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   07.12.2006 - Rubrik: Kino & Film  
  Film in der Kritik: Mel Gibsons "Apocalypto"
 
 

Inhalt:
Es ist die Zeit, in der der Niedergang einer der ältesten und geheimnisvollsten Hochkulturen der Weltgeschichte bevorsteht: der Maya. Bis heute birgt diese Zeit unendlich viele ungelöste Geheimnisse und für damalige Verhältnisse unglaubliche Errungenschaften. Mit der Eroberung Mexikos und Zentralamerikas durch die Spanier wurde der endgültige Untergang dieses hochzivilisierten Volkes besiegelt. Aber eine tödliche Spirale des Verderbens hat die "Unbesiegbaren" schon vorher erfasst. In "Apocalypto" erzählt Gibson die Geschichte eines Mannes, der in dieser Zeit um sein Leben kämpft, und dem nur die Liebe zu seiner Familie und seiner Frau die Kraft und den Mut gibt, zu bestehen.

Kritik:
Mit "Apocalytpo" steht der vierte Streich des Regisseurs Mel Gibson vor der Tür. Es ist wohl nicht übertrieben vom wichtigsten Film des Mel Gibson zu sprechen, da dieser in letzter Zeit für drastische Negativschlagzeilen sorgte. Zunächst wurde der langjährig trockene Alkoholiker wieder rückfällig. Als er dann im Vollrausch auch noch die Juden aufs Übelste beschimpfte, hatte endgültig niemand mehr Verständnis für ihn und sein Handeln.

Nun sollen seine wahren Qualitäten wieder in den Vordergrund treten. Mit seinem neuesten Werk, so viel ist sicher, dürfte er auf jeden Fall wieder für kontroverse Diskussionen sorgen. Der Film erzählt die Geschichte der Maya - besser gesagt deren Untergang. So wird auch nicht etwa Englisch gesprochen sondern Yucatec Maya - ein bis heute gesprochener Dialekt der Maya. Der Film ist also, wie "Die Passion Christi", nur durch Untertitel zu verstehen.

Kameramann Dean Semler (Der mit dem Wolf tanzt) sorgt wieder einmal für grandiose Bilder, wodurch der Film von Anfang an durch Intensität und Spannung besticht. Auch die Geschichte fesselt den Zuschauer und lässt zunächst keine Langeweile aufkommen. Dann allerdings kommt der Punkt, über den in nächster Zeit viel diskutiert werden wird. Wie auch schon bei Gibsons letztem Film "Die Passion Christi" geht es ultra brutal zur Sache. Es werden Herzen bei lebendigem Leibe rausgerissen und Köpfe abgeschlagen, die hinterher die Treppen eines Tempels runterrollen. Für die Gewaltdarstellung in seinem letzten Film wurde Gibson ebenfalls kritisiert. Da war dies aber noch damit zu begründen, dass die Geschichte in der Bibel auch sehr brutal dargestellt wird und Gibson das Ereignis nur bibelgetreu darstellen wollte. Bei seinem neuesten Werk ist dies nicht mehr möglich.

Beispiel: Dass ein Panter eine Person im Dschungel angreift ist nachvollziehbar. Warum der Panter seinen Gegner nicht am Rücken oder am Bauch attackiert, sondern zu sehen ist wie dieser einem Menschen das Gesicht zerbeißt und den Kiefer zerquetscht, ist einfach nur unnötig und dumm. Gibson zerstört sowohl seine schönen Bilder als auch die aufgebaute Atmosphäre zu Gunsten von Brutalität. Die zweite Hälfte erinnert stark an "Flucht aus Absolom" und auch viele Einstellungen und Handlungen sind, vorsichtig formuliert, recht ähnlich. In einem Satz bedeutet dies: Story, Charaktere und Yucatec Maya machen Platz für Blut und Gedärme.

Fazit:
Viele Kritiker, darunter auch Scott Orlin von Cinema, loben den Film über den grünen Klee. Letzen Endes ist "Apocalytpo" aber nicht mehr als ein Film mit guten Ansätzen und schönen Bildern, der jedoch komplett von der Brutalität eingenommen wird. Diese steht im Mittelpunkt und erdrückt alle Elemente, die den Film zu etwas Besonderem hätten werden lassen können. Das ist nicht nur überflüssig sondern auch völlig unangebracht. So nicht Mel!

"Apocalypto" ist ab dem 14. Dezember in den Kinos zu sehen.

   
Quelle: Constantin Film / Digital-Movie.de (ls)
    
 

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