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07.11.2006 - Rubrik: Games 
Review: "Over G Fighters" (Xbox 360)
   
 

Over G Fighters

 

Xbox 360

Getestet von Jan Strohhecker

Email: js@digital-movie.de

        


Weitere Informationen zum Spiel:

* Offizielle Website
* Herstellerlink
* Link zur Review


Gesamtwertung:

Spielinfos:

Review Datum: 06.11.2006
Im Handel ab: 27.06.2006
Preis: ca. 55 EUR
   
Deutscher Titel: Over G Fighters
Originaltitel: Over G Fighters
Genre: Flugsimulation
   
Bildformat: HDTV 480p/720p/1080i
Sprachausgabe: Detsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
       
Spieler: 1-8 Spieler
Multiplayer: lokal (bis zu 2 Spieler)
Live!: Ja (bis zu 8 Spieler)
Live! Downloads: Nein
   
TV Norm: PAL
USK-Freigabe: ab 12
Regional Code: EU
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft
     
Testequipment:

AV-Receiver: Yamaha RX-V 640 (Dolby Digital, dts)
Lautsprecher: Elac 100er Serie

LCD: Panasonic TX-32LX60F (via HD-AV-Kabel (YUV))
Konsole: Xbox 360 Premium

          
Inhalt:

In 'Over G Fighters' wird der Frieden der Welt von einer terroristischen Organisation bedroht. Als Teil einer weltweit operierenden Luftstreitkraft übernimmt der Spieler das Kommando von über 30 der leistungsstärksten Jets und kämpft in atemberaubenden Luftschlachten über Europa, Asien, Afrika und Nordamerika. Die Spieler kämpfen sowohl in der Luft als auch gegen Feinde am Boden, in herausfordernden und gefährlichen Missionen gegen stark bewachte Ziele im Herzen des feindlichen Gebiets.

    
Game-Review:
   
Allgemeines:

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl Grenzenlos sein.“ So ähnlich dachten wir uns das auch bevor wir „Over G Fighters“ getestet haben. Der Publisher wirbt vollmundig mit „Top Gun is Back!“, da kann doch kaum was falsch laufen. Ob „Over G“ der absolute Überflieger ist oder eine Bruchlandung hinlegt lest ihr in unserem ausführlichen Review.

   
Game+play:

Ready for take-off...

Bisher befindet sich „Over G“ in einer Monopolstellung was Flugzeugsimulationen angeht. Denn Konkurrenz gibt es keine. Da wäre zwar noch „Blazing Angels“ doch das hat eher den Anspruch an ein Action-Spiel mit Arcade-Flugsteuerung.
Die Präsentation von „Over G“ kann durchaus gefallen, zumindest im Menu. Das ist aufgemacht wie eine Zeitungsseite, schlicht und funktional. Zur Auswahl stehen die Spielmodi Szenario, Challenge und Multiplayer. Wie der Name schon sagt wird bei Szenario die Kampagne von „Over G“ gespielt. In der Challenge gibt es zwei Modi, Arena und Angriff. Bei Arena wählt man sich sein Flugzeug, den Flügelmann und die Bewaffnung aus und auf geht’s ins Gefecht. Gekämpft wird in einem riesigen Gebiet und es wird auf alles geschossen was fliegt. Sehr schöner Modus wenn man einfach schnell eine Runde fliegen will. Der Modus Angriff bietet dagegen sehr viele Einstellung mit denen man ganz nach Belieben eine Kampfsituation erstellen kann. Welche Maschine die Gegner fliegen sollen, die Startpositionen beider Parteien, Höhe und so weiter.

Und ab die Post ...

Im Szenarioteil von „Over G“ wird in verschiedenen Gebieten gekämpft, die nach und nach freigeschaltet werden. Es geht nach Afrika, den Nahen Osten oder Asien. Zur Auswahl stehen meist mehrere Missionen die absolviert werden können. Bestimmte Missionen müssen durchgeführt werden, da sie relevant für die Story sind, die nebenbei nicht gerade spannend rüberkommt. Ist ein Einsatz ausgewählt folgt die „Missionsbesprechung“. Eigentlich sollte das nicht so genannt werden, denn jeder echte Pilot der die Besprechung mitmachen würde wäre hinterher so schlau wie zuvor. Unser Befehlshaber gibt immer nur so fünf bis sechs Sätze von sich, das war es dann. Gezeigt wird die Situation wie man in die Mission startet, mit symbolischen Feinddarstellungen. Über Typ und Anzahl der Gegner wird keine Auskunft gegeben. Ist diese Sache vorbei geht es an die Flugzeugauswahl. Zu Beginn steht nur die F14 Tomcat zur Verfügung, doch der „Flugpark“ wird kontinuierlich erweitert. So darf der Hobbypilot unter anderem in Flugzeugen wie F-16C Fighting Falcon, F/A-18C Hornet, Su-27 Flanker, MiG-29A Fulcrum und F-117A Platz nehmen.
Nach der Flugzeugwahl kann sich noch ein Flügelmann ausgesucht werden. Diese haben alle unterschiedliche Stärken und Schwächen. Ist ein passender Partner gewählt kann man sich an die Bewaffnung des Fluggeräts machen. Die Voreingestellten Waffentypen sind eigentlich immer passend, wer aber Lust hat, kann sich ganz individuell seinen Flieger bewaffnen, Auswahl ist reichlich vorhanden.

