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   02.10.2006 - Rubrik: Hardware  
  Im Test: Teufel System 5 THX Select
 
 

Im Jahr 1996 bekam Teufel als erster deutscher Hersteller eine THX-Lizenz zugesprochen und seitdem hat der in Berlin ansässige Lautsprecherhersteller eine breite Produktpalette mit entsprechenden THX-Zertifizierungen im Programm. Dazu gehört auch das „Teufel System 5 THX Select“, das seit 1999 auf dem Markt ist und mit dem System 6 in Kürze einen Nachfolger erhalten wird. Zur Erweiterung der Produktpalette wird es das 5er System aber weiterhin zu kaufen geben, wobei der Kaufpreis im November 2005 um rund 33% fiel und damit eine kostengünstige Möglichkeit darstellt, ein für die Masse nahezu perfektes Heimkino zu betreiben. Ein Grund mehr, uns das System etwas näher anzuschauen.

Das System 5 gibt es inzwischen in fünf Farbausführungen, wobei neben Klassikern wie Schwarz und Buche auch Trendfarben wie Silber oder Ahorn hinzugekommen sind. Wie bei fast allen anderen Produkten auch, bietet Teufel auch beim günstigen THX-System verschiedenste Sets an, wobei das günstigste mit 1149 Euro zu Buche schlägt. Dabei handelt es sich um das so genannte „Concert 5.1“-Set, das sich im Gegensatz zum 50 Euro teureren „Cinema 5.1“-Set durch Direktstrahler im Rear-Bereich unterscheidet, während im für den Filmeinsatz gedachten Set, Dipol-Lautsprecher enthalten sind. Für den ambitionierten Cineasten wird auch ein 7.1-Set angeboten und wer eine bestimmte Zusammensetzung der Lautsprecher benötigt, kann dies mittels Erweiterungssets realisieren. Für den Einsatz ohne Receiver gibt es sogar ein vollaktives System, das entsprechend teurer ist.

Für uns als Hobby-Cineasten haben wir uns für das normale Cinema-Set entschieden, wobei wir dies in 6.1-Konfiguration im Einsatz haben. Die Frage, ob im Rear-Bereich eher Direktstrahler oder eben ein diffuseres Klangbild erzeugende Dipole zum Einsatz kommen sollen, ist zwar zum Teil eine Glaubensfrage, wir sind jedoch davon überzeugt, dass Dipole ideal für den Filmeinsatz sind. Wer sich nicht sicher ist und Hilfe bei der Planung des Heimkinos in Sachen Lautsprechern benötigt, wird den hilfreichen Support von Teufel gerne in Anspruch nehmen.

Wer nicht den kostenpflichtigen Aufstellservice von Teufel in Anspruch nehmen möchte, wird auch mit Hilfe der Bedienungsanleitung zu einem ordentlichen Ergebnis kommen, vorausgesetzt der Raum bietet entsprechende Möglichkeiten. Den Test haben wir übrigens in einem ganz normalen Wohnraum einer Wohnung durchgeführt, um den Praxisgebrauch zu testen und nicht in speziellen Testräumen oder separaten Heimkino-Zimmern, über die sowieso kaum ein Durchschnittsbürger verfügt. Genau diese Zielgruppe, die breite Masse, kann sich aber die hochwertigen Teufel-Lautsprecher leisten.

Wir haben die komplette Front auf Teufels eigens entwickelten L-Lock-Winkeln angebracht, die eine horizontale Ausrichtung der Lautsprecher ermöglichen. Des Weiteren sind auch Ständer für diejenigen erhältlich, denen eine Anbringung an der Wand nicht zusagt. Die THX-Norm sieht vor, dass alle drei Frontlautsprecher ein und dasselbe Modell sein müssen, um den identischen Klang sicherzustellen. Dies sind im Falle des Teufel System 5 das Modell M500 FCR, das zwei 130mm mit Kohlefaser beschichtete Tieftöner und einen 25mm Hochtöner enthält. Mit einer Größe von 30x18,8x17cm (BHT) und einem Gewicht von 2,5 Kg fallen sie außerdem sehr kompakt aus, was angesichts des Klanges, zu dem wir noch kommen, schon verblüfft. Verblüfft sind wir auch von der hochwertigen Qualität aller Komponenten, die saubere Kanten, schicke Membranabdeckungen und hochwertige Anschlussterminals zu bieten haben.

