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   06.03.2006 - Rubrik: Games  
  Artikel: Xbox 360 und das Media Center
 
 

Schon vor dem Erscheinen wurde die Xbox 360 als die ideale Multimediakonsole bezeichnet. Bereits die erste Xbox, die inzwischen mehr als solide am Markt vertreten ist, kann dank des sogenannten XBMCs (Xbox Media Center) überzeugende Eigenschaften bieten. Ob DivX, XviD, WMV, MP3 oder herkömmlichen Formate, wie mpg, all diese Dateien können auf der schwarzen Konsole wiedergegeben werden. Selbst HDTV-Files sind möglich, allerdings scheitert eine reibungslose Wiedergabe an der vergleichsweise limitierten Hardware, die für solche Videos zu schwach ist. Zwar stammt das XBMC nicht von Microsoft direkt, doch dank dieser Erweiterung, die aber wiederum nur auf modifizierten Xboxen läuft, wird die Konsole zur fast idealen Multimediamaschine.

Um zu testen, ob die Xbox 360 von Hause aus diese Eigenschaften zu bieten hat, um sie tatsächlich als ideale Wohnzimmer-Multimedia-Zentrale zu betreiben, hat uns Microsoft freundlicherweise die Media Center Edition von Windows XP zur Verfügung gestellt. Denn leider sind die Fähigkeiten, die die Xbox 360 von sich aus zu bieten hat sehr beschränkt. Zwar können Musik abgespielt und Bilder angeschaut werden, sogar das Abspielen von Dateien externer Geräte ist möglich, doch in Sachen Videowiedergabe sind die Funktionen leider sehr begrenzt. Generell ist die 360 aber natürlich in der Lage, zum Beispiel auch HDTV-Filme abzuspielen, was das Angebot an entsprechenden Trailern im Xbox Live!-Marketplace beweist. Lädt der User diese herunter, können sie auch direkt auf der Xbox 360 in prachtvoller Qualität mit 5.1-Ton abgespielt werden.

Wie sieht es aber aus, wenn man anderweitige Videos, beispielsweise WMVHD-DVDs oder HD-Trailer aus dem Internet ansehen möchte oder DivX-Videos bzw. Filme mit ebenfalls verbreiteten Codes wiedergeben will? Eine andere Möglichkeit wäre aber auch, dass der User seine auf dem PC gespeicherten Bilder oder Songs ins heimische Wohnzimmer übertragen möchte. Um das zu ermöglichen, hat Microsoft eine spezielle Funktion in die neue Konsole eingebaut, nämlich die Option, dass man die Xbox 360 direkt mit dem Home-PC verbinden kann, bzw. diese an einen Router anschließen oder sogar mittels optionalen WLAN-Adapter ins heimische Netzwerk einbinden kann. Grundfunktionen (Musik anhören/ Bilder ansehen) lassen sich zwar auch über ein normales Windows XP SP2 mit Zusatztreibern ausführen, doch um wirklich alle Funktionen nutzen zu können, wird die Windows XP Media Center Edition benötigt, die bei vielen Komplett-PCs zum Einsatz kommt, aber auch als OEM-Version separat erhältlich ist.

Abgesehen von der Tatsache, dass es wirklich ärgerlich ist, dass die Xbox 360 selbst nicht direkt Videos abspielen kann, wollen wir dennoch die Möglichkeit testen das Media Center über die Xbox 360 zu steuern und vor allem überprüfen, ob auch problematische Dateien, wie zum Beispiel HDTV-Videos(720p und 1080i/p) und Filme mit Nicht-Standard-Codecs, per Netzwerk an die Xbox 360 und somit an den TV oder Beamer im Wohnzimmer gezaubert werden können.


Und wie funktioniert das?

Die Installation dauert zwar ein paar Minuten, sollte aber für jeden Laien zu schaffen sein. Zunächst einmal muss das Media Center, bzw. das normale XP mit Service Pack 2, aktualisiert werden, wofür spezielle Treiber zur Verfügung stehen (Link unterhalb des Artikels). Ist dies geschehen, ist der Media-PC bereits für Microsofts neue Konsole. Um die beiden Komponenten nun miteinander kommunizieren zu lassen, muss die Xbox 360 gestartet werden und im Menü "Media" der unterste Punkt ausgewählt werden, der bereits das typische Windows Media Center-Logo zeigt. Da die Xbox 360 nun registriert, dass die Media Center-Unterstützung zum ersten Mal eingerichtet wird, wird eine Art Setup gestartet, in dem unter anderem ein spezieller Code generiert wird, den man sich unbedingt notieren muss! Dieser wird nämlich auch bei der Einrichtung am PC benötigt, damit sicher gestellt werden kann, dass es sich um die korrekten Geräte handelt.