Bisher war das Meiste doch recht positiv, das ändert sicher aber mit Beginn der eigentlichen Mission. Oft ist es der Fall, dass der Spieler direkt auf seine Ziele zufliegt, diese anvisiert und dann feuert. Anschließend sieht man zu wie sie explodieren und die Mission ist damit in ein bis zwei Minuten erledigt. Diese Art von Auftrag ist leider viel zu oft anzutreffen. Man muss dazu sagen in der heutigen Zeit wird das wohl eher der Realität entsprechen. Das sind so genannte „Fire and Forget“ Waffen. Man nimmt einen Gegner ins Visier, feuert und die Rakete macht den Rest, den Gegner bekommt man dabei nicht mal zu Gesicht. Nicht mehr so wie in Zeiten des Zweiten Weltkriegs als es noch richtige Dogfights gab. Zurück zum Spiel, natürlich kann es auch andersherum gehen, man wird selbst anvisiert und die Rakete wird abgeschossen. Dann bleibt nur noch Daumen drücken dass der Zeitpunkt für den Abwurf der Gegenmaßnahmen richtig war. Im Zeitraum unseres Tests haben zu unserem Leidwesen neun von zehn gegnerischen Raketen ihr Ziel erreicht.

In den Einstellungen kann der Spieler zwischen den zwei Steuerungsmöglichkeiten “Arcade” und “Realistisch” wählen. Beide Varianten unterscheiden sich dahingehend, dass bei “Arcade” das Seiten- und Querruder gleichzeitig über den linken Analog-Stick bedient werden. So fliegt das Flugzeug direkt nach Links wenn man den Stick in die entsprechende Richtung drückt. Ist die Steuerungseinstellung auf “Realistisch” gestellt, werden Seiten- und Querruder unabhängig voneinander gesteuert, dadurch rollt das Flugzeug um seine Längsachse wenn der Stick nach Links oder Rechts bewegt wird. Doch diese Einstellung ist selbst für erfahrene Simulationsveteranen nicht zu empfehlen. Unserer Meinung nach fliegen sich komplett alle Flugzeuge wie Betonklötze mit Tragflächen. Wirkliches Luftkampffeeling kommt nie auf. Natürlich stellt sich die Frage in wie weit realistisch dieses Spiel ausgelegt ist. Da niemand von uns selber Pilot ist können wir das auch nicht beurteilen, hier geht es um den Spielspaß und der ist bei der vorliegenden Steuerung nicht sonderlich groß.

Ein nettes Detail hat uns aber doch gefallen, fliegt der Hobbypilot ein zu gewagtes Manöver bekommt er die G-Kräfte zu spüren. Zieht er zum Beispiel zu stark nach oben, fängt der Bildschirm an Schwarz zu werden, dann schafft es der Druckanzug nicht mehr die vorliegenden G-Kräfte auszugleichen.

   
 
Gameplay:  (ausreichend)
 
Umfang:  (befriedigend - gut)
   
Mutiplayer:

Xbox Live multiplayertypisch gibt es auch in „Over G“ die Möglichkeit eines Normalen oder eines Ranglisten-Spiels. Zur Auswahl stehen wie im Singleplayer die Modi „Angriff“ und „Arena“. Ihr könnt mit bis zu acht Freunden Flügel an Flügel fliegen. Technisch gesehen gibt es am Mehrspieler-Part von “Over G” nichts auszusetzen. Es macht sogar Spaß gegen echte Gegner zu fliegen, denn diese Verhalten sich doch anders als die KI. So können durchaus spannende Dogfights zwischen den Spielern entstehen. Doch auch hier fehlt ein wenig die Abwechslung und so kann auch der Mehrspielerteil nicht sehr lang motivieren.

   
 
Multiplayer:  (befriedigend - gut)
   
Technik:

Grafik unterm Radar...

