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   02.11.2005 - Rubrik: DVD Special  
  Special: "Krieg der Welten" - Produktion
 
 

"Krieg der Welten" ist ein ausgesprochen effektreicher Science-Fiction-Film und so können wir Euch hier einige Informationen über den Drehablauf geben und wie manche der wirklich hervorragenden Special Effects entstanden sind.

Das Team kommt wieder zusammen: Der Beginn der Vorproduktionsphase

Nachdem Tom Cruise und Steven Spielberg sich entschlossen hatten, sich auf „Krieg der Welten“ zu konzentrieren, kam die Produktion mit halsbrecherischer Geschwindigkeit zustande. Produzentin Kathleen Kennedy erinnert sich an ein Gespräch, das sie zu Beginn mit Spielberg führte. „Steven sagte zu mir: ‚Okay, wir werden diesen Film machen, müssen ihn schnell vorbereiten und werden in drei Monaten anfangen zu drehen. Aber flipp bitte nicht aus, wenn du das Drehbuch liest. Denk einfach daran, dass der Film von drei Menschen handelt – das ist das Herz des Films. Gelegentlich rennen bloß 1000 Leute im Hintergrund rum.“

Im Herbst 2004 wurden eilig Produktionsteams an Ost und Westküste zusammengestellt, um den Drehstart vorzubereiten, Drehorte entlang der Ostküste zu suchen und Studiohallen und Setbauten fertig zu stellen, damit das Team bei seiner Rückkehr nach Los Angeles nach den Weihnachts- und Silvesterfeiertagen auf sie zurückgreifen konnte. „Wir hatten ein komplett arbeitendes Ostküsten- Produktionsteam mit vielen Crewmitgliedern von der Ostküste und simultan eine Crew an der Westküste, die alles für unsere Rückkehr vorbereitete“, erklärt Kennedy. Die Vorproduktion nahm genau genommen halb soviel Zeit in Anspruch, wie es bei einem Film dieser Größe normalerweise der Fall ist. Spielberg bemerkt allerdings: „Dies war kein übereilter Intensivkurs für ‚Krieg der Welten', sondern mein längster Produktionszeitraum in zwölf Jahren. Wir haben uns Zeit gelassen.“

“Es gibt gewisse Gründe, warum wir den Film so schnell machen konnten”, bemerkt Kameramann Janusz Kaminski, der schon seit langem mit Spielberg zusammenarbeitet. „Vor allem der, dass wir einen Regisseur hatten, der sehr selbstsicher ist, das Genre sehr genau kennt und weiß, wie man Filme macht.“ Alle sind sich einig, dass es nur wenige Regisseure gibt, die ausreichend Erfahrung und Vorstellungskraft haben, um ein Projekt von solcher Größe so schnell zusammenzustellen. „Es ist erschreckend, weil alles so schnell geht – aber auch sehr motivierend“, erklärt Kostümdesignerin Joanna Johnston. “Ich kenne niemanden, der so schnell arbeitet wie Steven. Er weiß ganz genau, was er will.” Spielbergs Klarheit, Entschlussfreudigkeit und Kommunikationsgabe mit seinem Team, unter ihnen viele Veteranen mehrerer Spielberg-Projekte, stellten sicher, dass das Projekt nach Drehplan ablaufen würde.

Die Effizienz der Crew während der Vorproduktion resultierte daraus, dass die Crewmitglieder ihren Regisseur und sich gegenseitig sehr gut kannten. „Ein Grossteil der Leute, die wichtige Fachbereiche leiten, arbeiten mit Spielberg schon 15 bis 20 Jahre zusammen – ich eingeschlossen“, sagt Kennedy. Von dem versammelten Team hatten die meisten schon mit Spielberg gearbeitet – viele von ihnen an mehreren Projekten und schon seit Jahrzehnten: Produzentin Kathleen Kennedy (15 Filme), Produzent Colin Wilson (10 Filme), Kameramann Janusz Kaminski (9 Filme), Produktionsdesigner Rick Carter (6 Filme), Cutter Michael Kahn (19 Filme), Komponist John Williams (21 Filme), Senior Visual Effects Supervisor Dennis Muren (10 Filme), Kostümdesignerin Joanna Johnston (4 Filme),

Stunt Koordinator Vic Armstrong (5 Filme), Set Decorator Anne Kuljian (3 Filme), Property Master Doug Harlocker (2 Filme) und Sound Mixer Ron Judkins (11 Filme).

