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06.09.2006 - Rubrik: Kino & Film 
Film in der Kritik: "World Trade Center"
   

Inhalt:
Nachdem ein Flugzeug in einen der Türme des World Trade Centers eingeschlagen ist, wird eine Einheit von New Yorker Cops in die U-Bahn-Ebene unter den Türmen geschickt, um eine Evakuierung durchzuführen. Sofort machen sie sich an die Arbeit, spenden den Menschen Trost, beruhigen sie und geleiten sie ins Freie - als es plötzlich passiert: Der Turm, unter dem sie sich befinden, fällt zusammen und begräbt das Rettungsteam unter Tonnen von Stahl, Glas und Beton. Von einer Sekunde auf die andere werden die Retter zu Opfern. Und während sich die Familienangehörigen draußen an den letzten Strohhalm der Fernsehbilder klammern, läuft drinnen eine beispiellose Rettungsaktion auf Hochtouren.

Kritik:
Nach 9/11 einigte man sich in der Filmwelt darauf dieses Ereignis nie zu verfilmen. Einige Actionstars erklärten nach den furchtbaren Ereignissen gar sie würden nie wieder einen Actionfilm machen. Fünf Jahre später ist davon nicht mehr viel übrig geblieben. Mit "Flug 93" und "World Trade Center" gibt es gleich zwei Filme über die Ereignisse und Bruce Willis steht demnächst für den vierten Teil der "Die Hard" - Serie vor der Kamera. Business as usual in Hollywood. Oliver Stone entschied sich sehr früh dafür die Ereignisse zu verfilmen, was ihm durch die Bank weg Kritik einbrachte. Jetzt kommt der Film in die Kinos und wir können gleich zu Beginn sagen, dass der Film positiv überrascht - was nach dem Trailer nicht zu erwarten stand.

Stone zeigt die Ereignisse von einer ganz besonderen Seite. Der Film kümmert sich nicht um Politik, um Ursachen die zu dieser Katastrophe führen oder verurteilt gar die Täter. All dies wurde in den Medien über Jahre hinweg diskutiert. Oliver Stone verzichtet, Gott sei Dank, darauf und zeigt einfach die Menschlichkeit, die an diesem Tage zu spüren war. Dabei macht er deutlich, dass nicht nur die Amerikaner und Europa, sondern auch arabische Länder und Teile der vermeintlichen "Achse des Bösen" über die Tat entsetzt waren.

Als Nicolas Cage (angenehm zurückhaltende Performance seinerseits) mit seinem Team von New Yorker Polizisten am Ort des Geschehens eintrifft wird die ganze Ratlosigkeit deutlich. Keiner weiß wirklich was zu tun ist. Alle versuchen irgendwie zu helfen, ohne dass das Ganze jedoch Hand und Fuß hat. Als Cage mit seinen Leuten unter dem Turm begraben wird und nur noch er und ein Kollege unter den Trümmern leben gibt es ebenfalls keine Ursachenforschung und auch keinen Hass. Da liegen einfach zwei Polizisten die helfen wollten und nun nur noch lebend zu ihren Familien zurückkehren wollen. Ganz einfach.

Die Rettungsaktion für die beiden Polizisten beruht auf wahren Tatsachen, ebenso die Entdeckung. Das sind einfach kleine Wunder und sie verdienen es sehr wohl verfilmt zu werden. Stellenweise drückt der Film ordentlich auf die Tränendrüse. Das liegt zum einen an der Leistung der Darsteller, die durchweg sehr gut ist, zum anderen an der Inszenierung Stones. Nach Alexander, der ja bekanntlich Kritik und Besucher spaltete, sollte dieser Film seine Kritiker wieder etwas besänftigen - auch wenn in den USA mit Kritik zum Film nicht gespart wurde.

"World Trade Center" ist ein Film über die Menschlichkeit und zeigt, dass auch in den schwärzesten Stunden etwas Gutes entstehen kann, da die Menschheit in solchen Stunden zusammenrückt. Das ist die zentrale Botschaft des Films. Dies zeigt Stone an den Ereignissen von 9/11. Es ist kein Film der Hintergründe und Zusammenhänge beleuchtet oder nach schuldigen sucht. Dafür ein herzliches Danke!

In Deutschland ist der Film der United International Pictures ab dem 28. September in den Kinos zu sehen.

   
Quelle: United International Pictures/ Digital-Movie.de (ls)
     
 
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