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   26.02.2007 - Rubrik: Hardware  
  Im Test: Bronze Reference von Monitor Audio
 
 

Monitor Audio ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Seit rund zweieinhalb Jahren werkelt ein Set von verschiedenen Gold Reference-Modellen des britischen Lautsprecherherstellers in einer unserer Testräumlichkeiten, mit einem Setpreis von ca. 8000 Euro bleibt dieses Stück Technik aber meist gut betuchten Heimkino-Enthusiasten vorbehalten. Grund mehr, uns die neue Bronze Reference-Serie anzuschauen, die preislich deutlich geringer ausfällt, aber dennoch große Klangwunder und attraktive Optik verspricht. Mit Preisen von 150 bis maximal 500 Euro pro Stück, lässt sich schon mit rund 1300 Euro ein beachtliches Set zusammenstellen.


Modellvielfalt:

Die neue Bronze-Serie bietet den Interessierten dabei die gewohnte Vielfalt, die man von MA gewohnt ist. Zur Auswahl stehen die kompakten Modelle BR1 (125 Euro) und BR2 (150 Euro), ein Center mit der Bezeichnung BRLCR (200 Euro), zwei recht kompakte Standboxen namens BR5 (300 Euro) und BR6 (400 Euro), ein Di-Pol Effektlautsprecher BRFX (150 Euro), sowie ein ebenfalls sehr kompakter und somit wohntauglicher Subwoofer BRW10, der mit seinen 500 Euro auch das preisliche Maximum der Serie darstellt. Zusätzlich bietet MA auch noch zwei In-Wall/Ceiling-Modelle an, die vor allem für Häuslebauer von Interesse sein dürften, die sich keine auffälligen Boxen in ihren Wohnraum stellen möchten und eine Integration in die Wand/Decke vorziehen.
All diese Lautsprecher sind in den Farben Schwarz, Kirsch und Wallnuß erhältlich. Zwar gibt es hier nicht die große Farbauswahl der Silver- oder Gold-Serie, dafür dürften diese drei Auswahlmöglichkeiten aber einen Großteil der Geschmäcker abdecken.

Dank der verschiedenen Boxenmodelle ist also sowohl für die Film-Fans, als auch für Musikbegeisterte etwas im Programm, denn wer ausschließlich kleine Kompaktboxen sein Eigen nennt, weiß vielleicht, dass diese im Musikbetrieb meist eher schlecht als recht klingen, weil einfach das Volumen und somit das Potential für eine angenehme Stereowiedergabe fehlt. Wer bereits einmal den Vergleich zwischen kleinen Regallautsprechern und „großen“ Standlautsprechern ziehen durfte, der wird sich dieser Behauptung nicht entziehen können.
Somit haben wir uns bei unserem 6.1-Testset für folgende Zusammenstellung entschlossen. Als Front kommen zwei Exemplare der kleineren Standbox BR5 zum Einsatz. Als Front-Center und als hinterer Center verrichtet je ein BRLCR die Arbeit und als Effekt-Lautsprecher (Rears) kommen ein Paar der BRFX zum Einsatz, die in ihrer Di-Pol-Bauweise wie gemacht für Filmwiedergabe sind. Dieses Set wird vom Subwoofer BRW10 abgerundet, der eine erstaunlich kompakte Bauform aufweisen kann.

Der Preis für dieses film-, aber auch musiktaugliche Set beträgt 1800 Euro. Vergleicht man diese Zusammenstellung zum Beispiel mit dem neuen rund 1700 Euro teuren Teufel System 6 THX (5.1-Konfig), das wir dieses Jahr hoffentlich auch noch vorstellen werden, so zeigt sich, wie moderat der Preis der Monitor Audios ausfällt. Je nach Geldbeutel kann man die Stanboxen gegen die kleineren Modelle BR1/2 austauschen oder gar das größere Modell BR6 wählen.

Kommen wir nun zu den Daten der recht kompakten Lautsprecher, die somit in nahezu jede Wohnumgebung integriert werden können.