Da die Beschreibung bei der Installation sehr aufschlußreich ist, wollen wir hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber nachdem sowohl der PC, als auch die Konsole korrekt eingerichtet sind, kann das Media Center direkt über die Xbox 360 gesteuert werden. Dazu muss der PC logischerweise an sein und beide Geräte mittels Netzwerk miteinander verbunden sein. Sobald im "Media"-Menü der Xbox 360 das Media Center gestartet wird, erscheint dort die typische Oberfläche des Media Centers mit allen bekannten Punkten wie "Meine Musik" oder "Meine Videos" und was es sonst noch so alles gibt. Es können natürlich nur Dateien wiedergegeben werden, die im Media Center freigegeben werden, doch das sollte beim Gebrauch dieser Multimedia-Oberfläche sowieso bereits geschehen sein. Gesteuert wird entweder per Gamepad oder mittels kompatibler Fernbedienung, wie sie zum Beispiel der ersten Auflage der Premium Version beilag.


Der Praxistest...

Zwar sind wir hauptsächlich auf die Videowiedergabe fixiert, doch wollen wir dabei auch erwähnen, dass die ebenfalls getestete Abspielfunktion der Musik wunderbar funktioniert. Da uns leider eine TV-Karte fehlt, können wir die TV-Eigenschaften nicht näher überprüfen.
Vorab waren wir aber natürlich auf die Videofunktionen gespannt, denn bis zum Erscheinen von HD-DVD- und Blu-ray-Playern würde die Xbox 360 als ideale Überbrückung dienen, um Begeisterten HDTV-Sehern bereits jetzt eine praktische Möglichkeit zu bieten, um HD-Material nicht nur am PC sehen zu können, sondern dieses auch ins Wohnzimmer zu "schicken" und dort auf der heimischen Kinoanlage zu bewundern. Um wirklich das ganze Spektrum abzudecken, haben wir auf unserem Media Center-PC diverse Videodateien freigegeben, darunter Material in 720p und 1080i/p. Um auch den praktischen Nutzen zu testen, beschränkten wir uns nicht nur auf das Videoformat von Microsoft (WMV), sondern inkludierten ebenfalls DivX-HD-Trailer, .avi-Dateien, direkte Stream-Files (.ts) und natürlich Quicktime-HD-Trailer im .mov-Format, also eigentlich alle momentan verfügbaren HD-Varianten, die im Netz zu finden sind. Gerade die WMV-Files unterstützen sogenanntes DRM (Digital Rights Management), das den Urhebern ermöglicht, dass zum Abspielen der entsprechenden Dateien, ein Lizenzschlüssel über das Internet geladen werden muss, ohne den das Video seine Arbeit verwehrt. Dazu gehören einige Trailer von Microsofts-WMV-Website, aber auch gewisse WMVHD-DVDs aus dem Handel. Um eine schnelle Verbindung zu garantieren, haben wir beide Geräte mit Kabeln verbunden, sodass wir theoretisch auf bis zu 100Mbit kommen. Per WLAN wären theoretisch maximal 54 Mbit möglich.

Kommen wir zunächst zu Microsofts eigenem Format, dem Windows Media Video, kurz WMV. Die von uns getesteten, lizenzschlüssel-freien Videos in 720p werden ohne Probleme über das Netzwerk zur Xbox gestreamt und sogar in 5.1-Ton (wenn vorhanden) auf einem herkömmlichen 5.1-Receiver wiedergegeben, was uns schon beeindruckt hat. Das ist zwar an sich keine große Sache, doch da der Mehrkanalton bei WMV-Files im ebenfalls eigenen Tonformat WMA Pro vorliegt, gab es bislang nur eine sehr unbefriedigende Variante, dennoch den 5.1-Ton solcher Videos zu genießen. Mittels einer speziellen Software für den PC, lassen sich nämlich die einzelnen Kanäle konvertieren und über die Soundkarte an den Receiver ausgeben, was für den Otto-Normal-Verbraucher aber zu umständlich ist. Und Receiver, die bereits das WMA Pro-Format unterstützen sind sehr selten.

Weniger erfreulich ist aber die Wiedergabe von Formaten in voller HD-Auflösung von 1920x1080 Pixeln. Hier kann – wenn überhaupt – nur eine sehr stark ruckelnde, eher schon Diashow-ähnliche Wiedergabe erzielt werden, da das Datenaufkommen, das durch das Netzwerk transportiert werden muss entsprechend höher ist und bei einer 100Mbit-Verbindung an ihre Grenzen stößt. Da die Xbox 360 keinen 1Gbit-Port besitzt, dürfte eine flüssige Darstellung von 1080-HD-Material kaum möglich sein, da die Datenrate größer ist, als die Netzwerkverbindung transportieren kann. Dies wäre nur durch eine Pufferung des Materials zu beheben, was aber nicht praxisgerecht sein dürfte.