Im hinteren Bereich kommen M500 D Dipole zum Einsatz, die zwei 130mm Tieftöner und vier 25mm Hochtöner beinhalten und die sich durch einen kleinen Kippschalter auch auf Monopol-Betrieb umstellen lassen. Die Dipol-Lautsprecher haben außerdem eine integrierte Wandhalterung zu bieten, die eine einfache Montage sicherstellt. Für den Zweck, dass auch diese Lautsprecher angewinkelt werden müssen, befinden sich im Boden, wie bei den 500 FCR, vorgebohrte Löcher mit M6-Gewindeschrauben, die ein einfache Befestigung an den verschiedenen Teufel-Haltern und Ständern ermöglichen. Mit 4,5Kg sind die Dipole übrigens noch einmal deutlich Schwerer als die Direktstrahler, was jedoch nichts gegen das Gewicht des Subwoofers ist. Der M 5100 SW bietet eine Sinus-Ausgangsleistung von 350-Watt und hat einen 300mm Tieftöner zu bieten, der für extreme Bassattacken ausreichend Reserven hat. Mit 29Kg und Maßen, die fast einem Würfel entsprechen (46x46x51cm), handelt es sich schon um ein ordentlichen Brüllwürfel, der sich aber dennoch angenehm ins Wohnambiente einfügt.

Nachdem die Boxen alle angeschlossen wurden, sollte man sich um entsprechende Einstellungen am Receiver kümmern, um das Maximum aus dem Set herauszuholen. Das fängt an bei Einstellungen die den Subwoofer betreffen, wie zum Beispiel die richtige Übergangsfrequenz, die THX bei 80Hz sieht und hört auf bei einer sehr wichtigen Einstellung, nämlich der Einpegelung aller Lautsprecher auf das gleiche Niveau. Zwar bieten viele moderne Receiver inzwischen automatische Einpegel-Mikrofone, doch wir sind lieber den Weg der manuellen Einpegelung gegangen, für das wir das mit 25 Euro recht günstige Teufel Pegelmessgerät benutzt haben. Als Vergleich haben wir auch das YPAO-Einmessmikrofon unseres im Test benutzten, ebenfalls THX-Select-zertifizierten Yamaha RX-V1400RDS benutzt, das vor allem in Bezug auf die ermittelte Lautsprecherentfernung gute Arbeit leistete. Weniger überzeugt waren wir vom ermittelten EQ, der verschiedene Frequenzen angepasst hat um eine angeblich gleichmäßige Wiedergabequalität aller Speaker sicherzustellen. Im Vergleich zur voreingestellten Neutralstellung aller Frequenzen bemerkten wir aber, dass diese deutlich bessere Ergebnisse liefert als die vom Receiver selbst gemessene. Unsere Empfehlung lautet deshalb, sich auf eine Einpegelung und korrekte Entfernungsangaben zu beschränken und klangliche Eingriffe, die den Equalizer betreffen zu ignorieren, euer Ohr wird es euch danken, wie wir im Direktvergleich feststellten.

Um das System 5 betreiben zu können ist übrigens kein THX-Select-zertifizierter Receiver notwendig, auch wenn dieser nicht schaden kann. Die von THX vergebene Zertifizierung bestätigt im Endeffekt „nur“, dass vorgegebene Richtlinien, wie bestimmte Frequenzgänge oder die Tatsache von drei gleichen Frontlautsprechern, erfüllt werden.

Filmwiedergabe...

