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24.03.2003 - Rubrik: DVD Special 
Oscar 2003: Das war die Verleihung
   

Die Verleihung:

Bereits zum 75. Mal ging gestern Abend Ortszeit die alljährliche Verleihung der „Academy Awards“ in Los Angeles über die Bühne. Wer angesichts des Krieges gegen den Irak mit einer gedämpften und bedrückenden Veranstaltung gerechnet hatte, wurde bereits bei Steve Martins launiger Einleitung eines Besseren belehrt.

Damit war auch bewiesen, dass eine 75-jährige alte Dame, noch lange keine lahme Tante sein muss. Vielmehr lieferte Steve Martin eine erstklassige und vor allem spritzige Performance ab, die wesentlich frischer wirkte als zum Beispiel die von Whoppi Goldberg im letzten Jahr, wenngleich Steve Martin keine „schwebenden“ Bühnenauftritte ablieferte.

Wie erwähnt, durfte Steve Martin als „Host“ durch den Abend führen – zum zweiten Mal nach 2001, als er die 73. Academy Awards moderierte.

Erstaunt mussten wir auch zur Kenntnis nehmen, dass laut mehreren Presseberichten wegen ihrer Anti-Kriegs-Haltung „ausgeladene“ Schauspieler wie Richard Gere, Susan Sarandon oder Dustin Hoffman sehr wohl im Publikum anwesend waren (und sogar auf die Bühne durften) – hier wird doch nicht etwa die Presse im Frönen von dumpfem Anti-Amerikanismus wissentlich Falschmeldungen verbreitet haben?

Wer wilde Anti-Kriegseinlagen erwartet hatte, wurde ebenfalls enttäuscht – mehr als ein müdes „Peace“ ließen sich die Wenigsten herauslocken. Lediglich einer konnte sich nicht beherrschen und ließ sich – unter lauten Buh-Rufen der anwesenden Hollywood-Prominenz – zum Missbrauch dieser künstlerischen Veranstaltung für politische Zwecke hinreißen: Dokumentar-Filmer Michael Moore (Anm. d. Autors: ich liebe sein Buch „Stupid White Men“ und seine nun Oscarprämierte Dokumentation „Bowling for Columbine“). Nun, überraschend kam diese „Einlage“ sicher nicht und so wird Michael Moore wohl als der „tragische Held“ der 75. Oscarverleihung in die Geschichte eingehen.

Doch nun zu den eigentlichen Ergebnissen der Preisverleihung.

Je mehr Kategorien „abgehakt“ wurden, desto klarer kristallisierte sich heraus, dass wohl „Chicago“ der große Gewinner des Abends werden würde. Am Ende des Tages sollte das Musical mit ganzen sechs goldenen Statuen nach Hause gehen.

Berührendster Moment war sicherlich die Überreichung des Oscars für beste Kameraführung an den Sohn des kürzlich verstorbenen Conrad L. Hall.

Nach über 20 Jahren kann sich Deutschland wieder über einen Oscar freuen – zum besten fremdsprachigen Film wurde „Nirgendwo in Afrika“ gekürt. Aus familiären Gründen konnte die Regisseurin Caroline Link den Preis jedoch nicht persönlich entgegen nehmen.

Unbestreitbarer Höhepunkt der Oscar-Nacht war zweifellos die Zusammenkunft von 59 Schauspieler-Legenden zu einem Gruppenbild. Noch einmal ließ man frühere Oscar-Gewinner Revue passieren und erinnerte an einige der wahren Hollywood-Stars.

Doch auch 2003 hat einen großen Verlierer – „Gangs of New York“. Zehnmal nominiert, hatten sich die Macher sicher mehr als keinen einzigen Oscar erwartet. Somit ereilt „Gangs of New York“ ein ähnliches Schicksal wie im letzten Jahr „Der Herr der Ringe“. Nicht einmal Martin Scorsese wurde für seine Regie gewürdigt, genauso wenig hatte der Film eine Chance auf den „Best Picture“-Award.

Apropos „Der Herr der Ringe“ – Peter Jacksons Epos lief auch heuer nur unter „ferner liefen“. Bei sechs Nominierungen heimste der Film gerade einmal zwei „Technik“-Awards ein – für die beste Tonmischung und die besten Visual Effects.

Um den Redefluss der Gewinner im Rahmen zu halten, wurden übrigens nach etwa 45 Sekunden die Mikrofone eingefahren und „dezente“ Hintergrundmusik deutete an, dass die Bühne „geräumt“ werden sollte. Auch eine Möglichkeit, das Überziehen der Sendezeit zu verhindern. Vielleicht sollte sich das ZDF hieran ein Beispiel für so manchen „Wetten Dass?!“-Abend nehmen…

So ging gegen 6 Uhr früh MEZ eine alles in allem doch würdige Gala zu Ende, die zwar keine wesentlichen Überraschungen bei den Gewinnern in sich barg, nichtsdestotrotz jedoch unterhaltend und auf jeden Fall viel kurzweiliger als so manche Verleihung vergangener Jahre war.

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Klick für die Gewinner der Oscars 2003!












   
Quelle: Digital-Movie.de(sp)/ Layout: Florian Kriegel/ Bilder: © Academy of Motion Picture Arts and Sciences
     
 
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