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   25.08.2004 - Rubrik: DVD Special  
  Special: "Star Trek: TOS" - Interview mit N. Nichols
 
 

Als Nichelle Nichols am Abend des 21. Mai 2004 um 19 Uhr die Bühne der FedCon-Eröffnungsveranstaltung betritt, tobt der Saal. Nichols genießt den Empfang sichtbar erfreut, lässt sich feiern und verteilt Luftküsse. Es dauert Minuten, bis das Publikum seine Freude im Zaum halten kann und endlich Ruhe einkehrt. Dann singt die einst von Duke Ellington entdeckte Sängerin zur Feier des Tages dem staunenden Publikum ein Ständchen.

Nichelle Nichols schwarze Mähne ist weiß geworden, trotzdem erkennt man gleich, dass Nichols Uhura ist und ihre Rolle und ihre Mission lebt. Auch wenn sie sich äußerlich ein wenig geändert hat, die Vorliebe für großen Ohrschmuck ist geblieben, wenngleich er nun an den Ohren hängt und nicht wie bei "Star Trek: TOS" in den Ohren steckt. Trotz ihrer 71 Jahre hat es sich Mrs. Nichols nicht nehmen lassen, die lange Reise von den USA nach Bonn auf sich zu nehmen, um sich dort den Fans zu stellen. Dabei möchte sie eigentlich viel lieber zuhause sein, denn Coco, Mrs. Nichols Hundemischling, wartet schon wieder sehnsüchtig auf Lieutenant Nyota Uhura. Dabei weiß der Kleine gar nicht, dass Nichelle Nichols die erste schwarze Frau in einer tragenden Rolle war, den ersten Kuss mit einem weißen Partner im Fernsehen zeigte und die Rolle eigentlich recht schnell wieder an den Nagel hängen wollte, als sie davon erfuhr, dass das Studio ihre Fanpost einbehielt.

DM: Sie wurden heute bei Ihrem Auftritt bei der Eröffnungszeremonie mit stehenden Ovationen empfangen. Was fühlt man, wenn man so herzlich begrüßt wird?
Nichelle Nichols: Es war eine wirklich wunderschöne Bestätigung und eine Art Liebeserklärung der Star Trek Fans weltweit, die sich heute hier in Deutschland getroffen haben. Sie haben ausgedrückt, was ich in 37 Jahren erlebt habe - eine wirklich inspirierende Erfahrung. Es ist etwas Erfürchtiges, mehr als Fantum, für eine wundervolle Serie. Es bestätigt Gene Roddenberrys Traum seit dem Tag 1963, an dem ich ihn traf, als er mir die Gelegenheit gab, einen Gastauftritt an der Seite von Gary Lockwood in seiner Serie "Lieutnenant" wahrzunehmen. Wir wurden Freunde und ich war in Europa, als wir uns über eine Fernsehserie unterhielten, die den Leuten zu Herzen gehen sollte, die sie größer werden lassen, sie befreien sollte. Sie sollten erkennen, wie wichtig und wie machtvoll ihre eigene Individualität ist und dass sie eigenständig denken und ihre Seele befreien sollten. Ich kam aus einer Familie, in der man glaubte und fühlte, dass wir alles erreichen konnten, was wir wollten, solange wir uns selbst alles abverlangten und studierten. Es wurde immer gesagt: "Niemand ist besser als Du! Und Du bist nicht besser als jemand anderes!" Das klingt jetzt sehr nach Ying Yang Ideologie, aber damit wuchs ich auf. Ich verlange immer von mir, dass ich alles gebe.

