicht-infizierte Spieler in das infizierte Team kommen und nur das Team Punkte bekommt, das zum Schluß der Runde als einziges überlebt hat.

Insgesamt können bis zu 32 Spieler gegeneinander spielen, doch leider gibt es nur sechs Multiplayerkarten, was auf Dauer etwas eintönig wird. Immerhin lassen sie sich in der Größe skalieren, um das Areal an die Spieleranzahl anzugleichen.

Wie bereits erwähnt lassen sich Singeplayermissionen auch im Coop-Modus durchspielen. Während man bei anderen Games aber oft die theoretisch identischen Charaktere spielt und bei den gleichen Positionen anfängt, übernimmt man als Teampartner in PDZ immer wieder die Rollen anderer Charaktere und startet zum Beispiel auch an unterschiedlichen Stellen.

   
 
Multiplayer:  (gut - sehr gut)
   
Technik:

Die technische Umsetzung...

Bereits vorab der Veröffentlichung sorgte die Grafik von Perfect Dark Zero für Zündstoff. "Viel zu sehr Plastikoptik", "comicähnlich" oder "alles spiegelt" waren nur einige der negativen Äußerungen. Insgesamt sind diese Begriffe auch zurecht gefallen, denn PDZ bietet einen sehr eigenwilligen Look, der zum Teil toll aussieht, aber auch immer wieder Grund lässt, nicht zufrieden zu sein.

Pauschal lässt sich sagen, dass nahezu alle Gegenstände in PDZ spiegeln und nass aussehen. Hier haben es die Programmierer etwas zu gut gemeint mit dem Bumpmapping, das zwar natürliche Stukturen vorgaukelt, aber in diesem Fall auch zu unnatürlichen glänzenden Oberflächen führt. Während manche Gegenstände durchaus realistisch wirken, wie zum Beispiel Eis oder gewisse Steine, so fällt diese übertriebene Optik stellenweise auch negativ auf.

Dennoch gefällt uns die Grafik von PDZ, nicht zuletzt dank der überwiegend überzeugenden Texturen und Effekte. Sicherlich gibt es auch in Sachen Texturen kleinere Schnitzer, doch das Gesamtbild stimmt uns zufrieden. Weniger positiv sind aber wenige Grafikfehler. So konnten wir es gar nicht glauben, als wir plötzlich nur noch ein Uzi-Magazin in der Hand hielten und damit unsere Gegner platt machen konnten. Auch nach mehrmaligen Waffenwechsel war von der Uzi immer noch keine Spur zu entdecken, sodass wir zeitweise mit zwei Magazinen in den Händen umherliefen.

Während des Spiels gibt es nur selten kleinere Ruckler, sodass der Großteil des Spiels angenehm flüssig abläuft. Weniger flüssig präsentieren sich hingegen alle (!) Zwischensequenzen, die ein permanentes, zum Teil starkes Ruckeln zeigen. Was die Programmierer hier falsch gemacht haben, denn an der Grafik selbst dürfte es eigentlich nicht liegen, ist uns schleierhaft.

Die angesprochenen enttäuschenden, deutschen Synchronstimmen sind leider ein totaler Reinfall. Während manche Akteure eine noch zufrieden stellende Leistung abliefern, können uns die meisten Charaktere überhaupt nicht gefallen. Im Vergleich dazu klingt die englische Synchro meist deutlich atmosphärischer. Hier sollte Microsoft Games in Zukunft etwas mehr investieren, bzw. auf eine bessere Wahl der Synchronsprecher achten.

Bis auf die schwache Synchronleistung, kann der Sound aber gefallen. Die Musik ist wirklich toll und passt sich dem Geschehen bestens an und die Effekte, wozu neben den Waffengeräuschen auch Explosionen etc. zählen, können sich hören lassen.

Eine Bemerkung müssen wir leider auch wieder zum Aliasing, also Treppenmustern, machen. Was wir schon bei "PGR 3" negativ bewerteten, trifft auch bei PDZ wieder zu. Während die Entwickler Bewegungsunschärfe, sogenanntes Motion Blur, einsetzen, werden Kanten überhaupt nicht geglättet. Dies führt zu unschönen Mustern an Konturen und zu flimmernden Texturen. Wir können nur hoffen, dass neue Spiele beide Technologien miteinander verbinden werden.

   
 
Grafik:  (gut)
 
Sound:  (gut - sehr gut)
   
Fazit:

Rare steht für ausgezeichnete Spielkonzepte und überzeugende Umsetzungen, doch PDZ erfüllt leider nicht ganz die Erwartungen, die im Vornherein entstanden sind. Sicherlich handelt es sich immer noch um einen guten Shooter, doch etwas wirklich Herausragendes ist hier leider nicht entstanden. Der Singeplayermodus ist zu kurz, die Story zu schwach, die Grafik stellenweise zukünstlich und somit das Gesamtpaket zu durchwachsen, um als wirklicher Toptitel in die Geschichte einzugehen. Wer auf kurzweilige Action steht, wird sicherlich immer noch seinen Spaß mit dem Spiel haben, allerdings könnte sich dieser auch schnell legen, sollte man am gelungenen Multiplayermodus nicht interessiert sein.

Trotz der nicht zu überlesenden Enttäuschung wollen wir den Eindruck aber nicht vermitteln, PDZ sei ein Flop. Das ist nämlich nicht der Fall. Trotz der einfachen Story und der relativ kurzen Missionen hatten wir unseren Spaß. Sicherlich hat das Game seine Schwächen, doch diese fallen bei einem Spiel von Rare vergleichsweise bedeutender ins Gewicht, als vielleicht von anderen Spieleschmieden.

       
 

 Gameplay:

 (gut)
 Umfang:
 (befriedigend)
 Grafik:
 (gut)
 Sound:
 (gut - sehr gut)
 Multiplayer:
 (gut - sehr gut)
   
 Gesamtwertung:
 (gut)

 Positives  Negatives
   
+ spannende Missionen... - ...aber viel zu kurz
+ Gute Grafik... - ...mit zu viel "Glanz"
+ gelungener Sound... - ...mit dümmlichen Stimmen
+ viele Multiplayer-Modi  
 
 
   
    
 

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