“Dass wir unseren Drehplan einhalten konnten, liegt meiner Meinung nach zum großen Teil daran, dass wir diese Gruppe von Leuten zusammenbekommen haben”, sagt Produzent Colin Wilson, der für Spielberg erst als Cutter arbeitete und im Laufe der Jahre mehrere Filme für ihn produziert hat. „Ein Großteil der Schlüsselpersonen bei diesem Film haben so oft miteinander gearbeitet, dass sie untereinander eine eigene Sprache sprechen.“

Spielbergs einzigartige Fähigkeit, die Welt der Spezialeffekte zu verbinden mit dem, was die Kamera aufzeichnet, zeigte sich schon bei den ersten Vorbereitungen. Der Drehplan war so ausgelegt, dass Dennis Muren, Pablo Helman und ihr Team bei Industrial Light & Magic soviel Zeit wie möglich zur Verfügung hatten, um an den Szenen mit Spezialeffekten zu arbeiten. “Wir wussten dass wir eine ganze Menge an Effekten hatten, aber nur eine limitierte Zeit für die Postproduktion”, sagt Kennedy. „Also wussten wir, dass wir die großen Szenen, die am meisten Effekte benötigen würden, schnellstmöglich drehen mussten, damit ILM möglichst früh mit ihnen anfangen konnte. Als wir an die Ostküste kamen, begannen wir mit der Sequenz an der Kreuzung, da sie viel Interaktion mit einer Menschenmenge und Effekte erforderte.

“Produktionsdesigner Rick Carter erinnert sich an einen Anruf von Steven Spielberg in den Monaten, bevor die Produktion begann. „Ich setzte mich sofort ins Flugzeug und flog nach New Jersey, wo der Film spielen sollte“, fährt Carter fort. „Am ersten Tag sah ich mir einen Bereich von Newark an, an dem fünf Straßen aufeinander treffen. Es war ein toller Platz für unsere erste Begegnung mit den Außerirdischen.“ Drei Monate später kam das Produktionsteam für den offiziellen Drehstart zu der fünfzackigen Kreuzung in Ironbound, einer eng verbundenen Gemeinde in Newark, New Jersey – benannt nach den Eisenbahnlinien, die den Stadtteil von vier Seiten eingrenzen. Bevölkert mit portugiesischen und brasilianischen Restaurants, stellte sich der Dreh dort als Heimkehr für Tom Cruise heraus. „Ich habe zweimal in New Jersey gewohnt“, sagt der Schauspieler. „Hier ist es genauso, wie dort, wo ich aufwuchs.“

Das Praktische und das Erdachte: Die Spezialeffekte

Mit hunderten von schreienden Statisten umgeben von Feuer und Rauch, war es unumgänglich einen großen Teil der Szenen auf dem Computer herzustellen. „Als ich mich entschloss, ‚Krieg der Welten' zu machen, ging einer meiner ersten Anrufe an Dennis Muren“, sagt der Regisseur.

Der Empfänger von acht Oscars für die besten Spezialeffekte (drei davon für seine Arbeit an „E.T. – Der Außerirdische“, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ und „Jurassic Park“), ist weiterhin eine treibende Kraft in der sich ständig fortentwickelnden Kunst der Spezialeffekte.

„Was Dennis Muren und alle bei ILM mitbringen, ist die Fähigkeit etwas in unserer Welt zu sehen, was man sonst nie sehen würde – und es filmbar zu machen, als sei es schon immer da gewesen“, sagt Produktionsdesigner Carter, der mit Muren bei mehreren Projekten eng zusammengearbeitet hat. „Ich bin immer auf der Suche nach etwas, was ich noch nicht getan habe“, sagt Muren. „Sobald meine Arbeit an einem Film beendet ist, denke ich mir: ‚Der Film ist überholt. Die Spezialeffekte sind überholt. Was kann ich Neues machen?' Die Idee, den ‘Krieg der Welten' zu machen, fand ich aufregend; besonders als wir zurück zum Roman gegangen sind, um herauszufinden, wie die Kriegsmaschinen aussehen sollen.