DM: Es war großes Glück, dass Gene Roddenberry Sie in die Serie geholt hat. Haben Sie sich jemals Gedanken darüber gemacht, wie Ihr Leben wohl ohne Star Trek aussehen würde?
Nichelle Nichols: Ja, sehr oft. Besonders seit dem dem Moment, an dem ich mit Dr. Martin Luther King gesprochen habe, der mich geradezu gedrängt hat, dabei zu bleiben, nachdem er gehört hatte, dass ich die Serie verlassen würde. Ich musste diese Entscheidung treffen und das habe ich getan. Es ging um größere, wichtigere Dinge. Es ging um Gesellschaft und Menschlichkeit. Martin Luther King sagt zu mir: "Du veränderst Dinge, Du veränderst Menschen und Du veränderst das Gesicht des Fernsehens. Dir wurde etwas geschenkt." Er sagte nie, dass es meine Pflicht wäre, aber mir war klar, dass ich diese Chance nicht verstreichen lassen durfte. Also tat ich es. Ab diesem Moment war ich ein anderer Mensch. Ich musste mir plötzlich keine Gedanken mehr darüber machen, welche Angebote ich dafür aufgeben musste. Ich verstand, was Martin Luther King meinte. Und ich realisierte, was Gene da aufgebaut hatte und was er erreichen wollte. Es fühlte sich einfach richtig an. Seitdem habe ich nie zurück geschaut - Doktor King hatte Recht.

DM: Wenn Sie sich die späteren Serien anschauen - welche Serie gefällt Ihnen am besten? Haben Sie einen Favoriten?
Nichelle Nichols: Ich habe einen gesunden Respekt vor allen, ganz speziell natürlich vor TOS, weil ich involviert war. Aber es hat mich generell für Gene gefreut, dass er in der Lage war, seine Serie, seine Idee, seine Vision fortzuführen und ich denke, dass TNG seine Aussage noch verstärkt und fortführt. Aber TNG wäre mit ihm noch stärker und ein wenig anders geworden. Ich will nicht sagen, dass TNG schlechter ist, aber nach TOS spürte man einfach, dass die Serien neben Genes Aura auch die Aura von anderen Leuten transportierten. Das 23. Jahrhundert spielt nicht in der Zukunft, es findet dank Gene bereits heute statt. Es fing 1966 an, als Gene es endlich schaffte, die Serie ausgestrahlt zu bekommen. Und es geht weiter! Wir werden es Wirklichkeit werden lassen. Im 23. Jahrhundert wird man sich, völlig selbstverständlich, auf eine Fünfjahresmission begeben. [lacht]

DM: Gestatten Sie uns eine politische Frage. Wir haben momentan eigentlich eine Situation wie in Star Trek - es geht nicht um Länder, es geht um Religion, Gefühle und Konflikte zwischen Menschen anderen Glaubens. Genau diese Konflikte findet man ja auch in Star Trek...
Nichelle Nichols: Ich glaube an friedliche Erkundung, Identifizierung mit anderen Menschen oder, wie wir vielleicht glauben, Fremden, und die Erkenntnis, dass wir selbst nicht perfekt sind. In allem Menschlichen liegt große Schönheit. Wir sollten uns vorwärts bewegen mit einem Sinn für Möglichkeiten... Unsere Aufgabe als menschliche Wesen ist es, danach zu streben. Man mag nicht auf alles Einfluss haben, was auf globaler Ebene passiert, aber ich kann etwas daran ändern, wie ich meine Menschlichkeit auf andere projiziere. Ich kann etwas daran setzen, mich selbst zu erkunden, meine Vorurteile zu erkennen. Ich kann daran arbeiten, mir von Angesicht zu Angesicht Menschen anzuschauen. Ich denke an alles was ich sein wollte und nicht konnte, weil man es mir und meinem Volk vorenthalten hat. Sobald ich über solche Dinge hinweg bin, erinnere ich mich daran, dass es anderen jederzeit wieder geschehen kann. Es kann Ihnen oder auch mir wiederfahren! Ich muss weitermachen und mich selbst daran erinnern, dass wir gleich sind und niemand besser ist als andere, egal was sie denken, oder wie ich mich fühle. Und das tue ich an jedem Tag meines Lebens.

   
Quelle: Digital-Movie.de (cb)
   
  Links zum Artikel:
  www.paramount.de
  Special: "Star Trek: TOS " - Daten und Menüs
  Special: "Star Trek: TOS " - Inhalt und Bilder
  Special: "Star Trek: TOS" - Synchronisation
  TOS auf DVD
 

    
 

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