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06.11.2006 - Rubrik: Games 
Schau an: Die "Xbox Live Vision Cam" im Test
   

Kameras und Konsolen, das soll zusammenpassen? Und ob, bereits die sehr erfolgreiche "Eye Toy"-Kamera für die Playstation 2 zeigte, welcher Nutzen daraus zu ziehen war. Während der Spieler dort sehr stark mit den entsprechenden Spielen interagieren konnte, so zielt die neue "Xbox Live Vision Cam" von Microsoft momentan auf andere Einsatzgebiete ab.


Doch nun erst einmal zur Cam selbst, die seit Anfang Oktober im Handel erhältlich ist. Sie kostet um 50 Euro und bringt neben der Kamera selbst noch einige Schmankerl mit. Dazu gehört zum Beispiel das Xbox Live-Headset, das ohnehin schon fast jeder Live-Spieler besitzen wird, doch als Ersatz sicherlich ganz nützlich. Doch viel wichtiger ist die Beigabe von zwei Spielen. Zum einen wird das Gesellschaftsspiel "UNO" mitgeliefert und zum anderen das Geschicklichkeitsspiel "TotemBall".

Die Kamera selbst arbeitet im Videomodus mit 640 x 480 Pixeln und geschmeidigen 30 Bildern pro Sekunde. Im Fotomodus können Bilder mit einer Auflösung von 1,3 Megapixeln geschossen werden. Übrigens ist die Kamera auch für alle Windows-Nutzer von Interesse, denn die Live Vision Cam arbeitet auch mit Windows XP zusammen, so dass der Nutzen, der aktuell etwas gering ausfällt, dadurch erhöht wird. Das Verbindungskabel ist ca. 2,30m lang und kann deshalb sehr variabel aufgestellt werden.


Die Installation ist denkbar einfach, denn die Kamera wird einfach mittels USB-Stecker an die Xbox 360 angeschlossen und sofort ist sie einsatzbereit, was der nun der Wassereffekt im Dashboardhintergrund verdeutlicht und der grün leuchtende Ring an der Kamera zeigt. Sobald man zum Beispiel den Arm "über" das Kamerabild zieht, bewegt sich der Hintergrund mit weichen Wellen mit. Die Schärfe wird an der Cam selbst justiert, dazu dient der graue Ring am Objektiv. In den Konsoleneinstellungen können noch einige Parameter verstellt werden, doch wir raten den Meisten, hier alles auf "Automatisch" zu belassen.

Kommen wir nun zu aktuell möglichen Einsatzgebieten der Kamera.

Der Einsatz bei "UNO", das übrigens nicht direkt als Software beiliegt, sondern mittels Xbox Live-Code kostenlos heruntergeladen werden kann, beschränkt sich auf eine Art Videochat im Spiel. Beim jeweiligen Spieler ist also das Kamerabild zu sehen, was letztlich sehr gut funktioniert und nur bei langsamer DSL-Verbindung treten gelegentlich kleinere Ruckler auf.


"TotemBall" ist hingegen ein Arcade-Spiel, das mittels Gestiken gesteuert wird, die die Kamera aus den eigenen Bewegungen erkennen soll. Das funktioniert in der Regel recht gut, wobei hier stets für gute Lichtverhältnisse zu sorgen ist, doch dazu später. Außerdem muss man sich erst einmal mit der Steuerung auseinandersetzen und üben. Zwar ist das erste mit der Kam direkt steuerbare Spiel ganz nett, doch kommt nicht im geringsten an Spiele der "Eye Toy"-Kamera heran. Hoffentlich erscheinen noch weitere dieser kleinen Spiele, bei dem die Cam zur direkten Steuereinheit wird.

Ansonsten sind die Spielbezogenen Möglichkeiten aktuell auch schon ausgeschöpft. Der nächste große Hit, der eine Funktion der Cam unterstützen wird, ist "Rainbow Six: Vegas". Hier wird der Spieler mittels zwei Fotos, die direkt im Spiel erstellt werden, sein Gesicht auf die Spielfigur übertragen können. Das nennt sich dann "Face in Game"-Technik. Sicherlich ein nettes Feature, doch bezweifeln wir momentan noch, ob zum Beispiel im Multiplayerspiel viel Zeit sein wird auf die Gesichter seiner Gegenspieler zu achten. Wir hätten uns vielmehr gewünscht mittels Gestiken Befehle ausführenzukönnen. So wäre es sicher sehr genial gewesen, mit einem Armschwenk sein Team zu Punkt X vorrückenzulassen oder vergleichbare Aktionen zu starten. Das sind aber sicher Einsatzgebiete, die in künftigen Spielen noch integriert werden können.

Neben den spielbezogenen Eigenschaften bietet die Kamera aber noch weitere Funktionen, wie zum Beispiel einen Videochat. Weiteres Schmankerl ist das Profilbild, das man nun auch mit einem eigenen Foto, das ebenfalls über die Kamera erstellt wird, ausstatten kann.


Etwas problematisch ist der Einsatz der Kamera aber in lichtschwachen Umgebungen. Gerade Nutzer von Heimkino-Projektoren der 1000 EUR-Klasse müssen oft für eine komplett abgedunkelte Umgebung sorgen, damit das projizierte Bild überhaupt im vollen Glanz erstrahlen kann. Denn bei solchen Verhältnissen schafft es die Kamera einfach nicht mehr ein ausreichend gutes Bild einzufangen, wie auch? Beamerbesitzer sollten also versuchen ein entsprechendes Licht aufzustellen, das einen selbst ausleuchtet, denn ansonsten können wir den Kauf der Cam nicht empfehlen. Sobald aber eine Lichtquelle für entsprechende Ausleuchtung sorgt, ist das Problem nicht weiter relevant.

Welches Fazit ziehen wir also? Nun, die Kamera ist qualitativ hochwertig verarbeitet, dank Headset, zwei Spielen und zwei Testmonaten Xbox Live-Gold auch sehr gut ausgestattet. Doch der aktuelle Nutzen hält sich wie gesagt noch in Grenzen. Doch alleine schon die Tatsache seine Mitspieler bei "UNO" sehen zu können macht Spaß und die Videochats sind auch eine feine Sache. Bleibt abzuwarten, was die Softwarehersteller aus den Möglichkeiten machen, denn die Hardware funktioniert, jetzt müssen nur noch entsprechende Spiele erscheinen.

   
Quelle: Digital-Movie.de (fk)
     
 
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