Die Testkandidaten:


Die BR5-Frontboxen (18 Kg) fallen mit 85 x 16,5 x 24,7 cm am größten aus, sind aber dennoch relativ klein, wenn man z.B. die Standboxen GS60 der Goldserie kennt. Bei allen Modellen kommt ein 2,5cm „C-CAM“ zum Einsatz, ein mit Keramik beschichteter Aluminium-Magnesium-Hochtöner. Diese Art von Hochtönern kommt auch bei der Silver- und Gold-Serie, aber auch bei der kleineren Radius-Reihe, zum Einsatz. Außerdem bietet die Box je einen 14cm Mittel- und Tieftöner mit MMP II-Technologie (Metal Matrix Polymer). Hier kommt eine Baßreflex-Bauweise zum Einsatz, wobei ein Luftauslass vorne und ein zweiter hinten an der Box positioniert ist. In sehr kleinen Räumen und bei ungünstiger Positionierungen könnten diese Störgeräusche verursachen, sodass MA entsprechende Schaumstoffe beilegt, die man bei Bedarf in die beiden Löcher stecken kann.

Die Standbox soll ein Frequenzspektrum von 36-30.000 Hz abdecken und kann somit bereits als „Large“ im Receiver eingestellt werden, wieso, dazu später mehr. Außerdem verfügen die BR5/6 über ein für die Klasse sehr hochwertiges Bi-Amping-Terminal, das je nach Ausstattung mittels mitgelieferter Brücken genutzt oder direkt am Receiver per Bi-Wiring/Bi-Amping verbunden werden kann. Hier beträgt die RMS-Leistung 120 Watt.


Der Center BRLCR (8 Kg) ist 16,4 x 45 x 16,3 cm groß, ein angenehmes Volumen für einen Center, der nicht zu klein aber auch nicht überdimensioniert wirkt. Leider fehlt uns hier eine Möglichkeit den Center auf Haltern zu befestigen. Es muss also ein entsprechend „schraubenfreies“ Modell gewählt werden oder man muss den Center eben stellen. Theoretisch kann man auch Schrauben in den Korpus schrauben, das wird aber wohl kaum jemand wagen. Auch hier kommt der bereits erwähnte 2,5cm-Hochtöner zum Einsatz, ebenso wie zwei 14cm Mitteltöner, die im D’Appolito-Prinzip angeordnet sind. Frequenztechnisch schafft der Center 60-30.000Hz und bietet eine RMS-Leistung von 120 Watt.


Die Rear-Lautsprecher-Form (4,5 Kg) von Monitor Audio haben uns schon bei der bereits überholten Gold-Serie gefallen (GRFX) und machen auch jetzt als BRFX eine gute Figur. Mit 29 x 28,5 x 13 cm lassen sie sich wunderbar an der Wand befestigen oder auf Ständern positionieren (entsprechendes Material liegt bei) und wirken dabei noch sehr dezent und unscheinbar, was dem schicken, fast halbrunden Design zu verdanken ist.

Diese Box ist mit zwei C-CAM-Hochtönern und einem 14cm-Mitteltöner bestückt. Der Di-Pol BRFX kommt nicht ganz so tief wie der Center, weist aber mit 60-30.000 Hz ein immer noch sehr beachtliches Spektrum auf. Hier wird die RMS-Leistung mit 80 Watt angegeben.


Kommen wir zum Subwoofer BRW10, der mit fast würfelförmigen Maß von 32 x 32 x 34 cm daherkommt. Dieser wirkt auf den ersten Blick fast schon verloren, wenn man zum Beispiel Riesen wie den M5100SW von Teufel kennt und wiegt auch nur zarte 10 Kg. Der Subwoofer hat einen 25cm-Tieftöner und ist als geschlossene Einheit konstruiert worden. Dadurch ist auch die kompakte Bauform möglich. Er bietet eine Leistung von 150 Watt RMS, was sich zunächst recht mickrig anhört, doch dazu später mehr. Laut Datenblatt kommt dieser bis auf eine Tieffrequenz von 27Hz runter, eine beachtliche Leistung für den „kleinen“ Brüllwürfel.

An der Rückseite befindet sich eine recht magere Ausstattung. Neben der Phase (0°/180°) kann hier noch die Übernahmefrequenz von 40-120 Hz reguliert werden und die Lautstärke angepaßt werden. Wer glaubt, er könne hier weitere Lautsprecher durchschleifen wird schnell eines besseren beleert, denn ein solchen Anschlussterminal fehlt hier. Ob dieses aber wirklich ein Mehrgewinn für die meisten Nutzer wäre, wollen wir an dieser Stelle nicht weiter diskutieren - wir haben eine solche Verkabelung jedenfalls nicht vorgesehen.


