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   28.02.2005 - Rubrik: DVD Special  
  Oscar 2005: Das war die Verleihung
 
 


2005 sollte das Jahr der Änderungen sein bei den "Oscars". Im Wesentlichen bedeutet das: Verkürzen! Verkürzen! Verkürzen! So fallen wir schon am Anfang um eine wirklich ausgiebige Einleitung um. Wehmütig denken wir an vergangene Jahre und die stellenweise traumhaften und witzigen Einleitungs-Videos zurück, zum Beispiel jenes von 2004 mit Billy Crystal. Stattdessen bekommen wir diesmal einen sicher nett gemeinten, aber letztlich langweiligen Zusammenschnitt von "großartigen" Kino-Momenten geboten. Danach ein kurzes, durchaus nicht unwitziges, Geplänkel von Chris Rock, der jedoch im Vergleich zu seiner Moderation bei den MTV Music Awards Kreide gefressen zu haben scheint.

Auch die bereits im Vorfeld angekündigten Änderungen im Ablauf der Veranstaltung dienen letztlich lediglich der Straffung der Show. So werden bei einigen Kategorien alle Nominierten gemeinsam auf die Bühne gebeten - das spart natürlich den Weg von den hinteren Rängen auf die Bühne -, während andere der nominierungstechnisch wohl als "Pöbel" anzusehenden Gewinner nicht einmal mehr die Bühne betreten dürfen. Wäre ja noch schöner, wenn jeder der Gewinner sich im Glanze der Oscar-Kulisse sonnen dürfte. Wer sich darüber hinaus nicht an die vorgeschriebene Redezeit von etwa einer Minute hält, wird durch die einsetzende Musik subtil aufgefordert, zu einem Ende zu kommen. Wäre Chris Rock nicht durch die Kreide gehemmt, würde er vermutlich von hinter der Bühne hervorbrüllen: "Shut the f*ck up!". In Analogie zur Oscar nominierten Dokumentation "Super Size Me" könnte man fast von einem Trend zu "Downsize them" sprechen.

Aber seien wir einmal ehrlich: Wirklich interessieren uns diese "Sub-Kategorien" sowieso nicht. Aber - und das darf ja an einem Abend wie diesem auch nicht zu kurz kommen: Der Oscar-Abend sollte in erster Linie für die Künstler gedacht sein, sollte ihre Arbeit ehren und sollte erst in zweiter Linie für das Fernsehpublikum eine spannende Angelegenheit sein.

Wie auch immer - mit elf Nominierungen zog Martin Scorseses "The Aviator" ins Rennen um die goldenen Statuen. Konnte man nach den ersten Kategorien noch von einem Start-Ziel-Sieg ausgehen, geriet die Verleihung für Martin Scorsese letztlich - wieder einmal - zum Desaster. Zwar konnte er mit fünf Oscars immerhin einen mehr als Clint Eastwoods "Million Dollar Baby" abräumen, in den wichtigen Kategorien (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin und Bester Nebendarsteller) musste er sich jedoch Altmeister Eastwood geschlagen geben. "Ray" von Regisseur Taylor Hackford konnte von sechs Nominierungen immerhin zwei nach Hause bringen, darunter die prestigeträchtige Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller für Jamie Foxx. Mit ebenfalls zwei Academy Awards wurde auch der Animationsfilm "Die Unglaublichen" ausgezeichnet. Jeweils einen Oscar bekamen die Filme "Spider-Man 2", "Finding Neverland", "Lemony Snicket´s A Series Of Unfortunate Events", "Sideways" und verdientermaßen auch "Vergiss mein nicht!" (für das beste Drehbuch). Einen großen Abräumer gab es dieses Jahr also nicht - was nach den elf Oscars für "Der Herr der Ringe -Die Rückkehr des Königs" im letzten Jahr vielleicht auch zu erwarten gewesen ist. Sonstige Verlierer des Abends sind sicherlich "Hotel Rwanda" und "Vera Drake" - die von jeweils drei Nominierungen keinen einzigen Preis gewinnen konnten - sowie "Collateral", "Die Passion Christi", "The Village", "Closer" und "Sideways". Bis auf den letzten gingen alle genannten Filme leer aus. Auch Oliver Hirschbiegels "Der Untergang", Deutschlands Beitrag im Oscar-Rennen, hatte letztlich keine Chance.

Insgesamt bleibt am Ende ein zwiespältiges Fazit stehen. Einerseits lief die Show an und für sich wie am so oft strapazierten Schnürchen. Durchhänger oder "Durststrecken" gab es so gut wie keine - leider aber auch keine großen Highlights. Sieht man einmal von Hilary Swanks Kampf gegen die Vertreibung von der Bühne ab. Große Gefühlsausbrüche a la Halle Berry oder Roberto Benigni sucht man vergeblich - allzu streng sind heutzutage die Regeln bei den Dankesreden. Es würde wohl an Blasphemie grenzen, aber zumindest in groben Zügen nähern sich die altehrwürdigen Academy Awards an die MTV Movie Awards an. Natürlich hinkt der Vergleich - genauso wie man ein mit drei Michelin-Hauben ausgezeichnetes Lokal schwer mit einer Fast Food-Kette vergleichen kann - aber irgendwie haben die Oscars ihren Glanz - oder eher: die Seele - von früher ein wenig eingebüßt. Wir wollen aber nicht unverschämt sein und der Veranstaltung dennoch Unterhaltungswert und natürlich auch Einmaligkeit in der Filmszene zugestehen. Nirgendwo anders findet sich schließlich ein derart geballtes Staraufgebot, das gekommen ist, um sich selbst - und das durchaus berechtigt - zu feiern.

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Klick für die Gewinner der Oscars 2005!












   
Quelle: Digital-Movie.de(sp)/ Layout: Florian Kriegel/ Bilder: (c) Academy of Motion Picture Arts and Sciences
    
 

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