Doch nun zum eigentlichen Test. Um das Set auf Herz und Nieren zu prüfen haben wir diverses Material benutzt, um alle möglichen Szenarios abzudecken. Als idealen Test für ein Heimkinosystem sehen wir die THX-Demo vom Podrace aus „Star Wars Episode I“. Diese Demo gibt es leider nur auf einer sehr seltenen THX-Demo-DVD. Das Besondere: Die Demos befinden sich neben Dolby Digital auch in DTS auf der DVD und so war der DTS-ES-Ton der genannten Demo auch gleich das erste Material, mit dem wir das Teufel-Set fütterten. Man wird förmlich umgehauen, wenn die Pods an einem vorbeirasen und das mit einer klanglichen Gewalt, dass es einen ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Die Demo beweist außerdem eindrucksvoll, wie sinnvoll Mehrkanalsound mit einem zusätzlich hinteren Center-Lautsprecher sein kann und das System 5 beweist wiederum, wie dies dann im Endeffekt zu klingen hat. Der 5100-Subwoofer fabriziert einen extrem klaren, tiefen und verzerrungsfreien Bass, der in diesem Preissegment mehr als lobenswert ist.

Als weitere Demos haben wir dann diverse Filmausschnitte von DTS-Demo-DVDs abgespielt, die alle das gleiche Resultat lieferten. Während Stimmen sehr klar, präsent und voluminös klingen, werden leisere Umgebungsgeräusche genau so klar wiedergegeben, wie laute Effekte. Und das können wir für leise Lautstärken genau so bestätigen, wie für sehr hohe Pegel, die zumindest in Wohnungen, bereits grenzwertig für den Zuschauer sein dürften. Die Reserven, die dieses Set hat, scheinen für alle Situationen locker auszureichen, zumindest ist uns kein Szenario bekannt, in dem eine noch lautere Beschallung als die von uns getestete nötig wäre. Sicherlich gibt es auch Tage, an denen die Lautstärke ein Maximum erreichen kann, sei es eine Sylvesterparty oder der gemeinsame Kinoabend mit den Nachbarn, an denen dann auch gerne einmal höher aufgedreht werden darf. Für solche Situationen ist das Set bestens gerüstet.

Des Weiteren testeten wir surroundstarke Szenen diverser Filme, darunter Ausschnitte von „Gladiator“, „Behind Enemy Lines“, „Minority Report“ und vielen anderen. Es gibt keinen Aspekt, der uns enttäuscht hätte. Ob bassgewaltige Schüsse in „Minority Report“, actionreiche Gladiatorenkämpfe im gleichnamigen Film oder recht leise, fein aufgelöste Umgebungsgeräusche mit folgendem Bassgewitter in „Hinter feindlichen Linien“, all diese Stellen meistert das Set bravourös. Als besonderes Schmankerl testeten wir eine, nach unseren Informationen einzigartige DVD bzw. einen einzigartigen Audiotrack und zwar einen DTS-ES-Track, der in 96 kHz und 24 Bit gemastert wurde. Dabei handelt es sich um den japanischen Horrorfilm „One Missed Call“ - auch hier ist die Wiedergabe astrein und zeigt die Stärken eines hochwertigen Audiosignals, von denen die Lautsprecher direkt profitieren.

Der erste „große“ Test den wir durchführten war der von „X-Men: Der letzte Widerstand“, der durch einen exzellenten Gesamteindruck überzeugte. Gerade bei solch einem Film kann das System 5 beeindrucken. Während die Actionszenen durch eine enorme Räumlichkeit und heftigen Bass brillieren, werden selbst ruhige Momente glanzvoll wiedergegeben.

Die Detailwiedergabe ist bestens, das von den Dipolen erzeugte, diffuse Surroundfeld ideal für den heimischen Kinobetrieb und die THX-Norm gibt einem obendrein das Gefühl von bestätigter Qualität, wenngleich diese Zertifizierungen teilweise umstritten sind. Wir sind aber nicht von Schildern auf den Boxen geblendet, sondern vom vorliegenden Ergebnis überzeugt und dort können wir dem System 5 ganz klar den vollen Erfolg bescheinigen. Doch wie sieht es mit der Musikwiedergabe, gerade in Bezug auf die eigentlich weniger geeigneten Dipole aus?

...musikalisch begabt?