Verarbeitung und Lieferumfang:

Beim Auspacken der Boxen wird man zunächst meinen, man hätte Boxen mit Echtholzfurnier gekauft, doch beim genauen Hinsehen wird man dann merken, dass die Boxen „nur“ foliert sind. Bei dem günstigen Preis ist dies auch nicht anders zu bewerkstelligen, doch die Folie des Herstellers Cova/Renolit macht einen sehr guten Eindruck und lässt die Bronze Reference optisch als auch haptisch glänzend dastehen. Die Folierung ist sehr hochwertig, kommt aber natürlich nicht an Echtholz-Furniere, die womöglich auch noch lackiert sind, heran. Für die Preisklasse ist dies aber eine saubere Vorstellung. Nur bei den aufgrund der Form problematischen Rear-Lautsprechern ist unsere Folierung nicht perfekt. Beim Entfernen der Stoffabdeckung der Rears sollte man Vorsicht walten lassen, denn dort kann man beim Herausziehen leicht die Folierung erwischen, da diese an eine Ecke mit der Abdeckung „kollidiert“.


Hochwertig - Vergoldete Bi-Anschlussterminals der BR5

Alle Lautsprecher sind sehr akkurat verarbeitet und bieten hochwertige Anschlussterminals mit vergoldeten Anschlussbuchsen, die auch Bananenstecker fassen können. Beeindruckt sind wir von der Passgenauigkeit der eingearbeiteten Chassis, die dank der edlen Membranen ohnehin ein Oberklasse-Flair versprühen. Hier tut man sich schwer daran, diese mit den Stoffabdeckungen zu verstecken, wobei uns die Stoffgitter durchaus zusagen, da diese optisch etwas besser passen, als zum Beispiel die Gitter bei der Silver-Serie. Zwar sehen die MA vor allem „nackt“ sehr edel und hochwertig aus, nicht Jeder wird sich aber mit dieser Art Optik zufrieden zeigen, weil gute Stoffgitter die Boxen einfach dezenter wirken lassen. Hier hat man also die Qual der Wahl.

Den Membranen und deren Chassis haben wir ein besonderes Augenmerk gewidmet, denn gerade sie sorgen für das Oberklasse-Feeling, das die Bronze Reference versprühen. Die MMP-beschichteten Membranen sorgen durch ihre glänzende, silberne Oberfläche und den schwarzen Phase-Plugs für eine sehr edle Optik, die an klassische Flugzeugdüsendesigns erinnern. Auch die Chassis passen sich optisch perfekt an den gesamten Look an und gewinnen durch die verchromten Sechskantschrauben nochmals an Klasse. Die Tatsache, dass die Chassis in die Box eingelassen sind und nicht etwa nur schnöde aufgeschraubt wurden, braucht man hier kaum noch erwähnen.
Die C-CAM-Hochtöner, die durch ihre Beschichtung einen farblichen Akzent setzen, sind durch ebenfalls perfekt eingepasste Gitter geschützt. Für diese Preisklasse wird also ein wahrlich hochwertiges Gesamtpaket abgeliefert, das sich kaum vor Konkurrenz fürchten braucht.

Passgenauigkeit wurde offensichtlich groß geschrieben. Nur bei einer Box sind uns leichte Unregelmäßigkeiten (siehe Foto) bei der Passgenauigkeit selbst aufgefallen, hier meckern wir aber auf einem Level, das in dieser Preisklasse ohnehin erst einmal erreicht werden will.


Kleiner Ausrutscher in der ansonsten tadellosen Passgenauigkeit

Die Folie macht wie bereits erwähnt, einen ebenfalls erstklassigen Eindruck. Wir haben uns bei unserem Testset für Wallnuß entschieden, ein Holz, das vor allem ohne die Stoffgitter und durch die silbernen Membranen sehr edel wirkt und die Boxen gleich noch mal eine Klasse besser aussehen lassen. Hier trifft MA mit dem dunklen Wallnuß-Ton und den silbernen, glatten Membranen genau ins Schwarze unserer Vorstellung von edlem und modernem Design.