Fangen wir beim Positiven an, das geht schneller und ist nicht gerade sehr viel, leider. Bei den Flugzeugmodellen hat Taito sehr gute Arbeit geleistet. Durchgängig alle Typen von F16 über die A10 bis hin zum F117 wurden mit liebe zum Detail gestaltet und ins Spiel integriert. Bei den Texturen der Flugzeuge sind auch keine großartigen Schwächen auszumachen. So Leid es uns tut aber damit war es das größtenteils schon mit dem Positiven in Sachen Grafik. Wenn wir gerade schon bei den Texturen sind kommen wir zu dem mit größten Manko an der technischen Umsetzung. So schön diese auch bei den Maschinen ist, so grottenschlecht sind sie beim Boden und dem übrigen Gelände. Die Textur der Startbahn sieht aus als hätte jemand Vaseline über die Linse geschmiert, so unscharf ist das. Generell kommt es einem so vor als ob die Bodentexturen alle von einem früheren Spiel aus Xbox-Zeiten übernommen und einfach gestreckt wurden. Das dabei nichts Gutes raus kommen kann dürfte jedem klar sein. Besonders schlimm fällt es in einer Mission auf, in der man über einer Stadt einen Luftkampf austrägt. Da wurden lieblos irgendwelche grauen Polygonklötze auf extrem unscharfe Texturen gesetzt und das soll dann eine Stadtlandschaft darstellen. Wie es aussehen könnte hat uns G.R.A.W. gezeigt bei dem Mexico City sehr schön umgesetzt wurde. Selbst bei „Ace Combat“ auf der PS2 gab es schönere Städte und das ist ja jetzt schon ein ganzes Weilchen her.

Insgesamt betrachtet wirken die Landschaften in denen der Einsatz stattfindet doch sehr eintönig und vor allem flach. Selten gibt es Berge oder größere Hügel, man könnte glatt meinen über unsere Nachbarn aus den Niederlanden zu fliegen. Schon immer schwierig war das Thema Kampf auf See, da gibt es nichts außer Wasser, von daher wäre es unfair hier groß Kritik zu üben.
Im Großen und Ganzen ist „Over G“ weit davon entfernt ein wirkliches Next-Generation Spiel zu sein. Hier besteht noch deutlich Nachholbedarf seitens der Entwickler.

Flüstertriebwerke...

Wer schon einmal bei einem Flugzeugstart, sei es Jet oder Linienflugzeug, live dabei gewesen ist weiß wie ohrenbetäubend laut das Ganze ist. Und jeder kann sich sicher vorstellen wie es ist wenn ein Pilot im Cockpit den Schub bis an den Anschlag drückt und unter ihm über 24000 PS brüllen. Es scheint als ob die japanischen Entwickler nie so etwas gehört hätten oder die japanische Luftwaffe hat Triebwerke entwickelt, die flüsterleise laufen. Im virtuellen Cockpit kommen wir uns vor wie auf einem Linienflug von Berlin nach New York. Gibt man vollen Schub so kommt aus den Boxen nur ein leises Surren, von Brüllen oder Dröhnen keine Spur. Wir hätten uns hier ein tiefen durchdringenden Bass gewünscht der uns gleich unmissverständlich klar gemacht hätte, dass wir in einem Kampfjet sirten, der schneller als der Schall fliegen kann. Selbst bei eingeschaltetem Nachbrenner sehen wir nur an der Anzeige und aus der Außenansicht dass selbiger aktiv ist. Sehr schade, hier wurde viel Atmosphäre verschenkt.

Ein weiteres nerviges Sounddetail ist die Flugcomputeransage. Sobald wir die Maschine etwas nach oben ziehen und über 1 G kommen blöckt uns die Stimme an „Over G“, auf die Dauer kann das ganz schön am Nervenkostüm zerren. In einer Mission fliegen wir mit einem F117 Nighthawk einen Angriff in über 7000m Höhe. Es ist kein Gegner oder eine Zielerfassung zu sehen, trotzdem hören wir ständig „Warning“ aus den Boxen schallen. Der Grund hierfür bleibt völlig unklar über den ganzen Auftrag hinweg.
Zu Beginn ist uns die flotte Musikuntermalung sofort aufgefallen und wir waren gespannt was noch so kommt. Und wieder wurden wir enttäuscht. Es sind immer die selben Stücke, besonders fällt das in den Missionwiederholungen auf. Diese starten immer mit dem selben Stück, ziemlich eintönig.

   
 
Grafik:  (befriedigend)
 
Sound:  (befriedigend)
   
Fazit:

Wer unbedingt eine Flugsimulation auf seiner Next-Generation Konsole haben will kommt um „Over G Fighters“ nicht herum. Für alle anderen wird das Spiel aufgrund seiner technischen und spielerischen Mängel wohl kaum genügen. Bei all der Power die in der 360 steckt wären sicher sehr gute Simulationen möglich.

       
 

 Gameplay:

 (ausreichend)
 Umfang:
 (befriedigend - gut)
 Grafik:
 (befriedigend)
 Sound:
 (befriedigend)
 Multiplayer:
 (befriedigend - gut)
   
 Gesamtwertung:
 (befriedigend)

 Positives  Negatives
   
+ nette Düsenjetdetails - sehr durchschnittliche Technik
+ erstes Flugspiel für die 360 - nervige Steuerung
  - kein Feeling
  - langweilige Missionen
 
"Over G Fighters"
 
 
   
     
 
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