Ein weiteres Problem ergibt sich mit über Lizenzschlüssel geschützten Files. Da die Xbox 360 offensichtlich nicht selbstständig entsprechende Lizenzen über das Internet herunterladen kann, verweigert sie bei zutreffenden Dateien einfach die Wiedergabe mit einem Vermerk, dass das lizenzgeschützte Material nicht abgespielt werden kann. Dieses Problem lässt sich momentan auch nicht umgehen.

WMVHD-DVDs sind aktuell noch die einzige Möglichkeit, sogar im Handel bespielte HD-Medien zu erwerben. Einziger Nachteil ist jedoch, dass diese in keinem üblichen DVD-Player abgespielt werden können und sich so meist nur die Wiedergabe am PC anbietet. Da HD aber erst auf großen Bilddiagonalen anbietet, bleibt der Nutzen oft gering, sodass die Wiedergabe solcher DVDs über das Media Center als Stream zur Xbox 360 durchaus anbieten würden. Die Xbox selbst spielt diese Discs leider nicht ab und auch über die hier geschriebene Funktion ist keine Wiedergabe möglich. Als Test kopierten wir den Film auf der DVD-Rom einfach auf die Festplatte, doch aufgrund des DRM-Schutzes, war auch danach keine Wiedergabe möglich. Das Herunterladen des Lizenschlüssels auf dem PC führte ebenfalls nicht zum Erfolg, da der Schlüssel offensichtlich auf dem Gerät liegen muss, wo das Video letztlich gezeigt wird.


...und wie sieht es mit fremden Codecs aus?

Ein uns vorliegender "The Day After Tomorrow"-Trailer im "Transport Stream"-Format (.ts) wird leider erst gar nicht vom Media Center registriert und auch deshalb nicht angezeigt, sodass wir dieses Format bereits wegstreichen können. TS kommen meist zum Einsatz, wenn direkt von digitaler Übertragung aufgezeichnet wird und zeichnen sich durch sehr hohe Datenraten von bis zu 20Mbps oder mehr aus, je nach Auflösung, sodass sich solche Files ohnehin nicht für den Gebrauch im Netzwerkstreaming lohnen würden.

Negative Erfahrungen müssen wir leider auch im Zusammenhand mit DivX, XviD auch auch Apples Quicktime-Format (MOV) vermelden, da diese Dateien zwar am PC wiedergegeben werden können, auch über das Media Center, die Xbox 360 bei solchen Files aber ihren Dienst verweigert, da Codecs dieser Art nicht wiedergegeben werden können. Damit verliert die Videowiedergabe bereits deutlich an Reiz, da gerade das DivX-Format fast schon zum Standard geworden ist. Grund dafür, dass diese Dateien nicht abgespielt werden können liegen auf der Hand. Es fehlen schlicht und ergreifend die entsprechenden Codecs auf der Xbox 360 und aktuell gibt es auch keine Möglichkeit, diese nachzurüsten. Es ist verständlich, dass Microsoft eigene Formate bevorzugt, doch wenn man schon eine Media Center-Funktion in eine Konsole einbaut, dann bitte auch mit allen Konsequenzen und allen Codecs!


Und was bleibt im Endeffekt?

Nun ja, nach aktuellem Stand bleibt ein nett gemeinter Versuch, die Xbox 360 als Wohnzimmer-taugliche Multimediazentrale zu präsentieren. Aufgrund der von uns festgestellten Grenzen, dürfte diese Funktion aber momentan nur wenige Leute wirklich zufrieden stellen. Die Idee ist an und für sich aber gut, nur hapert es momentan einfach an der Umsetzung. Zunächst einmal müsste Microsoft aktuelle Codecs nachliefern und zwar alle denkbaren, denn sollten weiter nur die eigenen WMVs unterstützt werden, würde sich die Media Center-Funktion auch auf Dauer als Flop herausstellen. Mit Unterstützung von DivX, XviD und wie sie alle heißen, würde die Xbox 360 in Verbindung mit einem Media Center-tauglichen PC aber deutlich an Reiz gewinnen. Außerdem ist es unverständlich, wieso Microsoft die eigenen WMVHD-DVDs nicht unterstützt. Diese können weder direkt in der Xbox 360 abgespielt, noch über die Media Center-Funktion mittels PC gestreamt werden. Da die Files per DRM geschützt sind, bringt es außerdem nichts, die WMVHD-DVDs einfach auf die Festplatte zu kopieren. Des weiteren sollte Microsoft sehen, wie sie die Lizenzabfrage über das Internet integrieren, damit geschützte Trailer und andere Inhalte auch auf der Xbox ihre Zertifikate abfragen können.
Gerade in Sachen HD-Wiedergabe würde sich eine nette Alternative ergeben, wenn der Softwaregigant diese Funktionen noch nachliefern würde. Diese könnten mittels Updates, wie sie bereits für den Live!-Service üblich sind, auch verwirklicht werden.

   
Quelle: Digital-Movie.de (fk)
   
  Links zum Artikel:
  So richten Sie ihre Xbox 360 und ihren PC korrekt ein!
    
 

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