Neben den erwähnten Schaumstoffen für eventuelle Bassinterferenzen, liegen den BR5-Standboxen kleine Standfüße bei, die sowohl für harte Böden, als auch für Teppichböden genutzt werden können. Je nach Boden nutzt man dazu die mitgelieferten Spikes oder eben nur die gummierten Füße, die auf die Plastikvorrichtung, die man zuvor mittels M8-Gewindeschrauben befestigt hat, aufgesteckt werden können. Hier müssen wir aber leider ein bischen Kritik walten lassen, denn einige der Gummifüße wollten sich zunächst nicht so recht in die vorgefertigten Löcher stecken lassen, sodass die Standfestigkeit der Boxen nicht garantiert werden konnte. Nach kurzer Zeit und Standfestigkeit, haben sich die Füße dann aber schließlich selber an den richtigen Platz gerückt.

Als weiteres Zubehör findet man an den Bi-Terminals der BR5 noch die typischen, ebenfalls vergoldeten Brücken vor, sodass sich die Boxen auch an Nicht-Bi-Amping/Wiring fähige Receiver anschließen lassen. Den Rear-Speakern liegen des weiteren je zwei kleine Wandhalter samt Schrauben und Dübeln bei, wodurch eine schnelle und individuelle Wandbefestigung vollzogen werden kann. Wer diese lieber stellen möchte, findet im Paket je vier kleine Gummifüße vor.


Klangeindruck:

Nachdem wir das Set ausgepackt, die Füße installiert und uns um eine fachgerechte Aufstellung bemüht haben, haben wir sämtliche Lautsprecher an den neuen Yamaha RX-V2700 angeschlossen und den EQ vom YPAO-Einmesssystem justieren lassen. Um ein homogenes Klangbild zu erhalten haben wir uns auf eine Anpassung auf die Front entschieden und ein erster Vergleich mit dem neutralen EQ und dem vom Yamaha eingestellten, parametrischen EQ zeigt, dass diese Entscheidung goldrichtig war. Das englische Magazin What Hi-Fi - Sound and Vision empfiehlt den Yamaha sogar für das Silver-Set, sodass diese Kombination für die Bronze-Serie zumindest nicht ungeeignet zu sein scheint.

Monitor Audio empfiehlt in der englischen Anleitung, dass man die Boxen rund 50 Stunden „einfahren“ soll, ähnlich wie man es vom Auto her kennt. Also nicht gleich zu Beginn die volle Leistung fahren, sondern die erste Zeit auf einem etwas niedrigeren Level spielen lassen. Nach dieser Zeit haben sich die Membranen der Lautsprecher weitestgehend eingespielt und der Klang verspricht dementsprechend homogener zu wirken. Wir haben uns ebenfalls an diese Prozedur gehalten.

Um das für Film und Musik geeignete Set auf Herz und Nieren zu testen haben wir natürlich ausreichend Material zusammengestellt, um uns von der Qualität zu überzeugen. Angefangen von DVDs wie dem Testklassiker „Star Wars: Periode I“ (Podrace), bis hin zu mächtigen DTS-Testclips wie dem mit Tiefbaßgarantie geprägten „Minority Report“, haben wir zahlreiche Kandidaten unter die Lupe genommen. Als Musikzuspielung dienten verschiedene Konzernt-DVDs, wie die „Eagles“ oder „David Gray – Live in Slow Motion“, aber natürlich auch DVD-Audio und SACDs, sowie traditionelle, herkömmliche Audio-CDs. Somit haben wir uns einen Eindruck in Mehrkanalton, als auch in Stereo verschafft, denn Stereo bleibt weiterhin und das zu Recht, sehr beliebt im Musikbereich, wobei hier die BR5/6-Modelle ein deutlich hochwertigeres Erlebnis versprechen, als sehr kompakte Lautsprecher.

Da die Front tiefe Frequenzen von bis zu 36Hz wiedergeben kann, haben wir die Front als „Large“ eingestellt und den Bassausgang sowohl auf den Subwoofer, als auch auf die Front gelegt. Bei "Small" war der Klang zwar auch gut, allerdings ist die Basswiedergabe bei "Large" noch etwas stimmiger. Die restlichen Lautsprecher haben wir auf „Small“ gelassen, hier hilft je nach Receiver und Ohren das Experimentieren mit den eigenen Geräten.


