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31.05.2007 - Rubrik: Hardware 
Im Test: Gefen HDMI-Splitter 1:2
   

HDMI, das „High Definition Multimedia Interface“, ist nun seit einigen Jahren auf dem Markt und hat sich doch recht schnell zum Quasi-HD-Standard-Interface entwickelt. Bei jedem DVD-Player, jedem LCD und Plasma, jedem Beamer und natürlich auch bei den neuen HD-DVD- und Blu-ray-Playern, gehört diese Schnittstelle zum Standard. Auch wenn die verschiedenen Versionen (1.1, 1.2a, 1.3) den Kunden eher verwirren und die HDMI-Stecker nicht wirklich praktisch erscheinen, so bietet der „moderne Scart-Anschluss“, wie ihn manche Fachverkäufer durchaus zurecht gerne nennen, auch seine Vorteile.

Vorgeschichte

Auch wenn HDMI im Großen und Ganzen eine feine Angelegenheit ist, so ergeben sich für den Heimkino-Enthusiasten schnell Probleme, wenn er mehr als ein Anzeigegerät einsetzen möchte, die allesamt per HDMI zugespielt werden sollen.

Blicken wir zurück, vor einigen Jahren war es noch ratsam und technisch empfehlenswert, dass bis dato immer noch hochwertige Komponentenkabel, auch „YUV“ genannt, einzusetzen. Hierbei werden das Helligkeitssignal und die Differenzsignale von Rot und Blau separat übertragen, wodurch sich ein für analoge Verhältnisse erstklassiges Bild, natürlich je nach Hardware, erzielen lässt. Wollte man neben dem Fernseher nun auch noch einen Beamer anschließen, so verband man seinen TV eben direkt mittels Scart zu seinem Player und schloss den Player mittels Komponentenkabel an seinen AV-Receiver an, der wiederum über den vorhandenen Ausgang zum Beamer verbunden wurde. Inzwischen sind AV-Receiver förmlich zu Schaltzentralen mit ausgeklügelten Videofunktionen avanciert und schon lange dienen sie nicht mehr nur allein der Klangaufbereitung. Doch mit dem Einzug von HDMI haben sich einige Probleme mit der Anschlussvielfalt ergeben. Das liegt in erster Linie am neuen Kopierschutz HDCP, wodurch sich Szenarien, wie das z.B. eben beschriebene, nicht mehr ganz so einfach lösen lassen. Doch mit dem Einzug neuer Standards entwickeln sich auch die Geräte entsprechend weiter. Während sich HDMI in erster Linie bei HD-Fernsehern und dann auch DVD-Playern durchsetzte, begannen auch die Ingenieure der AV-Receiver die Schnittstelle zu integrieren, was für den wahren Heimkino-Fan inzwischen neue Möglichkeiten eröffnet. AV-Receiver skalieren, transformieren und verwalten angeschlossene HDMI-Quellen und machen dabei nicht selten eine bessere Figur als Mittelklasse- oder gar Oberklasse-Player, die naturbedingt eigentlich bessere Ergebnisse liefern sollten.

Doch was macht man nun, wenn man einen LCD/Plasma und einen Beamer besitzt und beide mittels HDMI oder dem kompatiblen DVI (mit HDCP) angeschlossen werden sollen? Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn man hochskalierte und kopiergeschützte DVDs von z.B. einem HD-XE1 sehen möchte und außerdem ein Digital-Receiver mit Premiere Film HD-Abo angeschlossen ist. Für diese Zwecke wird nämlich das Bild nur über HDMI ausgegeben, da der Kopierschutz HDCP aktiviert ist, der über analoge Verbindungen nicht möglich ist.
Oder man möchte einfach technischere Probleme umgehen, die analoge Verbindungen mit sich bringen können, wie wir zum Beispiel mit unserem neuen Yamaha RX-V2700 erleben mussten. Dieser scheint das analoge Signal derart zu beeinflussen, sodass am YUV-Ausgang unschönes Flackern entsteht, das sich weder durch Mantelstromfilter, die dafür genutzt werden, um störende „Brummschleifen“ zu entfernen, noch durch Abstecken nahezu sämtlicher Fehlerursachen behoben werden konnte.
Der Hauptgrund dürfte aber sein, dass eine digitale Verbindung im Idealfall das beste Bild macht, immerhin muss hier keine Analog-Digital-Wandlung stattfinden, sodass die digitale Verbindung in der Regel vorzuziehen ist. Und natürlich sind die Menschen auch sehr praktisch eingestellt, sodass man nicht jedes Mal per Hand die HDMI-Kabel umstecken möchte, je nachdem ob man über den TV oder den Projektor gucken möchte.