Ich glaube, dass ich weiß, was man schon gesehen hat und was neu ist, weil ich mich genauso schnell oder noch schneller langweile als das Publikum. Wir haben viel Zeit mit der Vorbereitung verbracht, um einen interessanten Look für die Tripods oder die Außerirdischen zu finden. Wir haben nicht gleich das erste, zweite, dritte, zehnte oder fünfzehnte Design genommen.“

Trotz Murens Status an der vordersten Front der Spezialeffektkunst, arbeitete er mit Spielberg zusammen, um die bestmögliche Technik für jede Aufnahme zu finden und sich nicht zu sehr auf Computereffekte zu verlassen. „Da ich mit Miniaturmodellen angefangen habe, habe ich auch kein Problem damit, zu sagen: ‚Lasst uns das mit Miniaturen machen und das mit Computereffekten' – ich bin für das, was für die Szene am besten ist“, sagt er. Wir haben viele große Talente hier, Leute die wissen, wie man Modelle baut. Wir wissen, wie man sie in Szenen einsetzt. Es ist wirklich

wichtig, dass man alle seine Werkzeuge nutzt, nicht bloß die Computergrafik.“ Spielberg, Muren und Janusz Kaminski arbeiteten eng zusammen, so dass all die verschiedenen visuellen Ebenen zueinander passten. „Du drehst Detailaufnahmen; dann filmst du vor dem Greenscreen; dann filmst du eine Fähre, die im Trockendock ist und sich nicht bewegt“, erklärt Spielberg. „Dann filmst du die Fähre im Wasser.

Von ‚Unheimliche Begegnung der dritten Art' bis ‚Jurassic Park' habe ich viele Erfahrungen mit dieser Art zu drehen gesammelt – für mich ist das alles, wie ein großer Salat. Man tut alle Zutaten einzeln rein – aber immer mit großer Sorgfalt. Dann, wenn alle diese verschiedenen Sachen in der Schüssel gelandet sind, gießt man das Dressing drüber. Und wenn die Mischung stimmt, hat man ein Festmahl.” Der knappe Drehplan machte es für die Filmemacher unmöglich, die Postproduktion gemächlich anzugehen. Stattdessen wurden Arbeitsabläufe, die traditionell zur Prostproduktion gehören, in die Drehphase integriert. „Während unseres gesamten Aussendrehs wurden Video-Files hin und hergeschickt“, erinnert sich Muren. „Dadurch wurde der Prozess in Gang gehalten, was uns tatsächlich Wochen gespart hat. Wir haben parallel auf beiden Seiten des Kontinents gearbeitet und von Steven, der am Drehort war, immer alles abgenommen bekommen. Das funktionierte wirklich toll.“

Spielberg schnitt den Film, während er ihn drehte, so dass er ständig neue Szenen an ILM senden und sie abnehmen konnte, wenn sie fertig zurückkamen. Visual Effect Supervisor Pablo Helman bemerkt: “Steven ist der erste Regisseur mit dem ich gearbeitet habe, der seine Arbeit vor der Deadline abliefert. Als der Hauptdreh abgeschlossen war, gab er uns alle wichtigen Effektszenen. Das ist mir zum erstenMal passiert.“

Von Küste zu Küste: Die Drehorte von “Krieg der Welten”

Von Newark und Bayonne bis nach Brooklyn, den Hudson River hoch bis Naugatuck, Connecticut und dann nach Athens, New York machte das Produktionsteam eine Kurzreise an der Ostküste entlang, die im östlichen Virginia endete.

Lexington ist eine Kleinstadt, die das Virginia Military Institute, die Washington and Lee University und auch das Filmteam während der letzten Drehtage beherbergte. In einem kleinen Tal zwischen sanft geschwungenen Feldern, wurde der erste Teil der „Tal-Kriegssequenz“ gedreht. „Wir haben überall gesucht, um einen Ort zu finden, an dem man einen Hügel hinauflaufen kann, hinter dessen Kuppe sich etwas abspielen könnte, was man erst nicht sehen kann“, sagt Carter. „Etwas darunter gelegen wäre dann das Bauernhaus. Wie es sich herausstellte, gab es sogar ein solches Bauernhaus in der Nähe des Hügels in Virginia.“

Hunderte von zerlumpten und beschmutzten Statisten mit Schubkarren und Wagen voll mit einem Sammelsurium persönlichen Eigentums arbeiteten Seite an Seite mit der Nationalgarde, während Spielberg eine verheerende Begegnung mit den außerirdischen Angreifern orchestrierte. Die Nationalgarde kam zusammen mit mehreren Militäreinheiten, die mit der Produktion kooperierten: die 10th Mountain Division des Staates New York; Marines aus Camp Pendleton (Kalifornien) und Armeepersonal aus Fort Irwin und Twentynine Palms (Kalifornien).