Hier sieht man, wie akkurat die Chassis eingepasst wurden

Filmton (Surround):

Als erstes testeten wir die Podrace-Szene („Star Wars: Episode I“) der THX Trailer Demo-DVD mit DTS-ES 6.1. Wir waren vor allem auf die tiefen Bässe der Pods gespannt, die bei unserem letzten Lautsprechertest des Teufels System 5 für brachiale Erschütterungen im Raum sorgte. Zwar ist der MA Subwoofer BRW10 vom Volumen her deutlich kleiner, dafür komprimiert MA diesen Nachteil durch die geschlossene Bauweise, die für klaren und präzisen Bass sorgen soll. Strömungsgeräusche, die bei "offener" Bassreflex-Bauweise mit entsprechender Luftöffnung auftreten können, fallen hier natürlich auch weg.
Der Bass wird auch vom Bronze Reference-Set sehr tief und klar präsentiert. Zwar sind die Bassattacken nicht ganz so massiv und wuchtig wie zum Teil deutlich stärkere Subs, dafür erreicht die relativ kleine Bauform aber erstaunlich tiefe Frequenzen und gibt diese präzise wieder.

Dass dafür klanglich hochwertige Potential zeigt sich vor allem in der Szene, wo eins der Pods beschleunigt, was sich durch kurze, sehr definierte Bässe äußert. Diese Art von Tieffrequenzen gehört wiederum zu den Stärken des Subwoofers.
Das Podrace zeigt sich auf dem MA-Set, wie man es sich wünscht. Das räumliche Empfinden ist perfekt und die vielen Soundelemente werden sehr differenziert wiedergegeben. Einzelne Elemente gehen dabei nicht unter, wie die Musik gegen Ende des Rennens zeigt. Während die Pods weiterhin sehr bassstark über die Wüste fegen, wird die Orchestermusik mit klar gezeichneten Höhen und sehr dynamisch dargestellt.

Dieses einzige kleine Manko, der fehlende Wucht, des Sets bestätigt sich auch bei „Minority Report“, wo sich der Bass der High-Tech-Waffen nicht ganz so tief und brachial bemerkbar macht, wie zum Beispiel beim Teufel System 5, das wir vor einigen Monaten getestet haben. Hier sei aber gesagt, dass der Subwoofer nicht nur drei Mal so viel wiegt wie der BRW10, sondern auch deutlich ausladender ausfällt als Monitor Audios Würfel. Dennoch: Zusammen mit der Front, die ebenfalls Bassanteile wiedergibt, bekommt man einen angenehmen Bass präsentiert, der höchstens echte Tiefbass-Fanatiker leicht enttäuschen könnte.

Als nächstes testeten wir die Fullrate-DTS-ES-Demo von „Ghost in the Shell 2“. Auch dort wissen die Bronze-Lautsprecher zu gefallen. Seichte Umgebungsgeräusche werden sehr räumlich und fein wiedergegeben, gezielt platzierte Effekte ertönen dominant aus den Surrounds oder dem hinteren Center und die Schusswechsel, die in dieser Szene sehr künstlerisch (in Bezug auf den Sound) dargestellt werden, bringen den Subwoofer und die Front nicht aus der Ruhe. Klare und sehr tiefe Bässe zeichnen diese Momente aus. Hier zeigt sich auch, dass das Set mit dieser Art Bässen besser zu Recht kommt, als zum Beispiel mit den erwähnten tiefen Frequenzen eines Podraces.

Beeindruckend war auch das Ergebnis mit dem neuesten Pixar-Film „Cars“. Hier eignet sich bereits die erste Szene als ideale Demonstration, denn hier sausen die Rennautos nur so um einen herum. Dank 6.1-Konfiguration wird hier ein sehr räumliches Bild geschaffen. Gerade bei solchen effektvollen Szenen präsentiert sich das Set mit einem sehr ausgewogenen Klang, der sehr aufgeräumt daherkommt.

