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   28.08.2006 - Rubrik: Games  
  GC 2006: Weiterhin Messe zweiter Klasse
 
 

Die Games Convention findet dieses Jahr zum fünften Mal statt. 32% mehr Aussteller, 13% mehr Fläche, ca. 200 Welt- Europa- und Deutschlandpremieren und ca. 150.000 erwartete Besucher sind die Leitzahlen der GC2006. Aus wirtschaftlicher Sicht wächst die Games Convention, die jährlich zig tausende Gamer und Fachbesucher in die Nähe von Leipzig zieht, stetig, doch kann die Messe auch qualitativ mit vergleichbaren Messen, wie zum Beispiel dem direkten Konkurrenten, der Tokyo Games Show, oder der Fachbesucher-Messe, der E3, mithalten?


Wir denken nein. Zwar kann die E3, die in der bekannten Form aufgrund wirtschaftlicher Gründe auch nicht mehr stattfinden wird, nicht direkt als Beispiel herangezogen werden, doch im Vergleich sackt die GC doch merklich ab.


Doch fangen wir von vorne an. Nachdem der Besucher die Eintrittskarte gekauft hat, kann (sollte) er sich ein Bändchen besorgen, womit er in eine von drei Alterskategorien eingeteilt wird. Neben "USK" 12, gibt es auch eine 16er und eine 18er Kategorie, sodass der Besucher je nach Bändchen Zutritt zu entsprechenden Bereichen hat, die fast bei jedem Aussteller vorzufinden sind. Meist bilden sich vor den jeweiligen 18er-Bereichen kleine bis mittelgroße Schlangen und in den meist sehr klein geratenen Erwachsenenbereichen muss man sich dann auch noch hineinquetschen, was uns gleich auf den nächsten Mißstand aufmerksam macht – die Größe der GC.


Zwar ist die Fläche der Ausstellfläche gewachsen, doch insgesamt ist die GC einfach zu eng. Gerade an den Wochenenden ist die Spielemesse z.T. extrem überfüllt. Bei zahlreichen Präsentationen oder kleinen Kino-ähnlichen Vorstellungen muss man sich meist mindestens 20-30 Minuten, manchmal auch bedeutend länger anstellen, um in einem viel zu klein geratenen Kino, Szenen vom jeweiligen Spiel erhaschen zu können. Die wichtigste Spielemesse Europas sollte also die Fläche weiter erhöhen bzw. den Platz besser ausnutzen. Oft gibt es immerhin schon zweistöckige Stände. Die Spielefirmen sollten ihre Präsentationsflächen besser nutzen oder eben mehr Fläche anmieten, um dem Besuchersturm gerecht zu werden. Sicherlich kostet das alles mehr Geld, doch macht es den Besuchern sicherlich auch keinen Spaß, sich durch die Stände hindurchzuquetschen.


Ein Mißstand stellen auch die vorhandenen Plätze dar, an denen neue Spiele getestet werden können. Gerade die Möglichkeit nagelneue Spiele und demnächst erscheinende Games antesten zu können, reizt viele Gamer. Doch wenn sich eine Person ellenlang an einer Konsole/PC oder was auch immer aufhält, um dort in Allerseelen Ruhe ein Spiel zu spielen, dann kann das schon extrem nerven. Hier sollte ggf. eine Möglichkeit geschaffen werden, einer breiteren Masse das Spielen zu ermöglichen – vielleicht durch eine Art Zeitgrenze? Zumindest am Donnerstag konnte man sich aber die meisten Spiele auch selbst einmal genauer anschauen, notfalls muss man eben Initiative ergreifen und höflich anmerken, dass auch andere Menschen die Messe besuchen.


Eine große Enttäuschung der GC2006 sind Nintendo und Sony. Keiner der beiden Hersteller zeigte die neuen Konsolen, nur die Presse konnte am Mittwoch den Wii probespielen bzw. sich die PS3-Konsole anschauen. Auf der Messe selbst war von der Playstation 3 aber nichts zu sehen. Bis auf vorgerenderte Videos, die u.a. auch Spielszenen zeigten, war nichts zu sehen. So machte sich diesbezüglich schnell Ernüchterung breit und weckte gleichzeitig Erinnerungen ans letzte Jahr, denn auch Microsoft hatte letztes Jahr nur Videos und Trailer der Xbox 360 zu bieten. Immerhin waren am Xbox-Stand viele Hardwaredummies der 360 zu sehen, sodass man sich wenigstens das Gehäuse ansehen konnte und auf der Microsoft-Bühne wurden nette Zusammenschnitte inzwischen erschienender Spiele gezeigt.


Dennoch kann man keinem der drei Firmen einen direkten Vorwurf machen, denn die Games Convention findet leider etwas zu früh statt und ist so gesehen auch noch zu klein. Die neuen Konsolen erscheinen erst Mitte/Ende November, sodass gerade die entscheidende Phase begonnen hat, in der die Spiele langsam fertig werden müssen. Am Xbox 360-Stand war z.B. auch keine Spur vom am 17.11.2006 erscheinenden Actionhit "Gears of War" zu sehen. Vermutlich lohnt es für die Firmen auch nicht, spezielle Entwicklerteams abzukommandieren, um spezielle Versionen für die GC zu programmieren. Das mag aus Sicht der Firmen nachvollziehbar sein, doch aus Sicht der Spieler ist das natürlich auch eine Enttäuschung.


Nichtsdestotrotz ist die GC 2006 wieder gelungen, wenn man nicht allzu große Erwartungen hat. Es gab zahlreiche Spiele zu spielen, wobei vor allem kommende Hits der Xbox 360 vertreten waren. "Lost Planet", "Test Drive Unlimited", "Tony Hawks Project 8", "Crackdown", "F.E.A.R." oder "Just Cause" waren nur einige der spielbaren Hochkaräter.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Games Convention weiterentwickelt und auch größentechnisch deutlich wächst, sodass das Gedrängel und die z.T. unterdimensioniert wirkenden Stände nach und nach der Vergangenheit angehören. Wir wollen mit unserer Sicht der Messe die GC keinesfalls schlecht reden, um Gottes Willen nein, doch sehen wir die ganze Veranstaltung eben etwas kritischer als die Lobeshymnen, die momentan überall zu lesen sind, weil in jeder Hinsicht neue positiv-Rekorde aufgestellt wurden.

Update:

Wie uns ein Leser mitteilte, stellte Sony ein Modell der PS3 in einem Glaskasten aus. Dass dieser schwer zu finden war steht außer Frage. Außerdem gab es an einigen Ständen, wie z.B. Activision Zeitlimits an den Demoständen, sodass ein Spieler nicht Stunden in aller Ruhe spielen konnte.

   
Quelle: Digital-Movie.de (fk)
    
 

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