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07.09.2006 - Rubrik: Hardware 
IFA: Zu Besuch bei Lautsprecher Teufel in Berlin
   

Im Zuge unserer IFA-Berichterstattung hielten wir es für den idealen Zeitpunkt, endlich auch einmal den in Berlin ansässigen Lautsprecher-Hersteller Teufel einen Besuch abzustatten. Die 1979 von Peter Tschimmel gegründete Firma verkauft die Lautsprecher seit 1990 nur noch direkt über den eigenen Vertrieb, was auch eine Besonderheit der renommierten Firma ist. Der Direktvertrieb verkauft die Systeme über die Website, per Mail, per Telefon und sogar über FAX und das für erstaunlich günstige Preise. Die Vorteile dieser Art des Vertriebs sieht Teufel unter anderem in der verbreiteten Kontaktmöglichkeit zum Kunden verbunden mit direktem Feedback, was anderen Herstellern oft fehlt.

Während man moderne Designs oft vergeblich gesucht hat, so haben die letzten Systeme in Sachen Optik deutliche Fortschritte gemacht und so bekommen die Kunden ein schickes Stück Technik für einen sehr fairen Preis. Aber nicht nur die vergleichsweise günstigen Preise zeichnen Teufel aus, auch das achtwöchige Umtausch- bzw. Rückgaberecht haben bereits viele Kunden überzeugt. Wie wir auf Anfrage von Marketing Director Andreas Maschlanka erfuhren, nutzen gerade einmal fünf Prozent diesen Service, wobei in dieser Zahl sowohl Rückgaben als auch Umtäusche enthalten sind. Eine Zahl, die wir höher eingeschätzt hätten.

Im Gespräch mit Herrn Maschlanka erfuhren wir, dass Teufel, entgegen langläufiger Meinungen, seine Lautsprecher nicht in Deutschland, sondern wie viele andere Hersteller auch, über Produktionspartner in China produzieren lässt. Über die Qualität müsse man sich aber keinerlei Gedanken machen, denn vor Ort seien fast permanent Ingenieure von Teufel, die die Produktion einer ständigen Qualitätskontrolle unterzögen. Dass die Qualität stimmt, zeigt auch die kulante Garantieabwicklung seitens Teufel.

Die großen Teufel-Systeme erfreuen einer konstanten Nachfrage, sind jedoch nicht der Hauptabsatzmarkt für Teufel, den eher die kleineren Systeme für 400 bis 1200 Euro darstellen. Dennoch sollen natürlich auch die beiden Top-Modelle Theater 8 und 10 überarbeitet werden. Dies soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres 2007 geschehen, wobei sich diese Veränderungen hauptsächlich auf Optik und Haptik beschränken, da, laut Herrn Maschlanka, eine Verbesserung im klanglichen Bereich nur schwer möglich sei.

Die THX zertifizierten Modelle werden streng nach den Vorgaben des kalifornischen Unternehmens entwickelt und hergestellt und vor der Massenproduktion zur Abnahme seitens THX nach Kalifornien geschickt. Während die für den PC-Bereich zertifizierten Multimedia-Systeme meist nur einen bestimmten Schalldruck erreichen müssen, haben die für den Heimkino-Bereich zertifizierten Systeme einen wesentlich komplexeren Vorgabenkatalog zu erfüllen. Die vor einiger Zeit vorgenommene Öffnung des THX-Zertifikates auch für den preisbewussten Heimkinoanwender, sieht Teufel eindeutig positiv. Trotz der Tatsache, dass sich fast alle europäischen Lautsprecherhersteller von THX distanziert hätten und im Fachhandel solche Systeme oft schlecht geredet würden, unter anderem natürlich aufgrund der Tatsache, dass einige der wenigen europäischen THX-Systeme, nämlich jene von Teufel, nur über den Direktvertrieb und nicht im so genannten "Fachhandel" erhältlich sind, hält Teufel aufgrund der guten Erfahrungen an THX fest.

Der kürzlich vorgestellte Nachfolger des System 5 THX Select, das System 6, konnte man uns leider noch nicht vorführen, jedoch hatten wir die Möglichkeit, einen ersten Blick auf ein fertiges Exemplar des neuen Modells zu werfen. Wie bei der im nächstens Jahr anstehenden Überarbeitung der großen Systeme, sind die deutlichsten Unterschiede auch beim System 6 THX Select im optischen und haptischen Bereich zu suchen. So wird zum Beispiel das Gehäuse im glänzenden Klavierlack gestaltet sein. Dennoch wird dieses System auch im technischen Bereich eine Neuerung bieten, nämlich den erstmaligen Einsatz von Flachmembranen, die sich durch ihren geradlinigen Frequenzgang auszeichnen, was Teufel auch von THX bestätigt worden ist. Auch bei größeren Systemen soll diese Technik in Zukunft Eingang finden. Das inzwischen mit rund 1200 Euro sehr günstige System 5 mit THX Select soll vorerst weiterhin bestehen bleiben und die Produktpalette im unteren THX-Segment festigen.

Wer eines solcher Systeme ideal in seine Wohnumgebung integriert haben möchte, kann seit rund zwei Jahren Teufels Aufstellservice in Anspruch nehmen, was bei den Top-Modellen mit 200 Euro, bei den etwas günstigeren mit 450 Euro Buche schlägt. Für diesen Preis erhält der Kunde allerdings nicht nur eine simple Aufstellung des Lautsprecher-Systems, sondern auch eine fachmännische Einmessung und Kalibrierung sämtlicher Heimkinogeräte, wie Beamer oder Flachbild-Fernseher. Auf unsere Frage, ob dieser Service oft genutzt werde, sagte uns Herr Maschlanka, dass interessanterweise vor allem auch Käufer günstiger Systeme diesen Dienst nutzen würden, um das Maximum an Klang herauszuholen.

Vor allem jüngere Kunden würden auch einen gesteigerten Wert auf die Farbauswahl legen, um die Lautsprecher ihrem Wohnambiente anpassen zu können. Aus diesem Grund bietet Teufel inzwischen, je nach Modell, bis zu fünf Farbtypen, die alle wichtigen Töne umfassen.

Zum Abschluss ließen wir uns noch eines der gängigsten Systeme, das System 5 THX Select, im Präsentationsraum vorführen. Wir waren von der für diesen Preis gelieferten klanglichen Qualität durchaus beeindruckt.

Auf der IFA wird man Teufel aber auch in Zukunft nicht antreffen, denn die günstig gelegene Teufel-Verwaltung in Nähe der Messe und die durchaus abweichende Zielgruppe lassen die nicht unerheblichen Kosten eines IFA-Auftritts als überflüssig erscheinen.

   
Quelle: Digital-Movie.de (fk & sp)
     
 
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