Aber auch mit ruhigeren Filmen, die nur stellenweise effektvolle Sounds zu bieten haben, wie zum Beispiel „Das Mädchen aus dem Wasser“, kommen die englischen Kandidaten wunderbar zurecht. Gerade bei der Dialogwiedergabe ist noch hervorzuheben, dass Stimmen sehr natürlich und neutral dargestellt werden, also sehr authentisch klingen. Dezente Umgebungsgeräusche werden entsprechend seicht wiedergegeben und gerade in „Das Mädchen aus dem Wasser“, präsentieren sich die kurzen Schockmomente dann wiederum sehr präsent, dynamisch und kraftvoll.

Glücklichweise traf auch noch rechtzeitig unser Toshiba HD-XE1 HD-DVD-Player ein, sodass wir auch einen Blick auf die neuen Tonformate TrueHD, Dolby Digital Plus und DTS-HD, wobei hier leider „nur“ Fullrate-DTS ausgegeben wird, werfen konnten. Sie versprechen mit höheren Datenraten ein noch feineres und klareres Klangbild. Zugespielt per Multichannel-PCM, zeigte sich, dass das Bronze-Set von diesem „HD“-Ton nochmals profitieren kann. Sicherlich sind die Unterschiede zum Teil recht marginal, doch klangen Dialoge meist ein Stück detaillierter und Effekte nochmals kräftiger.
So ließen „Batman Begins“ oder „Troja“ mit TrueHD feine Nuancen besser erkennen und der gesamte Klang konnte sich durch eine noch wuchtigere Darstellung leicht abheben.


Filmton (Stereo):

Surroundton hat im Filmbereich zwar eindeutig die Überhand, doch manche Serien und vor allem alte Klassiker kommen noch oft mit Stereoton daher, sodass wir auch hier einige Tests durchgeführt haben.
Hier zeigen die beiden wohntauglichen Standboxen, dass sie trotz der eingeschränkten Möglichkeiten von Stereo ein äußerst weites und klar definiertes Klangbild erzeugen können. Der Dolby Digital Plus 2.0-Ton der „GoodFellas“ HD-DVD klang für sein Alter äußerst ansprechend, weit und klar. Serien, wie „4400“ oder "E-Ring" , die Premiere im Originalton in 2.0 sendet, zeigen gleiche Ergebnisse. Da 2.0-Tracks tatsächlich eine Seltenheit geworden sind, haben wir spaßeshalber auch 5.1-Sound auf 2.0 mischen lassen. Hier beweist sich der zuvor gemachte Eindruck, dass die BR5 kraftvoll und dynamisch aufspielen und das Klangbild erstaunlich weit klingt.


Musik (Surround):

Hier testeten wir als erstes die DTS-Demo der „Blue Man Group“ der DTS-Demo 9. Diese geniale Surroundmischung lässt das Set erst so richtig loslegen. Der extrem klare Bass und das dichte Surroundfeld werden praktisch perfekt (nicht nur in der 2000 EUR-Klasse) wiedergegeben. Hier profitieren die Boxen natürlich von dem wirklich gelungenen Soundmix.

Zu den Top-DVDs in diesem Bereich gehört, auch wenn sich die Geister an dieser „Heimkino“-Mischung scheiden, immer noch die „Eagles – Hell Freezes Over“-Scheibe, die dank der im Studio nachbearbeiteten Live-Aufnahme ein nahezu perfektes Sounderlebnis bietet. Hier zeigten sich die Bronze Reference von ihrer musikalischen Seite. Vor allem der Anfang des Konzerts eignet sich in diesem Fall als ideale Demo. Nach der sehr kraftvollen und präsenten Ansage des Leadsängers Don Henley ertönen nach und nach die einzelnen Instrumente, die allesamt sehr deutlich und klar wiedergegeben werden. Hier erweist sich das Fullrate-DTS als sehr hilfreich und auch als das Lied seinen Höhepunkt erreicht, sind noch alle Elemente sehr gut voneinander zu unterscheiden, was für die sehr differenzierte Wiedergabe spricht. Hierzu trägt auch der Subwoofer bei, dessen Vermögen, kurze präzise Stöße wiederzugeben, sich bei Musik als besonders hilfreich erweist.

Da die Eagles-DVD recht „künstlich“ ist, haben wir danach die Farewell-DVD von Phil Collins getestet, wo der Live-Effekt deutlich natürlicher herüberkommt und die Musik ebenfalls „echter“ klingt. Wie erwartet gibt sich das Set auch hier keine Blöße. Ob Trompeten, Schlagzeugduelle, Saxophone oder Collins einzigartige Stimme, Wünsche dürften hier kaum offen bleiben, wenn es um die Musikqualitäten geht. Hier dürften viele Kompaktboxen im Vergleich kläglich scheitern.