Vorab sollte man sich zwar darüber im klaren Sein, dass ein „Cinema“-Set nicht ausschließlich für Musik geeignet sein soll und der Filmbetrieb klar im Vordergrund steht, doch wer guckt nur Filme oder hört nur Musik? Wir denken niemand. Schauen wir uns unseren privaten Gebrauch an, so können wir circa eine 65/35-Gewichtung mit dem Schwerpunkt Film feststellen. Um die musikalischen Qualitäten des Sets zu testen haben wir noch zahlreichere Materialien als beim Filmtest herangezogen, da die Variationen hier fast noch vielfältiger sind. Ob Mono, Stereo, normales DD 5.1 oder wenig komprimiertes DTS, DVD-Audio mit hochauflösendem Surround-Track, unkomprimiertes PCM oder hochqualitative 96/24 DTS-Aufnahmen, wie beispielsweise von der „Mensch“-DVD von Herbert Grönemeyer – die klanglichen Messlatten sind gerade bei Musik sehr weit gefächert, während beim Film fast ausschließlich „normales“ DD oder DTS zum Einsatz kommt.

Als erstes testeten wir in diesem Bereich ganz normales Stereo von digitalem Radio, das wir über das Kabelnetz empfangen. Dabei testeten wir verschiedene Tracks aus Pop, Rock und bassstärkerem R&B und Rap. Während im herkömmlichen Stereobetrieb bereits ein gutes Klangbild geschaffen wird, kann die Wiedergabe im DTS6:Neo Music-Betrieb bereits voll überzeugen. Hier wird eine weiträumige Front mit kräftigen Stimmen und aufgelöster Musikwiedergabe geboten, die nicht erahnen lassen würde, dass es sich um einfaches Stereo eines Radiosenders handelt.

Dann testeten wir die soundtechnisch exzellente „Hell Freezes Over“-DVD von den Eagles. Dieses im Studio nachbearbeitete Live-Konzert lässt die Teufel-Lautsprecher auch im Musikbetrieb im Glanz dastehen. Gleich der erste Track glänzt durch fein aufgelöste Instrumente aus allen Lautsprechern, klaren und ideal begleitendem Bass und sehr lebendige Stimmen. Hier diente übrigens der DTS-Track als Vorlage. Gar nicht auszumalen wie die neuen Tonformate von HD-DVD und Blu-ray klingen könnten, die ja die neuen Tonformate von Dolby und DTS beinhalten und dies optional sogar in unkomprimierter Form. Auch der hochwertige 96/24-DTS-Track der Grönemeyer-DVD führt dieses Bild weiter und liefert einen glasklaren Sound vom Feinsten.

Wir sind also auch von der Musikwiedergabe des System 5 begeistert, wobei die eigentlich eher für den Filmbetrieb geeigneten Dipole keine großen Nachteile aufzeigten. Einzig die reinen Musikliebhaber und Stereo-Enthusiasten würden vermutlich Defizite ausmachen können, diese Zielgruppe würde sich vorab aber auch ein ganz anderes Equipment anschaffen und soll mit dem von uns getesteten Set auch gar nicht direkt angesprochen werden.

Fazit...

Das Fazit, das wir ziehen ist erstklassig, denn bedenkt man alleine nur den günstigen Verkaufpreis, so ist das Gebotene einfach bestens. Teufel beweist mit dem System 5 THX Select, dass auch gut klingende Heimkinos kein Vermögen von mehreren tausend Euros kosten müssen. Für rund 1200 Euro bekommt der Heimkino-Enthusiast ein Lautsprecher-Set, das sowohl im Film- als auch im Musikbereich überzeugen kann. Die Stärken des Sets liegen eindeutig im mehrkanaligen Filmbetrieb, denn erst dort können alle Lautsprecher und der mächtige Subwoofer ihre Stärken ausspielen. Doch auch der Stereobetrieb ist mehr als solide, wobei es natürlich generell auch wichtig ist, um welches Quellmaterial es sich handelt und welcher Receiver als Zuspieler dient. Wer sich in der Wahl des Receivers unsicher ist findet auf Teufels Website auch Geräteempfehlungen für die jeweiligen Lautsprecher-Systeme. Wer ein leistungsstarkes und preisgünstiges System sucht, wird mit dem System 5 sehr zufrieden sein und dank Teufels Rücknahmegarantie ist ein Fehlkauf praktisch ausgeschlossen.

   
Quelle: Digital-Movie.de (fk)
   
  Links zum Artikel:
  Teufel System 5 THX Select Produktseite
    
 

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