Wie auch immer, gehen wir also davon aus, dass man zwei HDMI-Anzeigegeräte einsetzen möchte, aus welchem Grund auch immer, und den AV-Receiver, der heutzutage eigentlich mindestens zwei HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang bietet, zu Hause stehen hat. Genau da liegt der Knackpunkt. Nahezu alle Geräte haben „nur“ einen HDMI-Ausgang, der die digitale Schaltzentrale in seinen Möglichkeiten deutlich eingrenzt. Nur wenige teure Oberklasse-Geräte haben zwei HDMI-Ausgänge zu bieten und auch die in diesem Jahr erscheinenden AV-Receiver werden überwiegend einen HDMI-Ausgang bieten, sodass das Einsatzgebiet dieser Geräte, nämlich das Mittel- bis Oberklasse-Heimkino, deutlich in Frage gestellt werden darf.

Doch was nun? Nehmen wir unser Testszenario. Da wären ein Pioneer Plasma und ein nicht mehr ganz so frischer Sanyo Z3-Beamer, die beide per HDMI angeschlossen werden sollen. Als Zuspieler dienen der HD-XE1 (HDMI), eine Playstation 3 (HDMI) und eine Xbox 360 (YUV) und als „Schaltzentrale“ dient der Yamaha RX-V2700. Dank der Tatsache, dass die Filmbranche das so genannte „Image Constraint Token“ (ICT) bis zunächst 2010 aussetzt, wodurch die Ausgabe von High Definition (HD-DVD und Blu-ray) auch über analoge Komponentenausgabe möglich ist, wäre es theoretisch nicht schwer, sämtliche Geräte per YUV in den AV-Receiver einzuspeisen und diese wieder per YUV zum Beamer und HDMI zum Plasma, denn analoge Quellen können von vielen Receivern zu digitalen Signalen umgewandelt werden, zu führen. Doch was macht man, wenn man z.B. das erwähnte Flackerproblem mit einem neuen Yamaha-Receiver hat oder einfach digital verbinden möchte, weil die Bildqualität besser ist oder man einfach ein gutes gewissen haben möchte, sein Heimkino technisch so gut wie möglich konfiguriert zu haben. Dann ist guter Rat teuer, denn spätestens dann, ist bei den meisten AV-Receivern schluss.

Und die Lösung? Nun ja, es gibt Scaler, die eingespeiste Bildsignale auf hochwertige Qualität skalieren und auf mehreren Digitalausgängen ausgeben können. Sie sind jedoch sehr rar und kosten zudem auch noch einen Haufen Geld. Eine andere Möglichkeit bieten HDMI-Switches, an die mehrere Geräte angeschlossen werden können, wobei aber immer nur auf einem Anzeigegerät ausgegeben werden kann, weil eben zwischen den Geräten „geswitcht“ werden muss. Deutlich eleganter sind hier „HDMI-Splitter“. Sie sind in der Lage, das eingespeiste HDMI-Signal zu verstärken und auf mehrere HDMI-Ausgänge „aufzusplitten“. Ideal für unseren Testversuch, in dem zwei Anzeigeräte (Plasma/Beamer) an einen HDMI-Ausgang (AV-Receiver) angeschlossen werden sollen. Entsprechende Geräte sind sehr selten und so gibt es nur wenige Modelle auf dem Markt. Wir haben uns bei unserem Test für ein Modell der inzwischen auf dem Heimkino-Markt bekannten US-Marke „Gefen“ entschieden. Einer der größten deutschen Online-Anbieter verschiedenster Heimkino-Kabel, AL-Kabelshop, war so freundlich, uns einen solchen HDMI-Splitter der Firma Gefen, nämlich den „1:2-Splitter“, zur Verfügung zu stellen. Wie der Name schon andeuten lässt, gibt dieses Gerät das eingehende HDMI-Signal auf zwei Ausgänge aus – die Lösung allen Übels?

Das Gerät

Der Splitter kommt mit sehr schlanken Ausmaßen von B 10,16 cm x H 2,54 cm x T 10,16 cm daher, lässt sich also sehr flexibel positionieren, wie bei uns unter dem TV-Rack. Um eine fehlerlose Verteilung des HDMI-Signals zu gewährleisten ist es wichtig, dass das Gerät HDCP voll unterstützt. Der Gefen-Splitter tut dies und basiert auf der HDMI-Version 1.2a. Der Splitter kann sowohl Bild-, als auch Tonsignale über die beiden HDMI-Ausgänge ausgeben, zusätzlich bietet er noch die Möglichkeit, ein optisches Digitalkabel an einen TOS-Link-Ausgang anzuschließen. In unserem Fall schließen wir den Splitter jedoch an den Ausgang des AV-Receivers an, sodass wir keinerlei Soundausgabe des Splitters benötigen. Es werden Auflösungen bis 1080p unterstützt und auch 1080p/24 kann der Gefen aufsplitten, wie ein Test mit der PS3 und dem neuesten Update zeigte.