Als letzten Vertreter von Konzert-DVDs testeten wir die „Live in Slow Motion“-Disc von Künstler David Gray, dessen Lied „This Years Love“ einigen auch aus zahlreichen Hollywood-Produktionen bekannt sein dürfte.
Dieses Konzert besticht vor allem durch den Gesang David Grays, wenngleich auch er natürlich etwas effektvollere Songs zu bieten hat. Dennoch, hier zeigen sich die Stärken in der gesamten Front. Es wird ein sehr kräftiger und warmer Klang erzeugt und David Grays Stimme ist sehr dominant und erfreut durch füllige, verzerrungsfreie Wiedergabe. Wie bei allen Tests haben wir hier natürlich den Pegel auch einmal stärker angehoben und zwar auf ein Level, das die Nachbarn schon mehr als strapazieren dürfte. Und auch wenn es lauter zur Sache geht, so bleibt das Set dennoch pegelfest. In der Regel dürfte die Grenze des Machbaren in der Praxis somit kaum zu erreichen sein, vor allem wenn man seine Mitmenschen nicht allzu sehr stören möchte. Und auch wer die Möglichkeit hat, nach Belieben ein lautes Level zu fahren, der dürfte an der Pegelfestigkeit kaum etwas zu bemängeln haben.

Als technisch sehr hochwertiges Material hatten wir dann auch noch die Möglichkeit die remasterten und neu abgemischten Peter Gabriel-Videos in DTS 96/24 zu testen, ein wahrer Ohrenschmaus.
Auch hier präsentieren sich die Bronze Reference erneut mit einem sehr klaren und tiefen Bass und mit einem enormen Volumen aus der Front. Die Stimme von Peter Gabriel klingt glasklar und sehr warm. Der räumliche Eindruck ist ebenfalls erstklassig und das Klangbild zeigt abermals eine perfekte Harmonie aller Boxen, die die Musik sehr druckvoll und souverän spielen.

Natürlich haben wir auch Mehrkanal-Abmischungen in Form von SACDs und DVD-Audios getestet. Hier gibt es zwar leider viel zu wenig Auswahl, dafür sind wiederum auch einige Perlen auf dem Markt. Wir haben verschiedene Genres von Norah Jones, über Snow Patrol und Peter Gabriel, bis hin zu Linkin Park getestet. Hier zeigt sich in unserer Hardwarekombi, dass das Set auch hier von den Standlautsprechern profitiert, da der Subwooferpegel der analogen 5.1-Ausgabe des Pioneer DV-668 auf ein nicht wirklich zufrieden stellendes Ergebnis zu bringen war. Ob hier die Trennfrequenz Schuld hat, können wir nicht hundertprozentig sagen, jedoch war der Basspegel des getesteten Bronze-Sets auf einem sehr ausgewogenen Level. Ob die leicht rauchige Stimme einer Norah Jones oder die sehr „schreiende“ Ausdruckweise einer Gruppe wie Linkin Park, das Set lässt keine richtigen Schwächen erkennen, im Gegenteil. Bedenkt man den vergleichsweise günstigen Kaufpreis, so macht das Set gleich doppelt so viel Spaß. Auch bei dieser Art von Musik ist zunächst natürlich eine gute Abmischung wichtig, denn wenn das Quellmaterial nicht gut ist, kann auch eine gute Receiver/Lautsprecher-Kombination nur wenig ausgleichen. Doch sobald das Material stimmt, bestätigen sich auch hier die gemachten Eindrücke. Differenzierte Wiedergabe mit klar unterscheidbaren Instrumenten, warme und vulominöse Stimmen erfreuen das Gehör.


Musik (Stereo):

Stereo ist trotz viel Surround auf dem Markt ein nicht weg zu denkendes Klanggefühl, das gerade bei Musik zu Recht seine Daseinsberechtigung wahrt. Deshalb haben wir natürlich auch die Stereoqualitäten des Bronze-Sets getestet. Hier zeigen die relativ kompakten Standboxen BR5 erstaunliche Qualitäten auf, aber attestieren erneut Vorteile gegenüber kleinerer Lautsprecher.