Nach dem Umzug an die Westküste, wurden die Dreharbeiten an Orten im Umfeld von Los Angeles wieder aufgenommen, darunter Piru (verkleidet als Athens im Staate New York), wo eine Szene mit hunderten von Statisten fertig gedreht wurde und die klangvoll benannte Stadt Mystery Mesa, die circa 60 Meilen nördlich von Los Angeles liegt. Ein weiterer imposanter Drehort an der Westküste war eine massive, sorgfältig auseinander genommene Boeing 747, die man über einen kleinen Hügel auf dem Gelände der Universal Studios verstreut hatte. „Du gehst raus und rennst in den größten Alptraum, der dir widerfahren könnte“, sagt Rick Carter. „Ein Flugzeug landet in deiner Nachbarschaft und dezimiert alles und jeden.“

Die Absturzstelle des Flugzeugs war „eine monumentale Filmdekoration, was den Arbeitsaufwand angeht. Wir mussten eine 747 kaufen, die wir dann in einzelne Teile zerschnitten und über das Studiogelände verteilt haben. Dann haben wir Häuser um sie herum gebaut. Das war ein ganz schön großes Unterfangen.“ Auf dem Studiogelände nutzte das Filmteam auch das große Wasserbecken mit 75 Metern Durchmesser in Studiohalle 27, um dort die Unterwasserszenen für die Fährensequenz zu drehen.

In Halle 16 auf dem Fox-Studiogelände bauten Produktionsdesigner Rick Carter und sein Team eine unheimliche Kulisse auf, die sie „die Au“ tauften. Das Bauernhaus, das vom Produktionsteam in den Hügeln Virginias gefilmt und dessen Außenszenen später in Mystery Mesa nördlich von Los Angeles komplettiert wurden, war auf einem sanft geneigten Hügel nachgebaut worden – komplett mit Scheune, Holzzaun, einem Rasenteppich und ein paar Bäumen. Aber diesmal war alles mit rotem Unkraut überwachsen. “Steven hatte die Idee, vom mehr oder weniger schwarzweißen Flur mit einer weiten Einstellung auf die Tür zuzugehen. Als diese sich öffnet, ist es wie in ‚Der Zauberer von Oz'“, erklärt Carter. „Der ganze Film ist plötzlich in Farbe. In diesem Fall ist es aber unsere Welt, die sich rot färbt. Es ist weitreichend und es nimmt langsam unsere gesamte Welt ein.“

„Sie machen genau genommen unsere Welt zu der ihren“, sagt Produzentin Kennedy. „Wir sehen, wie rotes Unkraut unser Landschaftsbild überrennt. Wenn wir dann herausfinden, warum es rot ist, wird es ein bisschen grausig.“ Neben der Au und einem Dutzend anderer praktischer Drehorte, arbeitete das Filmteam noch in sechs Studiohallen, die über drei Studiogelände verteilt waren. [Die Produktion benutzte außerdem Hallen in Bayonne (New Jersey), für das Innere von Rays Haus]. Jede Halle beheimatete ihre eigene Welt. Neben der Auen-Kulisse beherbergten die Fox Studios auch den klaustrophobischen Keller, in dem Ray und Rachel auf Ogilvy treffen.

Schauspieler Tim Robbins bemerkt: “Steven Spielberg macht noch Hollywoodfilme, bei denen man das große Gefühl von ‚Hier sind wir in der Halle, in der zahlreiche epische Dramen gedreht wurden' genießen kann. Du baust Kulissen und du setzt alles in Bewegung.“ Obwohl Spielberg eine bedeutende Rolle darin gespielt hat, modernste Technik und Film zusammenzubringen, schneidet er immer noch auf einem traditionellen Flachbett-Schneidetisch. Er ist kein Technikfeind, sondern ein Filmemacher mit viel Respekt und Bewunderung für das weite Feld der Filmkunst. „Ich brauche etwas, das mich inspiriert“, sagt Spielberg. „Etwas, das mir hilft, den Look des Films zu bestimmen. Wenn ich alles in der Postproduktion erfinden müsste, wäre das eine sinnlose Übung. Ich denke, ich werde das Hollywood-Handwerk – etwas zu bauen und Dinge zu konstruieren – aufrechterhalten so lange ich lebe. Weil ich die Männer und Frauen, die Welten durch ihr eigenes Handwerk, ihre eigene Kunst erschaffen können, wirklich respektiere. Du gehst in eine Studiohalle und plötzlich ist da eine Welt, wie du sie dir sonst nur nachts erträumen könntest.

72 Drehtage, mehrere Tausend Statisten, zwei Dutzend Drehorte, Kulissen an Ostund Westküste und fünf Bundesstaaten später, beendete „Krieg der Welten“ seine Dreharbeiten.

   
Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment / Digital-Movie.de (fk)
   
  Links zum Artikel:
  www.paramount.de
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