Lieferumfang

Das mit 350 Euro durchaus kostspielige Gerät, das aber dafür aber die Lösung des Problems verspricht, hat neben dem Gerät selbst, ein hochwertiges 2m HDMI-Kabel an Board. Es ist deutlich dicker als Billigkabel und kommt mit einer Besonderheit daher. HDMI-Kabel sind an sich nicht besonders kontaktfreudig, wie zum Beispiel der alte Bruder DVI, der Standard bei Grafikkarten und etwas älteren LCDs und ähnlichen Geräten ist. Dieser DVI-Stecker unterscheidet sich nicht nur durch den größeren Stecker, sondern auch durch die vorhandenen Schrauben, wodurch die Stecker besser fixiert werden können. Normale HDMI-Stecker werden nur gesteckt, nicht so die mitgelieferte Variante des Gefen-HDMI-Kabels. Dies hat oberhalb eine kleine Schraube zu bieten, die sich in die entsprechenden Löcher an den HDMI-Buchsen des Splitters schrauben lässt. Dadurch wird sichergestellt, dass der HDMI-Stecker fest sitzt und dort bleibt wo er soll. Während der Splitter passende Schraub-Vorrichtunten bietet, sucht man entsprechende Buchsen an anderen Geräten vergebens, logisch, da es sich hierbei nicht um einen Standard handelt. Ähnliche Varianten zeigte bereits die deutsche Firma Cinemateq und aktuell auch die französische Firma Real Cable auf der High End, die kürzlich in München stattfand.


Installation und Gebrauch

Die Installation des Splitters ist denkbar einfach. Die HDMI-Quelle muss einfach in „HDMI In“ gesteckt werden und die beiden Anzeigegeräte in „HDMI Out 1/2“. Dann muss das Gerät nur noch mit dem Strom verbunden werden und das war es auch schon. Der Splitter arbeitet voll automatisch und verteilt das eingehende Signal nun stets auf beide Ausgänge.

Wir haben sowohl die Wiedergabe von HD-DVD und Blu-ray, als auch das Spielen über die Xbox 360 getestet. In jeder Situation gab der Splitter das vom AV-Receiver ausgegebene Signal auf beiden Endgeräte aus. Sobald der Splitter ein Signal empfängt, wird dies durch die blaue „Active“-LED angezeigt. Getestet wurden darüber hinaus alle wichtigen HD-Auflösungen. Neben 720p wurde auch 1080i getestet und dank dem Update der neuen PS3 auch 1080p/24. Hier mussten wir die PS3 allerdings direkt mit dem Splitter verbinden, da es beim Durchschleifen durch den Yamaha Probleme gab und der Automatik-Modus der PS3 nicht funktionierte. Der Gefen hat damit jedoch keinerlei Probleme. Ob kopiergeschützte und hochskalierte DVDs oder HD-DVD/Blu-ray – der Splitter arbeitet völlig unauffällig, sodass der angeschlossene Plasma und der Beamer simultan ein Bild zeigten. Dies ist natürlich vor allem für diejenigen von Interesse, die gerne auch mal die Unterschiede von TV und Projektor direkt vergleichen wollen, ohne immer hin- und her schalten zu müssen.

Fazit

Der Gefen-Splitter bietet für all diejenigen die ideale Lösung, die mehrere Anzeigegeräte per HDMI an eine Quelle anschließen wollen und das ständige Umstecken leid sind und die keinen entsprechenden AV-Receiver ihr Eigen nennen, der mehrere HDMI-Ausgänge hat. Wer also darüber nachdenkt, mehrere hundert Euro in einen teureren AV-Receiver zu investieren, nur weil der einen HDMI-Ausgang mehr hat, in anderer Beziehung aber vielleicht schlechter abschneidet als Konkurrenzmodelle, der sollte zunächst über einen HDMI-Splitter nachdenken. Das Gefen-Modell gibt es darüber hinaus in verschiedenen Variationen. Von zwei Ausgängen bis hin zu acht Ausgängen mit zwei Eingängen ist hier alles vertreten. Diese Top-Modelle kosten dann allerdings auch so viel wie ein Oberklasse-Receiver.

In unserem Fall stellt der 1:2-Splitter allerdings die optimale Lösung dar und die problemlose Installation und vor allem die zu 100% unauffällige Arbeitsweise des Splitters, haben uns vollends überzeugt. Wir können das Gerät, trotz der 350 EUR Anschaffungspreis, empfehlen. Immerhin ist in diesem Preis ein zwei Meter Gefen-HDMI-Kabel im Wert von ca. 70 Euro inbegriffen, sodass kein separates Kabel zur Installation des Gerätes gekauft werden muss.

   
Quelle: Digital-Movie.de (fk)
     
 
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