Als erste Audio-CD haben wir die „Piece by Piece“ von Katie Melua getestet. Das erste Lied verblüfft uns klanglich bereits. Die zerbrechliche, zum Teil aber auch sehr starke Stimme der jungen Melua ertönt extrem klar und kräftig aus der Front, der Bass präsentiert sich sehr kontrolliert und stimmig und auch die Instrumente, die sich eher im Hintergrund halten, werden fein und klar dargestellt.

Nach modernem Jazz haben wir dann die aktuelle CD von Pearl Jam getestet. Auch mit sehr rockiger Musik kommen die Boxen gut klar, wobei die Klangqualität dieser Audio-CD nicht unbedingt als Demoscheibe geeignet ist. Deshalb haben wir als Vergleich noch das aktuelle Album der Red Hot Chilli Peppers herangezogen. Die BR5 zeigen auch hier keine nennenswerten Schwächen. Verzerrungsfreie, sehr präsente Wiedergabe ist also auch bei etwas „lauterer“ Musik kein Problem. Wobei anzumerken ist, dass gerade auchfür Audio-CDs ein einsprechend guter Zuspieler vorhanden sein sollte. Wir haben als Testgerät den HD-XE1 HD-DVD-Player von Toshiba genutzt, der über HDMI einen fast schon erschreckend guten CD-Ton zu bieten hat.

Insgesamt kann man dem Set, vor allem dank der BR5-Front, die volle Musiktauglichkeit attestieren. Sicherlich kommt auch eine BR5-Box nicht an eine RS8 der Silver-Reihe oder gar an eine Referenz-Box wie die GS60 der Gold Signature heran, hier muss aber auch immer der Preis bedenkt werden. Die BR5 kosten im Set gerade einmal 600 Euro und angesichts dieser Kondition, lässt das Gebotene kaum Wünsche offen.


Fazit:

Die neue Bronze Reference-Serie hat uns auf ganzer Linie überzeugt. Dank der Modellvielfalt kann man sich passend für jeden Wohnraum und für jeden Wunsch ein entsprechendes Set zusammenstellen, wobei wir unsere Konstellation besonders gelungen finden. Ob Film oder Musik, ob Surround oder Stereo, dieses Set lässt sich nicht unterkriegen und brilliert mit einem Sound, der angesichts des sehr fairen Preises keine bzw. kaum Konkurrenz fürchten muss. Wirkliche Kritikpunkte gibt es eigentlich nicht, höchstens der Subwoofer könnte manchen Tiefbass-Enthusiasten etwas zu schwach aufspielen. Klanglich hat das Set ausreichend Reserven und dank der Standboxen, die als Front dienen, klingen auch Stereoquellen angenehm weit und kraftvoll.

Die Verarbeitungsqualität ist, wie bei Monitor Audio üblich, auf einem sehr hohen Level, mit der Lupe ließen sich nur minimale Makel erkennen. Optisch versprüht die Bronze-Klasse ohnehin Oberklasse-Flair und angesichts des Preises stellt sich ohnehin die Frage, was noch besser hätte sein können. Keine Frage, die Gold Reference stellt noch einmal ein anderes Kaliber dar, mit einem ungefähr fünffachen Preis ist dies aber auch eine Selbstverständlichkeit. Wer ein preislich attraktives 5.1 oder gar 6.1-Set um 2000 Euro sucht, der sollte diese Kandidaten unbedingt in die engere Auswahl aufnehmen und ggf. probehören. Bei Media Markt oder anderen Discountern wird man diese Juwelen allerdings nicht antreffen, hier sollten spezialisierte Fachhändler aufgesucht werden.




Klangqualität:

(hervorragend)
Verarbeitung/Optik:
(sehr gut)
Preis/Leistung:
(hervorragend)

Positives Negatives
+ erstklassiger Klang - Bass könnte noch wuchtiger sein
+ sehr hohes Verarbeitungsniveau - "nur" drei Farben zur Auswahl
+ für das Gebotene günstiger Preis .
+ umfassendes Zubehör .
   
   
  Links zum Artikel:
  Monitor Audio Website
  Bronze Reference Produktseite (England)
    
 

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